Frage von Rosenblad, 183

Was bedeutet "das Gesetz des Christus", das Paulus in einem Satz unterbringt: "Einer trage des anderen Lasten" (Gal. 6:2) heute noch ganz konkret?

Antwort
von vonGizycki, 111

Grüß Dich Rosenblad!

Eigentlich ist das völlig verständlich. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob das von Christus kommt oder von sonst woher. Es bedeutet, das wir einander helfen sollen, das die Last des Einzelnen nicht so schwer wiegt, als wenn der Mensch sie alleine tragen würde. Manchmal geht das nicht anders und Hilfe ist nicht möglich, aber dennoch könnte vieles leichter bewältigt werden, wenn wir mehr aufeinander achten würden und helfen, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Und diese Möglichkeit ist deutlich häufiger als wir sie wahrnehmen oder in die Tat umsetzen. 

Wir sind soziale Wesen und bedürfen einander. Man kann das als Naturgesetz betrachten!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von Rosenblad ,

Ein sehr gute Antwort!

Kommentar von vonGizycki ,

Ich danke Dir :-)

Antwort
von suziesext07, 54

da fällt mir nichts sakrales ein, höchstens Bismarcks Sozialgesetzgebung und der Kranken/Renten-Versicherung auf Gegenseitigkeit. Also Generationenvertrag.
Und nicht private Versicherer, die ihre Milliarden verdienen durch astronomisch hohe Einnahmen und Auszahlungen in homöopathischen Mengen.
Aber ob das so gemeint war? Also: jeder trage des anderen Koffer, det wär ja eher n Schmarrn, oder? Oder jeder macht n Schuldgeständnis für die Verfehlungen des andern? Denn ist keinen echt geholfen, denn sitzen se beede in Knasthaus drinne, wa?

Kommentar von Rosenblad ,

Das wohl beste "Übungsfeld" für eine solche Maxime stellt wohl die Familie dar. In der Gesellschaft fängt dies schon im Umgang miteinander an - z.B. ob ich im öffentlichen Verkehrsmitteln einer Frau meinen Platz anbiete, jemanden über die Strasse helfe, einfach auch mal zuhöre ohne von mir selbst zu sprechen - das Last tragen zielt nicht unbedingt auf Reziprozität ab, sondern auf das was ich (physisch, psychisch, sozial, finanziell usw.) in der Lage bin zu tragen ohne das es in einen obsessiven Altruismus ausartet oder eine zur Schau Stellung guter Taten und bezüglich der institutionellen Inhalte, hast Du die Beispiele ja schon aufgezeigt.

Antwort
von Steffile, 111

Das ist ja z.B. das Prinzip von Versicherungen, und auf einseitigere Weise von Wohlfahrten.

Antwort
von Franz1957, 69

Es bedeutet heute ganz konkret das Gleiche wie vor 27 Jahrhunderten, als dies geschrieben wurde:

Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen! [...] Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag.


Jesaja 58,6ff
http://www.bibleserver.com/text/GNB/Jesaja58

Kommentar von Rosenblad ,

Sätze, die in einer auf Gewinn und Rendite ausgelegten Gesellschaft wohltuend klingen. Danke!

Antwort
von Nasewais, 96

Wenn man sich den Teil zuvor durchliest, ergibt sich für mich daraus, dass du andere nicht verurteilen sollst, wenn sie einen Fehler machen bzw. unmoralisch handeln. Stattdessen sollst du ihnen helfen, den Fehler geradezubügeln und sie wieder auf den "rechten" Weg führen. Ebenso wie sie dir helfen sollen. 

"1Brüder, wenn einmal ein Mensch übereilt wird von einem Fehler, so bringet ihn als Geistesmänner zurecht mit dem Geiste der Sanftmut; und siehe du nur auf dich selbst, daß du nicht ebenfalls versucht werdest. 2Traget einer des andern Last, und erfüllet so das Gesetz des Christus."

Antwort
von Jogi57L, 70

Hm.. naja als "Gesetz" empfinde ich es nicht, eher als Empfehlung... was u.a. alles zu einer gut funktionierenden Gemeinschaft beiträgt.

Ergänzt mit dem sinngemäßen Hinweis von Jesus:

So, wie Du mit Den Mitmenschen umgehst, wird Gott mit dir umgehen"

Da mag man sich dann durchaus überlegen

ob man gerne anderen Menschen eine Last abnimmt,

wenn man daran glaubt, dass dann auch "Gott" einem gerne die Last abnimmt

Kommentar von Rosenblad ,

Paulus spricht hier den Begriff des Gesetzes aus - nicht ich:

"Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus" (Gal. 6:2) Du verweist hier auf eine transpersonale Reziprozität zwischen Mensch und Gott - ob das ein christliches Sinnverständnis aushält vermag ich nicht zu sagen (Vielleicht i.S. von Luk. 6:45 eher nicht) - aber ich bin kein Christ.

Kommentar von Jogi57L ,

Ja, das empfinde ich als Empfehlung: "Das Gesetz das Christus zu befolgen"

Vom Sinn her ist das heute sicher auch noch ganz korrekt, . .... 

wonach man sich gegenseitig entlasten, statt belasten sollte....oder gemeinsam die Lasten tragen, je nachdem

Kommentar von Rosenblad ,

Dieses "gegenseitig entlasten" (die Wortverbindung gefällt mir) ist wohl am besten in der Familie "einzuüben".

