Frage von Kumyk, 74

Was bringen Religionen einem außer Krieg und Hetzerei?

Wieso tun so viele auf Religiös aber setzen sich damit kein bisschen außereinander?

Antwort
von Rosenblad, 8

Religionen können in ihrer institutionellen Formung (zu unterscheiden vom psychischen Aspekt der Religiosität) Sinnformen, Orientierungswege, (vermittelt über z.B. "göttliche" Normen), Bewältigungsfunktionen, soziale Gemeinschaftsformen und v.a. ein Stabilisatoren (Halt, Sicherheit, Vertrauensangebote, Bindungen, Werte) in einer "Lebenswelt" generieren, die der Menschen bis heute in spezifischen Situationen als Bedrohung erfährt und erlebt (z.B. Tod, Krankheiten, Kriege, Naturkatastrophen), ihn situativ oftmals zu überfordern scheint und ihm möglicherweise auch Antworten auf Fragen geben kann, die mit wissenschaftlichen Erkenntnisbeständen nicht zu beantworten sind - woher stammt der Mensch, warum ist er hier, wohin geht der Mensch. Als psychischen Zugang allerdings benötigt der Mensch dann einen Überschreitungsakt im Glaubensmodell das aber nur auf dem Wege subjektiver Erfassung und Einfassung konstruiert werden kann.

Antwort
von Dxmklvw, 10

Religionen haben die Besonderheit, daß sie neben vielen nützlichen Dingen auch eine große Anzahl unsinniger bzw. unlogischer Aussagen enthalten, die von den Anhängern der jeweiligen Religion geglaubt werden.

Man kann sich das Gehirn auch in der Weise computerähnlich vorstellen, daß soche Irrglaubensanteile wie kleine Universalroutinen innerhalb des Betriebssystems wirken, die von allen möglichen Alltagsprogrammen aufgerufen werden können und dann jedes mal ein falschen Ergebnis zurück liefern.

Genau dieser Umstand ist aber der Politik in höchstem Maße willkommen. Je mehr Menschen Fehler machen, desto wichtiger kann sich in der Folge die Politik machen, um solchen "Fehlern" durch Gesetze zu begegenen, und das spült dann über Umwege wieder jede Menge Geld in die Kassen auch solcher, bei denen es gar nicht ankommen sollte.

Man muß sich nur einmal intensiver in der Welt umschauen. Überall, wo aus religiösen oder angeblich religiösen Gründen Hetzerei und Krieg stattfindet, da gibt es auch eine irgendwo anders aufhältliche Garnision Finanzhaie, die über die Umwege der Politik ihr dickes Geschäft damit machen.

Doch Religiionen enthalten auch positive Dinge, die geeignet sind, einen friedlichern Umgang der Menschen untereinander zu bewirken. Bedauerlich ist aber, daß auch dieser Effekt von anderen über Umwege schamlos dazu mißbraucht wird, noch mehr Kasse zu machen.

Es sind also (überwiegend) nicht die Religionen selbst das Übel, sondern das sind diejenigen, die skrupellos die Schwächen anderer und auch die von religiösen Menschen schamlos mißbrauchen.

Lediglich ein Punkt spricht meiner Ansicht nach extrem gegen Religionen:

Gläubige werden über Urängste, wie sie in jedem Menschen vorhanden sind, dazu verleitet, auch Unsinniges zu glauben und dann auch noch zu fest glauben, daß sie verloren sind, wenn sie ihren Glauben aufgeben.

Ich nenne so etwas geistige Vergewaltigung und geistige Versklavung.

Weitere bekannt gewordene Dinge wie z. B. sexueller Mißbrauch, Geldwäsche oder Geldanlagen auch in Waffengeschäfte usw. halte ich nicht für religionsrelevant, weil sie ebenso auch in anderen Bereichen stattfinden. Wo sich Gelegenheiten bieten, da finden sich auch Menschen ein, die diese Gelegenheiten nutzen. Gäbe es die Religionen nicht, dann würden sich dieselben Täter eben in anderen Bereichen einnisten.

Antwort
von Minilexikon, 2

Du sprichst damit mehrere Fragen an, die sich verschiedene Menschen bereits in der Vergangenheit gestellt haben. Die Vor- und Nachteile von Religion hat Enzylexikon in seiner Antwort bereits erläutert.

