Ich habe heute eine Studie gehört, dass ein Hamburger genauso schädlich sein soll wie eine Zigarette. Vor ein paar Wochen habe ich aber gehört, dass Hamburger sogar Vitamine enthalten sollen und gar nicht so schlecht wie ihr ruf sind. Warum widerlegen die immer ihre Studien bzw werden widerlegt? Die kann man doch nicht mehr ernst nehmen.

Studien werden häufig zu bestimmten Zwecken gemacht, das heißt sie sollen etwas beweisen. Man sollte sehr genau schauen, wer dahinter steckt. Man sollte die Studie prüfen, ob sie mit der Methode auch das nachweist, was sie beweisen soll. Und ob Studien gleich Studien sind, das heißt wissenschaftlich und richtig, ist für Ottonormalverbraucher nicht einfach erkennbar
Das ist so eine Sache mit den Studien - es kommt halt immer darauf an, wer sie in Auftrag gegeben hat.
Am Besten läßt man sich überhaupt nicht davon beeinflußen.

Der Mensch ist nunmal nicht perfekt, er macht manchmal Fehler, so wie seine Studien. Wie wäre es denn, wenn man Studien einfach akzeptieren würde? (Die Erde ist eine Scheibe, wäre dann der Weltraumflug oder in achtzig Tagen "um" die Welt jemals möglich gewesen?) Das mit den Hamburgern, nun ja, sicher gehen kann man nie, sogar nicht wenn man sich selbst ein Bild davon macht (nicht mit der Digitalkamera). Ein Hamburger ist natürlich immer dann ungesund, wenn man Studien durchführt, wo Leute sich einen Monat nur von Fastfood ernähren. Wenn jemand jedoch kurz vor der Magersucht steht und nichts essen möchte aber Burger liebt, dann sind sie für ihn natürlich gesund. Über Studien kann man oft ewig diskutieren.

Studien werden nicht um ihrer selbst willen erstellt, sondern im Namen ihres Auftraggebers, ist doch klar. "Unabhängige" Studien gibt es fast gar nicht mehr, denn es kostet einiges an Geld, und keiner gibt das ohne nicht eine Absicht damit zu verbinden.
Deshalb gibts auch Studien der Mobilfunkindustrie, die belegen sollen, dass die ganze Strahlung ach so harmlos ist.
Wes Brot ich ess des Lied ich sing, ganz klar.
Geht mit den Klimastudien genauso.
Und zu deinen genannten Beispielen: Natürlich hat ein Hamburger Vitamine, die sind in fast jedem Lebensmittel drin. Nur sind die dort möglicherweise in kleinsten Mengen drin, während das viele Fett eben schädlich ist.
Grundsätzlich ist es natürlich Schwachsinn, Lebensmittel mit Zigaretten zu vergleichen. Aber wenns Geld dafür gibt macht man halt über alles Studien....

Eine intensive Langzeitstudie belegte nun, was in der Bevölkerung schon lange als nie bewiesene Annahme bekannt war: die meisten Menschen sterben hierzulande in einem Bett.
Doch obwohl dies den meisten Menschen schon lange bewusst ist, konnte bisher in keiner Studie ein Trend nachgewiesen werden, der belegen könnte, dass die lebensgefährdende Angewohnheit, ein Bett zu benutzen, auch nur in Ansätzen aufgegeben würde.
Experten raten daher dazu, dass Krankenkassen einen Risikozuschlag für Bettbenutzer einführen sollten, denn der volkswirtschaftliche Schaden durch die Benutzung eines Bettes kann bisher nicht mal annähernd beziffert werden, müsste aber nach Expertenmeinungen im mehrstelligen Milliardenbereich liegen!
Ein Blick zu unseren Nachbarn zeigt, dass die Franzosen hier schon ein ganzes Stück weiter sind. So wird hier das Ergebnis einer zwischenmenschlichen Aktion, die zu weit über 90% in einem Bett durchgeführt wird, allgemein als "le petit Morte", als "der kleine Tod" bezeichnet. Daher ist in Frankreich das Bewusstsein darüber, welche Gefahren in einem Bett drohen, wesentlich höher ausgeprägt als hierzulande.
Der Verband der deutschen Couchindustrie konnte in einer bisher leider kaum beachteten unabhängigen Studie eindrucksvoll nachweisen, dass die Mortalitätsrate von Couchbenutzern nur einen verschwindend geringen Bruchteil ausmacht gegenüber der von Bettbenutzern. "Das Ergebnis dieser Studie hat uns eindrucksvoll gezeigt, welche enorme gesamtgesellschaftliche Verantwortung unser Verband und seiner angeschlossenen Couchhersteller trägt. Wir werden in Zukunft alles menschenmögliche tun, um über die Risiken der Bettbenutzung weiter aufzuklären und über verstärkten Absatz unserer Produkte unseren Beitrag zum Erhalt der Volksgesundheit beizutragen!" so der Sprecher des Verbandes, Mehrcent Dollarmann.
solf1 am 13. April 2007 02:02 Gei l ! ( sagt ja fast jeder heute )

