Frage von simsilol, 60

was bedeutet das schachspiel?

Was bedeutet das Schachspiel für Dr. B. in der Schachnovelle

wollte er nur wissen wie es so ist gegen echte figuren und einem echten gegner zu spielen oder was war der wirkliche grund ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Albrecht, 9

Als Schüler am Gymasium hatte Dr. B. ab und zum Zeitvertreib/zur Zerstreuung (aus Langeweile) Schach gespielt.

Als im März 1938 die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschierte und die Nationalsozialisten die alleinige Macht übernahmen, wurde Dr. B. von SS-Männern verhaftet und wird in einem Hotel in Wien Gefangener der Gestapo (Geheime Staatspolizei). Er hatte Verbindung zu hohen Adigen am kaiserlichen Hof und zum Klerus. Seine Anwaltspraxis kümmerte sich fast auschließlich um Rechtsberatung und Vermögensverwaltung von Klösten und um Verwaltung von Fonds von Mitgliedern der Kaiserfamilie. Dies geschah nach außen unauffällig, aber ein unbegabter Mitarbeiter der Kanzlei, dem nur untergeordnete, nicht vertrauliche Aufgaben übertragen worden waren, hatte anscheinend im Auftrag der Nationalsozialisten die Kanzlei ausspioniert und Dr. B. denunziert. Dr. B. erlitt mehrere Monate eine Isolationshaft. Ihm wurden alle Gegenstände weggenommen, mit denen irgendeine sinnvolle Beschäftigung möglich ist. Tägliche Verhöre versuchten aus ihm Informationen herauszubekommen.

Dr. B. entwendet ein in einer Manteltasche gefundenes Schachbuch mit 150 Meisterpartien, spielt sie nach und lernt sie auswendig. Die Beschäftigung mit Schach bewahrt ihn zunächst vor nervlicher Zermürbung und geistiger Ausleerung und stärkt seine Widerstandkraft, die schon zu erlahmen begonnen hatte. Mit klarem Denken durchschaut er falsche Drohungen und verdeckte Winkelzüge bei den Verhören.

Als das Buch völlig bekannt und der Reiz des Neuen verschwunden war, zeigte sich, wie aus dem Schachspiel eine Sucht wurde. Dr. B. versuchte in einem Spielzwang, einer Manie, einer ungezügelten Wut, Schachpartien gegen sich selbst zu spielen, was eine Aufspaltung des Bewußtseins erfordert. Dr. B. wurde psychisch krank und verfiel einer Art Nervenfieber. In diesem Zustand griff er einen Wärter an und als er deshalb zu einer ärztlichen Untersuchung gebracht wurde, riß er sich los, versuchte sich aus einem Fenster zu stürzen und erlitt eine Schnittverletzung an der Hand. Im Hospital kümmerte sich ein wohlwollender Arzt um ihn. Er erreichte die Entlassung von Dr. B., nach dessen Vermutung, indem er ihn für unzurechnungsfähig erklärte oder weil Dr. B. aufgrund neuer nationalsozialistischer Unternehmungen für die Nationalsozialisten nicht mehr so wichtig war.

Beweggrund

Beim Antreten zu einer Schachpartie gegen den amtierenden Weltmeister Mirko Czentovic ist für Dr. B. der Beweggrund, eine Probe seiner Fähigkeit zu unternehmen, eine echte Schachpartie mit einem lebendigem wirklichem Gegner/Spielpartner zu spielen. Es gibt bei ihm eine Neugier, ob die in der Haftzeit gegen sich selbst gespielten Partien noch irgendwie echtes Schach oder bloßer Wahn waren.

Dr. B.äußert sich gegenüber dem Erzähler:

»Nein, erwarten Sie wirklich nicht zu viel. Es soll nichts als eine Probe für mich sein ... eine Probe, ob ich ... ob ich überhaupt fähig bin, eine normale Schachpartie zu spielen, eine Partie auf einem wirklichen Schachbrett mit faktischen Figuren und einem lebendigen Partner ... denn ich zweifle jetzt immer mehr daran, ob jene Hunderte und vielleicht Tausende Partien, die ich gespielt habe, tatsächlich regelrechte Schachpartien waren und nicht bloß eine Art Traumschach, ein Fieberschach. Sie werden mir doch hoffentlich nicht im Ernst zumuten, dass ich mir anmaße, einem Schachmeister, und gar dem ersten der Welt, Paroli bieten zu können. Was mich interessiert und intrigiert, ist einzig die posthume Neugier, festzustellen, ob das in der Zelle damals noch Schachspiel oder schon Wahnsinn gewesen, ob ich damals noch knapp vor oder schon jenseits der gefährlichen Klippe mich befand – nur dies, nur dies allein.«

