Frage von lachs4709, 79

Was bedeutet ein Wirtschaftsplan genau und weshalb macht man so etwas?

Am 3.7.14 wurde ein Wirtschaftsplan erstellt für den Abrechnungszeitraum 1.7.14 bis 30.6.15 über laufende Reparaturen 500Euro. Dann wurde ein verkürztes Wirtschaftsjahr beschlossen für 2014, also bis 31.12.14. Der Verwalter hat im September sein Amt niedergelegt, bzw. der Vertrag ist ausgelaufen und es gab dann erst im März 2015 wieder einen neuen Verwalter und dieser hat jetzt Reparaturrechnungen von 3600 Euro auf der Hausgeldabrechnung nur für den zeitraum 1.7.14 bis 31.12.14. Also statt 500 Euro für ein Jahr, für ein halbes Jahr 3600 Euro. Deshalb meine Frage weshalb benötigt man einen Wirtschaftsplan, wenn man sich nicht daran hält. Ich habe vom neuen Hausverwalter auch nur Abrechnungen in Höhe von knapp 500 Euro. Wie kann er 3600 Euro abrechnen und beschlossen wurde über den Betrag auch nichts.

Dann wollte ich fragen, in der Zeit in der es keinen Verwalter gab, vom Oktober 2014 bis Februar 2015 werden hier auch Verwaltergebühren fällig. Da er von mir 5x203 Euro einforderte und in den 203 Euro sind auch Verwaltergebühren enthalten. Er hat aber in der Abrechnung 2014 nochmals Verwaltergebühren berechnet und vom 1.1. bis 31.3.15 nochmals Verwaltergebühren. Obwohl ich für diesen Zeitraum schon bezahlt habe und es auch keinen Verwalter gab.

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Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 42

Zunächst einmal wäre zu klären, für welchen Zeitraum jeweils der alte und der neue Verwalter bezahlt wurde und ob es überhaupt eine Zeit gab, für die kein Verwalter Geld bekommen hat.

Der Wirtschaftsplan soll möglichst seriös aufstellen, was alles an Ausgaben auf die Eigentümergemeinschaft im Planzeitraum zu kommt.

Natürlich kann es sein, dass bestimmte Maßnahmen teurer kommen, als geplant, aber die Abweichung bei nicht so dringenden Maßnahmen darf nicht so groß sein, sonst muss neu beschlossen werden.

Wenn aber möglicherweise aufgrund des Verwalterwechsels eine Sache zu Tage getreten ist, die notfallmäßig repariert werden musste, um z. B. weiteren Schaden zu verhindern, kann auch mal vom Wirtschaftsplan abgewichen werden. Wie weit das aber ohne eine außerordentliche Versammlung und Abstimmung geht, kann ich nicht sagen. Da solltest Du Dich genauer informieren. Z. B. bei Haus&Grund, dem Verband der Immobilieneigentümer, der sicher auch in Deiner Nähe ein Büro hat.

Kommentar von lachs4709 ,

Der alte Verwalter wurde bis Oktober 2014 bezahlt.

Der neue Verwalter hat ein Vertrag ab 1.3.15 gemacht, hat aber im Zeitraum 1.7.14 bis 31.12.14 (Abrechnungszeitraum) nochmals abgerechnet und ab 1.1.15 bis 31.3.15. Am 1.4.15 habe ich meine Wohnung verkauft.

Es wurde auch überhaupt keine Maßnahme beschlossen und es waren auch keine Rechnungen über den Betrag dabei.

Jedenfalls habe ich jetzt die Sache zusammengerechnet und komme darauf, dass der Verwalter mir um die 400 Euro allein für 2014 zurückerstatten muss, da auch die Miteigentumsanteile nicht stimmen.

Wie bekomme ich jetzt mein Geld? Was kann ich machen?

Ich muss dazu sagen, dass der neue Eigentümer auch am 7.4.16 abgestimmt hat und zwar über beide Hausgeldrechnungen von 2014 und von den ersten 3 Monaten 2015 - natürlich zu seinem Vorteil.

Ist das alles rechtmäßig? Wenn ja, dann stimmen einige Gestze in Deutschland nicht. Wie kann sich eigentlich ein Wohnungsverkäufer wehren? Es ist auch notfallsmäßig nicht zu Tage getreten - zumindest nicht in dem Abrechnungszeitraum 1.7.14 bis 31.12.14. Man kann ja nicht andere Rechnungen auf diesen Abrechnungszeitraum legen - oder? Also welche später oder früher gekommen sind. Sonst hat man ein ein totales Chaos.

Was kann ich jetzt machen? Der Verwalter reagiert auch nicht mehr, schickt mir aber sehr wohl Rechnungen. Da ich ja kein Eigentümer mehr bin.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 22

Ich würde vorsichtshalber der Abrechnung schriftlich widersprechen und dann eine außerordentliche Eigentümerversammlung einberufen wegen der falschen Abrechnung und wegen dem Verwalter.

Da kann man die Sachen dann hoffentlich klären und dem Verwalter genau sagen, welche Befugnisse er hat.

