Frage von VizardMK2, 138

Warum wurde Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg in zwei Staaten gespalten?

Hallo, bitte kein dummen Antworten das hilft keinem weiter..

Antwort
von PeVau, 34

Das war ursprünglich gar nicht so vorgesehen. Das wurde auch in den Konferenzen von  Jalta und Potsdam nicht festgelegt.  Dort ging es um Einflusssphären und um (zeitweilige) Besatzungszonen mit Besatzungsstatus.

Im Zuge des beginnenden Kalten Krieges ging es um Containment-Politik und um den Aufbau Deutschlands als Frontstaat gegen die Sowjetunion. Das ging aber nicht mit dem ganzen Deutschland, sondern nur mit den westlichen Besatzungszonen. Deshalb musste Deutschland geteilt werden.

Dazu wurde Deutschland erst wirtschaftlich gespalten durch die westdeutsche Währungsreform, der dann die in der damaligen SBZ folgen musste. Später wurde die BRD gegründet, der dann die Gründung der DDR folgte.

Mit der Adenauer-Politik der Westanbindung der BRD und der Zurückweisung und Diffamierung der ernst gemeinten Stalin-Note, wurde diese staatliche Spaltung für Jahrzehnte zementiert.

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Richtig. Keiner der Blöcke wollte seinen Teil Deutschlands aufgeben. Eine gemeinsame Verwaltung Gesamtdeutschlands war aufgrund der unterschiedlichen Systeme und Interessen nicht mehr möglich. Die USA und Großbritannien wollten die wirtschaftliche Einheit Deutschlands bereits 1946 wiederherstellen, weil sie die deutsche Wirtschaft wiederbeleben und damit ihre Besatzungskosten reduzieren wollten. Die Sowjetunion war auch gleich dazu bereit - unter zwei Bedingungen:

1. Prima Sache, dann können wir unsere Reparationensforderungen nicht nur in der SBZ, sondern auch im Westen herausziehen.

2. Einheitliche Wirtschaft ist super, sofern das Wirtschaftsmodell der sowjetischen Zone für Gesamtdeutschland übernommen wird.

Das haben die Westmächte abgelehnt, die bösen Spalter (die Deutschen, hätte man sie abstimmen lassen, wären doch sicher begeistert darauf eingegangen! ;-). Deshalb keine einheitliche Wirtschaft und dafür für die Deutschen weiter jahrelang Mangelwirtschaft auf Bezugsschein mit einer zerrütteten Währung. Erst als (mühsam genug) die Westzonen 1948 wirtschaftlich vereinigt waren, konnte man daran gehen, die Währung wenigstens in diesen Zonen zu reformieren. Das hat in die Containment-Politik gepasst, war aber nicht der Beginn der wirtschaftlichen Spaltung, sondern deren Folge!

In der Stalin-Note stand zunächst nichts von freien Wahlen, später
wollte die SU freie Wahlen erst in einem zweiten Schritt zulassen.
Offensichtlich gab es die Furcht, die Deutschen würden sonst eine
westlich orientierte Regierung wählen. Vermutlich zu Recht. Denn
besonders beliebt waren die russische Besatzung und ihr Wirtschafts- und Regierungssystem weder im Westen noch im Osten. Aber zuerst Wiedervereinigung und dann erst Wahlen mit der Hoffnung, dass die SU dann auch freie Wahlen zulassen würde, das war den Westalliierten und auch der westdeutschen Regierung wohl doch zu großes Risiko.

Denn dass die Stalin-Note ernst gemeint war, mag vielleicht deine feste Überzeugung sein. Das war damals aber nicht sicher festzustellen. Selbst heute, nach Öffnung der sowjetischen Archive, kann diese Frage nicht definitiv geklärt werden. Die meisten Historiker sind jedoch meines Wissens auch nach Untersuchung der freigegebenen Akten der Meinung, dass sie nur ein politisches Störmanöver gegen die Westintegration der BRD, ansonsten aber eben nicht ernst gemeint war.

