Frage von J16GT, 69

Was bedeutet es wenn Boden sauer ist?

Hallo ich muss gerade wegen Böden recherchieren und da bin ich darauf getroffen das ein Boden vom PH-Wert her sauer sein kann, was schlecht für Pflanzenwachstum ist. Aber was bedeutet dass jetzt, warum ist das schlecht? Außerdem habe ich gelesen, dass verwitterter Boden gar keine Nährstoff mehr hat ist das jetzt dasselbe also ist verwitterter Boden sauer ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von agrabin, Community-Experte für Biologie, 26

Der pH-Wert eines Bodens beeinflusst u.a. die Verfügbarkeit von Pflanzennährstoffen, die Aktivität des Bodenlebens  und die sogenannte Gefügestabilität.

Pflanzennährstoffe müssen in gelöster Form vorliegen, damit sie von Pflanzen aufgenommen werden  können. Für die Löslichkeit der Mineralstoffe spielt der pH-Wert eine entscheidende Rolle. Z.B. geht die Verfügbarkeit von B, Mn, Co, Zn  bei steigendem pH-Wert zurück, während die Verfügbarkeit von K, Mo und Mg steigt. 

Allgemeine Aussagen zu einem optimalen  pH-Wert sind nicht möglich, denn die Bodenart spielt eine entscheidende Rolle und natürlich die Pflanzenart. Sogenannte Moorbeetpflanzen sind an niedrige pH-Werte angepasst.

Hier findest du weitere Infos, wie sich die Verfügbarkeit der Mineralstoffe in Abhängigkeit vom pH-Wert verhält.

http://hypersoil.uni-muenster.de/0/05/11.htm

Verwitterung ist ein allgemeiner Begriff in der Bodenkunde. Böden durchlaufen eine Entwicklung, dabei spielen etliche bodenbildende Prozesse eine Rolle. Böden können auch "altern".

Infos dazu findest du auch auf den Seiten von Hypersoil.

Antwort
von PWolff, 26

Verschiedene Pflanzen brauchen verschiedene pH-Wert-Bereiche, um gedeihen zu können.

Wenn ein Boden versauert, also der pH-Wert niedriger wird, als den Pflanzen die dort wachsen, vertragen, ist das natürlich schlecht für diese Pflanzen.

Wenn es Nutzpflanzen sind, stellt dies natürlich einen wirtschaftlichen Schaden dar, weshalb man die Versauerung in diesem Fall möglichst vermeiden oder rückgängig machen will.

(Genauso kann ein Boden aber auch zu alkalisch für bestimmte Pflanzen sein, z. B. in Betonblumenkübeln. Das hat mein Vater mal mit Kamelien gehabt, die sind verkümmert, und er vermutete, der Boden könnte zu sauer sein; Kamelien brauchen aber einen leicht sauren Boden, im Betonkübel hatten wir 9 bis 10.)

Zu verwittertem Boden habe ich nur Bodenbildung durch Gesteinsverwitterung gefunden. Dieser Boden enthält natürlich (fast) alle mineralischen Nährstoffe, die im Gestein vorhanden waren.

Abtragen durch Verwitterung hat mit dem pH-Wert primär nicht zu tun, ebenso Auswaschen von gelösten Stoffen.

Wenn aber ein Boden "ausgelaugt" / "ausgemergelt" ist, hat er auch einen niedrigeren pH-Wert, weil Mergel den pH-Wert erhöht. (habe dazu dies gefunden: http://www.strand-und-steine.de/gesteine/gebrauchssteine/mergel/mergelkuhlen.htm)

Antwort
von MariaT15, 29

Es gibt einfach verschiedene Pflanzen die Erden brauchen. Andere brauchen Saueren, andere nicht. Der Rhododendron z.B. braucht einen speziellen Boden, und zwar die Rhododendron-Erde.

http://www.zuhause.de/blumenerde-die-richtige-erde-fuer-garten-und-balkon-finden...

Wie unterscheiden sich die Blumenerden?

Wie sich die einzelnen Erden unterscheiden, ist auf den ersten Blick oft nicht leicht zu erkennen. Anzuchterde beispielsweise ist meist sehr fein und stabil, hat aber einen geringen Nährstoff- und Salzgehalt. Der niedrige Düngeranteil soll die Samen zur Wurzelbildung anregen. Kübelpflanzenerde hat hingegen einen höheren Nährstoffgehalt und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie besonders strukturstabil ist. Die Pflanzen können sich besser daran festhalten, wenn sie Wind und Wetter trotzen müssen.

http://www.rhodo.org/?topic=pflanzung&job=boden

Leichte Sandböden sind locker, gut durchlüftet und stark wasserdurchlässig. Durch Zugabe von organischen Materialien erhöhen sich die Wasserspeicherfähigkeit und der Nährstoffgehalt.

