Frage von skminga, 24

Was benötige ich um neben dem Studium als Hobby ein Lebensmittelprodukt zu produzieren und vertreiben?

Möchte zwar keine große Sache draus machen, sondern eher ein bisschen Erfahrung sammeln.
Habe eine schöne Idee ( ist aber noch geheim :P), allerdings ist es ja schwer in Deutschland Lebensmittel vertreiben zu können.
Man muss ja viel prüfen lassen etc und die Gewinnspanne ist sehr niedrig.

Was muss ich alles bedenken und welche Kosten werden alleine durch die Unternehmensgründung auf mich zu kommen?

Antwort
von juergenkrosta, 11

Hallo,

neben einem echten "Plan" (eine Idee reicht nicht, sorry..) und dem dazugehörenden Fachwissen über Lebensmitteltechnik-, -sicherheit und -qualität (damit aus Deinen Produkten keine Bio-Bomben werden) benötigst Du erst mal viel Kohle, um die Entwicklung und die erste Produktion finanzieren zu können. Sponsoren/Unterstützer wirst Du nur finden, wenn Deine Idee auch vom Fachlichen und vom Betriebswirtschaftlichen her überzeugt.

Eine Produktentwicklung benötigt ca. 1 Jahr und mehr (welches MHD willst Du z.B. geben, wenn Du nicht weißt, wie lange Dein Produkt haltbar ist?). In der Zeit kannst Du mit deiner Idee Erfahrungen sammeln, Produkttests durchführen etc.  Wenn alles gut läuft und das Lebensmittel "save" ist, kannst Du den nächsten Schritt tun und an die Vermarktung gehen, wo bei das Bestandteil Deines Anfangs-Planes sein sollte.

Hierfür musst Du den Markt beobachten, Trends checken, Marktvolumen und Käuferverhalten ansehen und einen businessplan aufstellen.Ohne businessplan wirst Du von keiner Bank und auch nicht mal von crowdfunding-Unternehmen unterstützt werden. Und du musst hierfür in die Tiefe der Materie einsteigen.

Ein Beispiel:  Viele Firmen versuchen heute, dem Trend folgend vegane Produkte anzubieten. Das sieht auf den ersten Blick eigentlich gut aus, doch reicht das Potenzial aus, um damit irgendwann Gewinne erzielen zu können? Bei näherer Betrachtungsweise wohl kaum. Das Überangebot wird die Preise drücken. Wir reden heute von ca. 700.000 bis max. 1 Mio. Veganern, bei 82 Mio. Bundesbürgern. WER sind diese Veganer? Ich sags mal so: nicht unbedingt die Zielgruppe, die über ein hohes Einkommen verfügt. Jetzt setze die Entwicklungskosten für ein Produkt in Relation zu dem möglichen Umsatz und einem angestrebten Gewinn.

Stand heute würde ich sagen, dass du da besser die Finger von lassen solltest, wenn Dein Produkt nur auf diese Zielgruppe ausgerichtet wäre. Anders ist es, wenn die vegane Zielgruppe noch als "Benefit" oben drauf kommt, wenn Deine Zielgruppe z.B. auf gesunde Ernährung, viel Gemüse, bio etc. ausgerichtet ist. Dann wäre vegan noch ein zusätzlicher Nutzen.

Ist nur ein Beispiel ... Gutes Gelingen :-)

LG  Jürgen



Kommentar von skminga ,

Wie schon gesagt ich möchte kein großes Ding draus machen😄
Habe aber ein Produkt gefunden, welches sich meiner Meinung nach gut eignet und nicht sehr verbreitet ist.
Aber um damit auf den Markt gehen zu können, werde ich doch sicherlich irgendwelche Qualitätaprüfungen machen lassen.
Kostet dies auch?
Was gibt es für Anforderungen?

Kommentar von juergenkrosta ,

hm .... dann kapier ich Dein Vorhaben nicht. Wo willst du denn das Produkt verkaufen? Stellst du Dich auf einen marktplatz und machst das im Dirketvertrieb? Wenn Du zu einer Lebensmittelkette gehst oder zum Handel, werden die Dir noch ganz andere Dinge erzählen und von Dir einfordern ... wenn sie dich überhaupt ernst nehmen ;-) Und selbst wenn du dich auf den marktplatz stellst oder was im Internet verkaufst, wirst Du Besuch vom Lebensmittelkontrolleur bekommen und der stellt Dir Fragen, bis es dir schwindelig wird :-) ... Fragen, die du nicht beantworten kannst.

Es ist nicht damit getan, das Produkt untersuchen zu lassen.Das machen Lebensmittellabore und die stellen zumindest eine aktuelle Verkehrssicherheit fest bzw. geben nur eine Prognose. Dann brauchst du stresstests und Standzeiten - deshalb sprach ich von einem Jahr .... wo wird es abgefüllt und wer macht das? Diese Betriebe müssen u.U. zertifiziert sein ...

Du musst ein "großes ding" draus machen, glaub mir  ;-)

Antwort
von PhilipGa, 5

Welche Anforderungen es gibt kommt sehr auf das Lebensmittel an. Nudeln sind was anderes als z.B. Hackfleisch. Es macht wahrscheinlich Sinn sich mal mit Leuten zu unterhalten, die was Ähnliches machen.

Kommentar von skminga ,

Werden die denn ihrer möglichen Konkurrenz Infos geben?

Kommentar von juergenkrosta ,

Produktschutz ist auch noch ein anderes Thema. Wenn du ein Produkt national schützen möchtest, kostet das ca. 4.000,00 - 6.000,00 € über einen Patentanwalt. Rezepturen können nicht geschützt werden, evtl. aber spezielle Herstellungsverfahren. Marken oder sog. Wort-Bild-Marken kannst du schützen. Dafür gibt es z.B. Förderungen, wenn du ein Unternehmen gründest. Apropos Unternehmen - als Privatperson ohne Betriebshaftpflicht, Kapital usw. macht sowieso niemand mit dir Geschäfte... ;-)

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