Kommentar von simferopol ,

Einheitliche Wirtschaft ist super, sofern das Wirtschaftsmodell der sowjetischen Zone für Gesamtdeutschland übernommen wird.

Völliger Schwachsinn. Du hast den Text der Note der Sowjetischen Regierung nicht verstanden. Auch von Reparationen ist da nicht die Rede

Da steht eindeutig, dass alle Truppen der Besatzungsmächte abgezogen werden sollen und es keine ausländischen militärischen Stützpunkte in Dtl. geben soll (Punkt 2.).

Ferner steht da in Punkt 3. u.a., dass freie, gleiche und geheime Wahlen abgehalten werden sollen, dass die Sprach- und Religionsfreiheit gewährleistet werden soll...

http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0031_not&o...

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Du hast offenbar meinen Text nicht verstanden: 1946 war nicht die Stalin-Note (die ist von 1952), sondern der Vorstoß der USA zur wirtschaftlichen Einheit Deutschlands. Da hatte die SU die Entnahme von sowjetischen Reparationsforderungen aus den Westzonen gefordert und die beiden Seiten konnten sich nicht auf ein Wirtschaftsmodell einigen (die SU wollte sich natürlich auch nicht auf ein kapitalistisches Modell einlassen).

Ferner steht da in Punkt 3. u.a., dass freie, gleiche und geheime Wahlen abgehalten werden sollen,

Das erstaunt mich nun doch einigermaßen. Gut, meine Russischkenntnisse reichen nicht ganz aus, um einen juristischen Text auf Anhieb zu übersetzen. Aber das Wort выборы ("Wahlen") suche ich in dem ganzen russischen Text, den du als Beleg angegeben hast, vergeblich. Für mich und die anderen Mitleser, die die Aussage an einem russischen Text nicht überprüfen können, hab ich mal die deutsche Übersetzung der Note zu Rate gezogen:

http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0031_not&o...

Und da steht davon seltsamerweise auch nichts drin. Danach lautet der Text von Punkt 3:

3. Dem deutschen Volk müssen die demokratischen Rechte gewährleistet sein, damit alle unter deutscher Rechtsprechung stehenden Personen ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion die Menschenrechte und die Grundfreiheiten genießen, einschließlich der Redefreiheit, der Pressefreiheit, des Rechts der freien Religionsausübung, der Freiheit der politischen Überzeugung und der Versammlungsfreiheit.

Falls du besser russisch kannst, gib mir doch bitte die Wörter im Text an, die deiner Meinung nach "freie, gleiche und geheime Wahlen" bedeuten. Ich kann deine Behauptung jedenfalls nicht nachvollziehen.

Antwort
von Klaudrian, 58

Das ist ganz einfach. Großbritannien, Frankreich und die USA wollten Deutschland wieder einen und unter dem Grundgesetz neu aufbauen, damit sicher gestellt wird, dass es keinen 3. Weltkrieg gibt. 
Russland war jedoch etwas anderer Ansicht und hatte auch mit der Zeit andere Absichten. Der Staat wollte aus seinem Teil Deutschlands raus pressen, was nur ging um deren Schäden zu reparieren. Außerdem gab es Zwiespalt zwischen der USA und Russland, woraus der Kalte Krieg entstanden ist. 
So wurden die 3 Bezirke zwar zur BRD, der eine Bezirk der von Russland kontrolliert wurde aber zur DDR. Im Endeffekt war es eine Art Machtkampf. 

Kommentar von lesterb42 ,

Ja, ganz einfach.........

