Warum wurde die DM eingeführt?

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3 Antworten

der Osten (damalige russische Besatzungszone) hat neues Geld eingeführt, also hat der Westen auch reagiert und die D-Mark eingeführt.

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Kommentar von Hegemon
06.11.2016, 15:34

Falsch. Zuerst haben die Westmächte die Währungsreform
durchgeführt - am 20. Juni 1948. Die Sowjets waren gezwungen, darauf zu reagieren: "Durch die Einführung der D-Mark in den westlichen Besatzungszonen drohten RM in größerer Menge in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) abzufließen, was einen starken Überhang und so eine galoppierende Inflation hätte auslösen können." (Zitat Wikipedia)

Sämtliche Initiativen zur Deutschen Teilung gingen von den
Westmächten aus: Londoner Sechsmächte-Konferenz, Frankfurter Dokumente, einseitige Währungsreform, einseitige Staatsgründung. Die Sowjets haben lediglich jeweils darauf reagiert.

Grund der Teilung war, daß die Westmächte die Westzonen nicht an den berechtigten Reparationen für die Sowjets beteiligen wollten (obwohl eine gesamtdeutsche Wehrmacht die SU zerstört hatte: 1.710 Städte, 70.000 Dörfer, 32.000 Industriebetriebe, 65.000 km Eisenbahnstrecke...). Die USA haben auf der Potsdamer Konferenz vorgeschlagen, daß die SU ihre Reparationsansprüche lediglich aus der SBZ befriedigt. Und da man ein Gebiet, das man nicht als wirtschaftliche Einheit behandelt, auch nicht als politische Einheit behandeln kann, kam von den Briten der Vorschlag der Teilung. Die hatten in ihren Kolonien ja schon hinreichend Erfahrung mit willkürlichen Grenzziehungen mitten durch gewachsene Stammes- und Landesstrukturen. Man entschied sich - Zitat: "mitten durch Deutschland eine Grenze zu ziehen und östlich von ihr alles von Rußland verwalten und unter das sowjetische System des Staatssozialismus stellen zu lassen und westlich von ihr alles unter britische, amerikanische und französische Verwaltung zu stellen,"

Quelle: http://www.1000dokumente.de/index.html/index.html?c=dokument\_de&dokument=0011\_pot&object=context&l=de

Damit ist auch die Frage des Fragestellers beantwortet.

So bezahlte die SBZ/DDR 97-98% der gesamtdeutschen Reparationen (pro Kopf das 130-fache) und wurde ausgequetscht, bis es am 17. Juni 1953 zu Unruhen kam.

Adenauer lehnte die Stalinnoten als Vorschlag zur Wiedervereinigung nicht zuletzt auch deshalb ab, weil dann wieder die Reparationen auf's Tapet gekommen wären.

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Der Reichsmark vertraute zu der Zeit keiner mehr. Das behinderte die Entwicklung der Wirtschaft.

Nach Einführung der DM funktionierte es wieder. Die Geschäfte waren voll mit Ware.

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Kommentar von Hegemon
06.11.2016, 18:27

Ja und nein. :-) Das Zahlungsmittel als solches hat schon funktioniert. Das ist richtig. Daß deswegen aber aufgrund der Währungsreform alles supertoll funktioniert hätte, läßt sich daraus nicht ableiten. Erhards "glorreiche" Wirtschaftspolitik hatte nämlich zum Inhalt, mit der Währungsreform gleichzeitig die Preiskontrollen aufzuheben. Das führte vorhersehbar zu explodierenden Preisen, während die Löhne noch durch die Lohnstoppverordnung reglementiert waren. Die Schaufenster waren zwar voll - allerdings mit Waren, die sich die Bevölkerung nicht leisten konnte. Massenhafte Proteste, Streiks und Unruhen wie z.B. in Braunschweig und Stuttgart und vielen anderen Städten der Bizone waren im Herbst 1948 die Folge. Nur mit Panzern, Tränengas, Ausgangssperren und drakonischen Strafen war es den Besatzungsmächten möglich, diese schweren Unruhen einzudämmen - die man heute euphemistisch "Stuttgarter Ereignisse" nennt, wenn sie überhaupt irgendwo erwähnt werden. Denn de facto schweigt man diese Massenproteste gegen Erhards verfehlte Wirtschaftspolitik tot. Der Unterschied zum 17. Juni lag auch darin, daß man nicht erst tagelang abwartete, bis die Situation noch mehr eskalieren konnte, sondern daß man sofort Panzer einsetzte. Im Anschluß an die Unruhen folgte ein Generalstreik, an dem 9,25 von 11,7 Mio. Arbeitnehmern teilnahmen. Das war der größte Streik seit dem Kapp-Putsch. (Zum Vergleich: am 17. Juni beteiligten sich 400.000 bis 1,5 Mio Menschen). Warum diese Episode der dt. Geschichte unter den Teppich gekehrt wird, ist angesichts der Fakten schwer erklärbar. Den politischen Streik hat man anschließend übrigens verboten - unter Federführung des Altnazis Hans Carl Nipperdey, der schon im Dritten Reich das Arbeitsrecht an die faschistische Ideologie anpaßte.

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Weil man nunmal eine Währung brauchte.

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