Frage von Erdbeerman82, 35

Was bedeutet Schopenhauers Zitat?

,,Du kannst zwar tun was du willst, aber nicht wollen was du willst"

Ich kenne zwar die Bedeutung, würde aber mal gerne eure hören.

Antwort
von Grautvornix16, 15

Hi,- Schopenhauer ist zwar ein beliebter Aphorismenlieferant aber auch bekannt als "lausiger" Möchtegern-Philosoph. Der Grund liegt nicht darin, dass
er etwas" Unbequemes" gesagt hat oder als "dumm" gilt und ihn die "etablierte Denke" deshalb ablehnt; sondern schlicht darin, dass er zwar intensiv "gefühlt" hat, sich aber für genauso intensives (Nach-) Denken nicht entsprechend anstrengen wollte. Ob er´s gekonnt hätte werden wir deshalb niemals wissen. Der "Effekt" war ihm leider allemal lieber.

Schopenhauer spielt einfach nur auf rethorisch-sophistische Weise mit einem "totalen" Freiheitsbegriff, der in dieser Form absurd ist. Totale "Freiheit" gibt es ebensowenig in dieser Welt wie es irgendwas anderes "Totales" gibt. Der Mensch ist immer durch irgendwas irgendwie geprägt. Und irgendwie verhält sich der Mensch auch immer dazu und ist spätestens dann nicht mehr determiniert wenn er sich seiner Prägung bewußt wird und sich entscheidet, Altenativen zu suchen.

Warum wird ein Kind aus erzkonservativen Verhältnissen nicht immer zum Nachfolger sondern beim anderen mal zum glühenden Revolutionär? Warum werden nicht alle Kinder von rauchenden Eltern Raucher?

Brings doch bei diesem Spruch einfach mal zusammen: Wenn "Wollen" und "Tun" in einem direkten (potentiellen) Zusammenhang stehen, das Wollen für das Tun also eine notwendige Bedingung ist, das "Wollen" aber nicht frei wäre und das Tun uns somit den freien Willen nur vorgaukeln würde warum können wir dann über diese Möglichkeit einer spontanen Alternative überhaupt nachdenken und sprechen und morgen schon das Gegenteil von dem tun was wir heute machen - wenn wir wollen. Das wir es meistens nicht wollen ist nicht Teil eines Determinismus sondern Teil einer freien Entscheidung die auf der Grundlage einer Kalkulation beruht. Es gibt da übrigens interessante "Systemanalysen" - ausgerechnet von "Leitfiguren" wie Heinz von Förster (MIT/USA) im Bereich Kybernetik (regelkreisgesteuerte Systeme/Robotik), die nur von den jeweiligen >Freiheitsgraden< eines Systems sprechen, die Anzahl seiner Entscheidungsoptionen betreffend. Und da besteht z.B. eher ein Zusammenhang zwischen psychologischen Grundkonditionierungen und Bildung. Mit negativen Ausprägungen dieser Grundkonditionen erhält man eher das was H. v. Förster als "Triviale Maschine" bezeichnet hat. - Natürlich kann man Menschen zu "Automaten" machen.Beweise dafür finden wir jeden Tag in in zahllosen Reportagen. Und natürlich kann man auch Menschen dazu bringen, von ihrem Freiheitsbedürfnis keinen Gebrauch zu machen. Aber sie sind nicht von "Natur" aus "Triviale Maschinen". Und deshalb sollten sie sich diesen - in der Neuropsychologie wieder aufgewärmten Quatsch der Naiv-Empiristen - auch nicht einreden lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie werden was sie glauben. Und erst dann haben diese "Labortypen" und auch Schopenhauer am Ende doch recht.

Gruß

Antwort
von Coke0Zero, 3

Der Serienmörder liebt das morden, aber er kann nichts dafür, dass er dies liebt. Das sagt Schopenhauer damit aus und ist auf alles projizierbar; man kann sich nicht "aussuchen", was man WILL, das will er sagen. Ich weiß, die Frage ist alt. :P

Antwort
von Coke0Zero, 4

Schopenhauer <3 

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