silvia140359 am 08.09.2009 um 15:36 Uhr
bin jetzt Ü50 und soll am Montag eine zweite Maßnahme der Arge antreten.Die erste war "Einführung ins Kaufmännische" und nun "Deutsch in Wort und Schrift". Was soll das........ habe 33 Jahre Vollzeit gearbeitet als Groß- und Außenhandelskauffrau, kaufmännische Kenntnisse sind mit 100%iger Sicherheit vorhanden. Ich beherrsche 2 Sprachen in Wort und Schrift perfekt und welch ein Zufall sogar Deutsch. Gibt es wirklich keine jüngeren Mitmenschen, denen man solche Maßnahmen anraten könnte . So langsam komme ich mit ziemlich verarscht vor !

Einem praxisorientierten Menschen bringt das rein gar nichts - es ist oft das verzweifelte Mittel der ARGE, auch für ältere Arbeitslose zumindest irgendetwas zu tun....
Da bleibt einem nichts anderes übrig, als da hinzugehen und sich nicht zusehr zu ärgern. UND - man sollte oft auch widersprechen, wenn die etwas falsches den Leuten beibringen - kommt leider auch sehr oft vor.

Ich denke mal, dass ist eine Beschäftigungstherapie von denen, um die Statistik zu schönen.
Gerd2 am 8. September 2009 15:39 speziell vor den Wahlen um die Arbeislosenzahl zu schönigen. Ist noch zuviel Geld in den Kassen der Ehrbaren.

sie bringen nichts. du bist aber aus der statistk raus

Die bringen einen Arbeitslosen weniger in der Statistik :-))
Da hast Du Recht, bei dieser Ausbildung käm ich mir auch so vor. Es ist nur so, dass man eigentlich keine Wahl hat und die "Maßnahmen" besuchen muss, auch wenn´s nix bringt.

Du siehst das falsch :) Die Arge will ihre Statistik beschönigen und jeder, der in einer Maßnahme steckt, fällt wo anders grade wieder raus. Das gleiche geschieht mit den 1€ Jobbern. Alles nur schöner Schein. Wenn du wirklich etwas suchst und dich die Arbeit mit anderen Menschen interessiert, lass dich zum Alltagsbetreuer ausbilden. Ein angenehmer Job, ein sozialer Job und vor allem ein bezahlter Job.
Die Maßnahmen bringen das Folgende:
Solange Du in einer Maßnahme bist, fällst Du in der Statistik nicht in die Rubrik arbeitslos. Das ist bei den meisten Maßnahmen leider auch der einzige Effekt.
silvia140359 am 8. September 2009 15:42 das ist mir schon klar, aber in der ersten Maßnahme waren keine Leute unter 40 und von denen haben etwa 80% einen kfm.Beruf gelernt.

Ja, diese Maßnahmen nenne ich ... ich lasse es lieber. Meine Tante wurde mit über 50 Jahren arbeitslos, hat in der Lederwarenverarbeitung gearbeitet und wurde dann ein halbes Jahr auf einen PC-Grundkurs geschickt und das war es dann. Auch sehr sinnvolle Maßnahme die viel Geld gekostet hat (den anderen Teilnehmer hat es auch nichts gebracht). Aber war da nicht einmal etwas mit "Arbeitslosenzahlen und wenn Leute irgendeine dieser Maßnahmen machen, dann zählen sie nicht als arbeitslos"? Bin mir da nicht ganz sicher, meine aber etwas in der Art zu erinnern.

Wie Arwen45 ganz richtig schreibt, wird damit lediglich die Statistik manipuliert. Die Teilnehmer solcher "Maßnahmen" werden nämlich nicht mehr als Arbeitslose mitgezählt...
naja. die deutsche sprache verändert sich doch.
rechtschreibung etc.
genauso, wie sich bewerbungsanschreiben ändern.
neue formen von briefen etc. richtige e-mails schreiben. und und und...
es gibt auch viele, die es nicht so gut beherrschen.
leider schaut die arge da nicht genau hin, wer was kann und beherrscht.
also muss jeder hin, den es trifft :x
Oh ja....Bewerbungsschreiben ändern sich. In "meiner" Maßnahme hatten wir 4 verschiedene Dozenten im Rahmen des Bewerbungstrainings...und jeder hat die Arbeit seines Vorgängers zerrissen,wie denn nun eine ordentliche Bewerbung auszusehen hat. Letztendlich machts jeder Teilnehmer eh,wie er denkt und pfeift auf irgendwelche Standards.

