Frage von GXleif, 167

Was bringt das Fach Geschichte ueberhaupt?

Geschichte ist mein absolutes Lieblingsfach, ich kann die Geschichte ab Kolonialismus bis zur Fluechtlingskrise quasi auswendig! Zudem bin ich begeistert von Lenins und Marx Theorien.

Doch was bringt dieses Fach eigentlich? Was hat man im spaeteren Leben davon wenn man gut in Geschichte war/ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 59

Geschichte ist mein absolutes Lieblingsfach ...

Das finde ich sehr gut - und du bist ein Glückspilz!  :-)

ich kann die Geschichte ab Kolonialismus bis zur Fluechtlingskrise quasi auswendig!

Leider verbinden die meisten Menschen "Kolonialismus" erst mit dem 19. Jahrhundert und der Folgezeit. Wenn man auch die Jahrhunderte zuvor miteinbezieht, dann, mit Verlaub, glaube ich nicht, dass du die "Geschichte ... quasi auswendig" aufsagen kannst.

Solltest du auch zu den Menschen gehören, dessen geschichtliche Erinnerung kaum über das 19. Jahrhundert hinaus in die Vergangenheit zurückreicht, dann ist das nicht sehr viel, was du über die Vergangenheit, was du über die "Geschichte" weißt! Versteh' mich nicht falsch: ich stelle das fest, aber ich will dich deswegen nicht negativ kritisieren, denn du bist Schüler und das Opfer einer sehr eingeschränkten Auswahl historischer Unterrichtsinhalte durch die Bildungspolitik.

Ich zitiere mal eine Weisheit des Herrn Goethe:

"Wer nicht von dreitausend Jahren
sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib' im Dunkeln, unerfahren,
mag' von Tag zu Tage leben.
"

Zudem bin ich begeistert von Lenins und Marx Theorien.

Das ist vollkommen in Ordnung - obwohl ich die "Begeisterung" für Herrn Lenin nicht recht verstehen kann. Marx war ein gutmeinender Idealist, und wenn viele Menschen das, was der sog. "real existierende Sozialismus" an Untaten und Verabscheuungswürdigem in die Weltgeschichte gesetzt hat, mit Marx in Verbindung bringen, so geschieht diesem klugen Denker bitteres Unrecht. In Wahrheit hat das nämlich in erster Linie mit Lenin zu tun - und der war nicht minder ein gewissenloser, grausamer und über Leichen gehender Verbrecher wie sein Nachfolger Stalin, er hatte nur viel weniger Zeit als dieser.

Doch was bringt dieses Fach eigentlich?

Diese Frage kann man selbstverständlich an alle menschlichen Wissensgebiete richten. Ganz entscheidend dabei ist, was denn "bringt" bedeuten soll: Wissen und Erkenntnis, Geld, gesellschaftliches Ansehen, politischen Einfluss, einen Eintrag ins Guinessbuch oder bei Wikipedia zum Beispiel? Nun, das ist eine persönliche Geschmacksfrage, die - leider - von den meisten Menschen mehr bis ausschließlich unter materiellen Aspekten beantwortet wird. Hier wurde - Gott sei Dank! - auf die Eingangsfrage die "Allgemeinbildung" erwähnt, und das geht vornehmlich in die richtige Richtung, weil den Menschen als Persönlichkeit in erster Linie seine Bildung und sein Charakter, aber nicht sein materielles Einkommen ausmachen! Unsere Gesellschaft - und das kann man z. B. aus der Geschichte lernen - wurde das, was sie heute ist, nicht zuletzt deswegen, weil immer mehr Menschen Zugang zur Bildung erhielten, diese Möglichkeiten nutzten und an der positiven Entwicklung der Geschichte in allen Bereichen mitarbeiten konnten und wollten. Leider gerät diese Erkenntnis zugunsten des rein Materiellen zunehmend aus dem Blickfeld. Und damit komme ich zum letzten Punkt:

Was hat man im spaeteren Leben davon wenn man gut in Geschichte war/ist?

