Frage von baran4ik97, 214

Warum wird meiner Mutter nur noch ganz wenig Hartz4 bezahlt, seitdem ich eine Ausbildung mache?

Hallo, ich weiß man liest viel über dieses Thema hier, jedoch ist es bei jedem anders, da das Einkommen ja immer unterschiedlich ist. Ich hoffe mir kann jemand helfen. Meine Mutter ist allein-erziehend, hat 2 Kinder (diesen Monat 18 geworden & 8) und bezieht Hartz4. Ich bin 18, bin jetzt im 1. Ausbildungsjahr, bekomme 679 € Netto. Wir wohnen zusammen in einer Wohnung. Bevor ich gearbeitet habe, konnte meine Mutter sich nicht beschweren über das, was sie vom Jobcenter bekommt. Die Wohnung wird bezahlt, jedoch muss sie ca. 150 Euro selber dazuzahlen. ( Sie hat einen Minijob, bekommt ca. 200 € Netto). + Kindergeld, Witwenrente + Halbwaisen Rente für meine kleine Schwester. Das Geld hat uns immer gereicht. Seitdem ich arbeite, bekommt sie nur noch ca. 120 Euro. Jetzt muss ich ihr immer 350€ abgeben, da es sonst vorne und hinten nicht reicht. Und wir haben schon immer sparsam gelebt. Meine Frage ist, muss ich nun für meine Mutter aufkommen? Sie ärgert sich darüber, weil sie das Geld eigentlich nicht von mir nehmen möchte. Tut mir Leid, wenn ich es sehr unübersichtlich erzähle, aber ich blicke da selber nicht durch. Sind wir eine Bedarfsgemeinschaft , ja oder nein. Haben wir irgendwelche Ansprüche, wovon wir nur nichts wissen?Kann meine Mutter Wohngeld beantragen? Oder war es in den letzten Monaten nur so wenig, weil ich noch unter 18 Jahre alt war? Wir blicken da gar nicht durch, hoffe mir kann jemand helfen.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Hartz 4, 163

Weil du jetzt selber Einkommen hast und das wird deiner Mutter nach Abzug von Freibeträgen auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll von deinen Leistungen abgezogen,die deine Mutter für dich bekommen hat !

Diese musst du nun deiner Mutter aus deinem Einkommen selber zahlen,wenn du weiterhin so wohnen und versorgt werden willst.

Bei 679 € Netto solltest du min.800 € Brutto haben und darauf stehen dir erst mal deine 100 € Grundfreibetrag zu und von den übersteigenden 700 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) bleiben dir noch einmal 20 % ( 140 € ) Freibetrag.

Dann hättest du noch einmal von 1000 € - 1200 € Brutto einen Freibetrag von 10 % und 90 % würden angerechnet.

Diese Freibeträge werden dann also addiert und theoretisch von deinem Nettoeinkommen abgezogen und ergeben dann dein anrechenbares Einkommen.

In deinem Fall würden dann also angenommen diese 240 € von deinen 679 € Netto abgezogen und würden ca. 439 € anrechenbares Einkommen ergeben und das bekommt deine Mutter dann für dich nicht mehr gezahlt,wenn sie überhaupt so viel für dich bekommen hat.

Denn sie bekommt ja noch Kindergeld für dich,dass sollte min. bei 188 € liegen und somit hättest du mit den ca. 439 € anrechenbarem Nettoeinkommen ein gesamtes von ca. 627 € pro Monat.

Von diesen ca. 627 € gehen dann ab deinem 18 Lebensjahr dein derzeitiger Regelsatz von 320 € ab ( ab Januar 2016 dann 324 € ) und dazu dann dein Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) und das addiert ergibt deinen Bedarf.

Der Kopfanteil berechnet sich aus der Warmmiete,geteilt durch die Personen im Haushalt,würden also bei angenommen 600 € Warmmiete und 3 Personen jeweils 200 € ergeben,dann läge dein Bedarf bei angenommen 520 € pro Monat.

Da du aber noch ca. 627 € anrechenbares Einkommen hast,würde der Überschuss von angenommen 107 € deinem Kindergeld zugerechnet,welches du dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würdest und das wird dann auf den Bedarf der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Mutter angerechnet,weil du dann nicht mehr dazu gehörst,deine Mutter also in dem Fall gar nichts mehr für dich vom Jobcenter bekommt.

Das bedeutet in dem Beispiel also für deine Mutter,dass sie selber für sich und das Kind diese ca. 107 € weniger bekommen würde und das durch dein nicht mehr benötigtes Kindergeld ausgleichen muss.

Für dich bedeutet das dann,dass hier also dann diese ca. 107 € von deinen 188 € Kindergeld theoretisch abgezogen würden und das ergibt dann ca.81 € die du dann von deinem Kindergeld zur eigenen Bedarfsdeckung noch benötigen würdest.

Da deine Mutter also dein Kindergeld auf ihr Konto bekommt,kannst du in diesem Fall die angenommenen 81 € schon mal von deinem Kopfanteil der KDU - abziehen,dann müsstest du ihr noch 119 € von deinen 679 € Netto geben.

Dir blieben dann noch ca. 560 € übrig und davon musst du dann deinen Anteil an Strom / Telefon / Internet / Wäsche usw.zahlen und ihr Kostgeld für deine Verpflegung geben oder du machst das dann selber und der Rest ist dann deine.

Antwort
von sozialtusi, 147

Die Berechnung wurde ja bereits genannt. Sie gilt für euch alle zusammen, da ihr eine Bedarfsgemeinschaft bildet, zu der du nun aktiv beiträgst.
Es ist ja nicht weniger Geld. Es kommt nur aus einer anderen Quelle.

Antwort
von Peppi26, 130

Ihr seit eine bedarfsgemeinschaft und dein Einkommen zählt jetzt dazu! Natürlich musst Du jetzt was abzahlen! Wenn du ausziehen würdest dann würde sie mehr bekommen!

Antwort
von blumenkanne, 128

du kommst nicht für deine mutter auf. du musst dich mal mit ihr hinsetzen und ausrechnen was dein anteil an den kosten ist. ihr seit drei personen, also teilst du die miete, strom und telefon/internet durch drei. dein anteil summierst du dann und gibst ihr deinen miet-, strom- und internetanteil. dann rechnest du noch was du denkst was du ca. an lebensmitteln verbrauchst und gibst ihr nochmal ca. 150-200 euro. das wären dann deine 350 euro. dann hast du doch noch immer ca. 320 euro für dich über und das kindergeld von 184 ist auch deines. sollte sie das bereits einbehalten, würde ich den betrag kürzen. dann verbleiben dir noch 500 euro. überlege ob du günstiger kommst wenn du ausziehst - ich denke aber ehr nicht. dein einkommen besteht aus kindergeld und azubigehalt. und dein anteil der kosten ist 1/3.

Antwort
von Carlystern, 110

Ja ihr bildet zusammen eine Bedarfsgemeinschaft. Daher wird dein Einkommen bei deiner Mutter angerechnet, da du Lohn bekommst der dein Bedarf auch übersteigt, musst du das was deine Mutter quasi von ihrem Hartz4 aufgrund deines Gehaltes weniger bekommt, ihr von deinemAzubi Geld  geben.Nur damit kann sie dich weiter ernähren und alle Unkosten decken.

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