Frage von Tragosso, 172

Warum wird von so vielen Menschen der Kontakt zu den Eltern, trotz schlechtem Verhältnis, gewünscht?

Huhu.

Die Ursachen sind natürlich vielfältig, dennoch...Ich kann nicht verstehen, warum ein Mensch der jemandem schlechtes getan hat/antut, immernoch so einen wichtigen Platz in dessen Leben einnehmen kann. Wären es Freunde oder Bekannte, würden die meisten den Kontakt einfach abbrechen. Woher kommt diese Bindung, wenn diese doch nie richtig gesund aufgebaut werden konnte?

Ich denke die wenigsten die so ein schlechtes Verhältnis haben sind wirklich glücklich damit, warum tun sie sich das Ganze trotzdem an? Warum ist das immernoch besser als kein Kontakt?

Antwort
von Freiheit04, 20

Hallo

Habe Dir vorhin einmal eine sehr lange Antwort geschickt, in die ich viel Arbeit gesteckt habe. Leider ist sie offenbar nicht angekommen :(

Unten in Anführungszeichen der Teil, den ich retten konnte (um einen zusätzlichen Punkt ergänzt) und davor ein neuer Anfang. Dies alles bekommst Du ev. auf zwei bis drei Nachrichten verteilt aufgrund des Umfangs.

Also:

Meiner Meinung nach gibt es zwei Kategorien von Gründen, weshalb "solche Leute" nicht den Kontakt abbrechen. Gründe "von aussen" und Gründe "von innen". Zum Teil lassen sich diese nicht wirklich voneinander abgrenzen.

zu den Gründen "von aussen":

- Viele Leute glauben zu wissen (und damit sich auch anmassen zu dürfen, zu beurteilen) wie schlimm das Schlimmste sein kann, was man mit seinen eigenen Eltern erleben kann. Sie haben mit ihren eigenen Eltern die Erfahrung gemacht, dass es durchaus mal zu Unstimmigkeiten kommen kann oder sogar dazu, dass man sich über Monate hinweg nicht mit seinen Eltern versteht, aber das dann irgendwann doch alles wieder in Ordnung kommt. Dass sich also die schlimmsten Dinge wieder einrenken können. Sie glauben, es ginge um schlimmen Streit. Um Dinge die man klären kann. Das Problem hierbei ist, dass diese Leute nicht einmal ansatzweise verstehen, was das Schlimmste ist, was man mit den eigenen Eltern erklären kann. (Ich spreche hier übrigens ganz bewusst nicht vom strafrechtlich relevant Dingen.) Diese Leute verstehen nicht, dass es ein ZU VIEL und ein ZU SCHLIMM geben kann.

"- Die Leute finden, wer nicht verzeiht, lebt auf immer innerlich vergiftet weiter. Weshalb verziehen werden muss, damit man nicht für immer so vergiftet "bleibt." Das sind Leute, die den Rat von Psychotherapeuten und ähnlichem Fachpersonal, zu verzeihen, gründlich missverstehen. Dieses angeratene Verzeihen geschieht dort nicht zugunsten der Eltern beziehungsweise desjenigen, der einem Leid angetan hat. Sondern zugunsten des Opfers. Dieses Verzeihen hat nichts Barmherziges an sich, sondern etwas sehr "Egoistisches". Es ist etwas, das man tun kann, damit es einem (als Opfer) besser geht. Dieses Verzeihen schenkt man sich selber. Nicht um sich dadurch zu reinigen, sondern um sich dadurch zu befreien. Kein Psychotherapeut bei Verstand sagt z. B. einem F*lteropfer, es solle seinen F*lterern die F*lter nicht mehr nachtragen. Es geht bei dieser Art des Verzeihen nicht um Absolution. Es geht nicht darum, für die F*lterer Verständnis zu zeigen oder darum, die F*lter zu entschuldigen. Leider denken dies Leute, die von diesem Rat von Therapeuten gehört habe, jedoch. Diese Leute haben etwas so richtig gründlich falsch verstanden. Und solche Leute "raten" dann z. B. Kontaktabbrechern, ihren Eltern zu verzeihen. Und in der Regel ist es viel mehr ein FORDERN als ein Raten. Ich persönlich sehe absolut keinen Grund irgendjemanden -egal wem - einfach so zu verzeihen. Damit ich verzeihe, muss eine von diesen beiden Bedingungen erfüllt sein. Entweder muss die Person sich erklären und entschuldigen beziehungsweise aufrichtige Reue zeigen (je nach Schweregrad der "Verfehlung) oder ich muss erfahren, dass es Gründe gibt, dieser Person ihr Verhalten überhaupt nicht übel zu nehmen ("schwer mildernde Umstände"). Beispielsweise einem Mitschüler, der mich zwei Jahre lang quält, verzeihe ich dieses Verhalten auch 20 Jahre später nicht einfach so. Warum auch? Er hat sich weder erklärt noch entschuldigt noch um Verzeihung gebeten noch gesagt, dass er sich damals eben leider mir gegenüber immer wie ein  verhalten hat, weil er eben ein unreifer, gemeiner Jugendlicher war. Es muss etwas Konkretes passieren, damit ich verzeihen. Das Vergehen von Jahren reicht nicht nur nicht aus, sondern wird praktisch gar nicht berücksichtigt in meiner Rechnung.

