Frage von tappsel, 12

Warum wollte Iason nach Colchis segeln?

Wollte er nur Ehre und Ansehen bekommen, weil er die Gefahren auf dem Weg überwunden hat oder ging es ihm um mehr? Etwa um dieses dämliche goldene Vlies? Vielen vielen Dank für Antworten!!!

VG

Antwort
von pontios94, 5

als erstes mal ist es kein "dämliches goldene Vlies"

Ihren Ausgangspunkt hat die Argonautensage im Machtkampf um das Königreich Thessalien in Griechenland. Pelias, der König, der sich die Macht in Thessalien von seinem Bruder Aison gesichert hatte, erhält einen Orakelspruch. Er solle sich vor einem Einschuhigen aus der griechischen Stadt Iolkos hüten.

Göttermutter Hera bittet Pelias‘ Neffen Iason,
ihr bei der Überquerung eines Baches zu helfen, wobei dieser einen
Schuh verliert. Als Iason, der Sohn des Aison, vor seinen Onkel tritt,
erkennt dieser sofort, wen er vor sich hat, und greift zu einer List. Er
verspricht, seinem Neffen den Thron, wenn er das Goldene Vlies, das
sehr wertvolle Fell eines Widders, vom Ende der Welt in die Heimat
zurückholt. Pelias denkt, dass dies eine Reise ohne Wiederkehr ist.

Das Goldene Vlies des Widders Chrysomallos, auf dessen Rücken die Zwillinge Phrixos und Helle vor ihrer Stiefmutter Ino geflohen waren, befindet sich im Hain des Ares in Kolchis. Um dorthin zu gelangen, lässt Iason von Argos die mit 50 Rudern bestückte Argo bauen.

Iason fordert die berühmtesten Helden Griechenlands zur Teilnahme an
dem Unternehmen auf. Von diesen, welche sehr verschieden und in sehr
verschiedener Zahl genannt werden, sind die bekanntesten: Admetos, Amphiaraos, Amphion, Ankaios, Argos (der Erbauer des Schiffs), Herakles, Iason, Idas, Idmon, Kalais, Kastor, Kepheus, Laertes, Lynkeus, Meleagros, Mopsos, Nestor, Oileus, Orpheus, Peleus, Philammon, Polydeukes (Pollux), Polyphemos, Telamon, Theseus, Tiphys, Tydeus, Zetes.

Iolkos ist der Sammelplatz, an dem sich alle einfinden. Bald hat das
Schiff den Hafen hinter sich; Orpheus belebe den Mut mit Harfenspiel und
Gesang. Zuerst steig man am Pelion aus und besucht Cheiron, der Iason einst aufgezogen hatte, dann geht die Fahrt um die Chalkidike nach Samothrake. Von hier wird das Schiff an die illyrische Küste verschlagen und von da nach der Insel Lemnos, auf der die Frauen alle Männer (ausgenommen den Vater der Königin Hypsipyle)
wegen Untreue ermordet hatten. Sie gewähren den Fremden gastliche
Aufnahme und diese genießen das Leben mit den Frauen, bis Herakles, der
mit einigen Kameraden auf dem Schiff zurückgeblieben war, die Säumigen
zur Weiterfahrt mahnt. Sie segeln an die phrygische Küste nach Kyzikos, wo die sechsarmigen Giganten und die friedlichen Dolionen nebeneinander wohnen. Letztere nehmen die Argonauten gastlich auf und erklären ihnen den weiteren Weg.

Nach mühevoller Fahrt landen die Argonauten endlich zwischen der Propontis und dem Schwarzen Meer bei der Stadt Kios (dem späteren Prusias), wo sie von den Mysiern freundlich empfangen werden. Bei der Abfahrt vergessen sie Herakles, der seinen beim Wasserholen von einer Nymphe entführten Freund Hylas suchen gegangen war, ebenso den Polyphemos, und segeln allein weiter.

Kurz darauf landen die Argonauten morgens im Bebrykenland (Bithynien). Der König Amykos hatte allen Fremden auferlegt, sich mit ihnen im Faustkampf zu messen. Verächtlich fordert er die Argonauten heraus, worauf Polydeukes ihn im Kampf tötet.

Weiterfahrend, werden die Argonauten an die thrakische Küste nach Salmydessos verschlagen, wo Phineus seit langem von den Harpyien
gequält wurde, indem sie seine Speise raubten oder sich darauf
entleerten. Den abgemagerten Greis retten Zetes und Kalais. Dafür
erzählt Phineus den Argonauten, wie sie durch die am Eingang zum
Schwarzen Meer stehenden Symplegaden
– die Kyaneischen Felsen, welche alles Passierende, ob Schiff oder
Vogel, zerquetschen – gelangen können. Zuerst werden die Argonauten
durch vierzigtägige Nordwestwinde aufgehalten, bis Opfer und Gebet
helfen. Auf der Fahrt durchs Schwarze Meer kommen sie zu den Mariandynern, deren König Lykos sie als die Besieger seines Feindes Amykos freundlich aufnimmt. Später kommen sie zum Land der Chalyber, dann noch zu mancherlei Völkern und zur Insel Tia, die Aresinsel, wo die stymphalischen Vögel hausen, die ihre ehernen Federn als Pfeile abschießen. Danach sehen die Argonauten die Spitzen des Kaukasus emporragen und vernehmen des Prometheus’ Stöhnen und den Flügelschlag des Adlers, der in dessen Leber wühlt.

