Frage von suntrop 29.09.2007

Warumm kann es keinen "Sinn machen"?

  • Antwort von Albrecht 29.09.2007
    19 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Der Ausdruck "Sinn machen ist ein schlechter Anglizismus (unüberlegte Übertragung aus der englischen Sprache). Ohne Nachdenken über Unterschiede von Bedeutungen in verschiedenen Sprachen wird "to make sense" einfach durch eine mögliche wörtliche Übersetzung von 2 Einzelbestandteilen (statt des Gesamtausdrucks) wiedergegeben.

    Das Wort "machen" bezeichnet eine Handlung. Diese könnte in diesem Zusammenhang aber höchstens darin bestehen, Sinn zu verleihen/spenden/geben. Dies ist der Sache nach etwas anderes als "sinnvoll sein" oder "Sinn ergeben".

    Dies gehört nicht zur Grammatik in einem engen Sinn (Formenlehre und Satzbau), sondern zur Semantik (Bedeutungslehre).

    Hoffentlich wird schlechte Umgangssprache nicht in Nachschlagewerken als vollwertig anerkannt, sondern höchstens als fehlerhaft erwähnt.

  • Antwort von WolfRichter 29.09.2007
    11 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Die Formulierung "Es macht Sinn" steht etwa auf der gleichen sprachlichen Stufe wie "Das tut richtig sein."

    Es ist natürlich nicht verboten, so zu formulieren, aber man erkennt halt den Grad der Sprachbeherrschung.

  • Antwort von Lola60 29.09.2007
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    macht denn diese Frage Sinn? :-))

  • Antwort von comarel 29.09.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Wenn etwas "Sinn" macht, dann ist es "sinnvoll"

    Macht etwas KEINEN Sinn, dann ist es "sinnlos"

  • Antwort von user497 29.09.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    macht diese Frage Sinn?? Ist eine gute Frage, denn "Es macht Sinn" wird doch meistens als Brücke benutzt, wenn keiner in der Runde sich anderweitig auten möchte.......... Z.B.: Chef macht einen Vorschlag, den keiner so richtig gleich kommentieren möchte und es sagt einer im Gedankengang und um Zeit zu gewinnen "Es macht Sinn...."

  • Antwort von Sarah46 22.05.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich halte es für falsch, den Ausdruck "Sinn machen" als Anglizismus zu bezeichnen.

    Alle Bekannte (aus Trier und Mainz und anderen Regionen in Rheinland-Pfalz), die ich gefragt habe, würden niemals "das ist sinnvoll" gebrauchen. Sinnvoll gehört sogar gar nicht zu ihrem aktiven Wortschatz. Bestenfalls in der Schriftsprache kann man sich den Gebrauch dieses Adjektivs vorstellen.

    Es scheint mir ein typischer Fall zu sein, wie jemand aus Norddeutschland Menschen in anderen Regionen sagen will, wie sie zu sprechen haben.

  • Antwort von Halloween2 08.10.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Nebenbei ist die von Herrn Sick veröffentlichte Erklärung mehr auf beifälliges Lachen, als auf Sachlichkeit aus. Eine mindestens ebenso unterhaltsame Auseinandersetzung mit Herrn Sicks Ausführungen findet sich unter: http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2007/10/01/sinnesfreuden-i/

  • Antwort von DerechteGrinch 17.03.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Was ist mit: ....macht Spaß ??? ....macht hungrig ??? ....macht dick ????? ...macht Sinn ??

  • Antwort von Halloween2 08.10.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Sinn kann man vergleichen mit Tiefe, Höhe oder Breite. Es ist möglich etwas mit diesen Eigenschaften zu erschaffen (machen). Es ist möglich diese Eigenschaft zu verändern. Es ist aber nicht möglich dem Ding diese Eigenschaft nachträglich angedeihen zu lassen. Somit kann man etwas Sinnvolles machen, man kann Etwas sinnvoller machen, man kann aber nicht nachträglich einen Sinn machen. Das es sich bei dieser Redewendung um einen Aglizismus handelt ist eher unbewiesen.

  • Antwort von pmielke 01.10.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    "Sinn machen" ist eine Lehnbildung nach dem englischen "to make sense" (= einen Sinn haben). Schön ist diese Denglisch-Grammatik zwar nicht, aber mittlerweile ist dieser Ausdruck so geläufig, dass er sicher bald den Weg in den Duden finden wird.

  • Antwort von Sylboy 30.09.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Das etwas Sinn macht hat vor allen Dingen keinen Sinn.

  • Antwort von abibremer 25.03.2014

    "dummdeutsch" MUSS auch nirgends "geschrieben stehen". es reicht doch VÖLLIG aus, wenn es als solches erkennbar ist: beispiel: hier (bei gf) tauchen immer wieder fragen zum beruf auf, die SO beginnen: ich möchte EIN soundso (tierarzt, schauspieler usw.) werden. es ist doch völlig klar, dass NIEMAND zwei dasunddas werden kann! es handelt sich dabei EINDEUTIG um schlecht übersetzte synchronisationstexte aus der englischen\amerikanischen sprache. der gleiche blödsinnige übersetzungsmangel liegt dem "sinn machen" zugrunde(to make sense). besser ist nicht nur nach ansicht sebastian sicks (der dativ ist dem genitiv sein tod) die version: "sinnvoll sein",bzw. im negativen fall "sinnlosigkeit". nur weil auch die kanzlerin blödsinn redet, wird schlechtes deutsch nicht besser. beispiel (o-ton merkel): die zeiten WO wir..... (es hätte "in denen" heißen müssen)

  • Antwort von misterferien 12.01.2014

    Sprache verändert sich. Prinzipiell ist dieser Vorgang nicht aufzuhalten, das war wohl schon immer so. Was enorm zunimmt, ist die Geschwindigkeit und der Verbreitungsgrad, mit der Veränderungen Fuß fassen. Radio, Fernsehen und Druckmedien sei Dank!