Von wem wurde denn diese "Studie" erstellt - und (viel wichtiger) wer hat sie veröffentlicht?
Häufig geht auf dem Weg vom Wissenschaftler (so er denn einer ist) über den Journalisten zum Verbraucher eine Menge verloren und dafür kommt eine andere Menge (meistens hanebüchener Unfug) hinzu. Deswegen habe ich manchmal so meine Nöte mit Journalisten.
Der hemdsärmelige Umgang mit Statistik - siehe das herrliche beispiel von loopwithme - führt im Allgemeinen zum Aberglauben. Woran liegt das? Wir Menschen wollen immer eine Kausalität sehen, auch da, wo keine ist. Es gibt drei Arten von Zusammenhängen: a) die Koinzidenz hier treten zwei Ereignisse zeitgleich aber unabhängig voneinander auf. Ist Euch das auch schon mal passiert - ihr schaltet das Licht aus und zufällig knallt draußen ein Auspuff. Wir erschrecken uns viel mehr als bei einem normalen Auspuffknall ("Was hab' ich getan?") weil unser Gehirn automatisch eine Kausalität herstellt. b) die Korrelation. Hier sind zwei Ereignisse statistisch aneinander gekoppelt. Also wenn das eine Ereignis doppelt so oft vorkommt, tut es das andere auch (siehe Bett...). Beispiel du haust mit der Faust auf den Tisch. Ein Außenstehender hört den Bumms und sieht dass das Wasser in einem Glas auf dem Tisch Wellen schlägt. Wenn Du doppelt so schnell auf den Tisch trommelst wird die Frequenz der Bummse genau so zunehmen wie die die Wellenerzeugung im Glas. Aber der Schall ist nicht die Ursache der Wellen und die Wellen sind nicht die Ursache des Schalls - wieder kein ursächlicher Zusammenhang. c) die Kausalität. Hier ist ein Ereignis die Ursache des anderen. Ich haue auf den Tisch und ein Geräusch entsteht.
Wenn wir jetzt eine Koinzidenz oder eine Korrelation wahrnehmen und daraus eine Kausalität machen, haben wir den typischen Aberglauben. "Immer wenn eine Schere 'runterfällt und mit der Spitze stecken bleibt, gibt es Streit." Wird auch wahrscheinlich so sein - aber die Wirkung-Ursache-Kette kommt woanders her, wie bei dem Tisch und dem Wasserglas.
Das kriegen die meisten Menschen nicht gebacken und glauben daher allen möglichen Kram ohne zu hinterfragen. Insbesondere wenn dieser Kram in Ihren eigenen passt. Eine Korrelation wird zum Beweis: "siehste, hab' ich doch gesagt - es gibt Streit.
Ich denke, dass im Fall der "Studie" eine Mischung aus 1. und 2. vorliegt.
Aber andererseits ist es doch schön, dass wir uns durch immer neue Studien einer möglichen Wahrheit gaaanz langsam nähern - oder?
Shag d'Albran
Damit "Experten", die keine Verantwortung für ihre Aussagen tragen müssen, leichtes Geld verdienen können!

Versuche mal selbst folgenden Test:
Versuche eine Frage RICHTIG zu beantworten.
(Wenn du wirklich genau arbeitest wirst du draufkommen, es geht nicht. Außer Fragen wie, 'Steht der Stuhl links oder rechts neben dem Tisch', kannst du nichts SICHER beantworten.)
Wenn Du den Hamburger rauchst, ist er mit Sicherheit auch so schädlich, da nutzen dann auch die Vitamine im Salatblatt nix mehr... Ansonsten ist natürlich bei Studien und Rückschlüssen daraus Vorsicht geboten. Ein Rückschluß aus diesen beiden Studien (Zigarette = Hamburger, Hamburger = gesund) könnte ja sein, daß Zigaretten gesund sind und Vitamine haben... Sind vielleicht beide Studien in Zusammenarbeit mit McDonalds und PhillipMorris entstanden? Aber wie heißt es so schön? "Trau keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast"