Was bedeutet der Himmelspol in diesem Satzzusammenhang?

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2 Antworten

Als "Himmelspole" bezeichnet man die (theoretischen) Punkte des "Himmelsgewölbes", um die sich der Sternenhimmel scheinbar dreht. Das sind die Punkte, an denen die gedachte Verlängerung der Erdachse sozusagen "das Himmelsgewölbe durchsticht".

(De facto dreht sich aber natürlich nicht der Sternenhimmel über der Erde, sondern die Erde unter dem Himmel, und der Sternenhimmel ist auch kein "Gewölbe" und keine Kugelschale, sondern unendlicher Raum - aber die "bildliche Vorstellung damals war eben so ...)

Wenn man sich nun z. B. am Nordpol befindet, liegt der Himmels-Nordpol genau über einem. Je weiter man dann nach Süden geht, desto tiefer sinkt der Pol, bis er irgendwann hinter dem Horizont verschwindet.

Und aus dieser Tatsache, dass eben der Himmelspol an verschiedenen Stellen der Erde verschieden hoch über dem Horizont steht, kann man durch relativ einfache geometrische Überlegungen darauf schließen, dass die Erde Kugelform haben muss.

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Dass nahe am Himmels-Nordpol der "Polarstern" steht, ist übrigens reiner Zufall, am Himmels-Südpol gibt es keinen solchen Stern.

Und auch Aristoteles hatte keinen Polarstern - durch die sogenannte Präzession der Erdachse (man könnte auch sagen, weil die Erdachse "taumelt") "wandern" die Himmelspole langsam durch den Sternenhimmel, innerhalb von knapp 25.800 Jahren beschreiben die Pole einen kompletten Kreis mit einem Radius von ca.23,5° - vor über 2.000 Jahren wird der Himmels-Nordpol also noch eine deutliche Entfernung von unserem heutigen "Polarstern" gehabt haben. (Auch jetzt steht er nur ziemlich nahe am Pol, nicht genau - und in 12.000 Jahren kann man dann die Wega für einige Zeit "Polarstern" nennen.)

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Der Himmels(nord)pol ist nicht der Polarstern, sondern ein Punkt im Sternbild Kleiner Wage, der nicht konstant ist.

Es scheint, als drehe sich das Himmelsgewölbe in seiner täglichen Bewegung um den Himmelspol.

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