- Viele Leute erleben familiäre Bande als sehr starke Bande. Da ist zum Beispiel die eigene um drei Jahre jüngere, heute 23 Jahre alte Schwester eine Person, die man seit 23 Jahren kennt. Die man kennt, so lange man zurückdenken kann. Die jahrelang das Kinderzimmer mit einem geteilt hat. Mit der man sich gegen die Eltern verschworen hat. Mit der man zwar, besonders als man viel jünger war, viel gestritten hat, die man aber dennoch liebt. Mit der man viel erlebt hat, zum Beispiel Ferienreisen, das Autofahren lernen, die beiden Umzüge in der Kindheit und so weiter und so fort. Mit der man heute vielleicht sogar ein wenig befreundet ist. Eine Person, mit der man sich auch gerne freiwillig trifft. Und sich von so jemandem aus "doch gar nicht SOOO schlimmen Gründen" loszusagen, kann man sich nun wirklich nicht vorstellen. Und auch nicht, dass dies jemand anderes tut. Und die Eltern sind ja noch einen ziemlichen Ticken "unantastbarer".

Du siehst also, ist sehr viel quälender Druck von aussen da. Druck, der es einem nicht nur schwer macht, diese Entscheidung umzusetzen und durchzuziehen, sondern auch, sie überhaupt zu treffen. Denn durch die Gesellschaft wurde einem ja über Jahre und Jahrzehnte vermittelt, dass Eltern diese Sonderstellung einnehmen.

Kommentar von Freiheit04 ,

Teil 2 ist woanders auf dieser Seite zu finden.

Antwort
von Gerneso, 86

Es geht weniger darum, dass man Kontakt zu Menschen sucht, die sich nicht so verhalten wie Eltern dies tun sollten - sondern vielmehr um die Sehnsucht nach einer intakten und harmonischen Familie.

Antwort
von 2012infrage, 32

Zum einen rührt es natürlich aus der Vergangenheit her, dort war die Familie eine Wirtschaftsinstitution mit Erbfolge. Auf einem Hof haben viele Generationen zusammengelebt. In schwierigen Zeiten hat sich Familie zwangsweise, aus Selbsterhaltungstrieb, unterstützt. Das war nützlich, doch wird dieses Leben oft verherrlicht. Denn es war trotz allem nur ein Zusammenleben auf Zwang. Alleine die Schwiegermütter und Schwiegertöchter, die miteinander auskommen MUSSTEN, da gibt es Geschichten. 

Heute braucht man keine Familie, es gibt die Rente etc. Und schon zeigt, sich dass viele Menschen (ich kenne eigentlich nicht wirklich jemanden, der noch nie teils gravierende Probleme mit Familie hatte) mit ihrer Familie nicht so gut hinkommen - doch den alten Geschichten zufolge soll man das, weil es nützt(e). So was ist hartnäckig. 

Über die Jahrzehnte habe ich eines gelernt. Die Eltern sind dazu da, einer neuen Generation von Kindern auf den Weg zu helfen und sie selbständig zu machen. Wie sie das machen, das ist ihre Entscheidung und wird doch das spätere Verhältnis bestimmen, wenn die Kinder erwachsen sind. Niemand hat die Kinder gefragt, ob sie geboren werden wollen, Eltern bekommen Kinder für sich selbst oder ungeplant.

