Frage von healey, 21

Warum wissen viele nicht wie es in anderen Ländern zugeht?

Ich mein sonst würden diese Menschen es mehr zu schätzen wissen in welch tollem Land wir leben ! In anderen Ländern haben es die Leute oft nicht so toll wie bei uns ! Wir sind doch hier eigentlich recht gut abgesichert !

Antwort
von teafferman, 3

Das ist ein sehr komplexes Thema. 

Da ist einerseits die Gier. Diese kann nie befriedigt werden. Und sie macht blind. Zu Gier muss wohl nicht viel geschrieben werden. 

Wobei mir ein Beispiel einfällt:

Es können alle Menschen heute digital reich werden. Die Bildung spielt da eine sehr geringe Rolle. Nun sind schon einige Menschen auf diese Weise reich geworden. 

In Mallorca hatten sich schon vor Jahrzehnten reiche Menschen nieder gelassen. Nach und nach zogen nun die digitalen Millionäre da hin. Und diese verhalten sich anders, für die alten deutschen Reichen störend:

Die neuen Millionäre verschenken ihr Wissen und Können zu einem großen Teil. 

Weiter setzen sie ihr Geld nicht einfach zur weiteren Befriedigung ihrer Gier ein, sondern um teilen zu können. 

Diese Tatsache stört die alten deutschen Reichen so sehr, dass viele von ihnen geflüchtet sind. 

Dann ist da die von frühester Kindheit an gelernte Verlogenheit und Lebensferne, die wir hier in D bevorzugen. Diese ist gerne mit Titelhörigkeit verbunden. 

Hier wird es komplex:

Unsere Medien spiegeln absolut nicht ein ausgewogenes Bild. Weder vom eigenen Staat und den Vorgängen hier, noch von anderen Staaten. 

So ist es eine Tatsache, dass die EU sehr gerne unser Sozialsystem und unser Betriebsverfassungsgesetz auf EU-Ebene übernehmen würde. Alleine:

Unsere von uns gewählten und von uns bezahlten Politiker und Gewerkschaftsvertreter sind dagegen. Frage mich nicht warum. Ihre Argumente sind für mich absolut nicht nachvollziehbar. Sie erinnern sehr stark an den Gegenwind, welchen Bismarck zu seiner Zeit überwunden hat. 

Bezogen auf das Betriebsverfassungsgesetz schafft es die EU immerhin in kleinen Schritten, Teile dieses deutschen Rechts als EU-Richtlinie durchzusetzen. 

Nun wird es absurd:

Tatsächlich hat dieses Jahr eine hohe Vertreterin der Gewerkschaften eine Unterschriftenaktion gestartet um zu fordern, dass eine dieser Richtlinien ins Betriebsverfassungsgesetz übernommen wird. Diese Idee war so absurd, dass sich aus mehreren EU-Staaten inklusive Deutschland Verfassungsrechtler dagegen aufstellten. 

Denn: Wieso soll noch mal eingetextet werden, Was da schon steht? Wenn auch in anderen Worten, so doch mit gleichem Sinn und gleichen Folgen. 

Alleine diese Tatsache erwachsenen Deutschen zu vermitteln hat mich in einem anderen SZ manche Mühe und Zeit gekostet. Sie ist aber absolut nicht bei allen angekommen. Denn ein Titelchen forderte. 

Dass dieses Titelchen dafür bekannt ist, dass es das Betriebsverfassungsgesetz nicht kennen lernen will, interessiert hier nicht. 

Denn wir lernen in unserer Kindheit eben nicht, dass nicht der Titel den Menschen macht, sondern der Mensch den Titel mit Inhalt füllt. Weigert sich ein Mensch, seinen Titel mit Inhalt zu füllen, ist es nur eine Worthülse ohne Wert. 

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Natürlich sind viele Deutsche im Ausland auf Urlaub gewesen. Da geben sie dann gerne viel Geld dafür aus, in abgegrenzten Bereichen ein Leben führen zu können, welches möglichst nah an ihrem gewohnten Leben in D angepasst ist. Und welches möglichst wenig Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zulässt. 

So lässt sich ein anderes Land nicht kennen lernen, eine andere Mentalität. 

Doch selbst, wenn ein Mensch einfach mal frei nach Nase durch ein fremdes Land reist, braucht es offene Sinne, um die Umwelt tatsächlich wahrnehmen zu können. 

Beispiel:

Ein Bekannter reiste fast ein Jahr durch Indien frei nach Nase. Als er zurück kam war er voll mit Eindrücken, aber auch mit Verwunderung und Fragen. Mir gegenüber berichtete er von der Gastfreundschaft und dem angebotenen Essen. Dabei wunderte er sich, wie die Gerichte zusammen gesetzt sein mochten. 

Bisher war er der Meinung gewesen, sich in Pflanzen und Küche gut auszukennen. Mir gegenüber deutete er mehrere Gerichte an, deren Namen im Dialekt der Einheimischen er nicht behalten hatte. Jedes Gericht konnte ich ihm als Rezept aufschreiben. Seither ist er so beleidigt dass er nicht mehr mit mir spricht. Denn ich war nie in Indien. Dafür habe ich gemeinsam mit Indern hier gekocht. 

Der stern hat vor manchen Jahren mal einen Artikel über Indien gehabt. Da war auch das eine und das andere Interview mit dabei. Unter dem Strich wurde uns mitgeteilt:

Wir Deutschen können gut Schablone. Wir haben Lebensangst, diese unsere Schablone zu verlassen. Deshalb bekämpfen wir mit allen Mitteln gute Ideen, egal auf welcher Ebene. 