Kommentar von vonGizycki ,

Ich habe mit Gott in Deinem Sinne nichts am Hut. Ich bin religiöser Atheist. Wir haben uns durch die Natur über die Evolution zu sozialen Wesen entwickelt. Daher leite ich davon für mich diese Ethik ab. Ich denke, es gibt kein Argument dagegen. 

Gott ist dabei nicht relevant!

Nur noch kurz:

So, wie Du mit Den Mitmenschen umgehst, wird Gott mit dir umgehen

Gott hätte uns ja gleich so erschaffen können, das er keine Probleme mit uns hat. Was soll da noch eine "eventuelle göttliche Bestrafung oder Lebenserschwernis", wenn wir nicht mitmenschlich sind? Schließlich hätte er es ja selbst zu verantworten.

Diese Ethik verstehe ich nicht! 

Auch wenn wir oben beschriebene Ethik oft nicht umsetzen; wir sind fehlerhaft aus den verschiedensten Gründen; setze ich auf die Selbstverantwortung des Menschen, die sich aus ihr speist. Wer das für sich glasklar verstanden hat, der wird auch kein menschenverachtendes Verhalten aufweisen, denn er fühlt, das dies gegen das menschliche Wesen gerichtet ist! 

Antwort
von Netie, 93

es bedeutet z.B.:

Weinet mit den Weinenden. Römer 12,15

Gedenkt der Gefangenen als Mitgefangene. Hebräer 13,3

Antwort
von Whitekliffs, 69
Liebe Freunde, wenn ein Mensch einer Sünde erlegen ist, dann solltet ihr, deren Leben vom Geist Gottes bestimmt ist, diesem Menschen liebevoll und in aller Demut helfen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden. Und pass auf, dass du nicht in dieselbe Gefahr gerätst.   Helft euch gegenseitig bei euren Schwierigkeiten und Problemen, so erfüllt ihr das Gesetz, das wir von Christus haben.   Wer sich für wichtiger hält als die anderen, betrügt sich selbst.   Jeder achte genau auf sein eigenes Leben und Handeln, ohne sich mit anderen zu vergleichen.   Schließlich ist jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich.

Neues Leben Übersetzung

Was bedeutet es denn für dich, Rosenblad?

Kommentar von Rosenblad ,

Mit dem ersten Teil kann ich wenig anfangen, der mir hier der Zugang und die Überzeugung fehlt. Der zweite Teil betrifft das, was ich weiter unten schon Viktor geschrieben habe - solche Fragen sind auch immer Fragen an mich selbst. Wir hatten ja diesen Disput schon einmal an anderer Stelle (Stichwort: Südsudan)

Wenn niemand mehr fragt wird niemand mehr antworten und wenn niemand mehr antwortet wird niemand mehr fragen - und Fragen in einer Gesellschaft die menschlich immer mehr ökonomisiert wird, werde ich weiter stellen - auch auf die Gefahr verbarrikadiert zu werden. Nehme ich mich dann wichtiger als andere? Genauso gut könnte man mir die Frage stellen: Warum ich den sog. "Opfertod" Jesu nicht "annehmen" kann - nehme ich mich dann wichtiger als dieser Jesus von Nazareth?

Kommentar von Whitekliffs ,

Aber man kann Worte, die an Gläubige, an Menschen, die Jesus nachfolgen, gerichtet sind, nicht einfach auf ein weltliches System übertragen.

Jesus hat keine Politik gemacht, mein Reich ist nicht von dieser Welt, hat er gesagt.

Im Textzusammenhang geht es hier um Sünde. Wenn ich Sünde sehe im Leben eines anderen Menschen (und ich denke, hier sind Mitgläubige gemeint), dann hab ich nicht das Recht, zu verurteilen, sondern bin ich aufgerufen, dem zu helfen. Und meine eigenen Fehler nicht zu vergessen. Denn ich bin nicht besser oder sündloser.

So sehe ich diese Stelle.

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/galater/6/#1

Kommentar von Whitekliffs ,
Warum ich den sog. "Opfertod" Jesu nicht "annehmen" kann - nehme ich mich dann wichtiger als dieser Jesus von Nazareth?"

Ganz vorsichtig und sicher nicht böse gemeint: Vielleicht wäre hier ein JA an seinem Platz? 

Warum? Weil du denkst (wie ich vermute), dass du diesen Opfertod nicht nötig hast? Du bist 'gut genug', um von Gott angenommen zu werden. Für dich brauchte er nicht sterben? Oder verstehe ich dich falsch?

Kommentar von Rosenblad ,

Jesus hat keine Politik gemacht – aber Christen „machen“ heute Politik – allein indem sie sie sich als Elektorat ein politisches System alle vier Jahre erwählen. Man kann nicht einfach auf solche Texte verweisen und so tun als gehe einen das Elend der Welt nichts an – was ist denn für einen Christen dieses Erdensein überhaupt noch (eine Frage die ich noch stellen will): Nur noch eine Karenzzeit auf das ewige Leben im „Reich Gottes“?
Mit Verlaub, solange dieser Welt Menschen und Tiere vor Schmerz schreien geht mich dieser Opfertod „nichts an“ (der ja was eigentlich bedeuten sollte? – mir schreib einmal ein Katholik, das Jesu nur für seine eigene Botschaft gestorben ist – was ich bejahe – aus Gründen die mit dem AT zu tun haben).
Hat sich in den letzten 2000 Jahren nach diesem „Opfertod“ irgendetwas verändert durch die zig Millionen Christen – stand nicht dem wenigen caritativen Leistungen ein Leiden ein Abschlachten und Lebendig verbrennen gegenüber. Erst die Aufklärung brachte eine menschlichere Perspektive – nicht, dass eigentlichen Christentum der „Liebe“.

