Frage von janahallo, 200

Warum wurden Pferde damals anders behandelt als heute?

Warum wurden pferde damals anders behandelt als heute? Damals waren die Pferde fit und gesund und """gefügig"''. Damals war es egal, welcher Sattel auf dem Pferd lag, und damals sind die meisten doch komplett ohne sättel geritten. Und die Pferde wurden alt, älter als unsere heutzutage und fit waren sie damals. Und heute, jedes Pferd hat ein angepasstes Gebiss, meistens noch für 100€ und dann noch ein Millimeter angepasster Sattel, wehe der passt nicht, dann ist die Hölle los. Und dieses eindecken der Pferde mit ihren 10 Gramm decken. Warum verweichlichen wir unsere Pferde so? Warum kann man sich nicht einfach wie damals aufs Pferd schwingen und auf die wiesen los fetzen. Nein man muss erst die Bandagen umwickelt und das Pferd muss ja auch perfekt in der senkrechten laufen, und wehe es sammelt sich ein Steinchen unter dem Huf, da kann der gaul ja nicht mehr laufen. Gibt es hier noch Leute, die ihre Pferde, wie pferde behandelt und nicht jedes kratzerchen mit 1000 küssen und salben behandeln?

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 113

zum einen - was ist damals für dich?

wer vor 150-100 jahren ein reitpferd besass, war sehr vermögend. ein reitpferd - und schon erst recht ein gutes reitpferd - hast du nicht an jeder strassenecke bekommen. ein pferd, das mit nur EINER person von a nach b bewegt wurde war purer luxus. wer eins wollte, musste in der regel lange danach suchen. dementsprechend sorgfältig ist man mit dem luxusartikel umgegangen.

grössere zahlen an reitpferden gab es nur beim militär. und weil die extreme belastungen aushalten mussten und das leben des soldaten vom leistungsvermögen und der mitarbeit des pferdes abhing, wurden die pferde dementsprechend sorgfältig ausgebildet.

bis vierjährig galt das pferd als fohlen. vorher wurde auch nicht angeritten. und dann wurde es etwa drei jahre lang schonend ausgebildet, mit äusserstem bedacht auf leistungsfähigkeit, motivation und zuverlässigkeit. ein offiziers- oder auch "parade"pferd hat noch mal zwei bis drei jahre zusätzlicher ausbildung bekommen.

wenn von einem pferd dein leben abhängt, musst du es gut behandeln. nachts haben die soldaten sich an ihren pferden gewärmt - und oft genug haben sie dem pferd auch ihr letztes essen gegeben. das pferd hatte oberste priorität. unberechtigtes bestrafen oder gar misshandeln war nicht geduldet. unterwegs beim halt wurden zügel und packriemen verwendet, um kleine gelände für die nachtweide einzuzäunen. die schnüre wurden mit karabinern miteinander gekoppelt - und dementsprechend standen die pferde nachts auf einer sogenannten "koppel". 

koppel ist tatsächlich der begriff für nachtweide.

ein koppel pferde sind übrigens vier bis acht ersatzpferde, die miteinander "gekoppelt" wurden, damit sie von einem einzelnen soldaten geführt werden konnten.

auch bauernpferde hatten es ziemlich gut. auch sie waren luxus. die meisten bauern verrichteten ihre landarbeit nämlich mit ochsen. wer eines oder gar mehrere der viel leistungsfähigeren pferde beass, der sah zu, dass die tiere möglichst nicht krank wurden. besonders gefürchtet war der rehekreuzverschlag (feiertagskrankheit oder auch schwarze harnwinde), druse, dummkoller, deckseuche und geburtskomplikationen und fohlenlähme. man wusste, dass ein verschwitztes pferd nur saufen darf, wenn es danach gleich weiterarbeiten muss. pferde brauchen viel weniger pausen auf dem feld, als ochsen (ochsen müssen widerkäuen), sind schneller und setzen weniger futter in mehr leistung um. und sie sind schneller und intelligenter und sind bis in ein viel höheres alter arbeitsfähig. die tragende stute ging bis zum abfohlen im geschirr. trainierte stuten gebären viel leichter und komplikationsloser, als verhätschelte weidepferde. die fohlen liefen ab einem alter von einer woche neben der arbeitenden stute her. wenn man sie etwa 3-jährig angelernt hat, kannten sie das meiste bereits. gängie pferdenamen waren brauner, fuchs, schwarzer, schimmel, lotte und lise.