Ab dem Alter, wo man selbständig ist, die Eltern also ihren Job erledigt haben, sollte Respekt die Basis sein. Man ist nun gleichgestellt. Und auch, wenn die Lebensansichten nun auseinandergehen, kann man respektvoll miteinander umgehen und sich treffen. Doch es geht folgendermassen: Entweder die Eltern schwingen die Keule: Schau, was wir alles für dich geopfert haben - kein Kind kann dies beweisen - und schau, was du uns gekostet hast, schau, was wir alles für dich getan haben - SEI DANKBAR! Oder die "Kinder" schlucken, weil es etwas zu erben gibt und sie Angst haben, wenn sie nicht genauso gut dastehen wie der Bruder, fällt weniger ab. Das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt. Der oft unbewusst funktioniert, denn wer gibt das schon gerne zu? Und es gibt die "Kinder", die ihre Eltern für alles, was in ihrem Leben schiefgeht, verantwortlich machen, weil ihnen die Art, wie sie selbständig gemacht wurden, nicht gefällt. 

Wenn man also von seiner Familie nichts will, kein Geld, keine Anerkennung, keine Liebe, dann ist man frei sich seinen Umgang zu suchen. 

Liebe Grüße

 

Antwort
von Freiheit04, 16

2. Teil meiner Antwort:

zu den Gründen "von innen":

- Manche Söhne und Töchter lieben die Person, welche Ihnen Leid angetan hat bzw. die Personen, welche Ihnen Leid angetan haben, trotzdem. Manche von ihnen hoffen auch, Vater und/oder Mutter würde irgendwann verstehen und sich erklären und entschuldigen. Erkennen und anerkennen, was er beziehungsweise sie einem angetan hat.

- Manche Menschen wollen auch nur mit dem einen Elternteil brechen, jedoch nicht mit dem anderen. Wenn die Eltern noch zusammen leben, geht dies kaum. Also erträgt man die furchtbare Mutter, um noch immer geliebten Vater sehen zu können.

- Manche Menschen wollen ihren eigenen Kindern den Grossvater beziehungsweise die Grossmutter nicht vorenthalten. Meiner Meinung und Erfahrung nach wollen diese jungen Eltern ihren eigenen Kindern keineswegs die eigenen Eltern, welche sie selber in ihrer Kindheit hatten, zumuten, sondern ihren Kindern einfach nicht Grosseltern im eigentlichen Sinn vorenthalten. Manche Grosseltern gehen mit ihren Enkeln auch tatsächlich anders um, als sie es mit ihren eigenen Kindern getan haben. Andere Grosseltern machen mit ihrem Verhalten (oft übrigens gegenüber ihren erwachsenen Kindern UND gegenüber ihren Enkeln) munter weiter, doch die Eltern wollen ihren Kindern eben Grosseltern gönnen. Ihr schlechtes Gewissen sagt ihnen, dass sie nicht so egoistisch sein dürfen, ihren Kindern die Grosseltern zu verwehren. (und woher dieses schlechte Gewissen kommt, wissen wir ja ...) Auch haben diese Eltern oft ein Idealbild von Grosseltern vor Augen. Und eben diese Grosseltern aus diesem Idealbild glauben Sie Ihrem Kind zu verwehren, würden Sie den Kontakt abbrechen.

- Manche Menschen merken erst in späteren Jahren, was sie in ihrer Kindheit erdulden mussten. Und obwohl sie bis heute darunter leiden, denken sie sich "Ach, das ist schon Jahre vorbei. Ich kann doch jetzt nicht mehr reagieren. Man hat ja gefälligst nicht nachtragend zu sein." oder auch "Heute verhalten sich meine Eltern nicht mehr so." Was sie (unter anderen Dingen) nicht wirklich erkennen, ist dass viele Eltern munter ihr desaströses Verhalten weitergeführt hätten und noch immer weiterführen würden, hätten sie ihre (nun erwachsenen) Kinder noch immer bei sich zu Hause wohnend und damit "in ihrer Gewalt".

- Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil ihre Eltern ihnen ihre Ausbildung finanziert haben. Und da darf man doch nicht so undankbar sein.

Ich unterhalte mich gerne mit Dir über dieses Thema, falls Du Interesse hast.

Kommentar von Tragosso ,

Ich danke dir wirklich für diese lange(n) Antwort(en) und finde das Thema ebenfalls sehr interessant.

Kommentar von Freiheit04 ,

Gern geschehen, neuer Freund. Es gibt übrigens viel Literatur dazu. Vielleicht magst Du Dir auch folgende Websiten ansehen:

in Englisch:

http://www.daughtersofnarcissisticmothers.com

und darauf sehr, sehr stark basierend auf Deutsch:

http://www.narzissmus.org

Narzisstische Mütter (und Väter): Auch ein guter Grund für Kontaktabbrüche.