Es ist natürlich legitim mir in verletzender Art vorzuwerfen, dass ich den sog. Opfertod des Jesu von Nazareth aus eitlen und egozentrischen Gründen nicht annehme – kann ich Sie vom Buddhismus überzeugen oder von der tiefen Naturreligion der Mbuti – als Beispiel für uns, die wir die Natur zerstören (aber uns geht ja diese Welt sowieso nichts mehr an). Natürlich nicht und das würde ich auch nie versuchen. Warum gelingt es den Christen aus ihren Glauben heraus nicht so etwas wie eine „bessere“ Welt generieren – weil sie nicht mehr von dieser Welt sind? Weil der der Glaube an die Auferstehung und das ewige Leben genügt (und der sog. "Gottesdienstbesuch")

Die „reuige“ (was immer das heißen mag) Annahme des Todes Jesu für die Vergebung all der Sünden ist das Eine – aber wie sagte der „Erlöser“: „ein: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.“ (Luk 6:20)“ – damit sind ganz konkret die Einlassbedingungen für dieses „ewige Leben“ genannt, das dürfte den wenigsten bekannt sein und damit dürften die Christen aus Afrika eher angesprochen sein als die Christen aus Deutschland - wobei ich Ihnen an dieser Stelle mit fester Überzeugung sagen kann: Sollten die armen Menschen aus der Dritten Welt die Chance auf ein besseres Leben haben, dann hätte diese Opfertod überhaupt eine Sinnform aufgewiesen und ich würde für mich selbst gern darauf verzichten, sehr gern!
Und mit dieser Armut ist keine geistige Armut gemeint, wie so oft referiert (siehe Ulrich Luz „Das Evangelium nach Matthäus“, S.188-191)

Nein für mich brauchte dieser Jesus nicht sterben, nicht weil ich besser bin, sondern weil mich davon bisher niemand überzeugen konnte – das hätte eine „Kirche“ geschafft die auch danach gelebt hätte, in der ich wirklich Liebe, Empathie und Sorge um das Wohl von Menschen und Tieren erfahren würde und eben nicht den Vorwurf: Ja wenn Du den Jesus nicht annimmst, wirst du die Konsequenzen (sprich den ewigen Tod) sterben müssen.

An dieser Stelle drehe ich den Gedanken um und frage Sie: wie können Sie mit einer Botschaft leben, die Menschen ausschließt, zum Tode verurteilt. Ist Ihnen Ihr ewiges Leben wichtiger als das Leben anderer, würden Sie wie Abraham bereitwillig Ihre Kinder für Ihren Gott opfern um des „guten Lebens“ willen?
Wer den Herrn nicht liebt, sei verflucht!“ (1. Korinther 16: 22)

Kommentar von Whitekliffs ,

Oh nein, wirklich wahr, ich wollte in keinster Weise verletzend sein. Bitte entschuldige (oder muss ich nun Sie sagen?).

Es tut mir wirklich leid dass das so verstanden werden konnte, aber ich kann aus ehrlichem Herzen sagen, dass es niemals beleidigend gemeint war.

Und ja, ich verstehe ja, dass jemand den Opfertod Jesu nicht braucht. Ich brauchte ihn auch erst, als Gott mir ganz persönlich meine Sünden gezeigt hat. Erst dann, und auch nicht direkt, erkannte ich, was für eine Gnade und Befreiung es ist, diesen Opfertod persönlich anzunehmen.

Nochmals, ich bitte von Herzen um Entschuldigung.

Ich empfinde deine (Ihre) Fragen übrigens als positiv herausfordernd, auch wenn meine Antworten nicht das sind, was erwartet wird.

Zum Thema Nâchstenliebe oder Lasten tragen vielleicht doch ein Beispiel aus meinem Leben letzte Woche:

Montag ruft jemand an: sie kaufen immer Anfang des Monats einen Sack Reis und der ist nun schon leer. Ob wir helfen könnten.

Nachgedacht und gebetet und schlussendlich 15 kg Reis gekauft und dort abgeliefert.

Mittwoch ruft jemand in Panik an: der Bruder liegt im Kh auf Intensiv, das Kh ist eine Autostunde entfernt und niemand da, der fahren kann. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es schwierig; Also spendiere ich den ganzen Nachmittag, inklusive den Kosten, da diese Leute es nicht breit haben.

Anschliessend besuche ich eine Frau in einem andern Kh, die alleine ist und kaum Besuche bekommt; Gegen 19.30 bin ich endlich zu Hause.

Donnerstag empfange ich 2 Durchreisende, denn Gastfreundschaft ist eine biblische Tugend.

Samstag muss ich wieder ins Kh, da die alleinstehende Dame kurz nach Hause gefahren werden muss, um Kleider zu holen. Anschliessend wasche ich ihre Wäsche. Zum Spazierengehen bleibt keine Zeit;

Sonntag muss ich erneut die eine Person zu ihrem Bruder fahren,  der noch immer im Kh liegt. Anschliessend gebe ich im anderen Kh der Frau die Wäsche ab. Zum Spazierengehen blieb auch heute keine Zeit.

Das war letzte Woche. Ich habe 4 Kinder, von denen eines schwerstbehindert ist. Auch wenn es Kleinigkeiten sind und niemand sie gross sehen wird und die welt dadurch nicht grossartig verändert wird: Mehr Lasten kann ich selber eigentlich nicht tragen.

Kommentar von Rosenblad ,

Vielen Dank für Deine Antwort - das „Sie“ nutzte ich um meine scharfe Replik weniger persönlich werden zu lassen.
Meine Hochachtung für Dein Leben hattest Du ja schon seit unserem letzten Disput!

Ohne an dieser Stelle einen biografischen Längsschnitt vornehmen zu müssen, liegen latent starke persönliche Erfahrungen hinter meinen Fragen. Empirien, die auch und gerade in solchen Schuldprojektionen wegen einer bewusst und referierungsfähigen Ablehnung dieses sog. Opfertodes des Menschen Jesus liegen – v.a. von Menschen in meiner näheren Umgebung die, anders als Du, ihr Christentum vor sich her tragen wie ein goldenes Gewand und ihren Glauben (implizit der Vergebung ihrer Sünden) als Persil- Schein für ihre Art eines christlichen So-seins, Besser-seins und alle anderen Schlechter-dran-seins stark und heftig artikulieren. In ihren Leben aber außer Fischaufkleber-Symbolik, sonntäglicher Gottesdienste (wer hat diese Suggestiv-Wort nur erfunden) mit Liedersingen und einer „war die Predigt schön“ Aussage nichts zu spüren ist – außer eben Vorwürfen, Anklagen und einem „wir haben das ewige Leben, alle anderen die ewige Verdammnis“.

Wenn mir gestattet sei noch eine Bitte zu äußern: Meine Fragen sind trotz genannter Erfahrungen (die ja nicht generalisierbar sind auf alle Christen – wie ich selbst von Demos und Aktionen weiß) kein Angriff gegen Christen, sondern sollen einem „theologischen“ und noch mehr menschlichen Verstehen dienen.

Kommentar von Whitekliffs ,

Echt wahr, Rosenblad, ich freu mich so, dass du noch mit mir redest.

Ich kann aber im Moment nicht nachdenken. Darf ich dir aber nur kurz sagen, dass ich für dich bete?

Kommentar von Rosenblad ,

Natürlich - das tue ich auch!

Kommentar von Whitekliffs ,

"Aufgelöst jedwege Form, ein Dämmerlicht stumpfer Unsicherheit über einer gespenstischen Welt, tastet der Mensch, einem irrenden Kinde gleich, am Faden irgendeiner kurzatmigen Logik durch eine Traumlandschaft, die er Wirklichkeit nennt und die ihm doch nur Alpdruck ist."

Lieber rosenblad

Ich weiss nicht wie lange man bei Gf diskutieren darf und ich bin ja auch deinem Intellekt total nicht gewachsen, deshalb kurz nicht einige einfach Worte.

Ist schlussendlich nicht doch der 'Mensch Jesus' der Stolperstein? Der Stein, den die Bauleute verworfen haben? Der Stein des Anstosses, der Fels des Ärgernisses?

Ich lese in deinen Beiträgen Hunger und Durst nach Gerechtigkeit. Eingeladen sind ja nur die, die Durst haben, also gilt ja gerade dir besonders Johannes 7,37f.

Ganz ehrlich, seit ich vor 40 Jahren erkannte, dass ich Jesus, den Sohn Gottes, also Gott selber, seinen Tod am Kreuz, brauche, damit ich überhaupt Verbindung haben kann mit Gott, irre ich nicht mehr umher. Ich weiss, wohin ich unterwegs bin, die grossen Lebensfragen quälen mich nicht mehr und die Bibel ist nicht nur toter Buchstabe, sondern lebendiges Brot.

Unterwegs zum Ziel gibt es Aufgaben zu erledigen, zu leben, manche Lasten zu tragen und andere abzulegen, usw. Ich kann fallen und wieder aufstehen, aber das Ziel ist klar. Der Friede mit Gott ist da.

Das wünsche ich dir auch. 

Es hilft einfach nicht, sich auf die Fehler und das Versagen anderer zu konzentrieren. Sie ändern sich deshalb nicht.

Es fängt immer bei 'mir' selber an. Der berühmte Prediger Spurgeon hat gesagt: Beispiel hat mehr Macht als Vorschrift!

Was für eine Revolution könnte Jesus in deiner frommen Umgebung bewirken, wenn Jesus für dich mehr sein dürfte als ein Mensch? Denn du vermisst ja 'das göttliche Leben' in ihnen, nicht?

Übrigens, mich wundert es immer, wenn Menschen die Bergpredigt als DIE Lebensform heranziehen. Nächstenliebe, Feindesliebe, anderen vergeben....ich kann das gar nicht aus mir selber. Ich stosse da sehr schnell an meine Grenzen und dann kann ich nur sagen 'Herr Jesus, hilf! ICH kann es nicht'. 'Christus in mir, nur er kann es tun. Ich nicht.

Kommentar von Rosenblad ,

Danke für die tiefen Satzreihen. Mein Profiltext mag Dich erschreckt haben, aber daran sollte man sich auch reiben und seine eigene Weltsicht abarbeiten oder aufarbeiten.

Du hast mir Deine, wichtige, Sicht der Dinge, Deine Glaubensansicht aufgezeigt, die Du auch lebst, vorbildhaft, sichtbar, nachahmungswert.

Nichtsdestotrotz sind meine, über viele Jahre "erabeiteten"   Überzeugungsinhalte (aus Erfahrungen, Erkenntnissen, Erlebnissen, Introspektionen, Begegnungen und Implikationen) andere als Deine- da bleibt Jesus Mensch, da bleibt das Christentum eine Religion - nicht mehr und nicht weniger - neben anderen. Viel tiefer will ich an dieser Stelle nicht gehen, weil dies nur zu Irritation führen würde und von den hatten wir bis jetzt schon genug.