Antwort
von jerkfun, 57

Der Morgenthau-Plan sieht vor,Deutschland zu zerschlagen.Wirtschaftlich und politisch soll Deutschland nie wieder eine Rolle spielen.Da die Siegermacht UDSSR den östlichen Teil in den kommunistischen Machtbereich integriert hat,und die anderen Siegermächte kapitalistisch orientiert waren und sind,hat diese Unvereinbarkeit der Systeme zu Stacheldraht und später der Mauer geführt.Da die USA sehr starke Angst vor der weltweiten Ausbreitung des Kommunismus hatte,wurde der Morgenthau Plan ausgesetzt.Nur so erklärt sich auch die Unterstützung mit einer Luftbrücke für West-Berlin.Eine tiefe Freundschaft besteht im übrigen nicht wirklich.Es ist zu vermuten ,das der Morgenthau -Plan weiter verfolgt wird.TTip und die Sammelklagen gegen Deutsche Unternehmen haben tiefere Ursachen und Hintergründe,als ein paar gefakte Normen und Abgaswerte,die es mit einer Geldbuße zu ahnden gilt.Leider blenden die Geschichtsbücher aus,das es immer noch keinen Friedensvertrag gibt und das die USA Deutschland als souveränen Staat ansieht.Noch immer gilt das von den Siegermächten als Notverodnung geschaffene Grundgesetz.Liebe Grüße

Kommentar von PatrickLassan ,


Leider blenden die Geschichtsbücher aus,das es immer noch keinen Friedensvertrag gibt

Keine Ahnung, welche Geschichtsbücher du gelesen hast, in den üblichen Geschichtsbüchern wird das nicht ausgeblendet.

Man kann einen Krieg auch anders als durch einen Friedensvertrag beenden, z.B. durch einseitige Erklärungen oder durch Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen. Das geschah bereits in den 1950er Jahren. Darüberhinaus gibt es den 2+4-Vertrag. Ich empfehle besonders die Lektüre von Artikel 7 Absatz 2:


Das vereinte Deutschland hat demgemäß volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten.

https://de.wikisource.org/wiki/Zwei-plus-Vier-Vertrag


Noch immer gilt das von den Siegermächten als Notverodnung geschaffene Grundgesetz.

Du solltest dich mal über die Entstehungsgeschichte des Grundgesetz informieren. Es wurde zwar auf Anweisung de Alliierten erarbeitet, allerdings durch Angehörige des Parlamentarischen Rats, der aus Mitgliedern der demokratisch gewählten Länderparlamente bestand, und es wurde von eben diesen Parlamenten auch ratifiziert.



Kommentar von jerkfun ,

Das ist alles beschönigend und relativierend.Nach der Wiedervereinigung wäre es angebracht gewesen sich eine Neue Verfassung zu geben.Das drückt die Souveränität ebenso aus,wie eine diplomatische Note an die USA die Ausspähungen zu beenden,die illegalen Aktivitäten (Internetknoten ) einzustellen und an einem Friedensvertrag für Deutschland aktiv mitzuwirken.Der Morgenthau-Plan ist ausdrücklich als beendet zu erklären.Bei einer Weigerung hätte Deutschland seine Unabhängigkeit von den USA erklärt und wäre aus der NATO ausgetreten.Dann stünden wir heute nicht vor dem 3.Weltkrieg und würden Rußland dafür verantworlich machen.

Kommentar von PatrickLassan ,

an einem Friedensvertrag für Deutschland aktiv mitzuwirken.

Wozu? Erstens herrscht Frieden zwischen der Bundesrepublik und den Alliierten, zweitens würde ein Friedensvertrag nur dazu führen, dass die Bundesrepublik Reparationszahlungen leisten müsste, da diese durch das Londoner Schuldenabkommen bis zum Abschluss eines derartigen Vertrag aufgeschoben wurden.

Der Morgenthau-Plan ist ausdrücklich als beendet zu erklären.

Ein Plan, den die USA bereits 1945 nicht mehr in Erwägung zogen, ihn überhaupt umzusetzen?

Kommentar von PatrickLassan ,

Nach der Wiedervereinigung wäre es angebracht gewesen sich eine Neue Verfassung zu geben.

Nach der Wiedervereinigung gab es die Gemeinsame Verfassungskommission, die offensichtlich keinen Grund fand, die bestehende Verfassung grundlegend zu ändern oder eine neue zu erarbeiten.

