Frage von Mefista, 30

Warum wollen Menschen herrschen und / oder Macht haben?

Für was das alles? Warum wollen Menschen über andere bestimmen und herrschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dxmklvw, 28

Ich unterscheide zwei Gruppen:

1. Solche, die Infolge ihrer Autorität und sozialen Kompetenz Macht erlangen, ohne selbst danach gestrebt zu bahen, und die diese Macht nur in dem Umfang auch ausüben, wie es notwendig ist, Untergebene/Abhängige zu betreuen und zu fördern.

2. Solche, die selbst in weiten Bereichen unfähig sind, dazu auch weitgehend vernunftfresistent sind und dann ersatzweise den Rest der Welt an eigene Begehrlichkeiten anpassen wollen.

Betrachtet man sog. Mächtige dieser zweiten Art genauer, dann zeigt es sich, daß deren ganze vermeintliche Macht nur daher rührt, daß sie genug Dumme finden (für gewöhnlich Kriecher und/oder das, was man auch als Lumpenproletariat bezeichnet), die für solche Typen unter Gewaltanwendung (körperlich und/oder psychisch und/oder materiell) die Macht durchsetzen. Die Mächtigen dieser Art sind tief in ihrem Inneren Feiglinge.

Kommentar von Mefista ,

Danke für deine interessante Antwort!

Antwort
von Rosenblad, 16

Macht ist nach Max Weber zunächst einmal „….jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“. Und aus der Sicht der Psychologie ist Macht „….eine bereichsspezifische assymetrische dyadische Beziehung (….), die durch eine Gefällestruktur auf den Dimensionen »soziale Kompetenz«, » Zugang zu Ressourcen« und »Statusposition« charakterisiert ist und sich in einer einseitig verlaufenden Verhaltenskontrolle manifestiert.“ (Schmalt/Heckhausen, Machtmotivation, S.213)

Nach Walter J. Lonner ist davon auszugehen, dass es sich bei Macht um eine psychologische Universalie resp. Konstante handelt. Der britische Soziologe Michael Mann formuliert es so: „Das Machtbedürfnis ist ein emergentes Bedürfnis, das sich im Verlauf der Bedürfnisbefriedigung erst einstellt“.

Als einen der zentralen psychischen Individualselektionsmomente dürfte dabei die im Rahmen der Motivationstheorien zu verhandelnden Strebungen von Primaten zu beschreiben sein, die, folgt man den Ansichten des amerikanischen Verhaltens- und Sozialpsychologen David Clarence McClelland in drei wesentlichen Strebungen liegen: dem Streben nach Erfolg, dem Streben nach Zugehörigkeit und dem Streben nach Macht. 
Macht- und Dominanstreben sind somit im Rahmen von Macht-, Status- und Ressourcenpositionen und deren Heraushebung als zentrale biologische und noch stärker phylogenetische Stellfaktoren zu beschreiben. (siehe: Schmalt/Heckhausen, Machtmotivation, S.211).
Der zentrale Aspekt von Macht in Gruppen wird in den Untersuchungen des niederländischen Verhaltensforschers Fras de Waal deutlich, der am Beispiel der Schimpansen zeigt wie wenig sich Machtstreben und Machterhalt (mit all seinen Dramaturgien, Stilmitteln und Vorgehensweisen) dieser Primaten von uns Menschen unterscheidet.

Anm.: Die Angabe anderer als o.g. genannter Zitierungsstellen und wissenschaftlichen Quellenangaben habe ich wegen der Übersichtlichkeit ausgelassen, können aber bei Bedarf  nachgereicht werden.

