Frage von GluecklicheKuh, 125

Warum wird Promiskuität immer normaler und kaum jemand hinterfragt dies, was alles für Nachteile auf einen zukommen könnten?

Oft wird Promiskuität als sexuelle Freiheit umgedeutet, aber das ist falsch.

Ich bin der Meinung, wenn Menschen viel zu früh viele sexuelle Kontakte haben wie ONS, viele Teeniebeziehungen und Freundschaft plus, bekommen diese Menschen kein Gefühl für das Besondere mehr und geben sich dadurch auch weniger Mühe einen Menschen wirklich kennen und lieben zu lernen, da sie wissen es gibt genug andere potenzielle Partner, die IHRE Bedürfnisse befriedigen könnten.

Was meint ihr ? Ist jemand, der Promiskuität, sprich von Anfang an viele Partner hatte, noch normal oder werden diese Menschen, da es immer mehr nachmachen, zu normal umdeklariert ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ParanoidFerret, 39

Wie man sieht, beschäftigt mich die Frage immer noch. Vielleicht nähere ich mich dem Thema mal von einer anderen Seite.

Um eines klar zu stellen: Ich bin in festen Händen, über alle Maßen glücklich dabei und habe auch nicht die Absicht, daran bis zu meinem Ableben etwas zu ändern. Alle Annahmen zu dem Thema sind also rein hypothetisch.

Dazu kommt, dass ich noch nie ein Verlangen nach einer ausschließlich sexuellen Beziehung hatte und ich habe auch nicht diesen Jagdtrieb, bei dem es nicht darum geht, das Herz einer Frau zu erreichen, sondern nur eine beliebige Beute flach zu legen und die eigene Sammlung mit einer weiteren Trophäe zu schmücken.

Promiskuitiven Frauen gegenüber bin ich sehr ablehnend eingestellt, wenn es sich um potentielle "Wunschpartnerinnen" handelt. Der Grund ist denkbar einfach: Wie die Meisten von uns, will ich geliebt und respektiert werden und ich will auch Exklusivität und nicht nur ein (bald vergessener) Name auf einer Liste sein.

Eine Frau, die mehr oder weniger wahllos mit jedem herumvögelt, passt nicht in dieses Anforderungsprofil. Aus dem selben Grund kommen auch Prostituierte nicht als Partnerinnen in Betracht.

Wenn es sich dagegen um Bekannte handeln würde, wäre es mir absolut egal. In meinem früheren Bekanntenkreis findet man sowohl Prostituierte, als auch einige promiskuitive Frauen, zu denen ich ein enges und nettes Verhältnis hatte. Wir haben auch viel und herzlich über die Patienten gelacht, die sie so zwischen den Beinen hatten. Ich fand daran nie etwas anstößiges, auch wenn ich mir für eine hypothetische Tochter weder diesen Beruf noch diese Art der Lebensführung wünschen würde.

Wäre ich aber in eine dieser Frauen verliebt gewesen, hätte mich das wohl ziemlich angefressen. Und dabei geht es nicht nur um Liebe und Exklusivität, um das Gefühl der EINE und jemand besonderes zu sein.

Der Gedanke an einen sexuellen Kontakt mit einer solchen Frau erfüllt mich auch mit einem unerklärlichen Ekel. Dieser Ekel ist eigentlich vollkommen irrational, aber wenn ich das erklären will, brauche ich ein Beispiel:

Nehmen wir mal an, jemand würde sich ein Fieberthermometer in den Hintern stecken. Anschließend könnte man das Thermometer auskochen und desinfizieren, aber ich würde mir das Ding um nichts in der Welt in den Mund stecken.

Vielleicht ist das für den Einen oder Anderen ein nachvollziehbarer Gedanke.

Von einem Durchschnittsmann erwarte ich dagegen nichts anderes, als ein gewissen Maß an Promiskuität, weil der männliche genetische Code dieses Verhalten mehr oder weniger vorschreibt. Zumindest in einem bestimmtem Alter und wenn keine besonderen Lebensumstände dagegen sprechen.

