critter am 16.09.2007 um 11:20 Uhr
Da wird man im Laufe des Lebens ein immer mündigerer Patient, und da versuchen die behandelnden Ärzte bei Nachfragen bezüglich Medikamenten-Nebenwirkungen diese Mündigkeit mit dem Ratschlag "ignorieren" zunichte zu machen. Und das mit einem leicht süffisanten Lächeln, als wäre der Patient nicht ganz richtig im Kopf. Ich kenne niemanden in meiner Bekanntschaft, dem das nicht schon passiert ist. Ich selbst habe erst einen einzigen Arzt erlebt, mit dem man ernsthaft über Nebenwirkungen reden konnte.
Wie geht Ihr mit der Äußerung um, falls Ihr sie schon erlebt habt?
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Aus haftungsrechtlichen Gründen ist auf einem Beipackzettel alles aufgelistet, was nur passieren kann. Als mündiger Patient frage ich den Fachmann, also Arzt oder Apotheker, was davon realistisch ist und ignoriere den Rest. Bisher habe ich immer vernünftige Antworten erhalten.

Ich sehe das absolut gelassen. Wenn ich eine Medikament verschrieben bekomme nehme ich es und ignoriere den Beipackzettel. Warum? Zunächst einmal spreche ich meinem Arzt nach seinem Studium und seiner Erfahrung in Verbindung mit meiner Krankengeschichte eine gewisse Kompetenz zu mir keine Medikamente zu verschreiben, bei denen mich die Nebenwirkungen umhauen. Dann bin ich der Meinung allzu akribische Lektüre der Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel führt nur dazu, daß man sich unnötig Sorgen macht und sich Nebenwirkungen einbildet. Jedes Medikament hat irgendwelche Nebenwirkungen, die in einer Studie mal bei irgendjemandem aufgetreten sind. Das ist aber noch lange kein Garant dafür, daß man auch nach Einnahme mit einem Stift hingehen kann und alle Nebenwirkungen nach und nach auf dem Zettel abhaken kann. Dein Arzt hat aller Wahrscheinlichkeit nur die Tatsache bemerkt, daß in Ländern mit einem gut funktionierenden Gesundheitssystem die Tendenz eindeutig zur Hypochndrie geht.(stark vereinfachte Aussage) Erklärung zu umfangreich. Wer was dazu lesen möchte: http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2010

Ich nehme sie zur Kenntnis, lese evtl. den Waschzettel und vergesse anschließend wieder, was ich gelesen habe. Das Problem am Waschzettel ist in meinen Augen: die Nebenwirkungen können bei einer kleinen Zahl von Personen auftreten, müssen aber nicht. Die Gefahr der selbsterfüllenden Prophezeiung ist allerdings sehr viel größer, wenn man seinen Geist an der Stelle nicht diszipliniert. Und so verstehe ich letztendlich auch die Bemerkung des Arztes.

Das ist eine Pauschalierung oder Zufall. Mit menem Arzt kann ich ganz normal darüber sprechen. In den Medikamentenbeschreibungen stehen alle Nebenwirkungen, die irgend wann bei irgend jemand mal aufgetreten sind. Wenn man danach gehen, will, dann dürfte man sicherlich überhaupt keine Medikament mehr einnehmen. Aber eine herausgezögerte Gesundung, die durch Nichteinnahme bestimmter Medikamente wegen der Nebenwirkungen entsteht, ist für den Körper auch eine sehr große Belastung.
Das wäre nicht mehr der Arzt meines Vertrauens und ich würde es ihm auch so sagen und evtl. wechseln. Wenn ich zu einem Fachmann gehe, egal in welcher Branche, möchte ich auch alle meine Fragen vernünftig beantwortet bekommen.

In den Waschzetteln steht ja alles drin, was reingeht, damit der Hersteller hinterher nicht sagen kann, erhätte nicht drauf hingewiesen.
Manche Menschen lesen das ganz genau und kriegen dann nur vom Lesen schon Nebenwirkungen.
Wenn dein Arzt sagt: kannste vergessen, dann gehe ich davon aus, dass er dich bzw. deinen Körper so gut kennt, dass er sicher ist, dass keine Nebenwirkungen auftreten. Ich halte einen Arzt nie für leichtfertig.
solf1 am 16. September 2007 12:28 Ich schon!
Bei einem solchen Spruch kommt es drauf an, wie es gemeint ist.
Und pauschal sagen, der Arzt interessiert sich nicht für den Patienten oder ihm sind die Nebenwirkungen egal, kann ich auch nicht.
Neben ihrer "normalen" Wirkung von Medikamenten gibt es auch noch den psychologischen Aspekt.
Manchen Patienten wäre geholfen, wenn sie einfach mal das Medikament einnehmen und glauben, dass es ihnen nützt und dass der Arzt ihnen helfen will.
Stattdessen grübeln sie , misstrauen dem Arzt , steigern sich in negative Gedankengänge, nehmen es wenn, dann nur mit Vorbehalten und wundern sich, dass es nicht wirkt.
Aus produkthaftungsrechtlicher Sicht müssen sämtliche Nebenwirkungen aufgeführt werden, auch wenn sie nur sehr selten auftreten.
Es gibt dann auch noch die selbsterfüllende Prophetie. Also wenn ich mich zu sehr damit beschäftige, was alles Schlimmes passieren könnte, passiert es dann auch.
Raimund1 am 16. September 2007 18:02 so isses !
ich lese ihn auch ganz selten.
viel ärtze sagen das, weil manche pat. dazu neigen wenn sie den lesen, das med. auf grund der vielen nebenwirkungen gar nicht erst einzunehmen.
Vielleicht übersteigt es aber auch die kompetenz mancher ärzte zu wissen was die nebenwirkungen überhaupt sind.
vielleicht sind die ärzte zu faul, wollen schnelle einen anderen pat. an die reihe nehmen so nach dem motto zeit ist geld
hatte aber bis jetzt noch nie problem, mein arzt hat es mir immer beantwortrt
Das bedeutet, daß dem Arzt die Nebenwirkungen des Medikaments total wurscht sind und ihm somit auch egal ist, od du diese bekommst. Zweite Möglichkeit wäre, er kennt dich so genau, daß er weiß, daß´dein körper keine diese nebenwirkungen erzeugen wird (hellseher?!).