Frage von cpadict, 262

Was bedeutet es ein Anarchist zu sein?

Antwort
von LebenderToter, 121

Echte Anarchisten bezeichnen sich heute auch als Libertäre, da der Begriff von Etatisten / vom Staat absichtlich und fälschlicherweise mit Chaos assoziiert wird um jegliche freie Bewegung zu diffamieren. Schließlich will der Staat sein Gewaltmonopol behalten.

Anarchie
(altgr. ἀναρχία anarchía ‚Herrschaftslosigkeit‘; Wortbildung aus verneinendem Alpha privativum und ἀρχία archía ‚Herrschaft‘) bezeichnet einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft. Er findet hauptsächlich in der politischen Philosophie Verwendung, wo der Anarchismus für eine solche soziale Ordnung wirbt.

Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit beschrieben und vor allem in den Medien häufig im Schlagwort „Chaos und Anarchie“ verwendet.
Die tatsächliche Bezeichnung für einen solchen Zustand ist jedoch Anomie.

Anomie (griech.: Kompositum aus α privativum zur Verneinung und der Endung -nomie für νόμος, „Ordnung, Gesetz“) bezeichnet in der Soziologie einen Zustand fehlender oder schwacher sozialer Normen, Regeln und Ordnung. Vor allem in England war der Begriff ursprünglich ein theologischer Ausdruck für das Brechen religiöser Gesetze. Zur Beschreibung einer Anomie wird umgangssprachlich und irreführend häufig auch das Wort Anarchie (Abwesenheit von Herrschaft) benutzt.

Der Anarchokapitalismus (auch Marktanarchismus oder Anarcholiberalismus oder Nullstaat) ist eine ökonomische Theorie und politische Philosophie, die für eine vom freien Markt, freiwilligen Übereinkünften und freiwilligen vertraglichen Bindungen geprägte Gesellschaft ohne staatliche Institutionen und Eingriffe eintritt – also für eine reine Privatrechtsgesellschaft. Er tritt für ein Recht auf Selbstbestimmung und eine weitreichende Verfügungsgewalt über Privateigentum ein, welche nicht durch staatliche Regelungen, sondern allein durch das Selbstbestimmungsrecht anderer eingeschränkt sein sollen.

Anarchokapitalisten betrachten den Staat als illegitimes politisches System, das Gesellschaftsmitglieder in ihrer Freiheit beschränkt, unrechtmäßig  Gewalt gegen sie ausübt und sie durch Steuererhebung beraubt. Ihrer Meinung nach profitieren diejenigen vom Staat, die den größten Einfluss auf ihn haben, auf Kosten derjenigen mit weniger Einfluss. Der Staat sei daher eine unsoziale Einrichtung. In ihrer Staatskritik nehmen sie sowohl radikal-liberale, libertäre und soziologische als auch ethische und wirtschaftswissenschaftliche Argumente für sich in Anspruch.

Der Begriff Anarchokapitalismus wurde erstmals von Murray Rothbard verwendet. Zentral in Rothbards Theorie sind die Souveränität des Individuums und das Nichtaggressionsprinzip.

Der Begriff Anarchosyndikalismus bezeichnet die Organisierung von Lohnabhängigen, basierend auf den Prinzipien von Selbstbestimmung, Selbstorganisation und Solidarität. Ideengeschichtlich stellt der Anarchosyndikalismus eine Ergänzung des Anarchismus um den revolutionären Syndikalismus dar.

Es gibt noch zich weitere Richtungen der Anarchie: http://deu.anarchopedia.org/

Moderne Anarchisten nennen auch Anarchie unteranderem eine "Privatrechtsgesellschaft":




Antwort
von Libelle1997, 109

Das ist eine Person die dem politischen System der Anarchie angehört. Sie wollen das System stürzen und glauben daran, dass Menschen ohne Regeln und Systeme besser dran wären.

Kommentar von cpadict ,

Also ist diese Lebenseinstellung und Regelbrechung mit dem Knast strafbar. Oder?

Kommentar von cpadict ,

Also beim Ausführen einer illegalen Straftat

Kommentar von Libelle1997 ,

Die Einstellung selbst ist nicht strafbar. In unserem Grundgesetz ist Meinungsfreiheit sehr wichtig. 

