Frage von BrickLP02, 71

Warum wirken bei mir keine Medikamente?

Es ist egal wie hoch sie dosiert sind (im nicht lebensgefährlichen Maße natürlich), es ist auch total egal welches Medikament, egal ob es zum Beispiel Augentropfen oder Schmerzmittel oder halt ähnliches sind, es wirkt einfach nicht. Hat es schon damals als Kind kaum bis garnicht.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Pramidenzelle, 42

Es könnte sein, dass du einfach einen sogenannten Nocebo-Effekt hast, weil du den Medikamenten, oder vielleicht dem ganzen System misstraust, aber so stark, wie du das beschreibst, ist es schon unglaublich heftig.

Wenn es nur bestimmte Medikamente wären, dann könnte es sein, dass bei dir das Enzym, dass für den Abbau zuständig ist in einer seltenen, aktiveren Variante vorkommt. Das gibt es für unterschiedliche Enzyme und damit unterschiedliche Medikamente. Dass du aber quasi bei jedem einzelnen Gen für diese Enzyme Pech gehabt hast, das ist schon seeehr unwahrscheinlich. Aber da du ja schon in einer anderen Frage erwähnt hast, dass du damit nicht der Einzige in der Familie bist, könnte es tatsächlich eine genetische Komponente geben.

Vielleicht spielt ja beides zusammen. Eine Liste von allen Wirkstoffen, die nicht richtig gewirkt haben, könnte dem Pharmakologen bei der Suche nach einer Erklärung helfen und ein DNA-Test für die Gene der fraglichen Enzyme (z.B. die Cytochrom P Familie) könnte auch interessant sein.
Allerdings jemanden zu finden, der das macht, könnte schwierig werden - da kenne ich mich nur von der Forschungsseite, nicht von der Patientenseite her aus ...

Kommentar von BrickLP02 ,

Mega Danke für diese ausführliche Antwort...nur versteh ich nicht grade sehr viel davon, viele Fachwörter und halt viel...du weißt was ich meine. Es wäre total nett, wenn du das vlt irgendwie umschreiben könntest oder es vlt sogar anders erklären könntest.

Dankeschön falls dus machst :)

Kommentar von BrickLP02 ,

Ich hab diesen Nocebo-Effekt mal gegoogelt und ich glaube nicht, dass ich den habe.

Kommentar von Pramidenzelle ,

Ähm klar, ich versuchs nochmal...

Also Möglichkeit 1: Kennst du den Placebo-Effekt? Also wenn in einer Tablette gar nichts drin ist, aber sie trotzdem hilft, einfach weil man eben dran glaubt? Das gibt es auch umgekehrt. Wenn man einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hat, und das Vertrauen dadurch gesenkt ist, dann glaubt man nicht mehr so richtig, dass es hilft, und auch das kann der Körper umsetzen.
Ob man nun diesen Effekt hat, egal ob Placebo oder Nocebo, das merkt man aber nicht wirklich, also man kann es nicht von einer anderen Art der Wirkung oder nicht-Wirkung unterscheiden.
Aber für "nur" einen Nocebo-Effekt ist dein Erlebnis eigentlich zu stark.

Deshalb Möglichkeit 2 (wobei natürlich beides zusammen den größeren Effekt macht, es ist kein entweder-oder):

Bei jedem Medikament ist die Dosis extrem wichtig. Aber wenn man z.B. eine Tablette nimmt, dann wird der Wirkstoff nicht alles auf einmal freigesetzt, sondern eben langsam-aber-sicher. Wie schnell, das hängt vom Medikament ab.
Die Medikamente bleiben aber nicht im Körper, sondern werden wieder abgebaut, und zwar von sogenannten Enzymen. Davon gibt es ziemlich viele verschiedene. Manche sind am Abbau von vielen unterschiedlichen Medikamenten, manche nur bei wenigen beteiligt.
Diese Enzyme werden von Genen codiert und die Gene gibt es in verschiedenen Varianten. Manche Leute haben also das Gen für die "faule" Variante, andere die für die "hyperaktive" Variante.
Wenn du nun also die hyperaktive Variante hast, dann wird der Wirkstoff ganz normal aus der Tablette freigesetzt, aber so schnell wieder abgebaut, dass die wirksame Dosierung nie erreicht wird.
Dass du nun von all diesen Medikamentenabbau-Enzymen ausgerechnet die hyperaktive Variante hast (und es gibt eben mehr als hundert verschiedene) ist zwar extrem unwahrscheinlich. Aber andererseits werden - Stand meiner Vorlesung vermutlich nicht ganz aktueller Forschungsstand - 90% aller Medikamente, die es auf dem Markt gibt, von drei Hauptenzymen abgebaut. Wenn du die alle in der hyperaktiven Form hast, dann würden schonmal ziemlich viele Medikamente nicht wirken.
Eine Liste von allem, was bei dir nicht gewirkt hat - und vielleicht sogar die paar Ausnahmen, die Mal funktioniert haben, wenn es welche gab - könnten einem Pharmakologen sagen, ob diese Theorie wahrscheinlich ist.
Mit einem Gentest könnte man beweisen, dass du wirklich diese Varianten hast und die Dosierungen entsprechend anpassen.
Allerdings ist das alles zumindest vor zwei Jahren noch Forschungsthema gewesen, inwieweit man da Ärzte findet, die bereit zu solchen "Experimenten" sind, weiß ich nicht. Das Problem ist eben, wenn du diese Variante nicht hast, sondern es eine andere Ursache ist, dann könnte es ja durchaus sein, dass die normale Dosis keine Wirkung, aber die Überdosis eine Nebenwirkung hat. Also Forscher, die im Thema stecken würden sicher liebend gerne DNA-Tests von dir machen, aber wie das mit der Krankenkasse und den Ärzten aussieht - keine Ahnung.