weisst du, wie ein wirklich alter kotten aufgeteilt war? du kamst hinein und direkt neben dem eingang standen die pferde. meist in einer relativ kleinen laufbox. die bot platz für zwei pferde. gab es mehr pferde, wurden aus der box aus platzgründen offene ständer. auf der andern seite war die kuh mit dem kalb und daneben der schweinekoben. neben den pferden waren die alkovenbetten, daneben der ziegen- oder schafbereich. hinten in der mitte war die offene feuerstelle mit dem kaminabzug, in dem der rauch abzog und das fleisch zum räuchern hing. im bereich hinter der kuh wurde käse gemacht und das essen vorbereitet. essensvorräte und getreide wurden in säcken an der hinteren wand gelagert, gemüse draussen in einer miete oder einem erdkeller, milch wurde im eimer oder krug in den brunnen gehängt und blieb dort kühl. oberhalb der tierbereiche und der alkoven wurde heu und stroh gelagert - und darin auch äpfel und birnen für den winter. das ganze leben der menschen und tiere spielte sich in einem einzigen raum ab. wer so eng mit seinen tieren zusammenlebt und derart auf sie angewiesen ist, kann es sich nicht erlauben, sie schlecht zu behandeln.

der unterschied ist, dass die kinder damals als kinder damit aufgewachsen sind und alles gelernt haben, was sie wissen mussten. man hat tiere nicht derart vermenschlicht, sondern sie ihren bedürfnissen entsprechend behandelt.

sättel und geschirre waren von ihrer struktur her ganz anders. ich hatte das glück, für mein pony sowas wie einen "nachbau" eines solchen sattels zu besitzen (kostete mit ordentlich gebrauchsspuren dasselbe wie ein ladenneuer markensattel), ein völlig geniales gerät mit einem doppelt geteilten flexiblen holzbaum, flexibler kammerung und rosshaarpolsterung. und einem geteilten kopfeisen.diese sättel engen das pferd nicht ein und passen sich selber an. völlig genial. militärsättel sind ganz ähnlich (baujahr bis etwa 1945). als gebiss hat man viel ledergebisse verwendet oder einfach ein lederhalfter ohne gebiss oder ein einfaches eisen-stangengebiss.

geschirr- oder satteldruck bedeutete arbeitsausfall. wo es polster brauchte, kam ein woilach drunter.

einen tierarzt brauchte man nur selten. der schmied hat nur beschlagen oder ausrüstung geflickt. die hufe hat man selber ausgeschnitten.

man hat sich auch nicht einfach aufs pferd geschwungen und ist losgefetzt, auch wenn die bauernkinder sich auf der weide einfach draufgesetzt haben und losgeritten sind. im sommer haben sie sich drum gerissen, die pferde in die schwemme zu reiten.

man hat pferde auch nicht gern gegessen. zum einen ist weder ein 20 jahre altes pferd, das 17 jahre gearbeitet hat, noch ein 12 jahre alter ochse, der 10 jahre gearbeitet hat, besonders lecker - es ist einfach nur muffig und gotteserbärmlich zäh. mit essig und gewürzen konnte man es halbwegs geniessbar machen. mehr aber auch nicht. wann immer man nicht unbedingt drauf angewiesen war, hat man fleisch von alten pferden und ochsen an die hunde verfüttert, aus dem fett und den knochen seife gemacht und das leder für kleidung oder ausrüstung genutzt. auf so manchem pferd lag ausrüstung aus pferdeleder.

im grossen und ganzen hatten es die allermeisten pferde viel besser als die heutigen und sie waren tatsächlich wohl auch weniger krank. das lag hauptsächlich daran, dass ihre besitzer weniger geld und mehr ahnung hatten. ausserdem war man gegenseitig aufeinander angewiesen.

Kommentar von friesennarr ,

Besser geht nicht mehr, wow.☺

Kommentar von ponyfliege ,

danke schön...

ostpreussische vorfahren... bauern... und mal als betreuer einer kindergruppe ferien in einem "original-kotten" (ohne tiere im haus allerdings) gemacht.

im museumsdorf in cloppenburg gibts aber auch soche kotten und ähnliches zu bewundern. es lohnt sich, da mal hinzufahren...

das was man gemeinhin "zivilisation" nennt, gibts für "normale" menschen eigentlich erst seit dem ende des ersten weltkrieges in deutschland... davor war das nur was für die oberschicht...

als weiterführende literatur würde ich 

ulrich raulff - das letzte jahrhundert der pferde 

empfehlen. habs mir grad auf meine "must have" liste geschrieben...