Wenn ein Anarchist jetzt allerdings Straftaten begeht, ist er genauso Strafbar wie Menschen mit anderer Einstellung

Kommentar von koten ,

Falsch. Anarchisten sind durchaus für Regeln. Sie sind aber der Meinung, daß Regeln niemandem aufgezwungen werden dürfen. Regeln, auf die man sich freiwillig einigt, sind absolut ok.

Im täglichen Leben handeln wir sehr oft nach nach anarchistischen Prinzipien, ohne das zu wissen. Wir sind dann in allgemeinen der Ansicht, so ein Verhalten ist doch logisch. Beispiele dafür: Ein paar Leute überlegen, in welchen Film sie gehen wollen. 4 Leute sind für einen bestimmten Film,  der fünfte sagt, ihn kriegen da keine 10 Pferde rein. Wenn die 4 jetzt gehen und der fünfte nicht mitgeht, das ist Anarchie. Oder: Man verabredet sich zum Grillen und macht aus, daß jeder etwas Grillgut mitbringt. Da ist eindeutig eine Regel vereinbart. Trotzdem ist es Anarchie.

Antwort
von Freund16, 91

Das du keine Regeln befolgst auch keine rechtlichen soweit ich weiß.

Kommentar von koten ,

Total daneben. Erläuterung steht in einem anderen Kommentar.

Antwort
von soissesPDF, 67

Radikal bis gewaltbereit, gleich ob rechts oder links.
Anarchie = das fehlen einer Ordnung, ist die offene Machtfrage, die sich schlußendlich durch Gewalt löst.
Macht bedeutet immer die Staatsgewalt zu übernehmen, notfalls repressiv.

Kommentar von koten ,

Hast Du Beispiele für die Lösung durch Gewalt? Und was ist mit gewaltfreien Anarchisten wie um die Zeitschrift. Graswurzelrevolution?

Kommentar von soissesPDF ,

Die Französische Revolution, die russische Oktoberrevolution, sind die bekanntesten Beipiele.
Kuba zählt ebenso dazu.
Mao's "langer Marsch".

Kommentar von koten ,

Und was haben die Sachen mit Anarchie zu tun?

Zumindest bei den letzten drei Beispielen ging es um Kommunismus oder Staatssozialismus. Herrschaftsfreiheit wurde dort nirgends angestrebt.

Kommentar von soissesPDF ,

Anarchie = Fehlen der Ordnung, mithin die offene Machtfrage.
Anrchie herrscht genau solange bis die Machtfrage beantwortet ist.
Wie sich die Macht hernach nennt ist dafür nicht von Bedeutung.

Eine "Herrschaftsfreiheit" ist bestenfalls fiktiv, die Machtfrage muss immer beantwortet werden.
Gleich ob es um den Dorfhäuptling oder den Staat geht.

Kommentar von koten ,

Anarchie ist nicht das Fehlen von Ordnung, sondern das Herstellen von Ordnung ohne Herrschaft.

Und wie kommst Du auf die krude Idee, die Machtfrage müsse immer beantworten werden? Müßte dann nicht zwischen uns beiden nicht auch erst einmal eine "Machtfrage" geklärt werden?

Und in jedem Kegelverein? Jeder Familie? Jedem Stammtisch? Bei jedem Schrauber-Treffen? usw usf

Kommentar von soissesPDF ,

Korrekt erkannt, wie es in einem Kegelverein, einer Partei , einer Stadt, einem Kreis usw. abläuft, Macht wird delegiert.

Sollten wir beide eine Machtfrage klären müssen würde das ein Richter übernehmen.
Der spricht ein Urteil, danach hätte einer von uns beiden das längere Ende vom Hebel in der Hand.

Kommentar von koten ,

Nein. Nichts mit "sollten wir beide"! Du hast geschrieben "die Machtfrage muss immer beantwortet werden". Nachträglich den Sinn des geschriebenen zu verändern, das kann es ja wohl nicht sein.

Antwort
von atzef, 60

Politische Einsamkeit.

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