So bist Du aus der Statistik raus. Und man kann behaupten, man kümmere sich um die Arbeitslosen.
Wie meine Vorredner schon schrieben:Du fällst aus der Statistik raus. Eine fast identische Maßnahme mache ich übrigens auch gerade. Ich hab zwar ursprünglich keinen Bürojob gelernt,arbeite aber nebenher schon seit 3 Jahren in einer Firma und mache da den Bürokram. Meine Meinungen über die Themen da schwanken von "Erzählt mal was Neues!" bis hin zu "Wer braucht das und wen interessiert das eigentlich?". Was einem da beigebracht werden soll,ist höchstensfalls Grundlagenwissen im Bürobereich. An den eigentlichen Arbeiten,die in einem Büro anfallen,gehen diese Maßnahmen meilenweit vorbei.
Ach ja: Wenn du Interesse daran hast,die Maßnahme schnell und unkompliziert hinter dich zu bringen, solltest du es vermeiden,Kritik am Lehrplan loszulassen....Dozenten hassen das und knallen einem dann gerne mal Aufgaben rein,an denen man selbst mit jahrelanger Berufserfahrung scheitert,weils total artfremd ist. Damit wollen die Dozenten ihre Überlegenheit demonstrieren und dich scheitern sehen. War in meinem Fall auch so...inzwischen habe ich aber klargestellt,daß ich lieber wieder den langweiligen Standard-Kram weitermache und mich etliche Stunden am Tag langweile,als mich mit Themen rumzuschlagen,an denen selbst Studienabgänger verzweifeln würden oder für die andere Leute jahrelang lernen müssen. In meinem Fall sollte ich mich mit dem Bereich Buchhaltung/Bilanzen beschäftigen und das möglichst in den zur Verfügung stehenden 7 Wochen komplett lernen. In der Praxis braucht man für die Prüfung zum Bilanzbuchhalter eine kaufmännische Ausbildung+3 Jahre Berufserfahrung. Wie man das als Quereinsteiger in 7 Wochen intus haben soll,weiß ich nicht...habs nach 3 Tagen ad acta gelegt,weil ich nur noch Konten und Zahlen gesehen hab. Das ist für einen eher praktisch denkenden Menschen nicht so einfach.

Es ist ein Trauerspiel, wie auf diese Weise Geld verschwendet wird. Ich kenne auch solche Fälle. Dahinter steht nicht etwa eine Überlegung eines Arge-Mitarbeiters welche "Maßnahme" zu welchem Menschen passt sondern es läuft andersherum: Ein Maßnahmeträger bietet seine Dienstleistung an und dann meinen die Mitarbeiter bei der Behörde, sie müssten die Maßnahme "voll kriegen". Es werden dann einfach Serienbriefe ausgedruckt.
Ich würde dringend empfehlen dem Bescheid, der Aufforderung sich bei dem Maßnahmeträger zu "bewerben" bei der Arge zu widersprechen. In dem schriftlichen Widerspruch sollte man die Arge auffordern genau zu begründen, wieso die Mitarbeiter der Meinung sind, dass ausgerechnet diese Maßnahme die Eingliederungswahrscheinlichkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt erhöht. Diese Begründung muss gegeben werden.
Außerdem würde ich (natürlich mit vorher vereinbarten Termin) die Sachbearbeiterin auffordern die verschiedenen Maßnahmen, die im Angebot sind darzustellen bzw. auszudrucken. Schließlich weiß der Arbeitslose selber am besten wo der Schuh drückt und welche Defizite man evtl. noch bearbeiten muss um bessere Chancen bei Bewerbungen zu haben. Es ist allemal besser aus eigenen Antrieb die Bildung zu suchen, die man braucht.
Eine Behandlung als "Fall" oder als statistische Manövriermasse sollte man sich auf keinen Fall gefallen lassen.
frage deinen sachbearbeiter oder seinen teamleiter
silvia140359 am 8. September 2009 15:38 hab ich schon und bekam die Antwort: Ach, wir finden das schon sinnvoll für sie !
Klingt blöd,aber bei manchen Amtsmitarbeitern muss man genau das total ablehnen,was man gerne machen möchte. Denn viele davon sind derart Sanktionsgeil,daß sie einem dann gerade sowas aufs Auge drücken,weil sie hoffen,man nimmt nicht teil und kassiert so eine Sperre.