Antwort
von sukueh, 46

"Damals" schwang man sich mit Sicherheit nicht auf ein sattelloses Pferd um damit über die Wiese zu fetzen.... jeder hätte gewusst, dass das gefährlich werden kann und man wollte, wie bereits beschrieben, das "Arbeitsgerät" Pferd nicht "beschädigen". 

So wie sich heute darüber beklagt wird, dass manche ihre Pferde als "Sportgerät" sehen, so wurden Pferde früher als "Arbeitstiere" angesehen. Die freizeitmäßige Haltung so wie heute hat es wohl eher selten gegeben, weil sich das kaum einer leisten konnte. 

Die Pferde vom Militär wurden soweit ich es mal gelesen habe, alle gleich ausgebildet, damit sie jeder Soldat reiten konnte. Damals dürfte es vermutlich auch nur eine einheitliche Reitweise gegeben haben und nicht zig verschiedene. So wurde - wie z.B. auch beim Fahren - über lange Zeit eine Reitlehre entwickelt, die einerseits dafür sorgte, das jeder das Pferd auch reiten konnte und andererseits, dass die Pferde auch möglichst lange reitbar geblieben sind. 

In der heutigen Zeit werden die Pferd teilweise im wahrsten  Sinn des Wortes krank gepflegt. Es gibt zig Tausende Futtermittelchen für mehr Gelassenheit, für mehr Leistungsfähigkeit, für dies und jenes, was im Endeffekt aber nur dem Produzenten und dem Verkäufer solcher Futter hilft. Gleiches gilt für die oftmals im Übermaß erfolgende Fütterung von Leckerlie. Durch das Aufkommen verschiedener Reitweisen und der häufigen Abneigung gegen Dressurreiten und der Auffassung, dass diese ausschließlich für Turniere bestimmt ist, laufen viele Pferde auch wesentlich schlechter als früher. Früher wurde auch das Wissen um die Tiere von Generation zu Generation weitergegeben, von wem will man in der heutigen Zeit als Pferdebesitzer lernen ? Die Opas und Omas oder Eltern hatten normalerweise oft nichts mit Pferden am Hut, also hat man heutzutage nur die Möglichkeit, von der Erfahrung von Stallkollegen oder des Stallbesitzers zu lernen. Wenn man denn das Glück hat, man hat tatsächlich welche, die sich noch auskennen und nicht wie man selber nur "gefährliches Halbwissen" besitzt. 

Die Ausbildung der Reiter wird meiner Meinung nach auch immer schlechter. Während früher noch das Reiten von der Pike auf gelehrt und gelernt worden ist, möchte heute jeder ein schnelles Erfolgserlebnis. Und sich möglichst nicht plagen beim Reiten lernen. Statt zu Reiten wird das Pferd "ausgerüstet". Mit Bandagen, Glitzerschabracken passend zum Wochentag etc. 

Durch die mit dem Internet einhergehende Selbstvermarktungsmöglichkeiten und die mangelnde korrekte Selbsteinschätzung einiger Pferdemenschen ist es dem Laien manchmal auch gar nicht mehr möglich, zwischen gutem und schlechtem Reitunterricht zu entscheiden. Die Angebote klingen so ziemlich alle gleich gut, ob das, was man von sich selbst behauptet, auch tatsächlich wahr ist, findet man oft nur selber raus und oft auch nur dann, wenn schon irgendwas schief gegangen ist. 

Ich habe schon Websiten von Leuten gesehen, die ich persönlich habe reiten sehen und die gerade mal in eigenes Pferd im Griff haben, die dann im Internet großkotzig Reitunterricht und sogar Ausbildung oder gar Problempferdeberitt anbieten. 

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 91

"Damals" war es auch nicht egal ob der Sattel passte oder nicht. Ein Pferd mit Rückenproblemen war nicht wirklich belastbar und dadurch nicht leistungsfähig. Bei der Kavallerie war der Sattel auf das Pferd angepasst, dass der Reiter auf dem sehr gerade geschnittenem, steinharten Sattel nicht unbedingt bequem sitzt war schnurz, hauptsache dem Pferd gehts gut. Die Sättel der früheren Kavallerie sind z.T. heute noch bei Wanderreitern in Gebrauch weil sie für das Pferd wirklich toll sind. Der Reiterpo muss sich eben anpassen. heutzutage haben Sättel ja teilweise Gelfüllungen damit der weiche Reiterar*** nicht schubbert. 