Diese meine Perspektive entspricht genau meinen Wesen - alles andere bliebe und wäre fremd - das daraus ein, wie Du es nennst Hunger nach Gerechtigkeit entspringt, bleibt allzu menschlich. Die "Konzentration" auf Andere und deren "Fehler" bleibt dabei auch immer mit einer Intrsopektion auf mich selbst verschränkt!

Antwort
von Xpomul, 67

Hallo Rosenblad,

das Gesetz des Christus ist das Gesetz der Liebe, sein vorrangigstes Gebot. Nasewais hat eine sehr gute Antwort gegeben:

Einer trage des anderen Last -- das ist im Kontext gelesen der Verzeicht auf die Vorverurteilung. Wir sollen mit dem Leiden unseres Gegenübers unter dessen Sünde mitleiden.

Wir sollen Mitleid haben mit dem, der unter seiner Sündhaftigkeit leidet. Und das tut wohl nur jemand, in dem der Geist Christi wohnt.

Liebe Grüße!

Antwort
von hummel3, 85

Da das "Gesetz Christi" zeitlos gilt, bedeutet es heute nichts anderes, als schon zur Zeit des Apostels Paulus. - Es ist ein Aufruf und eine Mahnung zur "Brüderlichkeit" gegenüber allen Mitmenschen.

Oder sollte ich deine Frage falsch verstanden haben mit dem "heute noch ganz konkret"?

Kommentar von Rosenblad ,

Nein, richtig verstanden und Danke für die Antwort.

Antwort
von Viktor1, 80

Weißt du was ? Ich glaube dir deine "Frage" (als solche) nicht. Ich bin überzeugt davon, daß du eine Antwort dazu hast und wahrscheinlich sogar bessere, als das was manche hier zu bieten haben.(obwohl hier auch gute Antworten gebracht wurden).
Gut - du willst "austesten", was Christen so über Dies und Jenes denken, was in den Schriften steht.
Aber mißbrauchst du hier nicht auch etwas die Gutwilligkeit anderer, welche sich mühen ,dich "aufklären" wollen mit guten Antworten ?
Ich kann dies so nicht billigen.
Außerdem - und da liegst du ganz falsch - es gibt keine "Gesetze des Christus" in dem Sinne. Es sind Anregungen (Beispiele, "Gleichnisse") zum Verhalten des Menschen, welche in dem "einen Gebot" beinhaltet sind.
Jesus hat bestimmt nicht alles (das geschriebene Gesetz) dem "einen Gebot"
unterworfen um dann wieder "geschriebene" Satzungen zu bringen, deren Befolgung man abhaken kann, denn was nicht aus dem Herzen sondern aus dem "Gesetz" kommt macht den Menschen nicht besser, vollkommener. (heiliger ! sein Heilsziel).
Dies ist nicht nur logisch (aus der Erfahrung), sondern wird  so auch z.Bsp. von Paulus gedacht.

Kommentar von Rosenblad ,

Außerdem - und da liegst du ganz falsch - es gibt keine "Gesetze des Christus

An diesem Punkt habe ich nur die paulinische Wortverbindung zitiert. Zitiert um - hier liegt dann meine ausgelegte "Fußangel" - gerade solch einem Text die nötige Aufmerksamkeit zu "verleihen".

Und, klares nein ich will nichts austesten oder "mißbrauchen" - es geht um Anregungen - nichts mehr und nichts weniger, schließlich stellt man solche Fragen immer auch an sich selbst und jeder gibt Antworten ebenso sich selbst.

Für mich sind solche Frage-Antwort "Dialoge" nicht minder Lernprozesse über soziale, psychologische und religiöse  Zusammenhänge (auch bei mir selbst) und für den Einen oder Anderen sicherlich auch Denkanstöße.

Natürlich ist mir klar das diese Plattform hier eher von Fragen nach Haarfarben, Sexualverfahrenstechniken und Modedesigns "lebt", aber dann kann ich mich an dieser Stelle verabschieden.

Eine Bitte an Dich lieber Viktor, unterstelle mir nicht immer ausschließlich unlautere oder gare "böse" Absichten, wenn das so bei Dir ankommt dann habe ich bei Dir leider einen sehr negativen Eindruck hinterlassen - was umgekehrt (nachdem ich Deine Glaubenssichten langsam verstanden habe) allerdings nicht so aussieht, was mich jetzt etwas betrübt.

Kommentar von Viktor1 ,
"Gesetze des Christus"An diesem Punkt habe ich nur die paulinische 
Wortverbindung zitiert.

Tut mir leid - aber eine solche Wortverbindung habe ich bei Paulus nicht gefunden (kann auch was übersehen haben)
Eher dies:
Eph 2,15 Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf
Und ähnlich Aussagen zu hauf.
Vielleicht reagiere ich auch etwas "empfindlich" wenn die Zuordnung des Begriffes "Gesetze" in die Botschaft Jesu so eingebunden wird, daß er sich von "Vorschriften" (wie im AT) wenig unterscheidet.
(die "Bibelgläubigen" wollen dies ja in einen Topf werfen)
Es ist aber die Botschaft an sich, welche sich von solchen "Gesetzen" verabschiedet hat. Ich hatte mich hier schon öfter darüber ausgelassen. (Paulus hat sich darüber den Mund fusselig geredet)

unterstelle mir nicht immer ausschließlich 
unlautere oder gare "böse" Absichten

Mach ich eigentlich nicht. Tatsache ist aber, daß die Intention deiner Fragestellung hier weniger das Informationsbedürfnis ist (du hast hier mehr Kenntnisse als die meisten) sondern Ansichten (Glaube, Vorstellungen, Interpretation o.ä) derer, welche darauf antworten zu ergründen (analysieren ?) - warum auch immer.
Die merken dies aber nicht und antworten so, als wärest du tatsächlich ein uninformierter "Suchender".
Ich schätze deine Beträge trotzdem - und du erlaube mir, daß ich sie trotzdem kritisch begleite, auch wenn ich manchmal "unbequem" bin.
Gruß Viktor

Kommentar von Rosenblad ,

Lieber Viktor, Danke für die Rückantwort !

