Frage von Pelin20012, 80

Warum würde ein Perpetuum Mobile nicht funktionieren?

Warum würde ein mechanischer oder magnetischer Perpetuum Mobile nicht funktionieren?

Expertenantwort
von indiachinacook, Community-Experte für Chemie, 30

Wenn Du ein Perpetuum Mobile Erster Art meinst:

Die Struktur der klassi­schen Mechanik erlaubt es Dir nicht, aus einem zeit­invari­an­ten System un­beschränkt Energie heraus­zuholen, und ein ab­geschlos­se­nes System muß zeit­invariant sein.

Das heißt: Ein P.M. Erster Art kann nicht funk­tionie­ren, wenn nicht die klassi­sche Mechanik falsch ist. Das wiederum ist sehr un­wahr­schein­lich, weil die seit Newtons Zeiten schon etliche Male getestet wurde.

Natürlich könnte es irgendwo einen Effekt geben, der in der klassi­schen Mecha­nik nicht enthalten ist aber in der Natur funk­tioniert, und der könnte viel­leicht sogar ein P.M. erlauben. Aber die beliebte Methode der Crack­pots, ein System zu bauen, das einfach nur zu kom­pliziert ist um intuitiv ver­stan­den zu werden, und dann Blöd­sinn zu rechnen, wird niemals zum Erfolg führen.

Stattdessen müßte man einen Efffekt in der Natur finden, der der klassi­schen Mechanik funda­mental wider­spricht (“New Physics”), und den zum Bau eines P.M. nutzen. Viel Spaß beim Suchen.

Nun wirst Du aber vielleicht einwenden: Und wie ist das mit Relativitäts­theorie? Quanten­theorie? Super­strings? Das ist alles Zeugs, das über klas­si­sche Physik hinausg­eht. Zu­min­dest, als es ent­deckt wurde, war es New Physics. Kann man nicht damit ein P.M. bauen?

Spezielle Relativitätstheorie und Quantenmachanik erhalten die Energie genauso wie klassische Mechanik, die bringen also genau gar nichts.

Anders sieht es mit der Allgemeinen Relativitätstheorie aus. Die kennt im all­gemei­nen Fall keine Energie­erhal­tung. Mit der richtigen Metrik kannst Du wahl­weise Energie ver­schwin­den lassen oder aus dem Nichts hervor­hexen. Diese Theorie, ex­perimen­tell passabel veri­fiziert, ist genau das, was sich die P.M.-Bauer immer schon ge­wünscht haben (das gilt auch für spekulative Er­weite­run­gen wie Superstrings).

Andererseits ist das schon seit hundert Jahren bekannt, und bis heute hat nie­mand einen funk­tions­fähigen Prototypen eines P.M. nach der All­gemei­nen Rela­tivitäts­theorie konstruiert. Das zeigt, daß es wohl nicht ganz so einfach sein kann. Die Wech­sel­wirkun­gen innerhalb des Sonnen­systems taugen nichts für Ver­letzun­gen des Energie­satzes, da brauchen wir nicht­stationäre Metriken, z.B. ein kol­labie­ren­des Uni­versum oder was Ähnliches — wenn das jemand im Labor bauen kann, dann haben wir sofort ein Perpetuum mobile.

Vielleicht wird die Menschheit das irgendwann einmal schaffen, aber rechne nicht, daß die heute Geborenen dann noch am Leben sein werden.

Antwort
von Harkness1995, 41

Da du immer eine "Start Energie" benötigst!

2tes großes Problem würde darstellen wie du die Energie nutzt die umgewandelt wird! Da ja das Energie Erhaltungsgesetzt besagt dass Energie im genauen nicht verbraucht sondern nur verschoben wird in Energie Formen die wir nicht gut bzw garnicht nutzen können! Und da ist wieder die Frage: "Wie gut können wir diese Energie nutzen?" (die ugeformt umgewandelt wird bzw wurde)

Durch diese Probleme wird es meiner Meinung nach und Meinung nach vielen anderen leuten unmöglich sein ein Perpetuum Mobile zu erschaffen und erfolgreich zu betreiben!

Antwort
von IndyJunior, 52

weil es immer wieder thermische energie an die umgebung abgeben würde und sie somit verloren geht. Diese energie kann man nicht erneut in andere energieformen umwandeln wie mechanische oder elektrische.

Antwort
von FrankCZa, 43

Wegen der Energieerhaltung. Durch die Reibung geht nämlich energie verloren und wenn man von Aussen keine hinzufügt kommt die Apparatur irgendwann zum stehen.

Antwort
von KuarThePirat, 33

Das ist wirklich umfassend auf https://de.wikipedia.org/wiki/Perpetuum_mobile beschrieben. Das solltest du dir einfach in einer ruhigen Minute mal durchlesen.

Kommentar von indiachinacook ,

Da steht aber schon auch gewaltiger Unfug. Ich zitiere mal den ersten Satz

Der Energieerhaltungssatz gilt aller Erfahrung nach ohne Ausnahmen.

Und nun ein (wohlbekanntes) Gegenbeispiel: Die kosmische Hintergrund­strah­lung wurde ca. 380000 Jahre nach dem Urknall frei­gesetzt, als sich neutrale Atome (über­wie­gend H) bildeten und die zuvor im Plasma gefangenen Photonen freikamen. Wegen des thermi­schen Gleich­gewichts zwischen Photonen und Plasma mußten die Photonen also grob etliche 1000 K Energie gehabt haben.

