Frage von Robo267, 105

Was bringt die Dreifelderwirtschaft?

Und benutzt man sie heute noch?

Antwort
von Agronom, 67

Im Mittelalter war es in Europa die gängige Form des Ackerbaus. Man hat seine Fläche in drei Teilflächen aufgeteilt, auf jeder Fläche wurde in einem Jahr Wintergetreide und einem Jahr Sommergetriede angebaut, das dritte Jahr wurde nichts angebaut und die Fläche lag brach, was dann dort natürlicherweise wuchs wurde als Weidefutter genutzt. Auf jeder der drei Teilflächen wurde dieser Zyklus um ein Jahr verschoben, sodass immer nur eine Teilfläche brach lag.

Verbessert wurde es später dann durch die Kartoffel, welche die Brache ersetzt hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dreifelderwirtschaft

Heute hat diese Form des Ackerbaus keine Bedeutung mehr, da man auf Düngemittel zurückgreifen kann und man mit Fruchtfolgen und Zwischenfrüchten den Nährstoffhaushalt des Boden besser managen kann.

Antwort
von charlynickel, 41

Nach der Brache die als Weide oder Heuwiese diente (heute als Gründüngung bezeichnet) und den Boden verbesserte, wurde das Stück gemistet (gedüngt). Dann wurde eine starkzehrende Kultur wie Winterweizen oder Rüben angebaut, danach kam eine schwachzehrende, wie Hafer oder Roggen und danach wieder Brache. Heutzutage wird es im Bioanbau noch genauso gemacht, nur dass die Fruchtfolgen verfeinert wurden und bis zu fünf Fruchtfolgen eingesetzt werden, d.h. ein Zyklus dauert bis zu fünf Jahre. Auch wurde die Brache durch den gezielten Anbau von Bodenverbesserern, z.B. Leguminosen, tiefwurzelden Kräutern und Gräsern ersetzt, die jedoch weiterhin als Viehfutter benutzt wird. Dieses ist notwendig um die Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaltefähigkeit, sowie die Pflanzen- und Bodengesundheit zu erhalten. Im industriellen Anbau wird die Brache heute durch Kunstdünger, Pestizide und Bewässerung ersetzt.

Kommentar von Agronom ,

Bis auf den letzten Satz eine super Antowrt.

Das Kunstdünger die Brache "ersetzt" kann man so stehen lassen, Pflanzenschutz hingegen findet nicht nur im industirellen Anbau statt und ist eher ein Ersatz der weitgestellten und angepassten Fruchtfolge, Bewässerung findet man auch prinzipiell in jeder Form des Anbaus.

Kommentar von charlynickel ,

Natürlich wird auch im Biolandbau bewässert, z.B. bei Setzlingen aber ich habe unter deutschen Wetterbedingungen bei Pflanzen im Wuchsstadium noch nicht bewässern müssen, denn ein Liter mineralischer Boden kann allerhöchstens einen halben Liter Wasser halten, Humus jedoch bis zu 14 Liter Wasser halten. Auch wird Pflanzenschutz betrieben aber macht man alles richtig, braucht man sich keine Sorgen zu machen, zu Zeiten der Dreifelderwirtschaft gab es ja auch keinen Pflanzenschutz und keine Bewässerung.

Antwort
von Kuestenflieger, 70

heute nicht wirklich , damals blieb eine ackerfläche unbehandelt - damit sich natürlicher dünger (unkraut) bildete - und im folgejahr untergegraben wurde .

derzeit wird nur die fruchtfolge gewechselt , den rest macht gülle und chemie .

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community