Aber heißt es denn nicht im Galaterbrief: "Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus" (Gal. 6:2)?

Egal, wie oben geschrieben wollte ich damit nur den Vorlaut des "Einer trage des anderen Lasten" stärker in den Fokus stellen.

Mein "Ergründen" liegt im sozialen Verstehen einer zu oft sichtbaren Ambivalenz zwischen dem was man beansprucht zu sein (jemand den Gott" liebt, weil er an ihn glaubt) und der man in der gesellschaftlichen Realität ist oder wie mir schon (wie auch wieder oben in einer Antwort) der Vorwurf gemacht wird, das ich aus Bequemlichkeit, Arroganz oder Boshaftigkeit das Opfer Jesu ablehne.

Ja, begleite mich kritisch - denn im Gegensatz zu mir lebst Du aus dem heraus (den synoptischen Evangelien), was mir in manchen Bereichen fremd bleibt - und kannst so meine Fehlerhaftigkeit besser erkennen als ich selbst.



Kommentar von Viktor1 ,
Aber heißt es denn nicht im Galaterbrief: "Einer
trage des anderen Lasten, und also erfüllet
das Gesetz des Christus
"

Ich muß mich hier für eine Oberflächlichkeit von mir entschuldigen.
Ich habe irgendwie aus Gesetz Gesetze gemacht und dann Assoziationen hergestellt zu dem, was durch Jesus eben abgelöst wurde. Das Gesetz ist natürlich das "eine Gebot" Jesu bzw. das Gesetz, was Gott den Menschen ins Herz gegeben hat.
(Jerm.31,33 = Hebr.8,10   Röm.2,15)

Um auf dein Frage vollständig einzugehen:
Gal.6,2 bezieht sich hier eindeutig auf Gal.6,1.
Die "Last" ist hier die, welche andere durch ihre Verfehlungen auf sich laden.
"Konkret" (für alle Zeiten, nicht "heute") bedeutet dies, meinem Mitmenschen zu helfen, die Folgen seiner Verfehlungen zu überwinden, was ihn (und uns selbst !) dann zu besseren Menschen (Gal.6,9) macht.
Auch sollen wir der Versuchung widerstehen,ihn zu verurteilen, da wir selbst (Gal.6,4) auch nicht ohne Verfehlung sind.

Aber eigentlich spricht der ganze Text dort für sich, wenn man nicht versucht einzelne Verse oder "Worte" isoliert zu betrachten.

Ich weiß, deine generelle Hinterfragung des Christentums zielt darauf ab, warum durch Jesu Botschaft die Welt noch nicht besser geworden ist. Du erwartest, daß dies durch die Menschen, welche sich daran halten (oder danach streben), so sein müßte.
Wenn es eben nicht so ist, warum sollte dann die Botschaft Jesu daran schuld sein ? Müßte sie dies a priori von sich aus leisten ?
Ist es aber nicht auch so, daß dort, wo man danach strebt und versucht sich daran zu halten (ob "gläubig" oder nicht) die Welt lokal, "ortlich" oder auch "weiträumig" besser ist als anderswo ?
Ist es nicht eine Tatsache (du wirst da gegen halten) daß nur dort auf unserer Welt Menschenrechte, soziale Gesetzgebung oder humane Rechtsprechung sich gestaltet haben wo eben die Grundhaltung des Christentums sich über Generationen gefestigt hat ?

Kommentar von Rosenblad ,

Die "Botschaft" ist mitnichten daran schuld - darin liegt das sowohl geistige wie in Handlungen übersetzbare Werkzeug für den Gebrauch zu einem Leben was Albert Schweitzer einmal zu diesen Worten veranlasste:

"Die Ehrfurcht vor dem Leben, zu der wir Menschen gelangen müssen, begreift alles in sich, was als Liebe, Hingebung, Mitleiden, Mitfreude, Mitstreben in Betracht kommen kann."

Solange es aber die Schmerzenschreie von Menschen und Tieren auf dieser Erde geben wird werde ich dieses Leben hinterfragen Leider bin ich an dieser Stelle psychisch nicht so "gestrickt" wie mein Bruder der mit dem täglich erlebbaren Grauen rationaler umgehen kann und als Arzt auch muß - ich würde daran zerbrechen. Deshalb brauche ich solche Fragen - als Therapeutikum, zu Sedierung - ich war von uns beiden schon immer der, der sich hinter seinen dicken Büchern vor der bedrohlichen Welt versteckt hat.