Bei Männern habe ich also zumindest eine Idee für deren Antrieb. Bei Frauen fehlt mir diese Idee völlig und die Frage konnte von diesen Frauen auch nicht beantwortet werden. Außer vielleicht, dass sie eigentlich immer beschissenen Sex hatten und die Typen sich maximal beim ersten oder zweiten Mal etwas angestrengt haben. Danach war dann das Standardprogramm angesagt und es wurde dann das nächste paarungswillige Männchen ausprobiert.


Wie ich zu promiskuitiven Frauen eingestellt bin, sind übrigens ausnahmslos alle Frauen, die ich heute kenne zu promiskuitiven Männern eingestellt. Irgendwie scheint es so zu sein, dass meine Generation etwas höhere Anforderungen stellt und nicht kritiklos alles konsumiert, den einem so vor die Füße fällt.

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke :)

PS: Und ja, Liebe und Exklusivität ( plus darin enthaltene Werte ) sind auch für mich wichtige Faktoren die für mich ne stabile und sichere Beziehung ausmachen. Wer sowas nicht hat oder kennt, wird wahllos von Beziehung zu Beziehung, von Sexpartner zu Sexpartner hüpfen, da ihm im Grunde nichts von Bedeutung ist.

Antwort
von Othetaler, 80

Im Prinzip gebe ich dir recht.

Allerdings würde ich da nach anderen Begrifflichkeiten suchen wollen. Normal oder nicht normal passt da nicht wirklich. Ich will noch nicht mal von Moral reden, aber die Sexualität und das rein Körperliche ist deutlich überbewertet und da stimmt was nicht mehr.

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Genau...wenn es immer mehr körperliche Bedeutung bekommt, wirkt dies auch auf den Menschen und seine Wertschätzung beim Thema Liebe aus. 

Antwort
von ParanoidFerret, 61

Ich denke, das ist ein Phänomen unserer momentanen Spaß-Gesellschaft. Auch wenn das nicht meinem Lebensstil und meinem Verständnis von Sexualität entspricht, kann ich das Verhalten anderer nicht verurteilen.

Ich kann aber für mich sagen, dass ich mit einer promiskuiti̱ven Frau so wenig sexuellen Kontakt haben wollte, wie mit einer Prostituierten (auch wenn ich vor diesem Berufsstand großen Respekt habe).

Für viele Männer wird das zumindest wünschenswert sein. Ohne langes Gekasper alles flachlegen, was zumindest annähernd an eine Frau erinnert, entspricht vermutlich ihrer Veranlagung.

Ob diese Männer dann später auch eine langfristige Beziehung mit einer Frau eingehen möchten, die von unzähligen Vorgängern benutzt wurde, wie eine öffentliche Toilette, kann ich nicht beurteilen.

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Richtig ! So sehe ich es auch. Und nein, ich verurteile sie auch nicht, denn jeder kann ja machen was er will. 

Ich verstehe bloß nicht, wie jemand es als normal empfinden kann, wie du schon schreibst, x-verschiedene Menschen auf und in sich gehabt zu haben. Ich finde der Sex gehört zur Liebe und die gibt es nicht 100 fach. Sondern Liebe ist etwas Besonderes, was man wertschätzen sollte und somit nicht an jeden verschenkt.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Bitte blicke bei deinem Blick in die Vergangenheit auch in ein Geschichtsbuch, früher war die Ehe in erster Linie ein Versorgungswerk zur Aufzucht des gemeinsamen Nachwuchses und zum Erhalt und der Steigerung von Vermögen bzw. um Familien miteinander zu verbinden.

Das Ideal der Liebesehe wurde in der Minne besungen jedoch (in aller Regel) nicht gelebt. Erst mit der Renaissance kam das Modell der Liebesehe in die Köpfe der Menschen und heute gilt sie (in unserer Kultur) als das einzig gültige Lebensmodell.

Aber nur wenige Länder weiter ist auch heute noch die arrangierte Versorgungsehe in den Köpfen verankert.....