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Hatte nicht mitbekommen, dass mir Patrick Lassan und SebRmR mit einer Antwort zuvorgekommen sind. Kann denen aber nur zustimmen. Hierzu nur noch:

Der Morgenthau-Plan ist ausdrücklich als beendet zu erklären.

Der Morgenthau-Plan ist nie ausdrücklich in Kraft gesetzt und noch nicht einmal von den zuständigen Gremien beraten worden. Er ist schon 1944 offiziell vom US-Präsidenten verworfen worden:

„Die Vereinigten Staaten haben seit ihrem Bestehen an der
Grundüberzeugung festgehalten, dass alle Menschen das Recht haben, als freie Individuen zu leben und nach ihrem eigenen Glück zu streben. Nach der Atlantik-Charta sind Sieger und Besiegte gleichermaßen zu wirtschaftlichem Wohlstand berechtigt. Die vorgeschlagene Behandlung Deutschlands würde jedoch, falls sie überhaupt durchführbar wäre, ganz bewußt viele Millionen Menschen des Rechtes auf Freiheit von Not und Freiheit von Furcht berauben. Alle anderen Völker der Welt würden dadurch in ihrem Vertrauen zu unseren Grundsätzen erschüttert werden und an der Wirksamkeit unserer wirtschaftlichen und politischen Maßnahmen gegenüber den Besiegten zu zweifeln beginnen.“ (US-Präsident Franklin D. Roosevelt 1944)


Dein Informationsstand scheint etwas veraltet zu sein. Vielleicht solltest du dich besser informieren, bevor du auf GuteFrage auch eine gute Antwort geben kannst.

Das drückt die Souveränität ebenso aus,wie eine diplomatische Note an die USA die Ausspähungen zu beenden,die illegalen Aktivitäten (Internetknoten ) einzustellen

Dass die USA in der Abhöraffäre nicht so hart angefasst werden, hat den Grund, dass wir doch selber dick mit drinhängen. Deutschland erlaubt den Amerikanern einiges (auch was an oder hinter der Grenze der Legalität liegt), und bekommt dafür Anteil an deren Ergebnissen (siehe aktuell den Fall Dschaber al-Bakr). Selbst solche offensichtlichen Dinge können Reichsbürger und andere manische BRD-Leugner nicht sehen oder verschweigen sie auf ihren Propagandaseiten, weil sie derart drauf fixiert sind, dass der Kriegszustand unbedingt immer noch fortbestehen muss, Deutschland nicht souverän sein darf - und nur mit einem "Friedensvertrag" Friede, Souveränität und Eierkuchen anbrechen würden. Das ist schon so eine Art religiöser Wahn.

Andererseits wird auch die Bevölkerung der USA von der NSA abgehört. Und trotzdem behauptet keiner, die USA wären deshalb nicht souverän.

Kommentar von SebRmR ,

Der Morgenthau-Plan sieht vor,Deutschland zu zerschlagen.Wirtschaftlich und politisch soll Deutschland nie wieder eine Rolle spielen.

Falsche Zeit, der Plan sah vor und sollte.

Aber egal, der Plan wurde ja nicht umgesetzt.

Morgenthauplan
Der nach dem US-amerikanischen (Landwirtschafts- bzw. Finanz-)Minister H. Morgenthau benannte Plan von 1944 sah vor, D nach dem Zweiten Weltkrieg durch Teilung, Demontage, Stilllegung und Entindustrialisierung sowie der Internationalisierung bestimmter Regionen in einen Agrarstaat umzuwandeln. Präsident F. D. Roosevelt entzog dem Plan jedoch bald seine Zustimmung, sodass er faktisch nie umgesetzt wurde.

http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17870/morgenthauplan

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Der Morgenthau-Plan sieht vor, Deutschland zu zerschlagen.Wirtschaftlich und politisch soll Deutschland nie wieder eine Rolle spielen.

