Frage von Jacky089, 21

warum wurde der sozialismus während der weimarer republik verpöhnt?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 17

Der Sozialismus war während der Weimarer Republik nicht grundsätzlich "verpönt". Denn die Sozialdemokraten gehörten zu den demokratischen Säulen der Republik. Sie haben z. B. den größten Staat, Preußen, bis 1932 durchgehend und durchaus gut regiert (Ministerpräsident Otto Braun).

Verpönt, ja verhasst war der "Bolschewismus", der (leninistische) Kommunismus, weil er, wie man in Russland seit 1917 sehen konnte, übelste Folgen für große Teile des Volkes hatte und letztlich zu keiner freiheitlichen Demokratie, sondern zu einer mörderischen Diktatur führte.

MfG

Arnold

Antwort
von alashatt, 12

Weil man Angst hatte. Ideologen grauen sich vor nichts mehr als vor einer sozialistischen Bewegung, die gnadenlos alles vernichtet, worauf der Lebensstil in einer bürgerlichen Gesellschaft basiert. Es ist eigentlich nichts anderes zu erwarten: Eine revolutionäre Bewegung, welche die alte Ordnung gewaltsam durch eine neue ersetzen will, wird immer verpönt (wenn nicht noch mehr als das). So war es 1789 in Frankreich, 1848 in Deutschland, 1917 in Russland und so wird es auch bei den zukünftigen sozialistischen Bewegungen sein.

Übrigens liegt der Grund nicht direkt in der Oktoberrevolution in Russland. Der "Bolschewismus" bot sich nur an, um den Kommunismus zu verteufeln. Man hätte ihn auch ohne die Oktoberrevolution diskreditiert.

Kommentar von alashatt ,

Oben hätte übrigens "Bürgerliche Ideologen" stehen sollen.

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