HappySpider am 12.10.2009 um 11:52 Uhr
verhalten bzw wie gehe ich künftig damit um? wir sind in einer festen beziehung und mir fiel auf, dass er es allen leuten so ziemlich recht machen will, also sprach ich ihn mal drauf an, womit das zu tun hat. er sagte daraufhin gleich mehreres und zwar: er scheut konflikte- weiss nicht warum, er kann über sich und seine gefühle nicht reden weil er keinen zugang zu sich hat, liebe kann er empfinden, aber bei streit hält er die spannung nicht aus, also vermeidet er das, wo es geht. er hat keinen wirklichen bezug zu freunden und familie, er funktioniert seit jahren nur so, dass es keinem weiter auffällt. er kann sich selber und andere nicht einschätzen, weiss also nicht so wirklich um seinen selbstwert und merkt auch nicht wirklich, ob es andere gut oder nicht so gut meinen. er weiss nicht, wer er ist und übernimmt ganz gerne meinungen von vermeintl stärkeren, aber nur solche, denen er vertraut (meistens jeweilige partnerin) nach aussen ist noch nie jemandem all das aufgefallen bzw zumindest hat es ihm noch keiner gesagt. das alles weiss nur ich von ihm. die beziehung sieht er als grosse hilfe für sich, endlich so sein zu dürfen wie er ist und erhofft sich davon, stärker zu werden. wichtige dinge erledigt er manchmal erst wochen später, ihm fehlt der antrieb. wer kennt solches verhalten und was könnte er dagegen tun?wie kann ich ihm helfen? bitte nur ernstgemeinte antworten.
Uff, bei aller Liebe: Sei dem Mann eine Freundin, und zwar eine verständnisvolle, aber auch anspruchsvolle, harte und gnadenlos ehrliche, aber lass die Finger von ihm als Partner. Dein Job ist es nicht, ihn zu reparieren - das kannst du nicht. Und wenn er sich selbst so gut erkannt hat, bedeutet das in aller Regel, dass er sich nicht ändern will. Es bedeutet lediglich, dass er dir die Brocken zur Erklärung seines Charakters vor die Füße geworfen hat [deine Reaktion: ach, wie sensibel ist er doch] und er künftig von dir erwarten wird, dass du - weil er sich dir gegenüber ja schon geöffnet hat - daran keine Kritik übst oder versuchst, Änderungen herbeizuführen, denn schließlich wusstest du ja, worauf du dich einlässt. Und - in seinen Augen - trägst du auch die Verantwortung dafür, mit dem ach so komplexen und traumatisierenden Wissen entsprechend umzugehen. Zieh dir den Schuh nicht an. Helfen kannst du nur, indem du ihm - wann immer es nötig ist - einfach Dinge ganz direkt und unverblümt auf den Kopf zusagst, wenn das Verhalten mal wieder in die bekannten Bahnen abdriftet, er sich hängen lässt oder er wieder rumjammert. Das muss aber ohne Häme geschehen. Ob es überhaupt möglich ist, sich zu ändern, sei dahingestellt.
Mein Kommentar basiert übrigens auf Erfahrungswerten; ich habe aber das Muster erst Jahre später erkannt und hätte mir sehr gewünscht, dass ich es eher durchschaut (und dadurch sehr unglückliche) Jahre vermieden hätte.

kein selbsbewusstsein , er sollte in eine gesprächstherapie...Sonst lebt er nicht sein leben sondern dass von anderen

Naja , ich denke mal, der geschlechtsgenosse hat kein Selbstwertgefühl, wie du ja auch schreibst. Es allen Recht zu machen, verhindert ja auch ein solches, und da dreht er sich im Kreis. Leider kannst du ihm da gar nicht helfen (traurig aber wahr), da er sich auf die Hinterfüße stellen muß um die Welt mal endlich mit seinen Augen zu sehen. Das dumme daran ist , wenn du Ihn darauf hinweist , fühlt er sich nur noch schwächer , da er ja von Dir auf einen "Fehler" aufmerksam gemacht wirst ...

helfen - das ist sehr schwer, wenn es nicht von ihm kommt. das einzige, was mir dazu einfällt, ist, ihm nicht alle entscheidungen abzunehmen und immer wieder auf die füße zu treten. warum scheut er konflikte? kann er nicht argumentieren? das läßt sich doch lernen. erst mal kann er ja mit dir üben. er bezieht eine position, und du hälst dagegen. wer hat die besseren argumente?
HappySpider am 12. Oktober 2009 11:59 das geht gar nicht, wir probieren das zwar, aber er leidet dann wie ein hund, und unter umständen fährt er dann implusiv auto. ich hätte angst, da was rumzudoktoren, wo ich garnicht die folgen kenne.
icke01 am 12. Oktober 2009 13:41 da bleibt nur noch professionelle hilfe.frag mal brezlpower; der scheint erfahrung zu haben.
HappySpider am 13. Oktober 2009 05:58 das mache ich auch. danke.

Hallo auch!! Genau diese Erklärung kenne ich von einer sehr guten Freundin... im Endeffekt ist sie irgendwann freiwillig in eine Therapie gegangen, weil es offensichtlich in ihrer Vergangenheit Dinge gab, die zu diesem Verhalten geführt haben und nicht verarbeitet waren... viel Glück!
HappySpider am 13. Oktober 2009 05:58 ein traumatisches erlebnis, z.b. in der kindheit?
Hmh, das klingt ziemlich depressiv. Wie wäre es, wenn du ihn mal fragst, ob er sich mal in einem Sportverein anmeldet? Dort könnte es passieren, dass ihn der Ehrgeiz packt und er wieder Motivation bekommt, welche sich auch auf andere Lebensbereiche ausweiten könnte.