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Traurig wie du die Liebe siehst :( Für dich ist es unmöglich wirklich zu lieben und daher ist es voll ok gleich den abwertigen Weg, alles was mit Sex zu tun hat, mitzunehmen, egal was das Herz sagt. 

Hör mal. Ich sehe mich nicht nur als ein triebgesteuertes Tier, was nur meine befriedung sucht und wo die Partner egal sind. Ich bin ein Mensch mit Herz und Verstand und kann selbst entscheiden, wie ich die Liebe sehe :)

Früher waren dazu noch mehr menschen fähig, heute eben nicht, da alles auf Egoismus und Spass aus ist, sprich die Triebauslebung wird verherrlicht und unterstützt.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Warum?

Stimmt mein Kommentar zum früheren Bild der Ehe nicht? Gibt es hier einen Fehler?

Hast nicht du dein Bild der Liebe aus rosa gebundenen Büchern?

Anstatt mein Bild nur abzuwerten kannst du es gerne mit echten Argumenten zerfetzen.

Kommentar von Ostsee1982 ,


Hast nicht du dein Bild der Liebe aus rosa gebundenen Büchern?

Ich finde deinen Umgangston schon ziemlich frech und deine Sichtweise sehr eindimensional. Ich bin selbst seit einigen Jahren verheiratet und auch meine Eltern sind seit 35 Jahren verheiratet. So mechanisch wie du Ehe darstellst ist es nicht. Bei einen funktioniert es, bei den anderen eben nicht. Das ist nunmal das Leben und das eine Ehe oder langfristige Beziehung nicht nur Spaß bedeutet sondern auch Sorgen und Verpflichtungen mit sich bringt, ist auch klar. Was aber nicht bedacht wird, ist, dass Sorgen und Verpflichtungen nicht nur negativ sind sondern auch den Zusammenhalt fördern, Schwierigkeiten gemeinsam zu meistern. Wer nur nach dem Schema denkt: "ich", "mich", "mir", "mein" so kann nichts entstehen und funktionieren. Zudem muss man eigene Erfahrungswerte und das was man im Umfeld erlebt nicht mit Argumenten "zerfetzen" und dennoch kann man klar dahinter stehen.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

@Ostsee

Mein Kommentar bezieht sich in erster Linie auf "Glückliche Kuh". Ich bin nicht eindimensional, im absoluten Gegenteil! Ich plädiere für die Vielfalt der Möglichkeiten und das ein jeder nach seiner Facon glücklich werde. Das ist mein Begehren und es freut mich das heute auch die Frauen "Wahlmöglichkeiten" haben.

Was mich störte war der Bezug Liebesehe als Inbegriff der erstrebenswerten Sehnsucht ohne Varianz. Diese Liebesehe gab  es in der "guten alten Zeit" eher nur als Glücksfall. Es ist unser Streben sie zu finden, aber können sie nur selten halten.

In meiner persönlichen Erfahrung gibt es zwei Paare welche von sich behaupten sie hatten nur einen Partner und sind glücklich, einem Paar glaube ich die Aussge.....

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Viele habe doch schon, durch das Vorleben der Promiskuität, Liebesehen / Wertschätzung für einen Partner aus ihren Herzen und Verstand gestrichen. Erzählen tun sie vieles, aber danach streben machen die wenigen. 

Wer sowas nämlich allgegenwärtig vorgelebt bekommt und dem vermeintlichen Normalen folgt, begibt sich schon früh in die Spirale der Promiskuität und wer drin sitzt, wird das Besondere nie erfahren und wertschätzen können, da er zu "abgenutzt " ist.

