Frage von lenoxii, 62

Warum zweifeln mache immer noch an der Diagnose ADHS haben, obwohl sie von der WHO als Krankheit des ICD5 Systems klassifieziert ist?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo lenoxii,

Schau mal bitte hier:
Schule Krankheit

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von einfachichseinn, 36

Oft behaupten die Menschen, dass es jene Krankheit gar nicht gäbe, weil es sie früher auch nicht gab. Das ist allerdings ein sehr weit verbreiteter Irrglaube

Es gibt nicht mehr Krankheiten, sondern nur mehr Diagnosen da ist ein himmelweiter Unterschied, auch wenn er oft nicht so gesehen wird

Aber zu allererst mal etwas allgemeines zu ADHS. Das ist weder eine Modeerscheinung oder ähnliches. Das erste mal wurde das Krankheitsbild von einem Kinderarzt irgendwann im 19. Jahrhundert berichtet und ich wette du kennst sogar den Arzt der dieses Krankheitsbild veröffentlicht hat. Es stammt von Autor des Struwwelpeters.

Außerdem ist nicht jedes Kind, das aktiv ist gleich hyperaktiv und hat ADHS. In diesem Wort steckt schon die Vorsilbe Hyper. Die in etwa "mehr" oder "vermehrt" bedeutet. Das heißt jedes Kind ist aktiv, mit 5 ist man auch aktiver, als mit 10 und mit 10 ist man aktiver als mit 18.  Das weiß auch jeder Arzt und Psychiater, aber wenn ein Kind im Vergleich zu seiner Referenzgruppe (also Kindern in seinem Alter) aktiver ist, dann ist das schon ein Indiz für ADHS. Das selbe gilt für das Thema Konzentration. Klar kann man von keinem Menschen erwarten, dass er sich stundenlang konzentriert, aber auch untern Kindern gibt es welche, die sich sehr gut konzentrieren können und andere, die sich weniger konzentrieren können und es gibt jene Kinder, die sehr große Probleme mit der Konzentration haben. 

Ein vielleicht einfacheres Beispiel sind Depressionen. Jeder Mensch kennt es, wenn er mal traurig ist und sich nicht motivieren lässt, am liebsten nur im Bett liegen würde und nichts tun will, weil er niedergeschlagen ist. 

Das ist ganz normal, deswegen hat man nicht gleich Depressionen, aber wenn dieser Zustand dauerhaft bleibt, also man über lange Zeit kaum positives Gedanken hat, dann sollte man sich Gedanken machen.

Was das Thema Diagnosen angeht (das sprach ich schon ganz am Anfang an), muss gesagt werden, dass die Gesellschaft sehr im Wandel ist. Heute zählen  manche Dinge und Kompetenzen viel mehr, als andere. So ist es heute gar nicht mehr so einfach einen Job zu bekommen. Heute gilt die Hauptschule ja schon fast als komplett chancenlos. Vor dreißig Jahren sah das noch ganz anders aus.

Hinzu kommt, dass Kinder heute einen ganz anderen Stellenwert haben, als früher. Sie werden ganz anders (vielleicht viel feinfühliger) behandelt. 

Außerdem hat sich auch das Bild einer Psychiatrie gewandelt. Das was früher noch eine Irrenanstalt war, wo nur Verrückte rein und nie wieder raus kamen, wird heute, wie eine (fast) ganz normale Arztpraxis betrachtet. Es ist keine "schande" mehr, wenn man zum Psychiater geht. 

Alles das führt eben dazu, dass viel mehr Diagnosen gestellt werden, als früher. Es werden auch in den kommenden Jahren noch mehr Diagnosen werden, da die Kinder, die ADHS-Diagnosen erhielten auch irgendwann Kinder bekommen und viel besser bestimmte Symptome erkennen können und so viel eher handeln. 

Und zu guter Letzt spielt natürlich auch der Wandel der Gesellschaft eine große Rolle. Früher galt man unter jungen Menschen noch als "cool", wenn man lange Haare hatte, Gitarre spielen konnte und eine große Klappe hatte. Heute sind ganz andere Dinge wichtig. Heute ist man auch teilweise schon in der Schule angesehen, wenn man gute Noten hat, weil doch unterschwellig irgendwie klar ist, dass man so später beruflich Erfolg hat. 

