Was besagt Hayeks Wirtschaftstheorie?

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3 Antworten

„Hayek geht von unterschiedlichen und unsicheren individuellen Erwartungen aus, die in die Irre geleitet werden können. Dies passiert vor allem dann, wenn der Staat die Preise politisch manipuliert und sie deshalb nicht mehr als verlässliches Signal über Veränderungen von Knappheiten wirken können. Kritisch für kapitalistische Krisen ist in erster Linie der Zins. …. Wenn heute mehr gespart wird, wird auf einem Markt … weniger konsumiert – um später, mit dem verzinsten Gesparten, mehr konsumieren zu können. Das heute Gesparte kann dann gegen Zins an Investoren verliehen werden, um das Geld in Kapitalgüter zu investieren, die es erlauben, später mehr zu produzieren, wenn mehr nachgefragt wird. Der Zins gleicht so die Erwartungen der Nachfrager und der Produzenten über die Zeit aus: Je mehr die Konsumenten sparen wollen, desto mehr sinkt der Zins – und desto günstiger können die Produzenten in die Zukunft investieren. ….

So bringt der Markt die Pläne von Anbietern und Nachfrage auch über die Zeit hinweg in Einklang. Das ist noch vereinfachte Lehrbuch-Ökonomie. Hayeks Konjunkturtheorie der 1930er Jahre ist komplexer. Die Grundidee kann aber, arg vereinfachend in drei Sätzen zusammengefasst werden:
(1) Der Auslöser der Krise ist der Boom. (2) Der Auslöser des Booms ist zu viel - billiger Kredit – also zu niedrige Zinsen. (3) Zu viel billiger Kredit führt zu Über- und Fehlinvestitionen, die in der Krise unter großen Verlusten an Kapital und Arbeitsplätzen wieder korrigiert werden müssen.“

Aus www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/hayek-oder-keynes-das-duell-der-alten-meister--13955583.html - Autor des Hayek-Teils: Prof. Michael Wohlgemut

„An seinem 60. Geburtstag überreicht Hayek seinem Verleger ein Mauskript mit dem Titel «The Constitution of Liberty». Die Verfassung der Freiheit wird sein Opus magnum, sein wissenschaftlich bedeutendstes sozialphilosophisches Buch. Das Werk ist repräsentativ für den Liberalismus des 20. Jahrhunderts. Es ist das systematisch ausgearbeitete Konzept der liberalen Gesellschaft. Eine solche sei nicht konstruierbar, sondern Resultat einer spontanen Ordnung. Diese sei die Essenz der Marktwirtschaft. Hayek vertritt Adam Smiths These der unsichtbaren Hand. Individuelle oder persönliche Freiheit definiert Hayek als einen Zustand, in dem der Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist.“

Aus www.bilanz.ch/unternehmen/serie-oekonomen-friedrich-august-von-hayek


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Zitat aus Wikipedia:

Preise und Produktion (1931)[Bearbeiten]

Hayek baute die Konjunkturtheorie Ludwig von Mises’ weiter aus. Preise und Produktion ist die Ausführung von Gedanken, die Hayek bereits 1928 in seinem Aufsatz The intertemporal price equilibrium and movements in the value of money veröffentlicht hatte. 1974 erhielt von Hayek für Preise und Produktion den Preis für Wirtschaftswissenschaften der Schwedischen Reichsbank.[4] Seine Analyse basiert dabei grundsätzlich auf der traditionellen Gleichgewichtstheorie. Einfluss übte dabei auch die Theorie Knut Wicksells aus; demnach beruhen Ungleichgewichtsprozesse auf dem Auseinanderklaffen von natürlichem Zinssatz und dem von den Banken festgelegten Zins. Grundlegend für von Hayeks Konjunkturtheorie sind folgende Überlegungen: Durch freiwilliges Sparen verringert sich die Nachfrage nach Konsumgütern. Der relative Preis der Konsumgüter sinkt. Die Kapitalbildungsquote steigt, wodurch der Geldzins sinkt. Sinken die Kapitalkosten, so wird die Investition in ergiebigere Produktionsmittel lohnender (Ricardo-Effekt).[5] Solange dies auf freiwilligem Sparen basiert, strebt die Wirtschaft einem Gleichgewicht entgegen.[4]

Sinkt durch Kreditexpansion der Geldzins unter den natürlichen Zinssatz, steigen die Investitionen in Produktionsmittel. Der verringerten Konsumgüterproduktion steht eine gleichbleibende Nachfrage entgegen. Der Konsumgüterverzicht führt zu „erzwungenem Sparen“, das den von den Investoren beanspruchten Ressourcen entspricht. Mit der dadurch verursachten Preissteigerung erreicht das Wirtschaftshoch einen kritischen Punkt: Die Konsumgüterpreise steigen bei nunmehr steigendem Zins. Die einzigen Lösungen sind für von Hayek die weitere Kreditexpansion, um die Abnahme der Kapitalgüternachfrage zu vermeiden, oder der schmerzhafte, aber dauerhaft unvermeidbare Prozess der Rezession. In der Rezession gleicht sich das intersektorale Ungleichgewicht der tatsächlichen Nachfragestruktur wieder an (monetäre Überinvestitionstheorie). Im Unterschied zum Monetarismus sieht von Hayek die Ursache für die Entstehung von Rezessionen im Zusammenspiel der monetären Phänomene und der realen Produktionsstruktur. Durch dieWeltwirtschaftskrise sah von Hayek seine Arbeiten bestätigt.[4] John Maynard Keynes und Milton Friedman sahen die Politikempfehlungen Hayeks hingegen als schädlich an und als einen Grund dafür, dass aus der Weltwirtschaftskrise eine große Depression wurde.[6][7]

Dabei sollte man sehen, dass gerade die derzeitige Situation zeigt dass Hayeks Theorie in einer Zeit, wo die Unternehmen trotz Niedrigzins nicht investieren, von Keynes geschlagen wird, denn in der derzeitigen Situation ist eine Investitionstätigkeit nur durch staatlichen Eingriff zu erzielen. Leider zieht auch der Ricardo Effekt eben gerade nicht.

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Von dem gab es so einige Aussagen. Worauf du jedoch wohl abzielst ist sein Gedanke der spontanen Ordnung. 

Danach sind Wirtschaftssysteme eine Form der spontanen Ordnung die sich selbst steuern. Für das Management ergibt sich somit nicht die Frage wie sie das System steuern können, sondern lediglich ob sie Rahmenbedingungen schaffen kann um ein System in eine gewünschte Richtung zu lenken. 

Aber das ist nur eine ganz grobe Beschreibung. Müsstest also schon etwas näher beschreiben worauf du dich mit deiner Frage beziehst. 

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