Der Morgenthau-Plan war eine Initiative eines amerikanischen Beamten und keine zwei Monate in der Diskussion. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung hat sich die amerikanische Regierung Ende September 1944 wieder davon distanziert. Er hat daher keine Rolle mehr in der Deutschlandpolitik der USA gespielt. In der NS-Propaganda wurde er dagegen noch bis Kriegsende unters Volk gebracht. Daher ist er in Deutschland heute noch bekannt, mehr als es seiner ursprünglichen Bedeutung entspricht.

Da die Siegermacht UDSSR den östlichen Teil in den kommunistischen Machtbereich integriert hat,und die anderen Siegermächte kapitalistisch orientiert waren und sind,hat diese Unvereinbarkeit der Systeme zu Stacheldraht und später der Mauer geführt.

Zunächst hat das zu einer Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland geführt. Dabei hat auch eine Rolle gespielt, dass der Westen und die Sowjetunion langsam zu Gegnern wurden, und dass die Mehrheit der Westdeutschen den Sowjets keinen Einfluss in Westdeutschland zulassen wollte. Stacheldraht und Mauer hat man erst in den 60ern gezogen, weil zu viele Ostdeutsche in die Bundesrepublik geflohen sind.

Da die USA sehr starke Angst vor der weltweiten Ausbreitung des Kommunismus hatte,wurde der Morgenthau Plan ausgesetzt.Nur so erklärt sich auch die Unterstützung mit einer Luftbrücke für West-Berlin. Eine tiefe Freundschaft besteht im übrigen
nicht wirklich.Es ist zu vermuten ,das der Morgenthau -Plan weiter
verfolgt wird.TTip und die Sammelklagen gegen Deutsche Unternehmen haben tiefere Ursachen und Hintergründe,als ein paar gefakte Normen und Abgaswerte,die es mit einer Geldbuße zu ahnden gilt.

Die Sammelklagen gegen amerikanische Unternehmen (Microsoft, Worldcom, Enron usw.) beweisen, dass auch die USA auch sich selbst zu einem Agrarstaat machen wollen. Oder was? Blödsinn!

VW hat die Verbraucher betrogen. Das gibt in Deutschland vielleicht ein kleines Bußgeld, und hintenrum senkt die Bundesregierung in der EU die Grenzwerte, um den Betrug des deutschen Unternehmens (in Staatsbesitz) nachträglich zu legitimieren. Das geht in den USA so nicht, und einen wirtschaftlichen Konkurrenten wie Deutschland, der jedes Jahr weit mehr Geld aus den USA abzieht, als wieder reinkommt, fasst man zugegebenermaßen dort sicher nicht mit Samthandschuhen an. Außerdem haben die Verbraucher dort mehr Hinterher-Rechte, wenn mit einem Produkt etwas schiefgegangen ist. Die Autolobby hätte natürlich lieber ein kleines Bußgeld, die Gewinne einstreichen, und weitermachen wie bisher.

Leider blenden die Geschichtsbücher aus,das es immer noch keinen Friedensvertrag gibt

Leider blenden gewisse Politspinner im Internet aus, dass in den 1950er Jahren alle Kriegsgegner das Ende des 2. Weltkriegs beschlossen haben. Und einen Vertrag, der die offenen Fragen klärt, gibt es ebenfalls. Dass man den 40 Jahre nach Kriegsende nicht mehr offiziell "Friedensvertrag" genannt hat, geschah auf Verlangen der deutschen Seite, weil es uns nämlich nützt. Ein weiterer Vertrag ist aber nicht notwendig. Da bist du vermutlich auf entsprechende Propagandaseiten im Internet hereingefallen.

und das die USA Deutschland als souveränen Staat ansieht.

Dass die USA Deutschland als souveränen Staat ansehen, ist immerhin eine richtige Aussage in deiner Antwort. Glückwunsch!

Noch immer gilt das von den Siegermächten als Notverodnung geschaffene Grundgesetz.

Das Grundgesetz wurde (mit Genehmigung der Alliierten) von deutschen Politikern entworfen und von deutschen Abgeordneten beschlossen. Es sollte ursprünglich nur ein Provisorium sein, ist nun aber seit fast 70 Jahren die Verfassung der Bundesrepublik (und seit 26 Jahren die von ganz Deutschland).

