Frage von trickytricky91, 71

Was bin ich , was ist Original?

Mir schossen beim einschlafen ein paar Gedanken durch den Kopf und ich bin zu keiner Lösung gekommen. Was bin ich , oder was bist du deiner Meinung nach? Die Frage klingt zuerst dumm und einfach, zuerst würde ich sagen, ich bin mein Körper und mein Verstand. Wenn ich ein Bein verlieren würde, wäre ich aber immer noch ich.

Ein anderes Beispiel macht vielleicht das Problem, was ich damit habe etwas deutlicher: Man hat ein Boot, nennen wir es "MS gutefrage.net" und tauscht den Mast aus, danach das Ruder und über die Jahre immer so weiter, bis man am ende alles ausgetauscht hat. Mit den ganzen alten Teilen Baut man dann ein neues Schiff. Was ist dann noch die MS gutefrage.net? Das ganze Kann man dann auch auf seinen Körper anwenden, was bin Ich? Wer bist du?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, 13

Was wir "Ich" nennen, unser Bewusstsein, ist ein Produkt von elektrischen und biochemischen Vorgängen im Gehirn und Nervensystem.

Damit ist die absolute Identifikation als ein Individuum namens "trickytricky91" oder "Enzylexikon" letztlich nur eine Simulation unseres Gehirns.

Wenn wir bewusstlos werden, dann verlieren wir unser "Ich", denn wo keine Bewusstseinsaktivität ist, da ist auch kein "ich"

Das Ich-Bewusstsein wird durch äußere Faktoren geprägt - Erziehung, gesellschaftliche Konditionierung, Lebenserfahrung - und schafft damit ein bestimmtes Bild der Wirklichkeit.

Das bedeutet aber auch, dass wir nie "die Wirklichkeit" sehen, sondern immer nur das, was unser Ich-Bewusstsein als Realität interpretiert.

Tatsächlich soll das Gehirn aber angeblich 80 bis 90 Prozent aller eingehenden Sinneseindrücke "herausfiltern", weil es sonst überlastet wäre.

Wir sehen als Menschen also zwar die gleichen Dinge, oder erleben die gleichen Ereignisse - interpretieren sie aber völlig anders.

Wir sagen "Diese Frau ist schön, das Essen ist lecker und das Auto super", ganz so, als wären das absolut feststehende Wahrheiten.

Eine andere Person findet  aber die gleiche Frau völlig unattraktiv, das Essen völlig ungenießbar und Autos interessieren sie überhaupt nicht.

Wer hat nun Recht?

Die Realität dieses "Ich" ist also zutiefst subjektiv und durch zahlreiche Konditionierungen und mentale Filter in bestimmter Weise gefärbt.

Ändern wir unsere Sichtweise, ändert sich auch die Wahrnehmung der Realität.

Der Pessimist sieht nur das Dunkel des Tunnels. Der Optimist sieht das Licht am Ende des Tunnels. Der Realist sieht den Zug nahen - und der Zugführer sieht drei irre Typen mitten auf den Gleisen sitzen. ;-)

Eine Realität - vier "Ich"-Interpretationen.

Dieses "Ich" ist außerdem nicht konstant, sondern ändert sich ständig. Eben war man noch traurig, eine Sekunde später ist man wegen irgendetwas glücklich.

Irgendwann kommt der körperliche Tod, bei dem nicht nur das Herz-Kreislauf-System aussetzt, sondern irgendwann auch die Gehirnaktivität endet. Dann erlischt das Bewusstsein endgültig, das "Ich" ist verschwunden - eben weil es nur eine Art Simulation war.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von DieterSchade, 18

Die Frage ist etwas mehrdeutig. Dies wird sofort an den möglichen Antwortkategorien offenbar.

A) Ich bin ein Mensch.

B) Ich bin glücklich.

C) Ich bin meine Gedanken.

Antwort C beantwortet die Frage, was den Menschen ausmacht. Ich will auf diese Frage und die gegebene Antwort näher eingehen. Die Antwort ist nämlich meines Erachtens etwas oberflächlich. 

Es gibt Medikamente die einen Menschen z.B. aggressiver machen. Ist dann die gesteigerte Aggressivität Teil seiner selbst? Meiner Ansicht nach nicht. Auch das was mich die Umwelt erleben lässt, beeinflusst meine Gedanken oft in einer Weise, die ich nicht will. Und dann gibt es natürlich Demenz. Da verabschiedet sich das ICH sozusagen jeden Tag ein bisschen. 