Was ist der Unterschied zwischen Religion und Glaube/Ethik?

Der Dalai Lama, welcher selbst Buddhist ist, glaubt daran, dass es neben der Religion noch die sekuläre Ethik gibt. Darunter fasst er grundsätzliche Moralvorstellungen zusammen, die wir unter anderem in den Zehn Geboten oder im Grundgesetz finden. Es geht hierbei um moralische Vorstellungen für ein freies und friedliches Zusammenleben.

Er glaubt daran, dass genau das mit sekulärer Ethik erreichbar wäre, also Kriege und Machtkämpfe fortan der Vergangenheit angehören würden. Deshalb ist er der Auffassung, dass sekuläre Ethik wichtiger ist, als Religion, da sie alle Menschen einen würde, während es mehrere Religionen gibt, denen man sich zugehörig fühlen und mit denen man sich abgrenzen kann.

Diese Moralvorstellungen beschreibt er als natürlich, da er den Standpunkt des Glaubens an das Gute im Menschen vertritt. Somit meint er, dass die Welt ohne Religionen aber einer sekulären Ethik besser dran sein könnte.

Was ist Religion?

Ein Definitionsansatz sieht folgendermaßen aus:

  • Religion ist quasi der Kern der Religion, also oft ein heiliges Buch, Glaubensgrundsätze und allgemeine Rituale
  • Religism ist quasi die Abgrenzung von anderen und Individualisierung der eigenen Religion. Je stärker diese Komponente in der Persönlichkeit ausgeprägt ist, desto wichtiger ist ihm seine eigene und desto mehr sieht er andere als falsch an. In monotheistischen Religionen ("Du sollst keinen anderen Gott haben neben mir") wird nicht selten aus Unterschieden Feindschaft.
  • Religiosity ist die persönliche Komponente, die eigene Spiritualität, also das, woran man glaubt (was kein Gott sein muss, also zum Beispiel "Das Gute im Menschen", "Glück", "Dass nur der Strebsame Erfolg haben kann", "Das Gesetz des Stärkeren", etc.). Danach könnte man sagen, wer an überhaupt nichts glaubt, hat keinen Lebenswillen mehr.

Sind Religion und Wissenschaft (Fortschritt/Zukunft) miteinander vereinbar?

Diese Frage stellte sich auch unter anderem der Theologe Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert. Es war eine innere Zerrissenheit, die ihn, sowohl Mann der konservativen Kirche als auch in seiner Eigenschaft als Wissenschaftler und Philosoph eher progressiv, zu dieser Frage trieb.

Er kam zu dem Schluss, dass das eine das andere nicht ausschließe. Nach seiner Auffassung sei es möglich, Religion erst mit Wissenschaft zu erklären.

Fazit:

  • Die Kreuzzüge entstanden genauso wenig durch Religion wie die Amerikaner dem Nahen Osten ausschließlich helfen wollen. Das was heute Öl ist, war damals wie heute Machhunger sowie solcher nach Geld und Ländereien.
  • Der IS ist eine fanatische Ideologie. Selbst Muslime sprechen ihm ab, Teil des Islams zu sein, auch wenn er selbst sich dafür hält.
  • Glaube ist sowohl eigenständig als auch in Verbindung mit Religion eine Teilmenge derselben. Glaube definiert jeder sich selbst, Religion ist ein gemeinsamer Nenner, auf den eine Gemeinschaft sich einigt dem sie sich verpflichtet.
  • Es gibt zahlreiche Religionen auf der Welt und alle unterscheiden sich. Das führt zum einen zu Abgrenzung und "Ich bin/Wir sind besser und du/ihr schlechter"-Glauben, wie der Dalai Lama es beschreibt und was auch der Begriff Religism in starker Ausprägung widerspiegelt. Aber gerade weil sie so verschieden sind, lassen sie sich auch nicht über einen Kamm scheren und somit deine Frage nicht eindeutig beantworten

Ich hoffe, ich konnte dir statt einer Antwort Denkansätze liefern, die dir bei der Bildung einer eigenen Meinung helfen.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 10

Menschen haben verschiedene Bedürfnisse. Dazu gehören beispielsweise körperliche Grundbedürfnisse wie Nahrung und Schlaf und soziale Bedürfnisse wie Sicherheit und Anerkennung durch die Gemeinschaft.