»Noch eines! Wollen Sie den Herren gleich im Voraus ausrichten, damit ich nachträglich nicht unhöflich erscheine: ich spiele nur eine einzige Partie ... sie soll nichts als der Schlußstrich unter eine alte Rechnung sein – eine endgültige Erledigung und nicht ein neuer Anfang. Ich möchte nicht ein zweites Mal in dieses leidenschaftliche Spielfieber geraten, an das ich nur mit Grauen zurückdenken kann ... und übrigens ... übrigens hat mich damals auch der Arzt gewarnt ... ausdrücklich gewarnt. Jeder, der einer Manie verfallen war, bleibt für immer gefährdet, und mit einer – wenn auch ausgeheilten – Schachvergiftung soll man besser keinem Schachbrett nahekommen ... Also Sie verstehen – nur diese eine Probepartie für mich selbst und nicht mehr.«

Dr. B. gewinnt die erste allein gespielte Partie gegen Czentovic, wobei er gegen Ende angespannte Nervosität und leidenschaftliche Erregtheit zeigt. Er ruft aus „So! erledigt!“, was in seiner Grobheit von seiner freundlichen und gutmütigen Art eines gebildeten, feinen, sich höflich verhaltenden Mannes abweicht. Entgegen seiner ursprünglichen Absicht beschränkt er sich nicht auf eine Partie. In der zweiten Partie verstärkt sich der angespannte Zustand, ein Spielfieber, wobei Czentovic durch maximales Ausschöpfen der Bedenkzeit bei jedem Zug ihm absichtlich psychisch zusetzt. Dr. B. gleitet in gedanklich vorgestellte andere Schachparteien an, will aus so einer Partie heraus einen in der realen Schachpartie unpassenden Zug ausführen und bricht die Partie ab, als ihn der Erzähler mahnend mit Berühren der Narbe an der Hand mit dem Wort „Remember“ an das Nerbenfieber/Gehirnfieber der Vergangenheit und die ärztliche Warnung erinnert.

Antwort
von helpergirl123, 32

Meiner Vermutung nach spielte er mit ihm weil er

a) das Schachspiel sehr schätzte, schließlich hat es ihm durch die schwere Zeit seiner Gefangenheit geholfen.

b) sich die Möglichkeit mit einem Weltmeister zu spielen nicht entgehen lassen wollte.

Antwort
von Flopi, 34

Stell dir vor, du bist Jahre lang in einer Zelle, nur mit einem Buch über Astrophysik, Sterne, Weltall, Umlaufbahnen..

Würdest du nicht auch in den Himmel schauen?

Kommentar von simsilol ,

ich mein halt weil er hat dann doch gegen czentovic(der weltmeister) gespielt hat und dieses schachspiel was das für ihn eine bedeutugn war

Kommentar von Flopi ,

Denk doch mal nach-.- Gegen einen Weltmeister zu gewinnen, wenn man noch nie vorher gespielt hat...???

Kommentar von simsilol ,

ich verstehe es wirklich nicht ich vermute weil er wissen möchte wie es ist mit echten figuren zu spielen oder so

Kommentar von Flopi ,

Mal anders, treibst du Sport?

Kommentar von simsilol ,

ja warum denn?;)

Kommentar von Flopi ,

nun, ich sag einfach mal du Spielst Badminton. bist in einer Zelle mit einem Buch über Badminton , alles mögliche aus analysiert, Tricks etc stehen darin. dann kannst Du jemanden bei einem Spiel helfen. du weißt, dass du gut bist, obwohl du vorher nie gespielt hast. du Spielst mit jemanden gegen den Weltmeister.. und durch dich gewinnt ihr..jetzt möchte man sich bestimmt wissen, wie du dich alleine gegen den Meister schlägst.. (Okay, scheiß Beispiel:D, aber vielleicht verstehst du, was ich meine).. Ist das nicht für dich etwas extrem besonderes, ein Spiel voller Bedeutung?

Kommentar von simsilol ,

nein nein das ist kein scheiß beispiel das beispiel ist toll  jetzt verstehe ichs danke dir;)

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