    In meinem persönlichen Umfeld ist mir die Formulierung "Sinn machen" erst in den letzten Jahrzehnten bewußt geworden. Ich (fast 70 Jahre alt) kann mich nicht daran erinnern, dass irgendetwas während meiner Kindheit oder Jugend "Sinn gemacht" hätte. In öffentlichen Medien schon gar nicht. Gestern noch wurde "Sinn machen" im SWR1 Radio in den Nachrichten so verwendet. .

    Dass Sinn machen ein Anglizismus ist, liegt nahe, ich kann es aber nicht beweisen.

    Ich kann mich noch an einen Wettermoderator im Deutschen Fernsehen erinnern, der in den 80-er Jahren regelmäßig die Formulierung "ab und an" anstelle von "ab und zu" gebraucht hat. Mich hat erstaunt wie schnell sich dieser Ausdruck innerhalb von Wochen fest in der Umgangssprache etabliert hat. Er war mir und den Personen in meinem Umfeld bis dahin vollkommen unbekannt.

    Ein weiteres Beispiel für Sprachveränderung ist das Wort "hart" anstelle von "schwer". Auch hier kann ich nicht beweisen, dass es sich im Grunde um einen Anglizismus handelt, ich vermute aber, dass auch hier wörtlich übersetzt wurde. Schlechte oder ungenaue Filmsynchronisationen sind ein geeignetes Mittel, um solche Veränderungen einzuführen. "Hart arbeiten" oder "wir / ich habe(n) hart gearbeitet" ist ein Beispiel, an dem die Serie Dallas wohl stark beteiligt war. Ich bin damit aufgewachsen, dass man "schwer" arbeitet, auch dann, wenn es sich nicht um körperliche Arbeit handelt. Heute wird nur noch "hart" gearbeitet und anstelle "es war ein schwerer Weg", ist es heute ein "harter Weg". So habe ich schon die Formulierungen gehört "harte Geburt", "es war hart für mich" anstelle von "schwerer Geburt" und "es ist mir schwer gefallen, bzw. es war schwer für mich"! "Schwere Zeiten" sind heute durchweg "harte Zeiten".

    Solche und andere Veränderungen nehmen wir Deutsche sehr schnell auf, wenn sie von "oben" kommend durch die Medien verbreitet werden. Hier sollte von den verantwortlichen Machern mehr Sorgfalt und Einfühlungsvermögen erwarten.

    Übrigens, deutsche Familiennamen dürfen und sollten wir vielleicht auch unverkrampft deutsch aussprechen, auch dann wenn sie Amerikanern, Canadiern ect. gehören. In unseren Nachbarländern Frankreich, Spanien, Italien und anderen, ist man da sehr viel lockerer.

  • Antwort von Tilidini 12.01.2014

    So wie Albrecht schreibt ist es vollkommen richtig. Es hat keinen Sinn zu schreiben, "Es macht keinen Sinn". Wurde aus dem amerikansch-engl. übernommen.

  • Antwort von taschenanna 21.08.2013

    Setze für Sinn das Wort "Zweck" ein. Das hat zwar eine andere Bedeutung, aber du würdest auch nie "das macht Zweck" sagen

  • Antwort von superweiser 30.09.2012

    Könnten die Diskutierenden bitte einmal eine treffendere idiomatische Übertragung des englischen 'That makes sense !' ins Deutsche benennen, welche gleich viel oder mehr Sinn macht als 'Das macht Sinn !' ?!? Glaubt mir, es gibt keine !

  • Antwort von MatthiasHm 02.10.2011

    Der unzulässige Gebrauch ist meines Erachtens eine Internet-Legende von Leuten, die damit ihre tollen Englischkenntnisse zur Schau stellen wollen. Selbst wenn es ein Anglizismus sein sollte, so ist es längst in Journalismus, Literatur und Alltag eingebunden, und eine klare Verbesserung. "Sinn ergeben" ist manchmal einfach völlig unangemessen. Auch "Sinn haben" ist da oft unbeholfener.

  • Antwort von airforceone 08.02.2010

    Sinn kann man nicht machen!!

    Unsinn schon, zumal mit der deutschen Sprache. Abgesehen davon, dass "machen" für sich allein schlechtes Deutsch ist, ist "Sinn machen" nicht mal das, sondern gar kein deutsch!

  • Antwort von HeHoHa 22.03.2008

    Ich kenne den Ausdruck „das macht Sinn“ in der Bedeutung: das ergibt Sinn.

    Das Wort machen hat regional erweiterte Bedeutung. Der Rheinhesse kann sagen: „Ich mache nach Mainz“ und meint damit, dass er nach Mainz fährt. In einem Lied von M.Claudius macht sich ein Vogel „in die Wälder“, begibt sich fliegender weise also dort hin. Ich bin Mitte 40 und kenne das „Sinn machen“ eigentlich schon immer mit der Bedeutung ergibt Sinn. Der Duden reiht es aber auch unter Anglizismus ein.

  • Antwort von paulkr 11.03.2008

    Das ist eine dieser dämlichen Angewohnheiten, etwas aus der Englischen Sprache zu übernehmen: Doesn`t "make any sense". Non-Sense!

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