Im Durchschnitt werden unsere Pferde sicherlich älter weil wir eine bessere medizinische Versorgung haben, aber damals ging ein 20 jähriges Pferd noch seinen Dienst und war kein Rentner-Opi auf der Weide. Die Pferde früher wurden zweckmäßig behandelt, und ein gesundes Pferd ist ein belastbares Pferd. Heute ist das eher egal, wenn der Gaul nicht mehr laufen kann kommt er halt 2 Tage in die Box. Ein Ausfall, den man sich früher so hat nicht leisten können. 

Dass die Pferde so eingepackt werden liegt einfach daran, dass wir sie immer mehr vermenschlichen. Sie sind ein Ersatz, der Ersatz für ein Kind oder für den Mann und so werden sie behandelt. Gehegt und gepflegt, gepudert und gewickelt. 

Aber ich kann dich in gewisser Weise beruhigen: Mein Pferd trägt keine Decke, Bandagen verwende ich nur bei Verletzungen und Gamaschen zum schnellen Beinekühlen im Sommer, nicht aber beim Training. Ich galoppiere ein Pferd auch über wiesen, vorausgesetzt, ich kenne die Wiese. Einen Beinbruch will ich nicht freiwillig riskieren, weder für das Pferd noch für mich. Mein Pferd wird auch mit fremden Pferden laufen müssen, da hat es sich genauso zu benehmen. Das wird auch zum Supermarkt geritten und muss mal warten, kann alles erlernt und trainiert werden. Die ausrüstung muss passen und das Pferd wird gymnastiziert damit es beim Reiten auch gesund bleibt. Ansonsten packe ich mein Pferd absolut nicht ein, Pferde sind sehr zähe Pferde die mit wenig gut auskommen.

Kommentar von ponyfliege ,

ich find, es gibt nix bequemeres, als einen ordentlichen militärsattel (aber ich sitze in einem normalo-englisch sattel meist so unbequem, dass ich nach einer halben stunde das pferd freiwillig verlasse). hab halt nen militärhintern.

Antwort
von beglo1705, 73

Pferde waren damals (ich nehme jetzt mal vor 100-150 Jahren als Beispiel) einfach Last- und Arbeitstiere. Jeder Bauer, der sich ein Pferd leisten konnte, war schon hoch angesehen, da er keinen Ochsen mehr vor den Pflug spannen musste und am Sonntag konnte man schon mit der Kutsche zur Kirche fahren. Pferde waren die damaligen "Maschinen". Jeder der ein solch wertvolles Tier besaß hegte und pflegte es natürlich, denn damals waren gute Pferde (im Verhältnis zu heute) sehr teuer, da konnte man sich einen Totalverlust definitiv nicht leisten.

Heute sind Pferde mehr "Liebhabertiere" als noch zur damaligen Zeit, der Reitsport auch wer nur gern Freizeitmäßig in´s Gelände geht, nimmt zu, vielleicht auch, weil es einfach anmutige Tiere sind.

Zur Artgerechten Tierhaltung gehören für mich übrigens mehr, als dem Pferd eine Decke über zu schmeißen: Ich persönlich halte auf meiner kleinen Offenstallpension derzeit 10 Pferde, davon 2 eigene. Eine Süddeutsche Kaltblutstute, die derzeit 5 Tage in der Woche als Rückepferd im Wald eingesetzt wird (ja ich verdiene mein Zubrot mit der Arbeitskraft meiner Stute) und einen Barockpintohengst, weil auch ich zu den Freizeitreitern gehöre.

Meine Pferde sind ausgeglichen und freundlichen Gemüts, da sie in einer Gruppe zusammen leben dürfen und weil ich beide geistig und körperlich fördere und fordere, denn Pferde wollen auch beschäftigt werden und nicht nur raus und fressen, das schafft nur Frust.

Antwort
von Power2405, 6

Ich liiiiiiebe Pferde und Hunde ;) auch noch andere Wesen ;) aber ich bin viel zu faul geworden mich richtig um sie zu kümmern ;) deshalb überlasse ich sowas lieber Leuten die mehr Motivation dafür haben , ausserdem bin ich ein Stadtmensch ohne Auto und hätte nicht mal genügend Platz für einen 4beinigen Mitbewohner :)

Antwort
von Jerne79, 83

Wie kommst du denn auf all diese Ideen?! Und warum muß man sich darüber beschweren, daß Tiere heute weniger gequält werden als früher?!

Im Mittelalter waren Tiere beim besten Willen nicht zwangsweise gesund und fit. Arbeitstiere - und andere gab es kaum - wurden vor allem genutzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Sicher gab es Menschen, die ihre Tiere besser behandelten als andere, schon weil Schonung zur rechten Zeit die Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit erhöhte.

