Frage von Vickyy123, 34

Warum wird Werther von einem Moment auf den anderen so depressiv ohne (Die Leiden des jungen Werther)?

Es passiert innerhalb von eins bis zwei Seiten, ohne dass ich einen Auslöser dafür gefunden hätte. Natürlich trägt Lotte dazu bei, genauso wie seine zweite verlorene Liebe und die Menschen um ihn herum. Aber er schien immer wenigstens einigermaßen damit zurechtzukommen, war dennoch immer irgendwie er selbst. Innerhalb von wenigen Seiten wird er plötzlich anders. Weiß jemand den Grund?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von OdettchenB, 23

Denk mal dran, dass es sich bei diesem Werk um Romantismus handelt. Ich hab nicht in Deutschland studiert/Schule besucht, sondern in der Slowakei. Ich weiß deshalb nicht, wie ihr über Literatur lernt. Also: die Figur im Romantismus ist voller Gegensätze, ist launisch, hat sehr reiche emotionelle Welt und verteidigt gewisse Moralprinzipien (Patriotismus zum Beispiel). Die innere Zerrissenheit verbalisiert die Figur oft auch, sie empfindet oft enormen Druck, weil in ihr dieser Kampf der Gefühle wütet. Wenn man sich noch näher mit Goethe befasst, dann weiß man, wie er sich persönlich (privat) krass verlieben konnte. Goethe war aber kein reiner Romantiker. Nicht nur Gefühle, sondern auch das Wissen (gute Bildung) spielten in seinen Werken eine wichtige Rolle. Werther ist ein sehr intelligenter junger Mann, der aber auch launisch ist. Deshalb kann's durchaus passieren, dass Du als Leser plötzlich Zeuge von einer raschen depressiven Stimmung der Hauptfigur wirst. Bei Werther war es einfach mal ein Ausweg aus der inneren Zerrissenheit. 

Ich habe Germanistik und vorher auch Psychologie studiert. Ich hoffe, dass ich Dir helfen konnte.

Antwort
von Knightmare999, 20

Vielleicht https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bipolare_Störung ?

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