Antwort
von Pusteblume8146, 12

Ich denke, viele Leute fühlen sich nicht gesehen oder anerkannt so wie sie sind, bzw wie sie in der Gesellschaft oder auch von ihrem unmittelbaren Umfeld wahrgenommen werden. Der Machtanspruch ist für mich ein verzweifelter Versuch, sich mit allen Mitteln doch “sichtbar“ zu machen, und den anderen zu zeigen “da staunt ihr wohl, dass ich doch ernstzunehmend und bedeutend bin“. Es geht im Grunde darum, sich bemerkbar zu machen, ein Ringen um Anerkennung. Dieser Fall ist es, wenn man Macht missbraucht. Man kann aber auch verantwortungsvoll damit umgehen, in dem man eine Menschengruppe gewissenhaft anführt, und zwar auf Basis von Gerechtigkeit und dem Bestreben, ein friedliches, harmonisches Zusammenleben zu erreichen. Dabei stellt sich die Person aber nicht selbst und ihre Macht heraus, sondern das Ziel steht im Mittelpunkt. Solche Führungsperslnlichkeiten sind durchaus wichtig. Alles andere, also der Missbrauch von Macht, um sich selbst als bedeutend heraus zu stellen sind für mich Minderwertigkeitskomplexe, oder auf jeden Fall psychische Probleme.

Antwort
von 19Karma99, 14

"Der Mensch strebt schon immer nach macht und hat er diese betreibt er macht Missbrauch" ja von wem das ist gefällt mir aber sehr gut. Der Mensch bestrebt nach macht seit dem es Besitz gibt weil wenn man Besitz (Geld) hat, hat man Macht und dann kommt jemand anderes mit mehr Besitz also versucht man seine macht durch Angst auszubauen um sein Besitz zu vergrößern und hat dann nochmehr macht. Also geht es nur um Besitz. 

Antwort
von voayager, 16

Ohne Macht = Ohn(e)macht

Kommentar von Mefista ,

Stimmt und gefällt mir sehr gut! Vielen Dank!

Antwort
von kubamax, 11

Das gehört wahrscheinlich auch zur Fortpflanzung dazu. Alphatiere dürfen sich fortpflanzen. Beim Menschen kommt der Drang zur Unsterblichkeit dazu wie es bei den Mächtigen in der Geschichte zu beobachten war.

Kommentar von Mefista ,

Ja stimmt, der Drang zur Unsterblichkeit - auch ein super Hinweis! Danke!

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 12

Um Interessen durchzusetzen.

Solange Menschen Interessen verfolgen, müssen sie notwendigerweise nach der Macht streben, diese auch durch- und umsetzen zu können.

Kommentar von Mefista ,

Ja genau, stimmt sicherlich auch. Mit Macht kann ich eigene Interessen durchsetzen, ohne wohl nicht.

Danke dir!

Antwort
von Feuerherz2007, 7

Das ist schwer zu sagen, was in solchen Leuten vorgeht. In jedem Fall lassen sie oft keine andere Meinung zu und geniesen es zu sehen, wenn die Meinung anderer nichts zählt. Sie geniesen ihre Macht über Dinge zu entscheiden, die viel Geld benötigen und die letztendlich andere bezahlen. Wir haben aktuelle Beispiele, was ich nie für möglich gehalten hätte!

Kommentar von Mallonio ,

Eigentlich ist es einfach nur schön nichts mehr machen zu müssen...

Kommentar von Feuerherz2007 ,

Das denke ich  nicht, bis auf wenige Ausnahmen kann es auch sehr anstrengend sein, seine Macht zu erhalten. Das kann krachend scheitern, auch hierfür wird es bald Beispiele geben, die ich nie für möglich hielt!

Kommentar von palzbu ,

Macht über andere zu erlangen ist ein Urinstinkt. Wirklich intelligente Menschen drängen nicht an die Macht. Während sie nachdenken über die Folgen, die Macht mit sich bringt, und zögerlich sind, greifen die Dummen zu. Macht zu erhalten ist sehr anstrengend, weil es genug Dumme gibt die permanent am Thron sägen.

Wie Macht funktioniert steht hier: https://wissen2015.wordpress.com/2015/11/18/002-evolution-ist-wettbewerb/

Antwort
von Suboptimierer, 9

Ist das eine Scherzfrage?

Warum sollte man lieber über sich bestimmen lassen wollen?

Kommentar von Mefista ,

Ja stimmt.

Zu sehr über sich selbst und andere oder gar nicht bestimmten - keines von beiden ist gut.

Kommentar von Suboptimierer ,

Wenn man über andere bestimmt, hat man zunächst keinen Nachteil, sondern nur Vorteile, es sei denn, man treibt es zu weit und wird gelyncht.