Kommentar von Viktor1 ,
Solange es aber die Schmerzenschreie von 
Menschen und Tieren auf dieser Erde geben wird
werde ich dieses Leben hinterfragen

Dies ist ziemlich unverbindlich. Wie geht dies "das Leben hinterfragen" ?
Du zitierst A.S. Das könnte auch von Jesus sein. Hinterfragst du mit deinen Beiträgen seine Botschaft ? Mal so mal so ? Du bist dir nicht ganz sicher ? Oder hast du Angst deine Position des "Atheisten" (oder ?) könnte beschädigt werden ?
Der Mensch wird hinterfragt - jeder, nicht nur der Christ.
Jeden einzelnen Menschen führt der "Weg" (der Botschaft Jesu) zum "Heil" und die Gemeinschaft der Menschen eben so, ob sie dies nun "wissen", anerkennen - oder nicht.
Aber dies dürfen Religionsgegner oder Atheisten ja nicht zugeben.
Da werden irgendwelche "Prominente"  zitiert oder philosophische Betrachtungen eingebracht (welche ihre "Erleuchtungen" sehr wahrscheinlich aus der Botschaft Jesu bezogen haben) um aus dieser Zwickmühle zu entkommen.
Auch werden Christen oder ihre Gemeinschaften  auf Korn genommen weil sie nicht diese Vollkommenheit haben, die sie anstreben.
Als ob dies etwas daran ändern würde, daß auch auch die Nichtchristen in der Verantwortung für diese Welt stehen.

Kommentar von Rosenblad ,

Das Leben – die Gesellschaft, die Religionen, „Gott“ selbst (wer ist eigentlich für Dich „Gott“ – ein trinitäres Wesen?) mich selbst – alles das ist das Leben, was ist daran unverbindlich?
Aus Deiner Fragekette trifft in meinem Fall lediglich das „Du bist Dir nicht ganz sicher“ zu, nicht sicher weil ich nicht weiß was dieses Leben eigentlich sein soll – wenn Kinder sterben ohne je erfahren zu haben was leben heißt oder ihnen von einer Landmine die Gliedmaßen abgerissen werden.

"Jeden einzelnen Menschen führt der "Weg" (der Botschaft Jesu) zum "Heil" – was ist dann der Mensch, ein von irgendeinen Gott determinierte Entität die zu funktionieren hat obwohl sie das nicht tut, wozu braucht der Mensch ein „Heil“ – weil dieser „Gott“ versagt hat mit seiner Schöpfung, so wie er seine Schöpfung schon mit der Sinflut ausradieren wollte (ach ja, das ist ja jetzt wieder allegorisch)

Erlaube mir einmal Dich umzudrehen – das zu tun, was Du hier selbst zu gern als Performance ausübst.
Für Dich scheint alles klar zu sein, muss es wohl in Deinen Alten, sonst würdest Du es wohl nicht mehr aushalten. Letztlich tust Du in diesen „Forum“ das gleiche wie ich – nur andersherum, mit anderen „Vorzeichen“ und aus Deiner Position heraus, wo Du meinst (glaubst) das Dich Gott (Heilige Geist) schon führen wird – aber ist dies tatsächlich so wie Du Dir das so konstruiert hast ?

Was ist denn eigentlich überhaupt in der Bibel nach Deinen Maßstäben allegorisch und was nicht, was sind für Dich herausgeschnittene Texte und was nicht – manchmal denke ich, lieber Viktor, Du hast Dir im Laufe Deines Lebens Deinen eigenen Glauben zusammengebastelt, brauchst aber das katholische (retentive) Gehäuse um diesen Glauben in einer schützenden, sozialen Gemeinschaft wenigstens nicht allein leben zu müssen, denn das Alleinsein ist für Dich vermutlich das was Dir am meisten Angst macht.

Wir haben beide unsere Sicht auf die Welt. Bei meinen Fragen geht es um verstehen Anderer und dieser menschlichen Ambivalenz die uns und unsere Umwelt droht zu zerstören. Und es geht um die eigene Unsicherheit im Leben, die aus der Bedrohung des Lebens mir seit 1994 in Ruanda massiv sichtbar geworden ist, wo ich in einen grausigen Abgrund blickte (Du vermutlich irgendwo in 1944 in Rußland?). Bei Deinen (oft ruppigen) Antworten geht es Dir darum, das man Dich verstehen soll (unbedingt und nur so) – das ist Dein Halt, Deine Stütze, Deine Verankerung, wo Du Dich hinter dieser „Botschaft“ verbirgst, damit Du selbst keine Fragen an das Leben und an Dich mehr stellen musst um mit dem klar zu kommen was Dir begegnet ist und Dir Angst gemacht hat.

Jesus ist für mich Mensch und seine Botschaft „menschlich“ (um selbst menschlich sein zu können, der Verantwortung als Mensch gerecht zu werden), ein darüber hinaus geht dann nur noch über den selbst (oder fremd)suggerierenden Glaubensakt und dieser braucht Vertrauen, Hoffnung und (immer) eine Antezendens. Religion hebt nicht meine Unsicherheit auf, sie vergrößert sie – anders als bei Dir – dafür habe ich andere Instrumentarien, die zumindest lindern und manchmal vergessen machen, das Un-erhörte.

Ich denke als erwachsene Menschen können und sollten wir uns solche Fragen gegenseitig stellen dürfen - auch wenn dies dazu mit Sicherheit nicht der richtige Ort sein kann.