Die meisten Bedürfnisse lassen sich durch materielle Dinge ändern - ein Stück Brot gegen den Hunger, eine Matratze zum schlafen und ein Dach über dem Kopf. Dadurch sind diese Bedürfnisse mehr oder weniger erfüllt

Der Mensch hat aber beispielsweise auch das Bedürfnis nach Trost, etwa in einer emotionalen Ausnahmesituation, einer Lebenskrise. Das kann eine medizinische Diagnose, der Verlust des Berufs, oder der Tod eines Angehörigen sein.

Hier setzt die Religion an und spendet den Menschen Trost und Zuversicht. Sie gibt den Ereignissen einen Sinn und vermittelt das Gefühl von Gerechtigkeit.

  • "Auch wenn du dich jetzt einsam fühlst, ist Gott immer für dich da"
  • "Der Opa ist jetzt in einer besseren Welt, ohne Schmerzen"
  • "Im Gebet kannst du alles sagen, was du niemandem anvertrauen würdest"
  • "Eines Tages kommt das Endgericht und alle Sünder werden bestraft!"

Das sind Versprechungen und Behauptungen, die diesen Bedürfnissen entsprechen und deshalb von vielen Menschen begeistert aufgegriffen werden.

Natürlich wäre es sachlich richtiger zu sagen "Dein Opa ist jetzt sechs Fuß unter der Erde und verwest in einer Kiste, während er von Maden gefressen wird" - aber das ist emotional für viele eben nicht akzeptabel.

Auch die Vorstellung, dass ein grausamer Diktator viele Menschen brutal töten lässt und selbst in Frieden stirbt, ist zwar ein Fakt - aber das widerspricht dem Bedürfnis nach Gerechtigkeit.

Außerdem können Religionen die Bildung von Gemeinschaften fördern, ein Gefühl von Identität stiften und Werte vermitteln.

Die Erfahrung, mit Menschen aus der ganzen Welt die gleichen Rituale zu vollziehen, ist für viele Menschen ein wichtiges Erlebnis, was man dann zB bei großen Messen zu kirchlichen Feiertagen erleben kann.

Selbst wenn man aller Titel, Ränge und allen Besitzes beraubt wird - den Status als "gläubiger Christ", oder "Kind Gottes" kann dir niemand nehmen. Das ist ein Teil der persönlichen Identität, den man aber auch mit anderen Menschen teilt.

Das sind also Aspekte, die Religionen heute für viele Menschen noch weiterhin attraktiv machen.

Antwort
von Grautvornix16, 6

Sozial: Nix

Mental: Abbau von Stress wegen Sinnfragen ohne Antwort -

in Verbindung damit -

Ökonomisch: Für Viele Ersparnis von Zeit und Geld für den Gang zur Apotheke (Tranquilizer)

:-)

Antwort
von PWolff, 14

Was bringt Kommunismus außer GULAG und Annexionen?

Was bringt Wissenschaft außer Umweltverschmutzung und Superwaffen?

Was bringt Inthronisation der Vernunft außer der Schreckensherrschaft der Jakobiner?

Was bringt Marktwirtschaft außer ausbeuterischen Großkonzernen?

Was bringt Demokratie außer Präsidentschaftskandidaten wie Clinton und Trump und Minderheitenunterdrückung? (Und sag nicht, Minderheitenunterdrückung wäre undemokratisch - Minderheitenrechte im Verfassungsrang sind im eigentlichen Sinne anti-demokratisch)

Antwort
von anniegirl80, 21

Eigentlich stellst du zwei verschiedene Fragen - denn die Frage in der Überschrift hat nicht unbedingt etwas mit der im Text zu tun.

Wer auf Religiös "tut", wird nicht zwingend gewaltättig, sondern sucht einfach Möglichkeiten seine Spiritualität auszuleben. Dass man sich nicht weiter damit auseinandersetzt, liegt daran dass man oft nur das aus einer Religion nimmt was einem passt.

Mir persönlich bringt meine Religion (Christentum) Erlösung hier und jetzt und auch vor dem Tod, denn ich kann mich darauf verlassen dass es "danach" weitergeht. Ein Leben mit Jesus Christus gibt mir die Gewissheit auf positive Veränderung in meinem Leben, und somit sowas wie Hoffnung und Zuversicht. Es gibt mir Liebe für mich selber und für andere Menschen. Reicht dir das?