Wenn man sich nach der Schule nicht mehr mit Geschichte beschäftigt, dann "hat man im spaeteren Leben" nichts mehr von ihr. Wenn du dich aber wirklich für Geschichte, nicht nur für gute Schulnoten interessierst, dann hast du die Chance, die Beschäftigung mit Geschichte und Politik zu deinem Beruf zu machen. Wenn das nicht gelingt, dann besteht immerhin die Möglichkeit, die Beschäftigung mit der Vergangenheit zu deinem Hobby zu machen, zu lesen, lebenslänglich zu lernen, sogar zu publizieren, wenn du wissenschaftliche Fähigkeiten entwickelst. Zum einen erweiterst du ständig dein Wissen, deine sprachlichen und andere Fähigkeiten wie z. B. deine Urteilsfähigkeit, was sich auch für viele andere Berufe gebrauchen lässt, zum anderen "bringt" dir das - viel Spaß, Freude, innere Befriedigung, Anerkennung von Interessierten ... Ist das nichts?  :-)

MfG

Arnold

Antwort
von StevenArmstrong, 79

Hallo,

es dient der Allgemeinbildung. Außerdem kann man es als Ausgleich nehmen, falls man darin gut ist und in anderen Fächern eher schlecht.

Dazu kommt, dass man die Politik und die Hanldungen der Politiker eher versteht, wenn man die historsichen Ursachen kennt.

MfG

Steven Armstrong

Kommentar von paulklaus ,

Sorry, aber das ist für mich ne floskel-, phrasenhafte Larifari-Antwort...

'tschuldigung !

pk

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 49

Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will.

Heinrich Heine

(Werke: Französische Zustände. Heine: Werke, S. 3629 (vgl. Heine-WuB Bd. 4, S. 448))

Wer die Geschichte nicht kennt, versteht die heutige Welt nicht, versteht nicht wohin sie sich entwickelt und ist u. U. verdammt, die Geschichte zu wiederholen.

Außerdem muss so ein Unwissender glauben, was man ihm sagt und wird deshalb kaum in der Lage sein, eine eigene Meinung und einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Marx und der historische Materialismus liefert dafür ein gutes Instrument.

Kommentar von PeVau ,

Hier findest du eine sehr gute Antwort vom User Albrecht.

https://www.gutefrage.net/frage/welche-vorteile-hat-man-wenn-man-sich-im-fach-ge...

Antwort
von liisaa123, 75

Du kannst vielleicht ein Geschichtslehrer oder Wissenschaftler werden, wenn du dich in deinem Beruf damit befassen willst. Allgemein soll Geschichtsunterricht denk ich für Politiker gut sein, damit sie wissen was schonmal passiert ist (z.b. Krieg, Krisen) und wie man das verhindern kann. Meine Lehrerin hat auch einmal gesagt "ein bisschen Bildung ziert jeden Menschen".
Also ich persönlich kann mit Geschichte nicht sehr viel anfangen, aber es gibt sicher noch sehr viele andere Berufsmöglichkeiten die ich nicht kenne. Frag doch einfach mal deinen Geschichtslehrer :)

Kommentar von krizzyyy ,

* Historiker

Kommentar von paulklaus ,

Der Fragende fragt KEINESWEGS explizit nach Berufsmöglichkeiten, sofern man Interesse an Geschichte hat...

pk

Antwort
von TechnikSpezi, 77

Du sollst nicht so enden, wie die Leute hier:

Warum genau wir das Fach Geschichte nun wirklich haben und brauchen, kann ich dir so genau auch nicht begründen. Es ist auf jeden Fall nicht unwichtig, die Geschichte mit Hitler, die Entstehung der Staaten etc. zu kennen. Das ist auf jeden Fall ein Grund und sicherlich der "Hauptgrund", wieso wir das Fach Geschichte haben.

Auch wenn das nicht immer wichtig ist, was vor xxxx Jahren mal passiert ist, kann das mal wichtig werden. Vielleicht kennst du das aus dem Erdkunde / Geographie Unterricht, dass man dabei viele Dinge kombinieren muss.

Warum dies und das genau daher kommt und dort angebaut wird, kann oft mit der Geschichte zu tun haben. Dazu kann man das ganze dementsprechend auch nutzen.

Für mich ist Geschichte ein Fach, welches vorallem existiert, um unser Allgemeinwissen nicht so zu lassen, wie bei einigen Personen im oben verlinkten Video! ;)

_______________________________________________________

Liebe Grüße

TechnikSpezi

Kommentar von Wippich ,

Der Reporter hat es aber auch nicht weit gebracht.

