Was bedeutet, dass die Menschen aus einen mentalen Prozess bestehen?

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1 Antwort

1. als psychologische Aussage: der Buddha sprach nicht über Seele, Ich, Persönlichkeit. Das Individuum besteht, funktionell, aus den 5 Skandhas, Persönlichkeitfaktoren, deren Zusammenspiel man als Ich, Persönlichkeit, Seele oder derartiges wahrnimmt und dieser Wahrnehmung dann objektive Realität zuschreibt. Der Erwachende erkennt dann, dass es sich um bloße mentale Zuschreibungen handelt.  Dies ist eine zentrale Lehre Buddhas, die vom Schüler meditativ zu erfahren ist.

2. als philosophische Aussage: Der Buddha selbst hat keine philosophischen Aussagen gemacht. Erst im frühen Mahayana gab es in den Klöstern bzw Universitäten auch buddhistische Philosophie. Die eine hieß Yogacara bzw Cittamatra, war tatsächlich eine idealistisch-spiritualistische Nur-Geist-Lehre, die der sinnlich wahrgenommenen Außenwelt objektive, vom Bewußtsein unabhängige Realität absprach: alles sei reiner Geist, geistiges Konstrukt und Zuschreibung. Vergleichbar etwa der modernen Schule des psychologischen Konstruktivismus.


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Kommentar von Rosenblad
22.11.2016, 18:53

Außergewöhnlich gut beschrieben!

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