Jeder hat sich doch bestimmt schonmal irgendwo angeschlichen , oder z.B. nachts früher zu Hause reingeschlichen ... Bei dem Versuch möglichst keinen Laut von sich zu geben verzieht so gut wie jeder seine Mundzüge und/oder Stirnfalten. Es wird wohl irgendwie ein Reflex sein, aber warum machen wir das ?

Ich starte mal einen vorsichtigen Versuch der Erklärung....;-) Zu deiner Frage fällt mir ein Phänomen ein, das man häufiger bei Kindern beobachten kann, die gerade das Schreiben lernen: Sie fahren sich mit der Zunge über ihren Mund! Das erinnert ein bisschen an das, was du schilderst, nämlich wenn man etwas mit besonders viel Bedacht, Konzentration und Anstrengung versucht. Was hier stattfindet, sind verschiedene Formen der Wahrnehmung (kinästhetische Wahrnehmung= "Fühlverstehen" mit anderen Worten). Man stimuliert seine Sinne auf möglichst unterscheidliche Arten, damit das Ergebnis "zufriedenstellend" ist... Das Kind, das Schreiben lernt, koppelt hier quasi fühlen und spüren (des Körpers), denken und handeln gleichzeitig. Diese Vorgänge laufen parallel ab und stehen in Abhängigkeit zueinander. Die Sensorik setzt dann die Motorik entsprechend in Gang und voilà: Das Kind schreibt!;-) Die Erklärung ist vielleicht nicht abendfüllend, aber ein Ansatz. Gute Frage übrigens!
Ich finde, obige Antwort kommt schon sehr nah an die hundert Prozent ran! Wenn ich mich in die von Dir erfragte Situation rein versetze, merke ich, dass ich die Anstrengung, Konzentration oder wie man es nennen will, durch den entsprechenden Gesichtsausdruck unterstütze und so mich selbst dabei unterstütze, das Ziel (leise sein) zu erreichen.
Um ehrlich zu sein habe ich nicht damit gerechnet, dass die Frage zu 100 % sicher beantwortet werden könnte. Aber deinen "vorsichtigen Versuch einer Erklärung" find ich schonmal sehr interressant. Vielen Dank !