Warum wird meine Rente immer weniger?

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7 Antworten

Ja, ist es.

Seit 2011 zahlen die Jobcenter keine RV-Beiträge mehr für Leistungsbezieher ein.

Bedeutet: Du erwirbst keine Rentenzeiten mehr und auch eingezahlt wird nix mehr. Das verändert im laufe der Zeit die Rentenformel so, dass dein Gesamtanspruch sinkt.

Was kann man dagegen tun?

Such dir wenigstens einen Minijob, von dem du dann Rentenversicherungsbeiträge abführst! So erhöhst du die Beitragsmonate wieder und zahlst, wenn auch minimal, ein. Die Faustformel sagt: Pro Jahr Minijob erwirbt man 5€ monatlichen Altersrentenanspruch.

Außerdem hast du dann nach 2 Jahren wieder Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente und im fall des Falles auf medizinische Reha (Kuren) durch die Rentenversicherung... denn die Ansprüche darauf hängen davon ab, ob man mindestens xy Monate in den letzten YZ Jahren Beiträge gezahlt hat.

Um an den Transferleistungen zu sparen, hat unsere Politik die Zahlung der Rentenbeiträge für Leistungsempfänger ersatzlos gestrichen und damit billigend in Kauf genommen, dass vor allem Ältere im Leistungsbezug damit auch als Rentner direkt in die Grundsicherung fallen.

Aber jetzt groß über Altersarmut diskutieren...

Also such dir irgendwo einen Minijob. Und besteh auf Abführung der RV-Beiträge. Auf die (maximal) 17€ im Monat kann man verzichten, wenn man weiß, dass man sich damit die Sozialhilfe im Alter erspart! Und auch wenn das Jobcenter was anrechnet, man hat wenigstens einige Euro mehr zur Verfügung. Im Lebenslauf macht sich das auch gut...denn dann ist man "Aufstocker".

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Kommentar von Dim1fAb
06.04.2016, 09:56

Hallo Dea2010,

Danke für die Antwort. Altersarmut und Grundsicherungsempfänger zum regulären Rentenbeginn waren mir schon vor 2011 klar. Ich dachte nur mit den Rentenerhöhungen inbegriffen, könnte es sein, dass die Rentensumme zumindest gleich hoch bleibt. Einen Minijob kann ich wegen Krankheit leider vergessen. Sonst hätte ich diese Probleme nicht. Nochmals vielen Dank.

mfg Dim1fAb

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Die zukünftig zu erwartende Rente wird hochgerechnet indem man deine Rentenleistungen der letzten fünf Jahre für die nächsten Jahre bis zur Rente hochrechnet. Hast du jetzt in den letzten fünf Jahren nur zwei Jahre gearbeitet sinken die Hochrechnungen für die Zukunft ab, es werden ja nur zwei Jahre eingerechnet.

Würdest du die letzten Jahre bis zur Rente noch einen Job annehmen würde wieder in die Versicherung einbezahlt und die Ansprüche (der Hochrechnung) steigen.

Der Anspruch welchen du schon erarbeitet hast bleibt dir immer erhalten.

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Mal eine Gegenfrage: von was soll die Rente mehr werden, wenn du keine Beiträge bezahlst? Mit jedem Jahr in dem keine Beiträge gezahlt werden, sinkt die Gesamtleistungsbewertung für sämtliche Nicht-Beitragszeiten.

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Kommentar von Dickie59
05.04.2016, 15:21

genau!

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Ja, das ist vollkommen korrekt. Wenn Du den Bescheid über die zu erwartende Altersrente aufmerksam liest, stellst Du fest, dass die Altersrente so voraus berechnet wird, wenn Du auch weiterhin so in die Rentenkasse einzahlst wie bisher. 

Du hast also einige Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Zahlst Du auch weiterhin Beträge in dieser Höhe ein, hast Du eine Altersrente in Höhe von ? zu erwarten. Zahlst Du aber keine Beiträge mehr in dieser Höhe ein (weil Du langzeitarbeitslos geworden bist, evtl Hartz4 bekamst), dann sinkt natürlich die zu erwartende Rente! Denn es fehlen die höheren Beiträge, die mit einkalkuliert wurden.

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Hallo,

es ist leider so, wenn nicht mehr dazukommt (Pflichtbeitragszeiten) kann es auch nicht mehr werden.

Aber es kommt noch schlimmer, steigende Beiträge in der Krankenversicherung (die du von der mitgeteilten Bruttorente noch abziehen musst) Pflegeversicherung und Inflation.

Beste Grüße

Dickie59

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Kommentar von Dim1fAb
06.04.2016, 09:49

Hallo Dickie59,

danke für die Antwort. Ich dachte zumindest dass die Rente ungefähr gleichbleibt.

mfg Dim1fAb

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Ja, das ist so . Bis zur Einführung von ALG 2 wurden sogar bei der Arbeitslosenhilfe Rentenbeiträge gezahlt. Bei Hartz IV wurde das dann abgeschafft. Und damit sinkt Deine zukünftige Rente mit jedem Jahr ALG 2 weiter.

Die Rentenauskunft ist jeweils eine Hochrechnung.


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Das ist korrekt und das Ergebnis der Langzeitarbeitslosigkeit !

Frühere Rentenmitteilungen basierten auf der Annahme, dass entsprechendes Einkommen bis zum Renteneintritt erwirtschaftet wird, was bei Dir ja seit 22 Jahren nicht mehr der Fall ist !

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