Kommentar von Viktor1 ,
"Jeden einzelnen Menschen führt der "Weg" 
(der Botschaft Jesu) zum "Heil"
– was ist dann
der Mensch, ein von irgendeinen Gott
determinierte Entität die zu funktionieren hat

Irgendwie scheinst du (mich) nicht verstehen zu wollen.
Habe ich irgendwo Gott als den hingestellt der etwas "gemacht" hat oder tun muß ?
Die ganze Botschaft Jesu, sein Weg, erwartet daß der Mensch tut.
Es ist eine ordinäre Erkenntnis der Psychologie, daß der Mensch sich durch sein Handeln ändert, durch das Wollen im Sinne der Botschaft eben zum guten. Was ist an diesem "funktionieren" so falsch ?
Du beklagst doch , daß das Sein so ist, wie es ist. Was hast du also gegen einen "besseren Menschen" ?

um verstehen Anderer und dieser menschlichen 
Ambivalenz die uns und unsere Umwelt droht zu
zerstören.

Ja du klagst, wehrst dich aber mit falschen Argumenten gegen den einzigen Weg, der dies ändern könnte - warum auch immer !!
Oder hast (hattest) du je eine "Idee" (zumindest) welche die Menschheit auf einen guten Weg bringen könnte ?

Jesus ist für mich Mensch und seine Botschaft
„menschlich“

Hab ich je etwas anderes hier gesagt ?
Seine Botschaft ist nachvollziehbar  (also Erkenntnis)
Bist du es nicht, der mir vorhält, daß ich nicht konform gehe (einsam wäre) mit "Glaubensinhalten" der Bibel , mir Jesu Botschaft genügt ?

„Gott“ selbst (wer ist eigentlich für Dich 
„Gott“

Die Gretchenfrage ? Du hast sie schon mal gestellt - ohne Antwort zu bekommen.

Der Jude Levi war stark gottgläubig und vertraute deshalb auch darauf, daß Gott ihm in jeder Not beistehen würde.
Es kam eine Überschwemmung, sein Haus unter Wasser, Rettung auf einem Baum.
Da kam ein Mann mit einem kleinen Boot vorbei, wollte Levi mitnehmen. Levi sagte " nein, nein, ich vertraue auf Gott der wird mich schon erretten".
Kam ein Rettungsboot mit vielen Menschen drin. Die wollten ihn mitnehmen obwohl es voll war. Levi sah dies und sagte " nein, nein...usw." Dann kam ein Hubschrauber vorbei. Man sah Levi und wollte seine risikoreiche Bergung durchführen. Levi: "nein, nein ..wie gehabt ".
Er ist ersoffen, kam zu Gott und beschwerte sich. "Ich habe an dich geglaubt und dir vertraut, du hast mich im Stich gelassen".
Gott: "erinnerst du dich an den Mann in dem kleinen Boot ........die Menschen im Rettungsboot...... die Rettungsflieger ?... Das war ich"

Die Jünger Jesu wollten auch "Gewissheit" in ihrem Glauben an Gott.
Sie forderten Jesus auf "..zeig uns den Vater" (Gott)
Jesus "..wenn ihr mich (den Menschen !) gesehen habt dann habt ihr den Vater gesehen"

In der "finalen" Botschaft Mt,25,31- 46 hinterfragen auch die Angesprochenen die Aussage des "Herrn"  ".ich war (in Not)... ihr habt mich....bzw. mich nicht.." mit  "Herr, wann haben wir dich..........   . gesehen ?"
Der Herr: " was ihr einem der Geringsten getan ..... nicht getan... habt, das habt ihr mir getan"

Gott IST - aber ich weiß nicht wie.
Aber nach Vorstehendem und Aussagen der Botschaft habe ich vielleicht  eine "Ahnung" von ihm.

Für Dich scheint alles klar zu sein, muss es 
wohl in Deinen Alter,

Wenn man wenig glauben muß (im Gegensatz zu zu den Bibelgläubigen) sondern sich der Erkenntnis der Botschaft Jesu nicht verschließt, ist es einem schon klarer. Das kann man in jedem Alter.
Was dagegen ?
Ich hinterfrage trotzdem alles, aber muß ich mich deshalb Erkenntnissen verweigern ?
Es hat mir auch noch niemand irgendetwas besseres "bieten" können, außer Unmengen von Bibelsprüchen einerseits - oder Klagen, daß die Menschen nicht besser sind.
Hast du was anzubieten ?
Gruß Viktor

Kommentar von Rosenblad ,

Ja - "offene Weite-nichts von Heilig" oder am Wegesrand steht einsam ein Rapsstengel, der sich im Wind hin und her wiegt und darauf sitzt eine Hummel und saugt und saugt - welch ein Duft, welch ein Gebrumm, welch ein Anblick, welch eine "Wahrheit".

Übrigens Menschen ändern sich nicht, sie passen sich an und wollen so sein wie alle sind, damit sie dazugehören - und sei es am Auslöser des Gewehrs.

Nein, so tief habe ich Dich doch noch nicht verstanden, das bringen Worte auch kaum so rüber (vielleicht stand auch das dazwischen was so gar nicht hineinpasst in Dein Leben- dieses katholisches Gehäuse, ws mir in seinen Liturgien immer viel zu fremd und künstlich vorkam, als wollte der Mensch aus einem Feldstein ein Goldstück machen)

Du beschwerst Dich, das man Dich nicht gleich versteht (über Sätze, ohne die Mimiken und Gestilen und seine Körpersprache zu sehen ist dies schlecht möglich) aber versuchst Du jemanden zu verstehen?

Und das Du alles hinterfragst das macht Dich zu Jemanden der ein wertvoller Mensch ist - gerade wegen seiner Ruppigkeit, ja geradezu liebenswert. Auch wenn das von mir manchmal anders klinkt (Sätze eben ) - lieber Viktor, für mich bist Du ein besonders liebenswerter Mensch (auch wenn ich Dich manchmal "verfehle" in meinen Zuschreibungen an Dich).

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