Kommentar von Freiheit04 ,

Oopsie ... Habe gerade Dein Profil gesehen beim Anschauen Deiner Freundschaftsanfrage, aufgrund Deiner Themen gesehen, dass ich diese sehr gern annehme (und nicht nur einfach so) und dann auf ABLEHNEN getippt. Schick mir doch bitte eine neue, falls das geht. Falls es nicht geht, werde ich (wahrscheinlich) mit dem Support schauen, was man machen kann.

Antwort
von Bambi201264, 99

Das hat sicher mit der frühkindlichen Prägung zu tun und ist ja auch ganz natürlich.

Man muss schon sehr, sehr erwachsen und vernünftig sein, um sich davon lösen zu können. Es sind eben Emotionen, die lassen sich nicht so einfach wegdiskutieren.

Manche schaffen es dann in ihren Dreißigern oder Vierzigern, die Beziehung zu beenden. Aber die meisten nicht...

Antwort
von djNightgroove, 50

"Blut ist dicker als Wasser" und das Fernsehen tut das Übrige. Dort werden uns Geschichten gezeigt, wie auseinandergerissene Familien wieder glücklich zueinander finden. Die Realität sieht leider oft etwas anders aus. Zu den Eltern hat man in der Regel eine ganz besondere Bindung, die weit über eine Freundschaft hinausgeht. Kinder wollen von ihren Eltern geliebt werden. Viele versuchen es auch dann noch mit einer Annäherung, wenn sie eigentlich schon aus Erfahrung gelernt haben, dass ihnen nur wieder weh getan wird. Die Hoffnung stirbt halt zuletzt. Ich selbst kann es auch nicht so ganz nachvollziehen, jedenfalls wenn das Verhältnis echt übel ist. Da lob ich mir Eminem, der spricht wenigstens klar aus, was Sache ist, statt dem allgemeinen Motto "Alles F***** außer Mutti" zu folgen.

Antwort
von Daoga, 70

Weil da ein ziemlicher sozialer Druck dahintersteht. Von überallher, insbesondere von Kirchen/Religionen, hört man doch und bekommt eingeredet, daß die eigenen Eltern was ganz besonderes und achtenswürdiges sein müßten, auch wenn sie in Wirklichkeit die größten A***er auf der Welt sind. Hat natürlich auch praktische Gründe, denn wenn die Eltern mal alt und pflegebedürftig sind, will sich der Staat (und die Religionen) natürlich gern an die Kinderlein wenden von wegen Pflege, Kosten etc., damit die alte Verwandtschaft nicht der Allgemeinheit auf der Tasche liegt.  

Antwort
von Ellen9, 32

Ich habe im Alter von 7 Jahren bereits versucht, die Gesellschaft zu verlassen, in die ich hineingeboren wurde; und ein weiteres Mal mit 12, was ich jedoch erst mit 17 durchsetzen konnte. Ich habe mir erstmal ein möbiliertes Zimmer gesucht, und meinen Lebensunterhalt durch meine damalige Ausbildung und dem zusätzlichen Job am Wochenende finanziert. Etliche Jahre später habe ich den Mut aufgebracht, und diejenigen aufgesucht, um Dinge mit denen klären zu können; besonders um verzeihen, meinen Frieden damit schließen und mich endgültig davon verabschieden zu können. Das war das Beste, was ich habe machen können. Es gibt keinen Grund, warum ich sie Eltern, Familie oder Verwandtschaft nennen sollte. Wenn etwas also irgendwo "Weh" und nicht "Wohl" tut...trennt man sich doch lieber davon, anstatt sich damit zu zerstören; egal mit wem man es im Leben zu tun hat.


Kommentar von Tragosso ,

Das sehe ich genauso. Ich habe mich auf so einen 'Versöhnungsversuch' mit 16 Jahren ca. eingelassen. Das hat mir verdeutlicht, dass mein Erzeuger es nicht wert ist, sich weiter mit ihm auseinanderzusetzen. Keine Reue, keine Einsicht, kein Verständnis. Noch dazu ging dieser Versuch von seiner jetzigen Ehefrau aus, statt von ihm...Was soll man davon also halten. Ich habe ihn ebenfalls sehr früh schon nicht als Vater angesehen und ihn mit Vornamen angesprochen. Jedenfalls bin ich sehr froh den Kontakt abgebrochen zu haben.

Kommentar von Ellen9 ,

Tragosso♡LG

Antwort
von LauraMcB, 71

Ich vermute, dass hat was mit der eigenen Identität zu tun. Speziell Kinder suchen die Schuld für schlechte Behandlung bei sich selber. Jedes Kind liebt seine Eltern, egal wie gut oder schlecht die auch sein mögen. Was bei schlechter Behandlung mit der Psyche passiert, kann ich kaum erahnen. 