Seither fliegen die geradeaus durch den Raum, und die meisten von ihnen haben in all dieser Zeit nie mit einem anderen Teilchen gewechselwirkt. Ihre Temperatur liegt aber heute bei ein paar Kelvin, also haben sie 99.9% ihrer Energie verloren.

Wenn die Energieerhaltung gilt, dann muß diese Energie jetzt irgendwo stecken. Wo bitte?

Ich sage: Nirgendwo, die Energie ist einfach verloren. Weil das Noether-Theorem in einer nichtstationären Raumzeit (expan­dieren­des Universum) keine Energieerhaltung erzwingen kann.

Kommentar von AterNex ,

1) Dafür müsste aber auch die Urknalltheorie lückenlos nachgewiesen sein, dann wäre sie allerdings auch keine Theorie mehr sondern eher ein Gesetz.

2) Man hat doch einfach nur noch nicht rausgefunden wo die Energie hin ist, mehr nicht.

3) Gott [/ironie]

Kommentar von AterNex ,

Einen hab ich noch: Der Weltraum ist a°rschkalt. "Temperatur geht stets von einem Köprer höherer Temperatur auf einen Körper niederer Temperatur." Wo ist die Energie, welche du lediglich über die Temperatur der Teilchen definierst, wohl abgeblieben?

Antwort
von SoVain123, 44

Ein Perpetuum mobile, das Energie aus dem Nichts erzeugen kann, gibt es
leider nicht. Energie geht nie verloren und wird nie erzeugt: Sie wird
stets nur umgewandelt – von einer Form in eine andere.

Antwort
von josef050153, 14

Es würde in KEINEM Fall funktionieren, auch nicht elektronisch ... Das ist eine der fundamentalen Erkenntnisse der Thermodynamik.

Antwort
von alexxxflash, 22

Weil man Energie nicht aus dem Nichts erzeugen kann. Man kann sie nur umwandeln

Antwort
von Infomercial, 22

Eine andere Möglichkeit wäre ein Magnetmotor, bei dem man es schafft, den Ringschluß zu erreichen/zu halten, ohne daß man dabei in die Luft fliegt.

Ein Magnet (Permanentmagnet) zieht ja von nirgends Energie ab oder wandelt sie um. Abgesehen davon, daß er nach paar Jahrzehnten oder Jahrhunderten an Kraft verliert, hättest du eine Permanente "Kraftquelle", ohne dafür eine Vorstufe zu benötigen.

Was den Energieerhaltungssatz betrifft, so muß der wohl mittlerweile revidiert werden.

Ganz abgesehen davon, daß der Begriff "Perpetuum Mobile" irreführen ist. "Ein sich ständig/andauerndes Bewegendes". Mit keiner Silbe es dabei erwähnt, daß es keine Energie verbrauchen darf, bzw. zugeführt werden muß. Dürfte wieder mal ein klassischer Übersetzungs-/Interpretationsfehler sein.

Kommentar von Chillersun03 ,

Ein Magnet (Permanentmagnet) zieht ja von nirgends Energie ab oder wandelt sie um.

Doch tut er, auch wenn es nicht so offensichtlich für Laien ist woher diese Energie kommt.

http://www.elektronikinfo.de/magnete/magnetenergie.htm

Was den Energieerhaltungssatz betrifft, so muß der wohl mittlerweile revidiert werden.

Unsinn.

Antwort
von Infomercial, 21

Warum glaubst du, es würde nicht funktioniern?

Ein Argentinier hatte vor Jahren ein Moped umgebaut, was er mit Wasser betreibt. Nach dem Start - mit externer Energiezufuhr - hat es einerseits die Kraft zum Vortrieb entwickelt und andererseits genügend elektrische Energie, um das Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Das Gas wird dann wieder verbrannt und zack - haste eine Art "Perpetuum Mobile".

Kommentar von Chillersun03 ,

Das haben schon einige versucht, das funktioniert nicht. Das Konzept enthält auch mehrere Fehler.

Kommentar von indiachinacook ,

Ein Argentinier hatte vor Jahren ein Moped umgebaut, was er mit Wasser betreibt.

Typisches Crackpot-Verfahren: Eine lange Kette von grundsätz­lich be­kann­ten Prozeduren hinter­einander­schalten und behaupten, daraus würde sich irgendetwas Spektakulär Neues ergeben.

Tut es nicht. Kann es nicht. Weil die Struktur der bekannten Prozesse und Prozeduren das nicht erlaubt. Niemals. Garantiert.

Würde dieses Ding funktionieren, dann müßte mindestens ein Einzel­schritt gänzlich neuartige Physik beinhalten. Den könnte er dann isolieren und öffentlich vorführen, und alle Leute wären davon begeistert. Hat er aber offensichtlich nicht gemacht, weil das ganze Zeug Mist ist.

(Und sag nicht: Wir können nicht alles wissen. Das stimmt zwar, aber der Typ behauptet ja offenbar, daß er seinen Gesamtprozeß aus bekannten Einzelschritten zusammengepfriemelt hat. Und über bekannte Dinge kann ich sehr wohl alles wissen)

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