Frage von KingSize41, 22

Was bedeutet dieser kurze Textabschnitt genau?

,, In vielen Berreichen ließ sich das christliche Spanien von der überlegenen islamischen Kultur durchdringen und befruchten, gerade auch nachdem es militärisch den Sieg errungen hatte. Die Kulutrelle Symbiose von Orient und Okzident macht einzigartige Leistung von Al-Andalus aus. Für die europäische Geistesgeschichte ist diese Symbiose großer Bedeutung. Mittler zwischen beiden welten waren einfach die Juden, deren Einfluss in Spanien bedeutender war als irgendwo sonst in Europa. Eine besondere Rolle spielt dabei die Philosophie." Könnte mir jemand den Text erklären ? Kurz und knapp? Ging es darum dass sich die Spanier vieles abgeschaut haben von den Arabern ?

Antwort
von Dahika, 11

Meines Wissens wurde die hohe Kultur der Araber in Andalusien eher platt gemacht nach der Reconquista. Die Muslime und Juden wurden vertrieben, die restlichen Muslime und Juden wurden zwangsgetauft. Und da man ihrer christlichen Frömmigkeit nicht traute, in großer Zahl verbrannt.

Vieles von dem, was die Araber wussten - besonders im medizinischen Sektor und in der Philosophie - wurde doch unter Isabella und Ferdinand verboten und vergessen.

Es war die Renaissance, die das Wissen der Araber über die Alten Griechen, Aristoteles, etc... wieder entdeckte.

Ich denke mir, dass es die Architektur war, die die Spanier übernahmen, aber der Rest.... wurde plattgewalzt.

Antwort
von RheumaBaer, 10

So kann man es sagen. Nachdem die Spanier den militärischen Kampf gegen die Araber Gewonnen hatten,übernahmen sie viel von der Kultur,wobei die Juden eine Art Bindeglied waren. Wichtig ist,das die Kultur,die daraus entstand,recht einmalig in Europa ist. (Andalusien)
Also die Vermischung christlicher/arabischer Kulturen.. auch die Philosophie ist da Wichtig,nicht nur Bauten usw.
Geht das schon? :)

Antwort
von SchminckeRoland, 2

Dieser Textabschnitt ist ohne Vorkenntnisse der Geschichte Spaniens nicht verständlich. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Im 8. Jahrhundert wurde Spanien von den Arabern erobert, das damals dünnbesiedelt und unterentwickelt war und von dem germanischen Volk der Westgoten beherrscht wurde.

Unter den Arabern entwickelte sich Spanien bis zum 11. Jh. zum wohlhabendsten und am weitesten entwickelten Land Europas. Die Araber brachten den Islam nach Spanien, der von weiten Teilen der Bevölkerung freiwillig angenommen wurde. Von Zwangskonvertierungen wurde jedoch abgesehen, so dass in Spanien jüdische und christliche Minderheiten unbehelligt existieren und am öffentlichen Leben teilhaben konnten.

Ab dem 11. Jh. schwächte sich "Al Andalus" (arab. Spanien) durch innere Streitigkeiten selbst, so dass es den übrigen Völkern in einer "heiligen Allianz" unter Führung der katholischen Kirche gelang, Spanien schrittweise bis zum Ende des 15. Jh. zu erobern.

Die Bevölkerung musste zwangsweise zum Christentum konvertieren. Unwillige wurden als Hexen oder Ketzer verbrannt.

Einige kulturelle und technische Errungenschaften der Araber wurden sicherlich vom christlichen Europa übernommen. (So wurde es in einer Fernsehdoku. im ZDF am letzten Sonntag hervorgehoben.) Das meiste wurde jedoch, wie von Dahika bereits dagelegt, mutwillig zerstört, verboten oder geriet in Vergessenheit.

Weitere Info´s über die Entstehung des Islams und dessen Ausbreitung findest Du in der Leseprobe meines Buches "Rom und Byzanz", im Internet unter "roland-schmincke. bplaced. net" oder in der vollständigen Ausgabe des Buches.

M. f. G.
Roland Schmincke

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