Aber das Gefühl, dass deine Eltern dich "gemacht" haben und dadurch immer ein Teil von dir sind, lässt sich bestimmt nicht so leicht abschütteln. 

Vermutlich bleibt auch immer ein Funken Hoffnung zurück, dass das Verhältnis doch noch irgendwann gut wird. Oder dass man es seinen Eltern "recht machen" kann, damit sie "stolz" auf einen sind. Oder man will den Kontakt nicht abbrechen, weil man eigene Kinder hat (oder will) und unbedingt Großeltern vorweisen möchte. Für einige "gehört es sich nicht", die Bindung zu den Eltern abzubrechen. Oder es ist eine Art masochistischer Drang. Oder die Gewohnheit, mit der Situation unglücklich zu sein, es aber nicht zu ändern. 

Ich fürchte, wenn starke Emotionen beteiligt sind, hat es die Vernunft nicht besonders leicht, die Oberhand zu gewinnen. Menschen mit starkem Selbstbewusstsein fällt das vermutlich leichter. (Das sind aber nur selten diejenigen, die eine schwierige Kindheit hatten.)

Antwort
von EGitarre, 35

Naja, ich denke, dass liegt alleine schon daran, dass es einen ohne seine Eltern nicht geben würde. Ich könnte mir vorstellen, dass das im Hinterkopf sein wird und diese Bindung bestehen lässt.

Und die Eltern waren halt (im Normalfall) seit der Geburt da. Diese Frühkindliche Prägung kann auch nicht "mal eben so" beiseite geschoben werden.

Sicherlich wird auch ein gesellschaftlicher Aspekt dabei sein. An sich wird ja gesagt Vater und Mutter sind zu ehren etc. (auch wenn das leider immer weniger der Fall wird).  Da man ja in dieses Gesellschaftsdenken reingeboren wird, wird im Unterbewusstsein bestimmt auch davon was zu spüren sein, dass die Eltern halt DIE MENSCHEN sind, die für einen eine besondere Rolle spielen sollen

Antwort
von mojo47, 34

ist das so? ich kenne einige die sich von ihren eltern, geschwistern oder großeltern komplett getrennt und den kontakt abgebrochen haben.

in allen menschen ist der drang verankert, zu erfahren wo wir her kommen und unsere wurzeln liegen. bei menschen, die von ihren eltern abgegeben wurden ist es also normal diese bindung zu suchen, obwohl die eltern ihrem kind damit einen potentiell enormen schaden zugefügt haben.

Kommentar von Tragosso ,

Ich sage ja, von vielen, nicht von allen. Mir geht es da auch nicht so, deshalb verstehe ich diese Menschen auch nur schlecht.

Antwort
von Lililo, 31

Eltern bleiben (leider) immer die eigenen Eltern, mit denen man sehr viel Lebenszeit verbracht hat. Wenn man in der Kindheit eine mehr oder weniger gute Beziehung zu Ihnen hatte (und selbst wenn nicht), bleibt aus irgendeinem Grund diese emotionale Bindung bestehen, und es ist sehr schwer sich davon zu lösen....

Man hat immer wieder die Tendenz dazu, die Fehler bei sich zu suchen, und die Anerkennung der Eltern bleibt wichtig, egal wie sehr man glaubt die Eltern zu hassen, weil sie einem wehgetan haben... Das prägt Menschen und das kann man nicht einfach ausradieren, leider 

Antwort
von wolfram0815, 56

Gibt mehrere Gründe. Oft ist man ja nur zusammen, weil mein ja Verwandt ist. Da werden alle anderen Gründe untergeordnet. Sprüche wie "Blut ist dicker wie Wasser!", "Man muß ja zusammenhalten!" usw. unterstreichen die Wichtigkeit von den nächst verwandten Angehörigen. 

Bei sachlicher Argumentation, vor allem bei massiven zwischenmenschlichen Problemen, ziehen diese Gründe nicht mehr. 

Ja, und dann ist da noch das Erbe...... Eins der besten Gründe überhaupt! 

Kommentar von Tragosso ,

Ja..Gerade von solchen Sprüchen (Blut ist dicker als Wasser..) halte ich absolut nichts.

Kommentar von wolfram0815 ,

Davon halte ich auch nix mehr. Das führt nur zu andauerndem Ärger! Streiten geht ja nicht, weil wir ja zusammenhalten müssen! Kommt man dann z.B. an Weihnachten zusammen, das sind alle ja so (zwanghaft) lieb und brav.

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