Frage von HELpER1555, 25

Was bedeutet es, seinem Gewissen zu folgen?

Wir sollen in Philosophie eine Hausaufgabe machen. Wir bekamen einen Text, der von davon handelte, dass sich zwei Freunde vor zwanzig Jahren verabredeten, sich an einem bestimmten Ort zu treffen. Nach zwanzig Jahren kommt einer der beiden Männer zu dem vereinbarten Treffpunkt. Kurze Zeit später kommt ein Polizist und sie unterhalten sich ein bisschen darüber, dass der eine auf seinen Freund wartet usw. Nach zwanzig Minuten kommt nun ein anderer Mann und sie begrüßen sich. Der Mann, der vorher schon dort stand (Bob) fällt auf, dass der andere Mann gar nicht so aussieht, wie er ihn in Erinnerung hat (ganz anders) und der andere Mann sagt nun, dass Bob verhaftet sei. Auch überreicht er ihm einen Brief von seinem richtigen Freund, mit dem er sich treffen wollte (Jimmy Wells), wo drin steht, das er der Polizist war, den er eben getroffen hatte und das er es aber nicht über das Herz brachte, ihn persönlich zu verhaften und deshalb jemand anderen geschickt hat und es stellt sich heraus, das Bob in diesen zwanzig Jahren kriminell wurde und der Polizist das an seinem Gesicht erkannt hat. Eine Aufgabe ist, anhand dieser Geschichte zu erläutern, was es heißt, seinem Gewissen zu folgen. Ich habe schon geschrieben, dass dies heißt, nach seinem Gewissen zu handeln und das zu tun, was man spontan oder intuitiv für richtig hält. Wenn der Wachtmeister seinen alten Freund verhaften lässt, macht er dies, weil er es spontan in diesem Moment entschieden hat und weil ihm sein Gewissen das spontan gesagt hat. Kann man dazu noch mehr schreiben und wenn ja, was, oder reicht das aus?

Antwort
von EinNarr, 17

Nach seinem Gewissen zu handeln ist in erster Linie unter Einbezug einer moralischen und ethischen Haltungen zu agieren. Es liegt also eine Art Prüfung des Handlungsimpulses vor, bei dem abgewägt wird, ob sich dieser mit dem eigenen Gewissen (Moral, Ethik) vereinbaren lässt oder nicht.

In dieser Geschichte haben wir einen Polizisten, dessen Einstellung dahingehend ist zu sagen "Jemand, der gegen geltendes Recht verstößt und sich selbst zum Kriminellen macht, muss sich vor dem Gericht verantworten." - das ist ein Standpunkt und es wäre, so mein Verständnis, für ihn unmoralisch einen Kriminellen laufen zu lassen.

Er kann es also nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, einen Kriminellen weiterziehen zu lassen.

Nun handelt es sich dabei um seinen alten Freund. Hier kommen ebenfalls Grundsätze ins Spiel, zum Beispiel "Einen Freund verletzt man nicht." und/oder "Ein Versprechen hält man." - nur mal als Beispiel.

Daraus resultiert, in dieser Geschichte, ein Gewissenskonflikt. Der Polizist steht zwischen zwei Stühlen wie man so schön sagt. Er schließt einen Kompromiss, indem er seinen Freund meldet aber ihn nicht selbst verhaftet weil er schließlich immer noch sein Freund ist. Gleichzeitig hat er aber auch den Moment, das Treffen nach dieser Zeit, nicht zerstört und ist trotzdem seiner Ethik gefolgt, im Bezug auf den Umgang mit Kriminellen. Das ist wohl nicht die optimale Lösung aber die in dem Moment Beste, um das eigene Gewissen rein zu halten.

Spontan und Intuitiv halte ich im Anbetracht der Tatsache das sein Freund (der Polizist) einen Brief für ihn geschrieben hat, für sehr unwahrscheinlich. Ich gehe davon aus, dass es von ihm geplant war. Er versucht hat eine Lösung zu finden die seinen ethischen und moralischen Vorstellungen entspricht. Er ist seinem Gewissen gefolgt.

Ich hoffe du kannst mit diesem Ansatz etwas anfangen.

Liebe Grüße.

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