Das was mich ausmacht, ist meiner Ansicht nach mein Freier Wille, also das was ich will und was ich nicht will. Der Freie Wille ist das ICH oder selbst.

Nun gibt es viele Bewusstseinsforscher die die Ansicht vertreten, den Freien Willen gebe es gar nicht. Dem möchte ich aus folgenden Gründen widersprechen: Zunächst gibt es Experimente zum Freien Willen, die dessen Existenz beweisen. Wer z.B. unter Geständnisdrogen gesetzt wird und zusätzlich hypnotisiert wird, der verliert den inneren Eindruck über einen Freien Willen zu verfügen und er verhält sich von außen betrachtet so, als habe er tatsächlich seinen Freien Willen verloren. Warum sollte man in diesem Fall also nicht davon ausgehen, dass dieser derart beeinflusste Mensch tatsächlich seinen Freien Willen verloren hat?

Außerdem gibt es für den Freien Willen möglicherweise eine physikalische Grundlage. Dies ist der Quanten-Zeno-Effekt

https://de.wikipedia.org/wiki/Quanten-Zeno-Effekt

Wenn man ein Quantensystem ständig in kleinen Abständen beobachtet, so kann man durch die Beobachtung dessen Verhalten (Zusammenbruch der Superposition) beeinflussen. In der makroskopischen Welt gibt es nichts vergleichbares. Stell dir vor du setzt beim Roulette auf Rot und beobachtest ständig, ob schon Schwarz gekommen ist, und durch deine Beobachtung kommt immer nur Rot. Das wäre schön, wenn das möglich wäre ;-) Aber in deinem Gehirn ist das tatsächlich möglich, weil dein Gehirn mit deinem Bewusstsein verknüpft ist. DAS ist meiner Ansicht nach der Freie Wille und das ICH, was den Menschen ausmacht.


Antwort
von Julia221116, 28

Dein Körper wird auch an vielen Stellen Mehrmals erneuert. Hautzellen sterben ab und es wachsen neue nach. Trotzdem bist du immer noch du. Der Mensch ist keine Momentaufnahme sondern ändert sich ständig. Du warst du, als du noch nicht sprechen konntest und du wirst in 50 Jahren immernoch du sein. Auch wenn du dich veränderst.

Antwort
von N3kr0One, 23

Da ist sie wieder, eines der Fragen des Lebens.
Kant hatte sie so schön formuliert:
Was kann ich wissen
Was soll ich tun
Was darf ich hoffen
Was ist der Mensch

In meinen Augen, wie du schon sagtest, kann man alles am Körper ersetzen oder ohne leben. Es gibt Menschen, die haben nicht mal einen Unterkörper und leben trotzdem. Das Einzige was wir nicht ersetzen können und bei Schäden auch zu Veränderung im Wesen führen können ist das Gehirn.
Ich vermute also irgendwo, dass unser Sein vom Rechenzentrum aus ausgeht (also dem Gehirn selbst) und alles andere die "Hilfsgeräte" für das Gehirn selbst sind.
Ich bin also für mich das Resultat der Anordnung unserer Nervenzellen/ -bahnen. Ich hab also eine sehr naturwissenschaftliche Anschauung von mir.

Antwort
von TimonPasslick, 6

Die MS Gutefrage.net hat keinen Geist. Du bist dein Geist und alles, was er kontrollieren kann und alles, was daran festgewachsen ist. Dein Geist verändert sich, aber die Ersatzteile können nicht woanders wieder zusammengebaut werden, es gibt ja für deinen Geist keine. Also ist es ziemlich klar, was du bist.

Antwort
von GameIceTea, 19

Wer bin ich eine leicht klingende aber dennoch schwer zu beantwortende frage finde ich die meisten würden sagen ich bin ein Mensch ja das stimmt ein Mensch mit einer eigenen Persönlichkeit und Merkmalen du musst wissen jeder tauscht etwas veraltetes gegen etwas neues aus auch an unserem Körper Charakter der Mensch ändert sich eben. Deine Einzigartigkeit macht dich zu dem was du bist egal wie viele sachen du von außen austauschen willst so lang du deinen Kern nicht veränderst bleibst du immer noch DU Veränderung können auch ein schritt in eine gute Richtung sein es kommt auf die Person an die die Veränderung trifft.

Antwort
von FragaAntworta, 34

Du bist das, was in Deinem Kopf ist und Dich ausmacht. Wenn Du das änderst bist DU nicht mehr Du.

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