Frage von Crysis2Pro, 69

Warum wird nicht mehr reines Wissen abgefragt?

Heutzutage ist es nicht wichtig wie viel man weiß, sondern dass man die richtige Meinung hat. Z. B. in Politik. Wir haben eine Klausur über den Klimawandel geschrieben, mit der Aufgabenstellung: Stelle dar wie du den antropogenen Klimawandel lösen würdest.

Ich habe geschrieben, dass ich nicht an den antropogenen Klimawandel glaube, dieser auch nicht wissenschaftlich belegt ist und dass die Erde sich selber von der kürzlichen Eiszeit erholt.

Damit habe ich im Prinzip das gelernte vom Unterricht über Bord geworfen. Natürlich 4 Punkte am Ende gekriegt. Vor allem bei literarischen Fächern muss man nur die richtige, sozial akzeptierte Meinung besitzen. Übrigens auch oft auch die des Lehrers.

In Ethik wird nur geringfügig oder gar nicht mehr das Wissen abgefragt. Wir haben Aristoteles' und Platons Menschenbild behandelt und in der Klausur kommt plötzlich ein Text von einem gewissen Giovanni Pico dran. Er hat auch eine Theorie zur Schöpfung des Menschen aufgestellt, aber sein Menschenbild hat doch nichts mit dem von Platon oder Aris. zu tun! Dann mussten wir den Text zusammenfassen und analysieren. Es gab immerhin noch eine 3. Aufgabenstellung wo ich Picos Theorie mit Platons vergleichen konnte.

Ich merke, dass wenn man sprachlich gewandt ist, den Operator trifft und generell gut in Deutsch aufgepasst hat man in allen Fächern (außer die Naturwissenschaften & Mathe) zumindest befriedigende Noten mit wenig lernen schreibt. Denn in diesen Fächern wird einfach ein unbekannter Text vorgelegt, der wenig mit dem gelernten zu tun hat, während auf der anderen Seite, nämlich den Naturwissenschaften und Mathe pures Wissen abgefragt wird.

Warum ist das so? Bin ich evtl.nur neidisch oder steckt dort wirklich was dahinter? Gibt's einige von euch, die in Geschi, Reli, PoWi, Deutsch etc. mit wenig lernen gute Noten schreiben? Sind Lehrer möglicherweise kleine Sadisten, die uns in der Klausur überraschen wollen? -spaß bei seite jetzt :D

Antwort
von ManuTheMaiar, 27

Weil das Sytem vorgefertigte Meinungen in die Köpfe der Jugendlichen bringen will damit sie sich anpassen, das kann es nicht offen machen sondern das muss eben versteckt laufen um den Anschein von Freiheit zu wahren

Allerdings kannst du das System mit seinen eigenen Waffen schlagen in Deutschland gibt es nämlich Meinungsfreiheit, wenn du beweisen kannst das du wegen deiner Meinung eine schlechte Note bekommen hast kannst du die anfechten und dir eine gute einklagen

Kommentar von Matermace ,

Anthropogener Klimawandel ist keine Meinungsfrage.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Aber viele andere Dinge ich habe schon erlebt das Schüler schlechte Noten in Politik bekommen nur weil sie die AFD gut finden und mir als Anarchisten versucht man auch immer wieder einzutrichtern wie schön doch Demokratie ist

Sowas nennt man unterschwellige Propaganda

Kommentar von Matermace ,

Keine Frage, so Momente hatten wir wohl alle mal. Die Beispiele waren aber sehr unglücklich gewählt^^

Antwort
von Lilo626, 30

Also das man nur Wissen abfragt ist ja nicht Sinn der Schule. Lehrer sind lange nicht mehr Wissensübermittler! Es sollte Grundliegendes gelernt werden und auch angewendet werden können! Deshalb verstehe ich deine Frage nicht so ganz..

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Er meint das Lehrer den Schülern vorgegebene Meinungen vermitteln, das ist ein echtes Problem in dem heutigen Schulsystem

Zum Vergleich Hitler hat das auch machen lassen und in Nordkorea wird das auch gemacht

Kommentar von Crysis2Pro ,

Wenn das wirklich nicht der Sinn ist, dann waren 2/3 meines Lebens eine Lüge. Danke fürs aufklären.

Antwort
von Sisalka, 16

Wenn du in einer Klausur über Klimawandel deinen unbegründeten Glauben anführst, dann wundert es mich nicht, dass du dafür keine gute Note bekommst. Es war ja keine Religionsfrage - und heute bestreitet kein ernsthafter Wissenschaftler mehr, dass es einen von Menschen gepuschten Klimawandel gibt. 