Kommentar von TechnikSpezi ,

Das will ich jetzt mal nicht kommentieren. Ganz unrecht hast du da nicht unbedingt ;D

Aber definitiv hat er es weiter geschafft als die Befragten. Vor allem im Video um die US-Wahl. Das ist einfach nur... Traurig, Fremdscham... Alles... Einfach schlimm! ;)

Antwort
von Dummie42, 53

Das passt in die heutige Diskussion über den Nutzen von Geisteswissenschaften überhaupt. In einer Welt, in der alles nur nach seinem wirtschaftlichen Wert für das Bruttoinlandsprodukt bemessen wird, stehen diese sehr unter Rechtfertigungsdruck.

Ingenieure jeder Couleur werden hochgelobt, über Historiker etc. wird noch milde gelächelt, wenn es gut läuft.

Gesellschaftliche, geschichtliche, politische und religiöse Zusammenhänge zu erkennen, halte ich für immens wichtig.

Ich sage es mal so. Es ist sicher kein Zufall, dass sich unter Terroristen prozentual erschreckend viele Ingenieure, aber kaum Geisteswissenschaftler finden.


Kommentar von ArnoldBentheim ,

D'accord!  :-)

Antwort
von stonedog, 32

Ohne Geschichtskenntnisse verstehst du die Welt nicht richtig und bist immer auf das angewiesen, was dir andere vorgeben. Das heißt auch, dass du die Zukunft nicht verantwortlich gestalten kannst.

Darüber hinaus ist Geschichte ungemein spannend und interessant. 

Antwort
von kayo1548, 51

"
ich kann die Geschichte ab Kolonialismus bis zur Fluechtlingskrise quasi auswendig!

"

naja, das wag ich doch zu bezweifeln ;)

Man kann über ein Jahrzehnt mehr Wissen ansammeln als es irgendeinem Menschen möglich wäre.

Nicht umsonst spezialieren sich viele dann oft einen kleinen Zeitbereich und dort dann wieder auf ein bestimmtes Gebiet (und selbstretend auf einen gewissen geographischen Bereich)

Du hast vielleicht einen groben Überblick (was natürlich sehr wichtig und hilfreich ist).

Ein gewisses historisches Verständnis halte ich für sehr wichtig, da die Geschichte das ist, was uns geformt hat.

Auch kann die Art und Weise wie man dort recherchiert (auch wenn das in der Schule leider kaum wirklich gemacht wird) überall hilfreich sein.

Auch kann Geschichte differenziertes Denken fördern, da man zwangsläufig mit der akturellen Situation vergleicht und diese von einem eventuell absoluten Posten herunternehmen muss.

Ob es einem beruflich direkt etwas bringt hängt natürlich stark vom Beruf ab; aber können Dinge nicht auch hilfreich sein wenn man sie nicht direkt benötigt? Und offenbar macht es dir ja auch Spaß, das ist ja auch schon etwas schönes oder?

Kommentar von paulklaus ,

EBEN !! Allein Interesse oder gar Spaß an Geschichte zu haben, ist doch bereits unglaublich bereichernd !

Ich interessiere mich, seit ich 12 Jahre alt war (60 Jahre her : - ((( ), für Geschichte / Archäologie weltweit. Nie ist es mir gelungen, mich auf bestimmte Bereiche zu beschränken - wahrscheinlich WILL ich's gar nicht. Ich sauge quasi alles auf. Beruflich habe / hatte ich nie etwas mit Geschichte zu tun (allenfalls Literatur-Geschichte)...

pk 

Kommentar von kayo1548 ,

"
Nie ist es mir gelungen, mich auf bestimmte Bereiche zu beschränken
"

geht mir in der Freizeit auch so: dafür ist einfach alles viel zu interessant und ich brauche da auch die Abwechslung; beruflich geht das (leider) meist nicht in dem Umfang.

Leider hat der Tag nicht genug Stunden um mich mit allem zu beschäftigen was mich interessiert :=)

Aber vielleicht ist das ja auch das schöne: wenn es nichts mehr zu entdecken und lernen gäbe wäre es ja auch langweilig.

Antwort
von ArjunasPfeil, 14

Zum Beispiel, dass du es erkennst wenn du in einer N24-Doku angelogen wirst.

Kommentar von StevenArmstrong ,

@ArjunasPfeil

Wann wurde man in einer N24 Doku angelogen?

Kommentar von ArjunasPfeil ,

Vorgestern, und das in jeder Doku, die ich zufällig gesehen habe. Ich schaue keine Fernsehen normalerweise. Keine Zeit und offenbar auch wenig Sinn, denn das was ich da gesehen habe ist unterste Schublade.