Kreative, Geschäftsgründer und so fort sind also herzlichst nach Indien eingeladen. Sind sie dann irgendwann so weit, dass sie auf den Weltmarkt wollen und können, mögen die Deutschen sich um die nötigen Schablonen kümmern. 

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In unseren Schablonen bedeutet uns Arbeit Mühe und Anstrengung. Mit dieser Lebenshaltung machen wir uns das Leben unnötig schwer. Schon Bakterien wissen, dass ohne Arbeit Leben nicht funktioniert. 

Würden sich alle Lebewesen so sehr darüber beklagen wie die Deutschen, dass es Arbeit gibt und ohne diese Leben nun mal schief läuft, der Lärm würde das ganze Weltall füllen. 

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Ja. Es geht uns vergleichsweise gut. Obwohl wir als Gesellschaft dabei sind, die besten Regeln abzuschaffen. Bzw. abschaffen zu lassen von von uns gewählten Titelträgerchen. 

Helmut Kohl hat als erstes Gesetz in seiner ersten Kanzlerschaft durchgeboxt, dass die Arbeitsämter Menschen in Rente zwingen können. Bis heute beschäftigt diese Regel Gerichte. Versuche, den so angerichteten Schaden dieses Subjekts festzustellen, sind bis heute gescheitert, denn es wird nach Strich und Faden verschleiert. 

Trotz mehrfacher Mahnung des Bundesverfassungsgerichts, das EU-Transparenzgebot zu beachten, können wir bis heute nicht feststellen, wie vielen Menschen ihre Menschenrechte über sogenannte gesetzliche Betreuung entzogen worden sind und entzogen werden. Denn das EU-Transparenzgebot wird wenig beachtet. 

Kritische Ärzte schätzen vorsichtig, dass 50% aller Totenscheine gefälscht sind. Wie viele Morde so unentdeckt bleiben in diesem Staat steht in den Sternen. 

Drei Fakten von vielen, die sich in diesem Staat alltäglich ereignen. Sie machen ein ungutes Gefühl. Denn viele Menschen mögen von diesen Fakten nichts wissen, aber sie fühlen unbewusst: 

Hier läuft Etwas gewaltig schief. 

So viel dringt in ihre anerzogenen Schablonen ein. 

Sie haben aber nicht gelernt, ihre Schablonen zu öffnen. Sie haben gelernt, es sei gefährlich, diese ihre Schablonen zu öffnen. 

Also bleiben sie darin gefangen und fühlen sich logischer weise unwohl. Denn sie sind gefangen in ihren Schablonen, unwissend, wie leicht gelernt werden kann, wie angenehm es ist, Fakten zu kennen, welche Lebensbereicherung es darstellt, Mängel gemeinsam zu beseitigen und gemeinsam Bert Brechts Kinderlied im Alltag zu leben. 

Antwort
von Jacuma, 21

Die Leute wissen, wie es in anderen Ländern zugeht, und dass es ihnen selbst viel besser geht.

Wenn die Menschen Leid jeden Tag sehen, in den Nachrichten und in der Zeitung, härten sie ab, es wird zur Normalität. Und das Leben, das sie führen, sehen sie als selbstverständlich an, da sie selber nie etwas anderes erleben mussten.

Antwort
von MantaManta2, 19

Weil arbeiten müssen und keine Zeit zum lernen haben und ihnen das lernen auch nie beigebracht wurde.

Antwort
von DetlefRuchatz, 8

Schön, dass du Deutschland toll findest. Das rechtfertigt aber noch nicht die Annahme, dass andere Leute Deutschland oder die gute Absicherung in Deutschland ebenfalls toll finden oder dass andere Leute die aus deiner Sicht schlechteren Zustände in ihren Ländern ebenfalls als schlecht ansehen. In den USA habe ich zum Beispiel einmal mit einem obdachlosen Penner gesprochen. Man möchte meinen, er wäre froh über finanzielle Absicherung wie in Deutschland. Weit gefehlt! Für ihn ist dies Kommunismus, und er hasst Kommunismus. Er träumt nach wie vor von Reichtum und Ruhm und denkt nicht im Traum daran, dass andere irgendeinen Anspruch auf die Früchte seines womöglichen Erfolgs hätten. Ein anderes Beispiel: Kürzlich war ich in Kambodscha. Obwohl dies eines der ärmsten Länder der Erde ist, war einer meiner ersten Eindrücke, dass die Menschen dort weitaus entspannter, gelassener und zufriedener als in Deutschland wirken. Sie schienen auch eine starke Abneigung dagegen zu haben, Geld anzunehmen, dass sie sich nicht ehrlich verdient hatten (mit Ausnahme einiger Bettler in den Touristengebieten). Ein drittes Beispiel: Reise einmal in die Tiefen des Amazonas-Gebiets, fernab von Handys, Computern und westlicher „Zivilisation“. Ich bezweifle, dass die Menschen dort sich leicht für deutsche Verhältnisse begeistern lassen würden, und ich meine damit noch nicht einmal unbedingt Dinge wie Steuererklärungen, Meldepflicht, Abfalltrennung oder Angelscheine fürs Fischen. Das bringt mich zur Gegenfrage: Weißt du, wie es in anderen Ländern zugeht – oder noch wichtiger – was Menschen in anderen Ländern wirklich wollen? Was mich betrifft: Ich sehe keinen Grund, mir um Menschen in anderen Ländern Sorgen zu machen und schon gar nicht, ihnen deutsche Verhältnisse, Demokratie oder gar Almosen aufzwingen zu müssen.

Antwort
von Matermace, 19

Ja stimmt. Es könnte aber auch hier besser sein.

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