Frage von Burn91, 49

Warum zieht ein Elektromotor beim "stecken bleiben" mehr strom?

Antwort
von Halswirbelstrom, 37

Wenn sich der Rotor des E-Motors dreht, ensteht in der Rotorspule eine Induktionsspannung, die gemäß dem Lenz´schen Gesetz ihrer Entstehungsursache, dem Strom, entgegenwirkt. Ist der Rotor blockiert, dann fehlt diese Gegenspannung und die Stromstärke ist größer als bei rotierender Spule. 

LG

Kommentar von Burn91 ,

Also ist die Induktionsspannung im Rotor ein Widerstand, der immer kleiner wird umso langsamer sich der Rotor dreht? Und das ist auch ein Grund wieso er Druchbrennt? (Mehr Strom = Mehr Erhitzung auf die der Motor bzw. Wicklung nicht ausgelegt ist). Natürlich wird auch die Fehlende Kühlung durch die Rotation eine Rolle spielen?

LG

Kommentar von Halswirbelstrom ,

Die Induktionsspannung ist kein Widerstand i.S. des elektrischen Widerstandes, aber sie hemmt den Strom. Die Induktionsspannung ist bei ruhenden Rotor nicht vorhanden, daher wird dem Strom nicht mehr entgegengewirkt. Er wird i.d.R. so groß, dass der Motor durchbrennt, wenn keine Sicherung vorhanden ist. 

Bei Induktionsmotoren (Kurzschlussläufermotoren) sind die Verhältnisse etwas anders. Bei ruhenden Kurzschlussläufer wird in ihm eine besonders hohe Induktionsspannung erzeugt, die einen entsprechend großen Strom im Kurzschlussläufer bewirkt. Entsprechen vergrößert sich auch gemäß dem Energieerhaltungssatz die Stromaufnahme in den Statorspulen, die das magnetische Drehfeld erzeugen, welches die Ursache für die Induktionsspannung bzw. dem Induktionsstrom im Kursschlussläufer ist.

LG

Kommentar von Burn91 ,

Ok also ersters gilt nur bei Einphasigen Motoren und das Zweite bei Drehstrommotoren (syncro und Asyncro)? Wenn jetzt der Rotor stehen bleibt wird durch das rotierende Drehfeld eine große Spannung im Kurzschlussläufer induziert, aber wieso und wie wirkt sich das auf die Statorspulen aus? 

Kommentar von Halswirbelstrom ,

Der Kurzschlussläufer z.B. eines Drehstromasynchronmotors wirkt, wenn er nicht rotiert, vergleichsweise wie die Sekundärspule eines Transformators, die kurzgeschlossen wird. Wenn die Stromstärke im Sekundärstromkreis steigt, dann steigt auch in einem bestimmten Maße die Stromstärke im Primärstromkreis. Wenn nämlich die Sekundärstromstärke größer wird, dann wirkt das von diesem Strom erzeugte Magnetfeld dem Magnetfeld stärker entgegen, welches vom Primärstrom erzeugt wird. Weil sich dadurch aber der Magnetfluss, der beide Spulen durchsetzt nicht mehr so stark ändert, entsteht auch in der Primärspule eine kleinere Selbstinduktionsspannung. Diese hemmt bekanntlich den Primärstrom. Da er nun weniger gehemmt wird, vergrößert sich dieser also. Damit ist aber nur das Prinzip dieser kausalen Zusammenhänge umrissen.

LG

Kommentar von Burn91 ,

Ok schaun wir mal ob ichs verstanden habe ;)

Der Rotor bleibt aus irgendeinen Grund stecken. Der Strom im Kurzschlussläufer mit mehr. Darum wird auch sein Magnetfeld größer, dieses Magnetfeld wird dem Magnetfeld im Stator entgegen (welches den "eigenen" Strom in Stator etwas hemmt). Und da jetzt der Strom in Stator weniger Widerstand hat, fleißt mehr Strom?

Ich hoffe du bringst etwas Geduld für mich auf ;)

LG

Kommentar von Halswirbelstrom ,

... bingo !

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community