Du liegst mit deiner Antwort also ziemlich daneben.

Kommentar von PatrickLassan ,

und das die USA Deutschland als souveränen Staat ansieht.

Ich nehme an, dass der User in dem Satz das Wörtchen 'nicht' vergessen hat, das würde nämlich eher zu seinen übrigen Aussagen passen.

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Der leise Verdacht kam mir auch schon, aber wenn es um Reichsbürgertheorien geht, passe ich mich dem Niveau ein bisschen an und stelle mich auch mal dumm. Außerdem - man möchte ja dem Diskussionspartner nicht komplette Inkompetenz vorwerfen. Ich lobe auch gern mal, selbst wenn die Aussage nur aus Versehen richtig war.

Dabei übersehe ich auch großzügig die Rechtschreib- (das statt dass) und Grammatikfehler (ansieht statt ansehen), die in dem einen Halbsatz untergebracht sind.

Kommentar von BjoernWilhelm ,

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Das geht jetzt ein wenig vom Thema weg und ist kein Vorwurf an jerkfun, wohl aber an die Propagandaseiten, auf denen er Versatzstücke ihrer Ideologie aufgeschnappt hat. Die haben heute ihr erstes direktes Todesopfer verschuldet. Von einer ursprünglich eher schrulligen Verschwörungsideologie habe ich im Lauf der Zeit beobachtet, wie sie über rechte revisionistische Phantasien und Hinrichtungsdrohungen an Kritiker und Beamte zu körperlicher Gewalt ("Festnahme" eines Gerichtsvollziehers 2012) zum "Widerstand" mit Schusswaffen im August (Mister Germany Adrian Ursache) und jetzt zum Tod eines Polizisten durch einen bewaffneten "Reichsbürger" geführt haben.

Bisher haben die Reichspropagandisten ihren Anhängern eher Geld abgeknöpft, sie durch falsche Rechtsberatung in den Führerscheinverlust oder die Insolvenz geführt, oder Ähnliches. Aber eine schrullige Spinnertruppe von ahnungsbefreiten Hobbyvölkerrechtlern ist das schon lange nicht mehr. Wer sich mit diesen Propagandalügnern mal beschäftigt hat, weiß das nicht erst seit heute. --------------------------------------------------------------------------------------

Kommentar von jerkfun ,

Du bist mir ja lustig.Also die Reichsbürger sind mir nicht weniger suspekt wie der falsche Freund USA.Dazu gehören aber immer zwei:Wenn auch der Satz,von Rußland lernen,heisst siegen lernen,eine Doktrin der DDR-zeit war,Bruderfreundschaft, hin oder her,so ist die vassallenhafte  betriebene Freundschaft,das kuschen vor den USA inzwischen nicht besser und vor allem gefährlich.Dazu stehe ich.Man könnte auch sagen vom Stechschritt zum A-Kriechen und Stiefelllecken.

Kommentar von PatrickLassan ,

Wenn dir die 'Reichsbürger' derart suspekt sind, stellt sich die Frage, warum du deren Argumente ernst nimmst.

Kommentar von jerkfun ,

Was soll das heißen? Ich passe in keine Schublade.Es gibt Aspekte der Linken,die ich nicht leugne,und respektiere.Es gibt Argumente und Überzeugungen die nicht in ein Klischee passen,und auch wenn Reichsbürger etwas vertreten,was mit meiner Überzeugung übereinstimmt,nastrowje.Aber die Schießerei gestern muß ich nicht ausdrücklich erwähnen um mich zu separieren? ^^

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Dieses ganze Ideologiegebäude mit den Stichworten "Souveränität", "Friedensvertrag" "GG keine Verfassung" usw. wurde nun mal von der klassischen Reichsbürgerszene ausgebrütet, um mit pseudojuristischen Argumenten die Wiedererrichtung des Deutschen Reichs zu unterfüttern und die 1945 oder sogar 1919 verlorenen Ostgebiete wiederzubekommen. Die Begründungen dafür bestehen aus krass fehlinterpretierten Gerichtsurteilen, sinnentstellten und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, sowie ganz platten Lügen und Textfälschungen.