Kommentar von StevenArmstrong ,

@ArjunasPfeil

Um was ging es in dieser Doku von Freitag (also "vorgestern")?

Kommentar von ArjunasPfeil ,

http://www.spiegel.de/sptv/spiegeltv/doku-reihe-despoten-josef-stalin-der-staehl...

Die Lügen fangen ab den ersten Satz an.

Ich habe mit Deutschland abgeschlossen nach dem Konsum des deutschen Fernsehens in der letzen Woche. 

Antwort
von archibaldesel, 59

Geschichte ist die Erfahrung der Menschheit. Aus Erfahrungen lernt man für die Zukunft.

Beruflich wird dir dein Interesse eher nichts bringen.

Kommentar von StevenArmstrong ,

@archibaldesel

"Beruflich wird dir dein Interesse eher nichts bringen."

Geschichtslehrer, Archivar, Politiker, Historiker,.....

Kommentar von archibaldesel ,

Sag ich ja, nichts Gescheites 🤓🤓🤓😂

Kommentar von PeVau ,

Mündiger Mensch wird man damit. Ich denke, das ist etwas Gescheites.

Antwort
von DerTheoretiker, 83

Unser Lehrer hat "früher" immer gesagt, man soll aus den Fehlern der Geschichte lernen... dazu ist es sinnvoll sie zu kennen ;)

Kommentar von Wippich ,

Ja,man soll macht aber niemand

Kommentar von DerTheoretiker ,

Stimmt auch wieder...

Kommentar von paulklaus ,

Richtig, Wippich ! Besonders die Deutschen machen's nicht, weil sie's nicht können oder wollen  ---> siehe genaue Wiederkehr der politischen Mentalität der 30er des 20. Jhdt. !

pk

Antwort
von krizzyyy, 43

Es ist Allgemeinbildung hauptsächlich außer du willst was gezielt mit Geschichte im späteren Leben machen sei es Geschichtslehrer/ Historiker, oder verschiedene Archivarbeiten

Antwort
von Dahika, 17

Wer keine Vergangenheit hat, hat auch keine Zukunft.

Kommentar von paulklaus ,

Floskel !! -  Es gibt Abermillionen Menschen, die extrem erfolgreich UND GLÜCKLICH  sind (u.a. in ihren Berufen) - ohne jegliche Geschichtskenntnisse !

pk

Antwort
von kluserf, 44

Ich denke es ist sehr wichtig dass einigermassen Klarheit über die wichtigen Ereignisse der Vergangenheit herrscht damit in der Zukunft verheerende Fehlentscheidungen nicht wieder getroffen werden.

Kommentar von paulklaus ,

Klingt gut bis erhaben, wird aber NIE der Fall sein !

Geschichte ist DIE EWIGE WIEDERKEHR DES GLEICHEN !!

pk

Antwort
von paulklaus, 22

Ääääh - Kolonialismus ?! Entweder Ausrottung nord-, mittel- und südamerikanischer Kulturen oder Kolonialismus des 19. / 20 Jhdt... - bis zur derzeitigen Flüchtlingskrise (Übrigens: Flüchtlingskrisen durchziehen die gesamte Menschheitsgeschichte.)

Kurz: Schön, dass du dich für Geschichte interessierst, aber die geschiderten Ereignisse / Epochen sind weniger als ein Wimpernschlag der Weltgeschichte...

Zur Frage: "Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird Gegenwart und Zukunft nie verstehen !" (Verfasser unbekannt).

pk

PS: Geschichte war in der Schule auch mein Lieblingsfach und ist es jetzt novh, ein halbes Jhdt. später...

Kommentar von StevenArmstrong ,

@paulklaus

"Ääääh - Kolonialismus ?! Entweder Ausrottung nord-, mittel- und
südamerikanischer Kulturen oder Kolonialismus des 19. / 20 Jhdt..."

Der Kolonialismusgab schon viel früher, nicht erst im 19. Jhdt.

Kommentar von paulklaus ,

GENAU DAS, lieber Steven, habe ich in meinem Kommentar betonen wollen ! Es ist von Vorteil, lesen zu können.

Der Fragende unterscheidet nämlich nicht (!!) zwischen dem Kolonialismus des 19. Jhdt. und dem des viel, viel früheren, wofür ich ein Bespiel gab..

Ach, Steven, "es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden !" (Mephisto in "Faust I").

Schau dir mein Profil an: Maya, Azteken, Inka.........

pk

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