Frage von tim2k129, 50

Was bedeutet Gerechtigkeit im Christentum und wie entsteht sie?

Antwort
von Anthropos, 4

Die Bibel fordert soziale Gerechtigkeit. Das sieht man z.B. beim Auszug von Ägypten, beim Sinaibund oder im Verhalten Jesu:

Gott ergreift Partei für die Schwachen und Unterdrückten. Er stellt sich auf die Seite des unterdrückten Volkes, fordert im Sinaibund, dass niemand unterdrückt wird und im Handeln Jesu sieht man ja wohl noch klarer, dass Gott sich auf die Seite der Schwachen stellt.

Antwort
von TheAllisons, 28

Alle Menschen sind gleich, steht schon in der Bibel

Kommentar von DataWraith ,

Auch wenn alle gleich sind, das macht sie noch nicht gerecht.

In der Bibel steht, wir sind nur durch Christus gerecht gemacht. Der Mensch selbst kann sich vor Gott nicht gerecht machen.

Kommentar von Dackodil ,

Ist aber eine Voraussetzung für das Entstehen von Gerechtigkeit.

Im übrigen ist mir nie aufgefallen, daß das Christentum oder irgendeine Religion es so wichtig nähme mit der Gerechtigkeit.

Antwort
von Dackodil, 16

Halt du sie dumm, ich halt sie arm, sagte der Fürst zum Bischof.

Kommentar von Anthropos ,

Quellen?

Kommentar von Dackodil ,

Was soll die Frage? Der Satz ist wohl selbsterklärend.

Kommentar von Dackodil ,

Wenn´s dich wirklich so brennend interessiert, es ist ein Aphorismus, Verfasser unbekannt, der die erfahrene Lebenswirklichkeit auf den Punkt bringt.

Reinhardt Mey hat es zu einem schönen Lied verarbeitet:

https://www.youtube.com/watch?v=CnZR32sVZ9c

Viel Spaß damit

Antwort
von Nadelwald75, 14

Hallo tim2k129,

da musst du zunächst mal klarstellen:

Meinst du hier die Gerechtigkeit des Menschen vor Gott (Rechtfertigung/ Thema der Reformation) oder soziale Gerechtigkeit unter dem Gesichtspunkt der Nächstenliebe?

Das sind unterschiedliche Begriffe. Wie dann Gerechtigkeit "entsteht", wäre dann jeweilszu erklären.

Biblischer Beleg: Mt 6,33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

Antwort
von fricktorel, 1

Unser ewige Gott "ist Gerechtigkeit" (5.Mose 32,4; Offb.16,5).

Diese besteht schon immer (Hebr.7,3).

Antwort
von WiihatMii, 14

Die Bibel verspricht durch die Idee eines gerechten Gottes, einen gerechtes Leben nach dem Tod für die im Leben entstandenen Ungerechtigkeiten. Somit ist die Religion seit jeher das perfekte Instrument von Diktatoren, Königen und Herrschern, ihr dazu zu bringen, ihr Leben lang unsägliche Ungerechtigkeiten zu dulden, da ihnen ja versprochen wird, dass es sich nach dem Tod ändert. Das macht die Religion zum perfekten Machtinstrument.

Ein Beispiel für das Gerechtigkeitsverständnis der Bibel möchte ich aber trotzdem anführen:

Der fromme Lot aus Sodom hatte eines Tages Fremde zu Besuch, die spät nachts von randalierenden Männern vor seinem Haus bedroht wurden. Um sie von seinem Besuch fernzuhalten, bot er den Randalieren seine jungfäulichen Töchter zur freien sexuellen Belustigung an (1. Mose 19,8): "Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt." Die Moral der Bibel also: Um deine Haut zu retten, opfere ruhig deine unschuldige Tochter. Es sind ja nur Frauen.

Kommentar von SelinaPlath ,

Genau wegen diesem Beispiel hatte ich auch starke Zweifel!

Da macht es wirklich Sinn mal nachzuforschen und zu hinterfragen!

1. Die Töchter Lots waren mit Männern Sodoms verlobt. Lot sagte dies in der Hoffnung Verwandte und Bekannte der Verlobten würden sich für die Frauen einsetzen. Eine gespaltene und "abgelenkte" Meute wäre somit nicht mehr ganz so gefährlich.

2. Lot hatte ein so großes Gottvertrauen, dass er sich sicher war Gott würde die Mädchen schützen. Was er ja auch getan hat, indem er die Meute übergangsweise mit Blindheit schlug.

So grausam wies im ersten Moment scheint ist diese Situation gar nicht!

Kommentar von WiihatMii ,

Was für eine entwürdigende Haltung gegenüber der Frau. Man bedenke dabei: Lot wird in der Bibel als der edelste und gläubigste Einwohner seiner Stadt gelobt.

In Gibea randalierte ebenfalls eine Horde Männer vor einem Haus. Um die Meute zu besänftigen bot ihnen der Hausherr seine jungfräuliche Tochter und die Nebenfrau des Gastes an (Ri 19,24): "Die könnt ihr schänden und mit ihnen tun, was euch gefällt".

Während sich nun die Männer vor dem Haus sexuell amüsierten und die Frauen schließlich schwer verletzt vor der Türschwelle zusammenbrachen, schliefen der Vater und sein Gast drinnen in aller Ruhe. Erst am frühen Morgen entdeckten sie die Opfer, um die sie sich bisanhin nicht gekümmert hatten (Ri 19,27): "Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Tür des Hauses auftat (...) da lag seine Nebenfrau vor der Tür des Hauses." Was für eine menschenverachtende Moral!

Kommentar von Anthropos ,

Da muss man doch noch den letzten Vers des Kapitels lesen: 

So etwas ist noch nie geschehen, so etwas hat man nicht erlebt, seit die Söhne Israels aus Ägypten heraufgezogen sind, bis zum heutigen Tag. Denkt darüber nach, beratet und sagt (was ihr dazu meint)! (Ri 19, 30)

Und weiter geht es dann mit der Beratung, was man mit Gibea machen sollte:

Wir wollen Folgendes mit Gibea machen: Wir wollen gegen die Stadt (in den Kampf) ziehen. (Ri 20, 9)

Da sieht man also: das Verhalten wurde in Israel nicht toleriert!

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