Humus- und Waldböden mit Kiefernbestand sind ideale Standorte. Hier reichen in der Regel eine Bodenlockerung und das Einarbeiten der bereits aufliegenden Humusschicht aus.

Sandige Lehmböden mit einem pH-Wert unter 6 sind sehr nährstoffreich und somit für Rhododendron generell gut geeignet. Die Zugabe von organischem Material kann den Boden weiter verbessern.

ich weiß nicht ob ich dir etwas geholfen hab, hoffentlich ja :)

Kommentar von J16GT ,

ist nett gemeint aber mir geht es gerade nicht direkt um Gärten, sondern um Böden für die Landwirtschaft hahah 

trotzdem danke für die Bemühung 

Antwort
von voayager, 32

Verwitterung hat nix mit Bodenversauerung zu tun, sondern ist ein Prozeß der Schrumpfung, Auflösung und des Zerfalls von Gestein.

Versäuerte Böden, also solche mit einem pH-Wert unter 7 sind für zahlreiche Pflanzen mehr oder minder abträglich. Bei starker Bodenversäuerung können allerlei Kulturpflanzen nicht mehr angebaut werden.

Kommentar von J16GT ,

nur um sicher zu gehen, wenn Böden verwittert sind heißt das aber trotzdem das sie keine/kaum Nährstoffe haben oder?

Kommentar von ThomasJNewton ,

Das war jetzt knapp vor einem Daumen Runter.
Ich bin aber nur ein wenig Sozial Inkontinent, und merke mir schon Namen.

Die Säuren sorgen natürlich dafür, dass Silikate den Bach runter gehen, auch wenn es einige Jahr/zehnt/hundert/tausend/zigdavon/e dauert. Und ich kenne natürlich Tonminerale und Humus etc.

Übrig bleibt Quartz/Sand, und gerne bildet das zwischenzeitlich gelöste Eisen(III) feste Schichten.
Das ist dann das Gebiet, wo man nichts anbauen kann, und allenfalls Schafe die spärliche Vegetation nutzen lässt. Heide oder Hochmoore.
Heutzutage ist all das gepflügt und gedüngt, hierzulande.

Antwort
von ThomasJNewton, 12

"Boden" ist ein grammatikalisches Konstrukt, von dem ich nicht mal den Namen kenne.

Ein Boden kann sauer sein, auch der Boden, oder Böden, aber nicht Boden.

Luft ist auch nicht warm oder kalt oder trocken oder feucht. Nur Luftmassen können diese Eigenschaften haben.

Oder gewisse Böden.

Und etwas ist nicht vom pH-Wert her sauer, sondern der pH gibt den Säuregrad an. Sonst konntest du schreiben, dass du von den Zentimetern her klein bist. Und von den Volt her spannend? Oder groß?

Und nach dem ich all das abgelassen habe, kann ich auch auf den Boden eingehen.
Das Optimum des pH liegt für die meisten Pflanzen in einem Bereich, der praktisch fast unmöglich ist. So im ganz leicht sauren Bereich, pH 5 bis 6.

Weil es zwar viele Säuren gibt, und die Pflanzen sind da nicht ganz unschuldig, aber nur eine relevante Base, nämlich Kalk.

Ich kann jetzt nicht auf alle Details eingehen, aber bis vor wenigen Jahrzehnten, vor der Erfindung des tiefen Umplügens und des Kunstdüngers, hat der Mangel das karge Leben vieler unserer Vorfahren bestimmt.
Und Säure war da natürlich im Spiel, google mal nach Podsol.
Löß, Schwarz-/Braunerde, Marschen/Auen und Kalkböden waren die Inseln der Glückseligkeit.

Auch unabhängig von der Versauerung, die zu meiner Jugend wegen der Schwefel- und Stickoxidemissionen, Stichworte "Sauer Regen" und "Waldsterben" ein wichtiges Thema waren, ist der Wald immer noch krank, und unsere Äcker sind nur deswegen so ertragreich, weil die Bedingungen mit viel Dünger optimiert wurden und werden.

Wenn es zu sauer wird, so beim pH von 3, wirkt auch Al als Gift. Lustig, dass es jetzt wieder als Gift für Menschen wiederentdeckt wird.

Vielleicht hast du einfach Pech gehabt, dass ich als Besserwisser und Permanentnörgler gerade dazu so viel Wissen habe, dass ich es nicht in 3 bis 5 Sätzen zusammenfassen kann.

3 bis 5 Monate wären angebrachter. Kleiner Scherz, in der Schule natürlich Wochen ;-)

Antwort
von mychrissie, 8

Saure Böden haben zu wenig Kalk, was manche Pflanzen nicht mögen.

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