Kommentar von Kumyk ,

Ich akzeptiere deine Meinung aber für mich verstehe ich das nicht so ganz weißt du wie ich das meine glaube weil unsere ansichten anders sind.

Kommentar von anniegirl80 ,

Glaube ist immer etwas individuelles, weil es (im Idealfall) eine Beziehung zu Gott beinhaltet. Und Beziehungen sind individuell, man kann das Erlebte nicht auf andere Menschen übertragen.

Übrigens wäre es hilfreich wenn du Satzzeichen benutzt. Ich bin mir nämlich nicht sicher ob ich deinen Satz richtig verstanden habe ;-)

Antwort
von Mikejahn47, 17

Die möglichen folgen von Religion sind bekannt.
Vielmehr sollte die Frage lauten
"Warum glauben wir?

Der Mensch sucht antworten
Seit dem er in der Lage ist sich seiner selbst bewußt zu sein.
Der Mensch braucht antworten, wen er sie nicht bekommt ist das kontraproduktiv für fortschreitenden der Entwicklung
Als Katalysator bietet sich da der Glaube an, als Ventil, Anker, Leitfaden.
Der glaube war für die Entwicklung und den Zusammenhang der Gesellschaft
Unabdingbar und auch ein Schwert für die herrschende klasse.
Die Probleme begannen als durch
Technologischen Fortschritt die Mobilität immer größer würde
Und verschiedene Kulturen aufeinander trafen.

Antwort
von Suboptimierer, 31

Dem Atheisten bringen Religionen nichts.

Gläubige fühlen sich geliebt und geborgen und bekommen Hoffnung. Außerdem werden sie in einer Gemeinschaft aufgenommen.

Kommentar von Kumyk ,

Also ich glaube an eine höhere Macht, aber nicht 100% aber, ich würde niemals mein Leben von einem Buch bestimmen lassen, welsches Menschen geschrieben haben.

Kommentar von Suboptimierer ,

Du musst nichts glauben. Das ist alles freiwillig.

Kommentar von linksgewinde ,

nu red kein Blech. Das tust du vom Kindergarten an....

Kommentar von AndyG66 ,

Mir ist noch nie ein 100% Atheist begegnet. Atheisten zweifeln an ihrer Überzeugung genauso wie es andere tun. Auch Atheisten haben hin und wieder spirituelle Momente :-)

Antwort
von Herb3472, 28

Religionen sind ein guter Vorwand, um ein Volk zu unterdrücken, Macht auszuüben und seine niederen Instinkte und seine Habgier auszuleben.

Antwort
von alexander329, 5

Religionen zeigen, dass nicht der Mensch über alles Macht hat und selbst entscheiden kann was gut oder böse, richtig und falsch ist, sondern das es Gott gibt, der alles leitet und einst Rechenschaft über unser Handeln fordert.

Außerdem gibt Gott dem Leben Sinn und die Hoffung, dass nach dem irdischen Leben das ewige Leben beginnt.

Antwort
von AndyG66, 27

Der Mensch hat Urtriebe und Instinkte. Einer davon ist der Hunger nach spiritueller Wahrheit. Nach dem Sinn des Seins. Nach der absoluten Wahrheit.

Religionen geben einem das falsche Gefühl satt zu sein. Man muss sich der unbequemen Suche nicht mehr selber stellen. Alles ist schon beantwortet und geregelt.

Kommentar von Kumyk ,

Was völliger quatsch ist man muss Leben wie man es für richtig hält wenn man keine Familie will ist das so

Kommentar von AndyG66 ,

@Kumyk :  Ich bin mir nicht sicher ob ich dich richtig verstehe. Aber ich bin natürlich völlig deiner Meinung dass jeder so leben soll wie er es für richtig hält. Insofern er niemand anderem Schaden zufügt.

Antwort
von Lazybear, 6

Ohh man diese frage taucht immer wieder leicht abgeändert auf, mag leute nicht die immer auf suchfunktionen verweisen muss es aber selber mal machen! Lg

Antwort
von MonsterHD, 24

Glaube an etwas und die damit verbundene Hoffnung !

Antwort
von Giustolisi, 5

Außer Krieg und Hetzerei bringen Religionen noch eine Behinderung des Fortschritts, Diskriminierung und Wahnvorstellungen.

Antwort
von nowka20, 1

religionen geben ihren gläubigen lebenskraft

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