Nun gelangen sie ans Ziel, an den Fluss Phasis, in den sie das Schiff rudern. Links erblickt man den Kaukasus und die Hauptstadt Kyta, rechts, als Schauplatz der Dinge, die da kommen sollen, Feld und Hain des Ares.

Am anderen Morgen begibt sich Iason mit Telamon und den Söhnen des Phrixos zum König Aietes, um das Goldene Vlies zu fordern. Aietes verspricht, es auszuliefern, wenn Iason mit den feuerschnaubenden, erzfüßigen Stieren, die ihm Hephaistos geschenkt hatte, die Aresflur pflüge und Drachenzähne säe. Iason bewältigt dieses Unterfangen mit Hilfe Medeas,
der Tochter des Königs, die sich in ihn verliebt hat. So sind die
Bedingungen zwar erfüllt, aber Aietes verweigert das Fell und denkt
darüber nach, über Nacht die Argonauten zu erschlagen. Medea verrät den
Plan ihres Vaters und hilft Iason, das Vlies zu stehlen, unter der
Bedingung, dass er sie zur Frau nimmt.

Über die Heimfahrt der Argonauten weichen die Sagen sehr voneinander ab. Die einen lassen sie auf demselben Weg, den sie gekommen, andere durch den Phasis in den Okeanos (Meer), um Asien herum, durch den Nil und teils zu Lande, wo sie das Schiff tragen, teils zu Wasser über Libyen (Afrika) durch den See Triton in das Mittelländische Meer gelangen. Apollonios („Argonautika“) zufolge wollen die Argonauten nach Phineus' Rat nicht auf demselben Weg zurückkehren, sondern durch den Pontus Euxinus in den Ister (Donau) fahren; die Kolchier folgen ihnen aber und schneiden ihnen den Ausweg ab (siehe auch Absyrtos).

Darauf gelangen die Argonauten aus dem Ister in den Adriatischen Meerbusen und zu einer Insel an der Mündung des Eridanos, fahren weiter zum Lande der Hylleer in Illyrien, an Korkyra, Melite und Kalypsos' Insel vorbei. Nach weiteren Irrfahrten hat Hera ein Einsehen und begünstigt die weitere Fahrt. Orpheus' Gegengesang bringt die Argonauten glücklich bei den Sirenen vorbei, Thetis und die Nereiden helfen ihnen an Skylla und Charybdis (Meerenge von Messina) vorbei, und so kommen sie fröhlich zu dem glücklichen Volk der Phäaken, dessen König Alkinoos
sie gastlich aufnimmt. Letzterer, von den einholenden Kolchern, welche
die Auslieferung Medeas forderten, wie von den verfolgten Argonauten als
Schiedsrichter anerkannt, will nun die Jungfrau den Kolchern
zusprechen. Seine Gattin Arete aber weiß, Iasons und Medeas eheliche Verbindung zu bewirken, und die Kolcher müssen verzichten.

Die Argonauten irren noch eine Weile zu Land und zu Wasser durch die Gegend, bis sie endlich auf der Insel Ägina landen und in die Heimat gelangen. Nach Ovid
lebte Aison noch bei Iasons Rückkehr und wird von Medea verjüngt.
Iasons Mutter hatte den Pelias verflucht und sich getötet; auch ihren
Sohn Promachos
hatte Pelias ermordet. Nun kommt Iason und überreicht das Goldene
Vlies. Pelias allerdings verweigert Iason den Thron, den er ihm im
Gegenzug für das goldene Vlies versprochen hatte.

Nachdem er die Argo Poseidon
geweiht hat, fordert Iason Medea auf, ihm bei der Rache an Pelias zu
helfen. Sie redet seinen Töchtern ein, dass sie Pelias verjüngen könnte,
wenn sie ihn zerstückeln und kochen, was diese tun. Medea aber hat
nicht vor, ihren Verjüngungszauber erneut wirken zu lassen, so dass
Pelias auf diese Weise umkommt. Sein Sohn Akastos
begräbt seinen Vater und vertreibt Medea und Iason. Diese fliehen nach
Korinth, in das Reich des Königs Kreon. Sie leben dort glücklich zehn
Jahre lang, bis sich Iason in die Tochter Kreons, Glauke verliebt. König
Kreon verlobt seine Tochter mit Iason und verstößt Medea, die sich daraufhin an den beiden rächt.

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