Kommentar von friesennarr ,

Arbeitstiere - und andere gab es kaum - wurden vor allem genutzt, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ohne Rücksicht auf Verluste hätte man sich gar nicht leisten können. Die meisten Arbeitstiere wurden sehr gut gehalten.

Antwort
von Michel2015, 21

Ist Deine Frage nicht eher geschlechterspezifisch? Also sie hat weniger was mit Geschichte zu tun.

Antwort
von Troidatoi, 100

Die Bauer und Reiter waren auch anders.

Antwort
von OnkelSchorsch, 98

Was meinst du mit "damals"?

Zudem wurden Pferde früher gewiss nicht besser behandelt. Die Lebenserwartung eines Pferdes war im Durchschnitt sicherlich bedeutend kürzer, schon alleine deshalb, weil es nicht an jeder Ecke Tierärzte gab. Wenn ein Pferd was hatte, wurde es geschlachtet und kam als Sauerbraten auf den Tisch, machen wir uns da mal nichts vor!

Auch waren Pferde keine Freizeittiere, sondern Nutztiere. Die mussten arbeiten und sogar in den Krieg ziehen. Auch das war nicht so gut für die Pferde und kratzte ganz erheblich an die Lebenserwartung.

Ich befürchte, dass du mit deinen Ideen einer romantisch-verklärten Märchenvorstellung nachhängst, die es so wie du dir das vorstellst, wohl nie gegeben hat.

Kommentar von ponyfliege ,

ein deutsches pferd wird laut statistik der versicherungen im schnitt nicht einmal 10 jahre alt.

Kommentar von friesennarr ,

Komisch, die Arbeitspferde meines Opas wurden ca. 30 Jahre alt und das sogar ohne Tierarzt. Geschlachtet hätte mein Opa auch keines seiner Lieblinge.

Kriegspferde waren wie Pony schon geschrieben hat gut ausgebildete Pferde und wenn sie starben, dann nicht weil es ihnen nicht vom Mensch her gut ging, sondern weil sie wie ihr Herr im Kampf gefallen sind.

Heutige Pferde haben sogar eine weitaus kürzere Lebenserwartung und sind viel häufiger krank als die von "Damals".

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Beachte meine Eingangsfrage: Was meinst du mit "damals"?

Vor  ein paar Jahren, paar Jahrzehnten, paar Jahrhunderten oder paar Jahrtausenden? Ohne diese Angabe ist eine exakte Antwort kaum möglich. Ich ging eher von Berichten aus dem Mittelalter aus, nicht von Berichten deines Opas.

Kommentar von friesennarr ,

Du hast für deine "Damals" antwort auch keinen Zeitraum genannt, wodurch ich mir den Zeitraum selbst aussuchen konnte.

In meinem Fall ist das ganze bei ca. 70 Jahre her.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Schön.

Kommentar von beglo1705 ,

Dein Opa hat seine Pferde auch sicher nicht mit Müsli oder Mash vollgestopft bis zum Erbrechen. Es waren Arbeitstiere, wertvolle Mitarbeiter und damals gab´s so Schnulli einfach noch nicht. Da wurde gefressen, was halt in der Futterraufe hing.

Kommentar von ponyfliege ,

mash gabs überhaupt nur, wenn ein pferd krank war. allerdings war das ganz anders zusammengesetzt. wer hat denn am stall heute noch einen häcksler?

und wer hat noch langstroh? oder hybridfreien hafer? kennt einer von euch überhaupt noch grünhafer, also grün geernteten hafer, der mit dem stengel zusammen an der rispe verfüttert wird?

Kommentar von beglo1705 ,

Ja kenn ich, da wir in unserer Landwirtschaft selbiges auch anbauen für unsere Pferde und teils zum Verkauf nach Österreich anbieten. Stroh wurde bei uns noch nie kurz gehäckselt, ausser auf Wunsch der Milchkuhhalter, da die kürzeren Halme den Pansen besser "pieksen" und zur ordentlichen Verdauung anregen.

Antwort
von Superpfanne1, 16

Früher konnte man gar nicht durch hohes Gras oder durch Wälder reiten, weil damals fast alle Bäume gefällt worden sind. Und die sind nicht wieder angepflanzt worden. 97% Wald wurde abgeholzt, das bedeutet, das es in Deutschland nur noch 3% Wald gab. 

Pass mal in Geschichte auf!

Heute sind erst 80% der Wälder in Deutschland wieder nachgepflanzt!

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