und auch wenn Reichsbürger etwas vertreten,was mit meiner Überzeugung übereinstimmt,nastrowje

Das ist das Prinzip, nach dem sich diese ganze Reichsbürgerpropaganda bei leichtgläubigen Internetlesern verbreitet. "Wenn's mit meiner Überzeugung übereinstimmt, nastrowje!" Ob's mit der Realität übereinstimmt, wird schon gar nicht mehr geprüft. Darauf kommt es mir eher an. Und es ist mir ehrlich gesagt piepegal, ob jemand "links" ist, "rechts", oder sich die ideologischen Verbohrtheiten beider Welten zu eigen gemacht hat.

Abgesehen davon, dass mich derart dreiste Lügen nerven, gibt es noch einen anderen Punkt: Es gibt genug zu kritisieren an der "bedingungslosen Solidarität" mit den USA, die Komplizenschaft bei Ausspähungsprogrammen und gesetzwidrigen Drohnenmorden. Die Gründe dafür sind ziemlich komplex und schwer zu ändern. Es wird sich aber nie etwas ändern, wenn man sich ein kompliziertes politisches Geflecht zurechtlegt und glaubt, das läge an einem fortdauernden Kriegs- oder Besatzungszustand und einer fehlenden Souveränität Deutschlands. Vollends naiv ist die Vorstellung, man müsse nur einen Friedensvertrag abschließen, und schon ziehen alle Amerikaner ab, Polen muss seinen westlichen Landesteil an Deutschland zurückgeben, die direkte Demokratie bricht aus und das arme, machtlose, unterdrückte Deutschland (auch diese typische lächerliche Weinerlichkeit deutscher Nationalisten kollidiert ständig mit der Realität) wird endlich wieder groß und frei. Selbst wenn man noch einen weiteren Friedensvertrag unterschreiben würde, würden ihn die BRD-Leugner mit pseudojuristischem Geschwurbel für ungültig, illegal und nicht existend erklären. 

Mit dem Hinweis auf den Reichsbürger-Mord habe ich ausdrücklich nicht dich gemeint. Aber ich rate dir, was du im Internet liest nicht nur auf Übereinstimmung mit deinen Überzeugungen, sondern auf Übereinstimmung mit der Realität zu überprüfen. Ich war einmal uneingeschränkter Befürworter von Volksentscheiden. Nachdem ich gesehen habe, wie unkritisch von manchen Leuten selbst der größte Propagandamist im Internet von Seite zu Seite weiterkopiert und in ihr Weltbild integriert wird, bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Kommentar von jerkfun ,

In der Schweiz existiert kein so wesentlich anders informiertes,desinformiertes,gebildetes,fehlgebildetes Volk als in Deutschland.Ich kann Dich zu letzterem also beruhigen.Ich nehme mir das mal zu Herzen,was Du mir sachlich nahelegst.Es ist aber gar nicht so einfach Realitäten / Überzeugungen richtig auszutarieren.Das gilt insbesondere ,wenn man eine Meinungsindustrie aufgebaut hat,Du deutest es auch an und es gilt insbesondere für Kriegsberichterstattungen.Auch ich war nicht da,nur das wäre eine Realität.

Antwort
von soissesPDF, 56

Das war die gewöhnliche Folge aus dem verlorenen Krieg.
Auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam vereinbarten die Siegermächte die s.g. Nachkriegsordnung Deutschlands.
Einschließlich der Zwangsumsiedlung von Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten (Polen und Sudetendeutschland), was hernach als Flucht- und Vertreibung in die Geschichte einging.

Allerdings standen die Amis bereits in Torgau (bei Leipzig) und räumte die eroberten Gebiete, Sachsen-Anhalt und Thüringen wieder. Im Gegenzug erhielten sie einen Teil Berlins.

