Frage von Ludoreev, 56

Was braucht man im Endeffekt genau?

Ich bin trans ftm. Ich möchte so bald wie möglich mit einer hormontherapie beginnen. Ich habe das Gutachten eines Psychologen. War allerdings auch mal bei test Gesprächen bei einem psychotherapeut. Dieser sagte dass man bei Transsexualität ja nichts therapieren kann, was eine Therapie so eigl sinnlos macht. Jetzt frag ich mich ob ich wirklich ein Jahr psychotherapie benötige oder ob ich mit dem Gutachten meines Psychologen zu einem Endokrinologen gehen kann.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Seanna, 35

Du musst trotzdem zur Psychotherapie.

Diese ist vorgeschrieben, und zwar nicht um etwas "wegzutherapieren", sondern um deine Gründe für die Angleichung zu eruieren und festzustellen, ob es sich tatsächlich um Transsexualität handelt oder nur eine Phase ist oder andere Gründe (bis hin zu "Mein Vater hätte viel lieber einen Jungen gehabt, ich hab mein ganzes Leben darunter gelitten") dahinter stecken.

Da man sich nicht jederzeit wieder angleichen lassen kann und das ja teuer ist und mit Risiken und viel Aufwand und Zeit verbunden ist, finde ich das auch sehr sinnvoll.

Es gibt spezielle Therapeuten, die sich mit Transsexualität auskennen (Listen im Netz), du wirst merken, dass die dir nix "auszureden" oder etwas "wegzutherapieren" versuchen.

Kommentar von Bodaway ,

ne Hormontherapie an sich ist erst mal relativ harmlos. das kapieren nur die leute, die die gesetze dafür machen einfach nicht... änder nichts daran, dass du leider recht hast und die therapie halt voraussetzung ist... weil alles was nicht entweder m oder w ist in deutschland als störung behandelt wird....

Kommentar von sangreazul ,

Eine Hormontherapie beeinflusst den gesamten Körper (Fettverteilung, Muskelaufbau, Stoffwechsel, Haarwuchs etc) und kann auch Organe beeinflussen (z.B. eine Schädigung der Leber bei einer Überdosierung), weswegen ich das nicht als "relativ harmlos" bezeichnen würde ;) Sicher, im Vergleich mit den Operationen erscheint das als eher geringer Eingriff in den Körper, der aber nicht zu unterschätzen ist.

Kommentar von Seanna ,

Abgesehen davon dass Hormone bei weitem nicht so harmlos sind, zielt die Therapie ja am Ende auf eine OP ab und diese ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch riskant. Von daher völlig korrekt, das vor den Hormonen zu prüfen. Falls negativ, ist ja auch die Hormontherapie hinfällig.

Antwort
von GentleMoe, 20

Google mal nach "standards Of care" - da kannst du alles nachlesen.

Antwort
von DUHMHAITTUHTWEE, 32

Die Sache ist , laut Psychiatrie ist Transsexualität eine Krankheit.Deshalb wundert es mich , wieso ein Psychologe das "erlaubt".
Ich finde das widerspricht sich.Naja "Medizin" widerspricht sich ja oft.

Naja wie auch immer , ich finde es gut , dass du deinen eigenen Weg gehen möchtest , ich würde gleich damit anfangen, weil dieser Psychotherapie scheiß deprimiert einem bloß.
Ich kenn mich mit dem Thema nicht genug aus um dir irgendwelche Tipps zu geben , aber ich finde es echt toll, dass du das machst.
Wahrscheinlich hör ich mich mega bescheuert an , aber naja ..:)

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