LG

johnnymcmuff

Kommentar von shannaragm ,

Die Befugnisse eines Verwalters sind gesetzlich genauestens festgelegt. Da muss man dem Verwalter nichts zu erklären.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Die Befugnisse eines Verwalters sind gesetzlich genauestens festgelegt.

Nicht ganz richtig.

Nicht die Befugnisse sondern die Aufgaben des Verwalters sind in § 27 WEG genau festgelegt.

Die Befugnisse des Verwalters legt z.B. unsere Eigentümerversammlung fest.

Da wird genau festgelegt was er alleine entscheiden darf und bis zu welcher Kostenhöhe er alleine entscheiden bzw. beauftragen darf.

LG

johnnymcmuff

Antwort
von shannaragm, 33

Hallo,

Ich gehe mal davon aus du bist Eigentümer einer selbst genutzten Eigentumswohnung. Also lügt deiner Frage das WEG zu Grunde.

Lt. weg kann eine Eigentümergemeinschaft die einmal einen Verwalter hatte nicht ohne Verwalter sein. ich gehe mal davon aus, der Verwalter hat sich rückwirkend zum Verwalter bestellen lassen. Dazu müsstest du allerdings mal in die Protokolle der Eigentümerversammlungen schauen, was ihr tatsächlich beschlossen habt.

Der wirtschaftsplan ist ebenfalls im Weg geregelt. Der Verwalter ist verpflichtet einen kostendeckenden Wirtschaftsplan zu errichten. Hier ist es jedoch sehr schwierig die Kosten für Reparaturen an zu schätzen. Der Verwalter hat ja schließlich auch keine Glaskugel auf dem Schreibtisch stehen die ihm sagt wann das Gemeinschaftseigentum kaputt geht.

LG Shannaragm

Kommentar von lachs4709 ,

Nein, Verwalter hat sich nicht rückwirkend zum Verwalter bestellen lassen. Er wollte zum 1.1.15 beginnen, ich sagte nein, deshalb wurde Vertrag zum 1.3.15 geschlossen und der alte Verwaltervertrag lief am September 2014 aus. Er hat also nichts mehr gemacht. Komischerweise wurde noch am Oktober letztmalig Hausgeld abgebucht.

Ich war Eigentümer und hatte die Wohnung vermietet.

In den Protokollen der Eigentümerversammlung steht, dass die Verwaltertätigkeit auf Grundlage des Verwaltervertrages 2 Jahre besteht. Das steht so.

Kostendeckenden Wirtschaftsplan hat der alte Verwalter ja gemacht nur der neue Verwalter hat beschissen, um gute 3000 Euro. Es wurde ja nichts repariert zwischen 1.7.14 und 31.12.14 außer Legionellenprüfung mit 269Euro. Wenn man das überhaupt als reparatur zählen kann. Und abrechnungszeitraum war 1.7.14 bis 31.12.14. Da kann man ja auch keine Rechnungen von 2015 reinschmuggeln - oder?

Kommentar von shannaragm ,

Aber wenn in 2015 keine Reparatur über 3.000 € durchgeführt worden ist, wem wurde das Geld dann überwiesen?

Nein, im Abrechnungszeitraum 2014 kann keine Rechnung mit Leistungszeitraum aus dem Jahr 2015 abgerechnet werden. Allerdings kommt es regelmäßig vor, dass z. B. Versorgerrechnungen erst im Jahr 2015 ankommen sich aber auf Leitungen beziehen die im Jahr 2014 erbracht worden sind. Hier müsste man sich die Rechnung also ganz genau ansehen.

Kommentar von lachs4709 ,

Die ganzen Versorgungsrechnungen bezahlte ich immer direkt an die Stadt und liefen überhaupt nicht über den Verwalter.

Mir ist aber auch aufgefallen, dass der verwalter in der abrechnung 1.1.2015 bis 31.3.2015 eine Rohrsanierungsrechnung über 1047Euro welche vom 21.5.15 stammt in den Zeitraum 1.1.15 bis 31.3.15 geschmuggelt hat.

Deshalb bin ich jetzt stutzig.

Kommentar von shannaragm ,

Ich denke du solltest den Fall von jemandem prüfen lassen. Z.B. vom
bvi (www.bvi-Verwalter.de).

Antwort
von Starjuice, 29

Ich verstehe die Frage zu deinem Text nicht wirklich. Du hast das mMn. etwas Zusammenhangslos formuliert.

Anhand deiner aufgelisteten Zeitdaten erkenne ich nur, das es eher dubios erscheint. An deiner Stelle würde ich eine Verbraucherzentrale aufsuchen ggf. einen Anwalt konsultieren.

Viel Erfolg und gruß

Kommentar von lachs4709 ,

Am September 2014 ist der Vertrag des alten Verwalters ausgelaufen. Die Abrechnung hat aber der neue Verwalter der am 1.3.15 gekommen ist für den Zeitraum 1.7.14 bis 31.12.14 erstellt.

Möglicherweise hat er Rechnungen von 2015 in diesen Zeitraum geschmuggelt. Ist das erlaubt? Im zweiten Halbjahr 2014 wurde nämlich überhaupt nichts repariert.

Was kann ich machen? Ich bekomme noch ca. 400Euro da er auch die Miteigentumsanteile falsch berechnete.

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