Ursprünglich war von einer Staatsgründung zweier Deutscher Staaten nicht die Rede. Bekanntlich gründeten sich 1949 die BRD und die DDR, was die eigentliche Teilung vollzog.

Kommentar von 666Phoenix ,

soisses, nur mal so am Rande:

Wenn Du nichts Substantielles beizutragen hast, dann halte lieber der Füße still und takele ab!

Die Russen hatten ganz andere Gebiete erobert - und gaben sie wieder ab!

Kommentar von soissesPDF ,

Klar McPomm und Brandenburg hatten die erorbert.
Abgegeben haben die erst mit dem Mauerfall, Neufünfland und den Ostblock.

Wie nach dem Krieg was zu teilen war hatten die Allierten bereits auf Jalta vereinbart.
Die Amis glaubten ehedem nicht, selbst schnell genug nach Berlin zu kommen und mußten sich dann selbst bremsen, damit der Russe sich die Lorbeeren holen konnte.

Substantiell ist, dass und wie die Geschichte gelaufen ist, nicht wie man es denn gern hätte, dass sie verklärt werden sollte.

Kommentar von 666Phoenix ,

soisses (eben nicht!)

Die haben MeckPom und Brandenburg nicht "erobert", sondern zunächst von Deinen kriegswütigen Vorfahren befreit. Danach kamen die Nachkriegsregelungen zur Wirkung, die u. a. mit Deinen heutigen Kumpels, den USA und GB, vereinbart wurden.

Die Amis glaubten ehedem nicht, selbst schnell genug nach Berlin zu kommen und mußten sich dann selbst bremsen, damit der Russe sich die Lorbeeren holen konnte.

Nee, die mussten sich beeilen, die lange vorher vereinbarte und von den Russen mehrmals angemahnte "2. Front" einzurichten, sonst wäre der Russe bis zum Atlantik marschiert! Dass diese "2.Front" für die West-Alliierten fast zum Desaster wurde ("D-Day" = "Desaster-Day"), steht auf einem anderen Blatt und zeiget nur ein weiteres Mal, dass die Amis nicht so richtig kämpfen konnten, nicht mal gegen einen bereits am Boden liegenden Gegner!

Substantiell ist, dass und wie die Geschichte gelaufen ist, nicht wie man es denn gern hätte, dass sie verklärt werden sollte.

"Verklären" würde ich Dir ja noch durchgehen lassen - man kann eben nicht alles wissen! 

Kriminell allerdings wird "verfälschen"!

Kommentar von PatrickLassan ,
"Die Russen hatten ganz andere Gebiete erobert - und gaben sie wieder ab!"

Erzähl das mal den Polen.

Kommentar von 666Phoenix ,

Patrick - ich habe u. a. auch mit sehr weltoffenen und klugen Polen studiert. Und da haben wir über alles gesprochen, auch über die Historie der russisch-polnischen Beziehungen (z. B. über die widerrechtliche und russische Interessen tangierende Annexion des Olsa-Gebietes durch Polen), aber auch über österreichisch-polnische und preußisch-polnische Beziehungen in der Historie, die alle nichts zum Lachen bieten.

Zu meinen Studienzeiten gab es allerdings noch keine ultrarechts orientierte polnische Staatsmacht!

Kommentar von soissesPDF ,

Die Polen wissen bis heute nicht, wer schlimmer war. Die Deutschen auf dem Hinweg nach Russland oder die Russen auf ihrem Weg nach Deutschland.

Das aber ist hier nicht die Fragestellung.

Übrigens ich habe keine Vorfahren in McPomm oder Brandenburg. Ebensowenig sind die USA oder GB meine Kumpels.
Die Teilung Deutschlands war Beschluß der der Siegermächte des zweiten Weltkrieges.
Die schlußendliche Grenze war ein Ergebnis des Kalten Krieges, als man sich noch gegenseitig über den Zaun gerufen hatte, wer vorgeblich das bessere System haben würde.
Im weiteren Verlauf kippte die DDR in den Orkus der Geschichte.

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