Aber ja, jeder soll so leben wie er es mag, aber toll finde ich es nicht und so ein partner wäre für mich unattraktiv, wenn er mir beim Kennenlernen erzählt, dass er schon 3, 5 oder 15 sexpartner / Beziehungen hatte. Mit so einem Mann sähe ich keine stabile Zukunft :/

1.) weil er zu Beziehungen nicht fähig scheint, 2.) dass er Liebe nicht wertschätzt und 3.) fände ich es generell nicht toll zu wissen, dass er Sex schon mit so vielen anderen Frauen hatte. Sein Körper / seine Intimität hatte er schon mit zu vielen Frauen geteilt :/





Kommentar von flunra39 ,

@ursusmaritimus

Er hat Recht, aber sie/er sollte betonen, dass er/sie historisch große Epochen miteinander vergleicht !

-und das macht den Unterschied zu vielen Aussagen hier bei gf, die nur die momentane Zeit und das darin eigene Empfinden wahrnehmen(können)  und kommentieren.

Antwort
von Ursusmaritimus, 54

Es entspricht einfach den vielfältigen Möglichkeiten unserer Zeit.

Wenn in früheren Zeiten der Partner aus einem Pool von wenigen Hundert bis weit unter 10.000 ausgewählt wurde stehen dir heute zur Partnerwahl Hunderttausende zur Verfügung.

Warum sollte man nicht diese Möglichkeiten nutzen um den Partner zu finden mit welchem man besser harmoniert als eine Verlegenheitswahl mangels Masse zu treffen in der Hoffnung "Besser als nichts"....

In Sachen Promiskuität sehe ich aber eher nur Vorteile. Früher haben Männer auch schon die vielfältige Entspannung angestrebt nur den Frauen war dies verwehrt. Heute können auch Frauen diese Möglichkeit nutzen ohne das ihnen gleich ein Kainsmal aufgesetzt wird.

Ist das schlecht? Ich finde Nein, es nimmt der gelebten Sexualität einen Nimbus. Den Nimbus des Besonderen, des Versteckten, des "das tut man nicht" oder das "tut man nur dann". Es wird eine Gefühls und Handlungsentscheidung welche immer wieder verworfen und neu gedacht werden kann/darf. Dazu gehört natürlich auch die Entscheidung zur Monogamie oder Nein zu sagen bis man Ja sagt.


Kommentar von GluecklicheKuh ,

Du pauschalisierst die Männer ! Nicht jeder mann hätte / hat den Wunsch so viele Frauen wie möglich zu haben. 

Die Männer, die es taten und tun, betreiben Promiskuität und ob Frau sowas cool finden bzw nacheifern sollte, finde ich fraglich.

Was ich auch fraglich finde, solche ( einstige ) Ausnahmeerscheinung als normal zu werten. Wenn dies die Stelle / Platz von Normal einnimmt, wird automatisch etwas frühes Normales verdrängt, welches mal moralischer und menschlicher wertvoller war/ist, als heute. Nämlich die Wertschätzung von Liebe, Sex und einer Person.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Du begehst einen Fehler im Ansatz, Männer "sind promiskuitiv", was haben sie auch zu verlieren als ein wenig Sperma. Früher waren jedoch Frauen die sich hierzu eingelassen haben "Schlampen" und ihre unehelichen Kinder (bis 1948) nicht einmal Unterhalts und Erbfähig.

Frauen waren in der Ehe (überwiegend Versorgungsehen) an Heim /Haus und Kinder gebunden, dem Mann war es möglich das zu tun wonach es ihm strebte.

Heute haben nun Frauen auch diese Möglichkeiten, ist das schlecht?

Man hat es früher auch getan immer und immer wieder jedoch hat man es nur getan und nicht darüber gesprochen......

Ach ja, ich bin männlich jenseits der 50 und habe viele Informationen von meinen Großeltern......

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Natürlich bleibt (und das ist doch toll) die Entscheidungsfreiheit zwischen Monogamie, serieller Monogamie, Polygamie, temporärer Polygamie etc.

Du möchtest aber die Monogamie bestenfalls eine geringe serielle Monogamie als gesellschaftlichen Maßstab zurück.

Kommentar von ollesgemuese ,

An diesem Kommentar ist so einiges falsch, finde ich, aber ich mach mir jetzt erst mal einen Cappucino.

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