In Bezug auf deine Frage will ich sagen, dass man früher nicht mehr wirklich "cool" war, wenn man schwach (also durch eine "Krakheit" geschwächt) war. Heute wird viel mehr toleranz und Akzeptanz gepredigt. Es ist kein Ding mehr, wenn man sagt ich bin krank. 

und jetzt wirklich mein Schlusswort. Auch die sozialen Medien spielen doch eine bedeutend große Rolle. Wenn irgendwo auf facebook ein Bild gepostet und geteilt wird, welches Aussagt "alle menschen mit ADHS sind doof", dann werden sich vermutlich hunderte Menschen melden und sagen, dass es gar nicht stimmt. Und diese Masse an Menschen erscheint doch ziemlich viel. Wobei es eigentlich nicht unbedingt viel ist, wenn man das auf's ganze Land rechnet. Aber vielleicht kann man sagen, dass so etwas mehr oder weniger ein Magnet für erkrankte ist. So wie eine Selbsthilfegruppe, da wirst du auch mehr ADHSler oder anders erkrankte auf einem Haufen treffen, als zufällig auf der Straße

Antwort
von SupraX, 40

Ich bin nicht sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe.

Es besteht kein Zweifel daran, dass ADHS exisitert. Bezgl. der Diagnose dient es aber halt oft nur als "einfacher Weg". Schwierige Kinder haben halt ADHS und fertig. Das ist quasi die einfache Universallösung wenn man nicht mehr weiter weis oder sich nicht zu sehr mit den Problemen des Kindes und der Erziehung auseinandersetzen will. Daher hat diese Erkrankung immer so einen gewissen bitteren Beigeschmack.

Antwort
von Peppi26, 21

Weil jedes Kind das mal etwas mehr Temperament hat als ADHS Kind abgestempelt wird! Das ist sehr nervig! Kinder müssen manchmal laut und wild sein! Außerdem finde ich das man dann immer das Kind so in Schutz nimmt, egal was es macht! Es tut mir leid aber er kann nix dafür er hat ADHS! Ich denke das diese Diagnose viel zu oft gestellt wird!

Kommentar von einfachichseinn ,

lies mal bitte meine Antwort.Jeder Psychiater, Arzt; Lehrer; sonstwas weiß, dass Kinder Bewegung brauchen und auch mal den nötigen Raum brauchen, um "auszuflippen" das ist ganz normal, nur wenn es eben ständig, vermehrt und unkontrolliert auftritt, dann hat es nichts mehr mit Kind sein zu tun.

und wie kommst du darauf, dass die Diagnose zu oft gestellt wird? Hast du darüber irgendwelche Studien, Belege oder sonstige Untersuchungen?

Antwort
von beroud, 19

die psychologie hat viel dafür getan nicht ernst genommen zu werden, und daß krankheiten oder störungen, die alle in den letzten zwanzig jahren erst erfunden wurden, zu einer nervtötenden modewelle geworden sind, ähnlich wie tattos, macht es halt auch nicht besser

versteh mich richtig, du hast sicher was und mußt vielleicht auch was dafür oder dagegen tun - ich bezweifle allerdings, daß die wunderheiler für kassenpatienten dabei eine hilfe sind...

Kommentar von einfachichseinn ,

adhs wurde aber nicht erfunden oder sonst was. Lies mal den Struwwelpeter. Der Autor war ein Frankfurter Kinderarzt, der Beobachtungen aus seiner Praxis beschrieb, dabei stellt der Zappelphillip zum Beispiel den ADHSler dar, Hans guck in die Luft den ADSler, der Suppenkasper stellt Anorexie dar usw..

Antwort
von Goodnight, 37

Weil fast jedes unerzogene Kind die Gefälligkeitsdiagnose ADHS bekommt.

Kommentar von einfachichseinn ,

echt woher hast du das?

Studien, Belege andere Untersuchungen?

Kommentar von Goodnight ,

Erfahrung, niemand ist verpflichtet die Kinder bei Psychologen /Sonderpädagogen mit aufwendigen Verfahren abzuklären. Die sind sehr anstrengend und teuer.

Ich kenne Eltern die von Lehrern genötigt werden beim Kinderarzt Ritalin zu besorgen. Wie gesagt, kann man verordnen ohne aufwendige Diagnose.

Kommentar von einfachichseinn ,

niemand bekommt Ritalin ohne Diagnose.

Kommentar von Goodnight ,

LOL.. Die Qualität der Diagnose spielt keine Rolle.

Kommentar von einfachichseinn ,

Achso und du kannst beurteilen, wie Hut so eine Diagnose ist ohne dass du dabei wärst. ist klar 😂😂😂

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