In dem Zusammenhang eine interessante Frage: Wie reagierst du auf Koffein? Das wird nämlich auch über Enzyme aus dieser Familie abgebaut ...

Aber im Grunde genommen kann ich auch nur spekulieren, woran es liegen könnte.

Kommentar von BrickLP02 ,

Danke Danke Danke, ich versteh jetzt deutlich mehr als vorher.

Bei mir wurde durchaus Hyperaktivität festgestellt, wobei das vor ein paar Jahren noch deutlich schlimmer war. Falls das halt mit den Enzymen zusammen hängt.

Was Koffein angeht, keine Ahnung. Ich drinke keinen Kaffee und habe es auch noch nie, auch keine Energy Drinks. Eigentlich nur Tee, Wasser, Apfelschorle und Fanta. Ich glaube da ist nirgends Koffein drinnen.

Und zu der Überdosis, nein die haben keine Nebenwirkungen, die haben wie eine ganz normale Dosis, einfach überhaupt keine Wirkung.

Ich glaub ich bin ein Hoffnungsloser Fall ( :'

Kommentar von Pramidenzelle ,

Also die Hyperaktivität war nur als Verdeutlichung gemeint, das hat nichts mit der AD(H)S-Hyperaktivität zu tun. Wenn das bei dir diagnostiziert wurde - Herzlichen Glückwunsch, da haben wir den Grund (so halbwegs) gefunden:
Du bist nicht-neurotypisch, also dein Gehirn ist ein bisschen anders verkabelt als bei Durchschnittsmenschen. Bei Autisten ist das ganz ähnlich, zwar anders als bei den AD(H)S-Leuten, aber eben auch anders als bei den NTs.
Bei Leuten, die nicht neurotypisch sind, kommt es deutlich öfter vor, dass Medikamente gar nicht, falsch oder sogar gegenteilig wirken. Ich z.B. bin Autistin und werde von Schlaftabletten extrem aufgedreht ...
Woran genau dieser Effekt liegt, das ist leider nicht erforscht und meines Wissens nach gibt es auch zur Zeit kein Forschungsprojekt, dass sich damit beschäftigt.

In Tee (zumindest in grünem und schwarzem) ist übrigens sehr wohl Koffein enthallten. Man nennt es dann zwar Teein, aber chemisch ist es quasi das Gleiche.
Ob du wirklich schon eine Überdosis bekommen hast, wage ich Mal zu bezweifeln - denn das kann eben richtig gefährlich sein und mit sowas würde eigentlich kein verantwortungsbewusster Arzt herumexperimentieren. Dass die Dosis höher als normal benutzt wird, wenn man nicht gut darauf reagiert (bei mir ist beim Zahnarzt auch gerne ein paar Mal mehr gespritzt worden) hat noch nicht wirklich etwas mit Überdosierung zu tun.

Antwort
von piepsmausi26, 36

Beim Arzt ansprechen. Es gibt soweit ich weiß psychosomatische Krankheiten, da helfen die Tabletten aber man selbst spürt es nicht. Es ist teilweise auch eine kopfsache was man erwartet von dem Medikament.
Sprich mit deinem Arzt unbedingt darüber. Es muss geklärt werden ob du das Gefühl hast, dass sie nicht helfen oder ob dein Körper sie wirklich nicht annimmt... Das könnte auf einen gendefekt oder so was hinweisen. Hast du mal eine dauertherapie oder so bekommen? Oder nimmst du irgendwelche Präparate regelmäßig? Sie können eine Resistenz erzeugen.
Es ist wichtig es abzuklären
Alles Gute für dich

Kommentar von BrickLP02 ,

Ich kann dir mit Sicherheit sagen, dass sie nichts wirken.

Und ich nehme nie irgendwas zu mir, habs halt schon lange aufgegeben, die Ärzte bei denen ich neu bin, verzweifeln bei mir mit den Medikamenten, die die mich schon kennen, denken überhaupt nicht mehr daran mit irgendein Medikament auf zu schreiben.

Kommentar von piepsmausi26 ,

lass ein großes Blutbild machen und such vielleicht einen Neurologen auf Es bringt nichts dir nichts aufzuschreiben wenn wirklich etwas schlimmes ist, dass du zum Beispiel operiert werden musst oder so dann ist es gut bescheid zu wissen. Leider werden manche Ärzte erst dann hellhörig. Bleib am Ball mit den Ärzten. Sie sollen dich weiter überweisen zu spezialisten.

Antwort
von Piaalein, 41

Hast du denn mal mit deinem Arzt darüber gesprochen?

Kommentar von BrickLP02 ,

Ja hab ich, er weiß nicht woran das liegt. Es ist bei Narkosemitteln (bsp. Beim Zahnarzt die Betäubung) genauso, die wirken teilweise auch überhaupt nicht.

Antwort
von schoeneralscr7, 16

Entweder willst du uns" verarzten" oder du hast heftig Abbauenzyme in der Leber . Kann durch Genvariation durchaus (selten) vorkommen.

Antwort
von graystorm, 24

frag mal dein arzt

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