Und dass von dir mehr erwartet wird als auswendig gelerntes Wissen runterzuleiern? Das ist ja wohl das mindeste, wenn du aus der Grundschule raus bist. Ist doch nett, wenn sie meinen, dass du das Gelernte übertragen und interpretieren kannst. 

Mir ist nicht klar, worüber du dich da eigentlich beschwerst.

Kommentar von Crysis2Pro ,

Ich habe Gründe geliefert. Ich stelle keine Thesen auf ohne Beispiele zu nennen oder Beweise zu liefern. Übrigens ~3% der Klimatologen sind sich immer noch nicht einig ob es einen von Menschen erschaffenen Klimawandel gibt.

Trotzdem danke fürs aufklären, denn ich dachte tatsächlich Schule sei nur fürs blanke Wissen dar. 

Kommentar von Sisalka ,

Pirma, das ist wahrscheinlich die gleiche Anzahl, die immer noch beweist, dass die Welt eine Scheibe ist.

Antwort
von landregen, 16

Gerade in Mathe wird nicht einfach Wissen abgefragt. Wer da aus seinem Wissen nicht komplexe, kreative, logische Schlüsse ziehen kann und den Rahmen des Gelernten überschreiten kann, der kommt nicht weit in Mathe.

Was nun eigentlich? Beklagst du dich, dass Wissen abgefragt wird oder dass kein Wissen abgefragt wird?

Wenn du über den Klimawandel nicht das im Unterricht angebotene Wissen und Gelernte wiedergibst, weil du nicht "daran glaubst", dann bist du nicht damit einverstanden, wenn das nicht gefeiert wird. Das ist keine Glaubenssage, auch nicht, wenn einige abseitige Wissenschaftler mit abseitigen Meinungen behaupten, die Theorien seien nicht ausreichend belegt.

Abgesehen davon, dass sie damit noch nicht widerlegt sind, gibt es zu jeder allgemein anerkannten Theorie einige Außsenseiter mit den absurdesten Überzeugungen. In den absolut seltendsten Ausnahmefällen ist in den letzten Jahrhunderten etwas an abseitigen Theorien drangewesen. Millionen wurden verworfen - die einzelnen, die sich bewahrheiten haben, waren spektakulär.

Was die ethische ´Seite an der Sache betrifft: Ich finde es ziemlich fragwürdig, jegliche Verantwortung und Handlungsmöglichkeit des Menschen zum Thema - und somit auch die eigene - aus Prinzip abzulehnen. DAS gehört zentral in Ethikunterricht - Gelerntes Wissen hin oder her.

Ehrlich gesagt ist mir nicht klar, worüber du dich beklagst.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Er beklagt sich über unterschwellige Propaganda, lies meine Beispiele mit der Afd und mit der Organspende

Kommentar von Crysis2Pro ,

Ich beklage mich über das abfragen von zu interpretierendem Wissen und das nicht abfragen von reinem gelernten Wissen

Kommentar von landregen ,

Das wäre ziemlich trist und ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, wenn in der Schule das eigenständige Denken abgeschafft werden sollte.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Aber ist es nicht genauso trist das Meinungen vorgegeben werden damit schafft man nur eigenständiges denken als Anschein

Kommentar von landregen ,

Es werden ja keine Meinungen vorgegeben, sondern verschiedene Denk- und Betrachtungsweisen angeboten, behandelt und auch von Schülern gefordert.

Wo es um wissenschaftlich Belegtes und Anerkanntes geht, da kommt man dann allerdings mit "Meinungen" nicht weiter, da sind Meinungen nichts anderes als Ignoranz und Unbelehrbarkeit.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Wo es um wissenschaftlich Belegtes und Anerkanntes geht, da kommt man dann allerdings mit "Meinungen" nicht weiter, da sind Meinungen nichts anderes als Ignoranz und Unbelehrbarkeit.

Auf was beziehst du das jetzt, auf das mit dem Klimawandel oder auf mein Beispiel mit der Organspende ?

Kommentar von landregen ,

Auf nichts Besonderes. Ich will nur zu bedenken geben, dass es Unsinn ist, von Meinungen sprechen zu wollen, wenn es um wissenschaftlich Belegtes und Anerkanntes geht.

Kommentar von Crysis2Pro ,

Und auch über das was Manu gesagt hat, dass es z.b nur eine richtige meinung gibt

Antwort
von MathemitMoh, 5

Früher hieß es "Wissen ist Macht". 

Wir leben in einer informationsüberfluteten Gesellschaft. 

Es muss heißen "Wissen anwenden ist Macht"

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community