Nimm z. B. Kim Jong.

Abgesehen davon, dass es der eigenen Persönlichkeiten mehr Entfaltungsspielraum lässt, wenn man herrscht, gibt es noch andere Vorzüge, auf die der eine oder andere steht, man aber nicht stehen muss, z. B. steigt man im Ansehen, in der Bekanntheit und im Vermögen. Ich meine, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das jemand nicht cool finden könnte, sein Gesicht auf einer Geldnote zu sehen.
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Klar kann es auch Probleme geben. Diese entstehen, wenn man versucht, für die Untergebenen zu herrschen. Dann gibt es Konflikte.

Aber so eine Art menschlicher Gott zu sein, nach dessen Nase alle tanzen, das würden doch die wenigsten ablehnen, wenn sie so ein Angebot bekämen.

Kommentar von Mefista ,

Bei Kim Jong oder so, also der Diktator von Nordkorea, da stellt es mir gleich alle Haare auf. Was hab ich nur für ein Glück, hier leben zu dürfen. Der war jetzt ein gutes Beispiel dafür!!!

Aber der ist doch krank. Wie kann einer nur so viel Macht erreichen - unvorstellbar. Aber er nahm ja nur den Platz seines Vaters ein, musste ja weiter nix dafür tun.

Also bei ihm nehme ich an, dass er mehr Aufmerksamkeit, Ehre und Anerkennung möchte, er will ernst und für voll genommen werden, so kommt es zumindest mir immer bei ihn vor.
Er ist wie ein kleines Kind, das seine Grenzen sucht.

Also ich möchte keinesfalls so bekannt sein, dass mein Gesicht auf nen Zahlschein wäre. Das wäre mir zu anstrengend und ich kann darin keinen Sinn erkennen.

Mir reicht die Macht, dass ich einigermaßen selbstbestimmt leben kann, den einen oder anderen Wunsch erfüllt bekomme und meine Kinder auf nen normal guten Weg schicke und mich vor zu heftigen Übergriffen schützen kann.

Probleme in Sachen Macht-haben-wollen sehe ich schon auch in dem Mangel an Freiheit und Leichtigkeit für das eigene Leben. Das fände ich sehr schade, würde mir dies fehlen.

Gott spielen will ich nur für mein eigenes Leben, aber nicht für andere.

Kommentar von Suboptimierer ,

Das Problem, dass sicherlich viele mit Macht haben, ist eine Verlustangst. Das ist wie mit Geld. Je mehr Geld man hat, desto größer ist bei vielen die Angst, es wieder zu verlieren.

Irgendwann kommt man aber zu einem Punkt, bei dem man gar nicht mehr verlieren kann, es sei denn, es passiert ein Supergau (Börsencrash, Volksrevolte, Meuchelmord, ...)

Die Menschen haben dann gar keine andere Wahl, als weiter zu machen, besonders, wenn sie ihre Verantwortung ernst nehmen. Was meinst du, wie alle gucken würden, wenn Frau Merkel sagen würde: "So, ich habe keinen Bock mehr. Ich kündige zum nächstmöglichen Termin." oder sich nur noch krank schreiben lässt, bis sie gefeuert wird? xD
Es herrscht eine Erwartungshaltung, der die Machthaber gerecht werden wollen.

Kommentar von Mefista ,

Ja stimmt alles, wo du es so sagst..... genau! Danke dir!

Antwort
von ratatoesk, 6

Das ist nicht auf Menschen beschränkt,sondern ein Naturgesetz.

Der klügere und stärkere herrscht.

Bei den Menschen ist das sehr verdreht,da man ohne große Schulbildung und Übergewicht sehr schnell in der Politik Karriere machen kann.Hauptsache man kann gut Lügen und ist von sich selber überzeugt.

Da herrscht dann Dummmheit?

Das funktioniert ganz gut ,wie die Landtagswahlen mal wieder beweisen.


Antwort
von muelli21, 9

simpler instinkt. survival of the fittest. der bleibt auch in der "modernen" gesellschaft erhalten.

Antwort
von ETechnikerfx, 7

Weil sie drauf stehen oder etwas verändern wollen.

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