Frage von Sicula, 186

Warum wird man bei Diskussionen zum Thema Religion immer so schnell ausfallend?

Ich bin Atheist und irgendwie arten alle Diskussion um das Thema Religion immer extrem aus.

Manchmal bleibt es nicht bei einer Diskussion, es gab ja schon oft genug Kriege.

Aber warum ist man gerade bei diesem Thema so agressiv?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von danhof, 39

Meine Fünf-Punkte-Analyse folgt :-)

1. Ich glaube, das hat damit zu tun, dass es sehr schnell an die Grundfesten des eigenen Weltbildes geht.

Wenn ein Gläubiger einem Atheisten sagt, dass sein Weltbild ohne Gott Quatsch ist, rastet dieser natürlich aus. Umgekehrt genauso. Behauptet ein Atheist, dass die Bibel Schwachsinn ist, flippt dieser ebenso aus. Das ist verständlich.

Lösung: Wir präsentieren unser eigenes Weltbild und lernen zu akzeptieren, dass andere Menschen davon abweichende Vorstellungen haben können und deshalb nicht doof sind.

2. Hinzu kommt - für mich - die Tatsache, dass ich Aussagen richtigstellen will, die meiner Auffassung nach einfach falsch sind und das Christentum beispielsweise in ein schlechtes Licht stellen - vielleicht gar nur um zu provozieren.

Wenn ein Atheist beispielsweise behauptet, Jesus ist gekommen, um einen Krieg anzuzetteln ("Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert" (Mt. 10,34)), dann ärgert mich sowas einfach, weil es aus dem Kontext gerissen wurde. Das wäre, als würde ein Christ behaupten, Dawkins ist ein Religionsfreund, weil er in Kapitel 1 seines Buches "Der Gotteswahn" schreibt "Man muss jedem Mann seine Religion zugestehen". Das ist ebenso aus dem Kontext gerissen.

Atheisten behaupten häufig, dass sie sich mit dem Glauben besser auskennen als die Christen. Das ist nach meinem Dafürhalten schlicht falsch. Selbst wenn jemand die Bibel komplett durchgelesen hat... wenn er nicht gläubig ist und den Inhalt nicht verstehen WILL, hilft ihm das wenig. Da kann er die Bibel zehnmal lesen.

Lösung: Schuster bleib bei deinem Leisten. Atheisten sollten Gläubigen gegenüber nicht behaupten, dass sie sich besser auskennen. Gläubige sollten im Gegenzug Atheistische Weltbilder nicht als Quatsch aburteilen, sondern sie einfach so stehenlassen können.

3. Der Ton macht die Musik.

Es ist, besonders schriftlich im Internet, ein ganz großer Aspekt, WIE ich etwas ausdrücke. Wenn ich sage "Atheisten sind allesamt Spinner", klingt das anders und transportiert auch etwas anderes als wenn ich sage "Ich verstehe nicht, wieso man Atheist sein kann".

Wenn ich also in Fragestellungen bereits Suggestivfragen oder Vorurteile mehr oder weniger geschickt verstecke, ruft das natürlich eine Antihaltung hervor. Anderes Beispiel: Ein Therapeut fragt die Mutter eines Fünfjährigen, ob sie denn zu dumm sei, ihr Kind richtig zu erziehen. Was wird passieren? Wird sich diese Mutter geduldig die Argumente anhören, abwägen und dann rational entscheiden? Oder wird sie ausflippen? Natürlich letzteres, da sie in ihrer Ehre verletzt wurde. So ist es bei Diskussionen um Glauben, Religion und Atheismus ebenso. Wenn ein Atheist fragt: "Wie kann man nur so doof sein, und an einen Märchenonkel glauben?" - was ist die Zielsetzung dieser Frage? Dialog? Eine konstruktive Diskussion? Wohl eher nicht, oder? Hingegen eröffnet die Frage "Wer glaubt an Gott und warum?" einen breiten Fächer für positiven Gedankenaustausch.

Lösung: Selbst mit dem was wir SCHREIBEN, transportieren wir auch immer Informationen auf der Meta-Ebene – auch ganz ohne den Einsatz von Körpersprache. Versuchen wir Fragen ehrlich zu formulieren und uns vorzustellen, wir seien unparteiische Richter.

4. Missionsgedanke

Natürlich versuchen Christen, Atheisten davon zu überzeugen, dass Gott sie liebt und gewinnen will. Das dürfte aber aussichtslos sein. Und natürlich zieht auch die Drohung "Dann wirst Du in die Hölle kommen" nicht – wieso sollte ein Atheist an die Hölle glauben, wenn er nicht einmal an die Existenz Gottes glaubt? Auf der anderen Seite können Atheisten nicht verstehen, warum sich Christen nicht mehr mit der Vergangenheit oder Entstehung ihrer Religion oder gar mit anderen Religionen befassen. Aber warum sollte jemand Rezensionen zu einem Auto lesen, wenn er sich bereits eins gekauft hat und damit perfekt zufrieden ist?

Lösung: Die Anhänger zweier so diametral gegensätzlicher Weltbilder werden sich in den wenigsten Fällen gegenseitig bekehren können. Vielleicht sollte man das bei Diskussionen immer im Hinterkopf behalten.

5. Versuch der Ausgrenzung

Das ist ein Punkt, den ich bislang nur einseitig erfahren habe. Hier wird der Versuch seitens einiger Atheisten unternommen, den Glauben in eine Wissenschaftsferne zu rücken, ja die Wissenschaft für sich allein zu reklamieren. Diese beiden Pole haben allerdings nichts miteinander zu tun. Denn "Glauben" heißt hier nicht "Annahme ohne Beleg", sondern beschreibt das Nachgehen einer religiösen Überzeugung. Das hat mit Wissenschaft und/oder Logik oder NICHT-Wissenschaft oder NICHT-Logik überhaupt nichts zu tun.

Die Behauptung "Tennisspieler können nicht Autofahren" wäre da eine Analogie. "Gläubige füllen ihre Lücken mit Gott, weil sie zu doof für die Wissenschaft sind", hört man dann schon mal sinn- oder wortgemäß.

Lösung: Wissenschaft steht JEDEM frei. Es gab und gibt genug respektierte Christen in der Wissenschaft, die es zu etwas gebracht haben. Von Galileo bis Lesch. Glauben steht EBENFALLS jedem frei :-)

Kommentar von WeicheBirne ,

Wir präsentieren unser eigenes Weltbild und lernen zu akzeptieren, dass andere Menschen davon abweichende Vorstellungen haben können und deshalb nicht doof sind.

Finde ich gut -vorausgesetzt, daß mit "akzeptieren" hier nicht gemeint ist, daß man nicht mit der Meinung anderer öffentlich kritisch umgehen darf. 

Leider gibt es nämlich Menschen, die mehr Akzeptanz fordern, wenn ihre Meinungen kritisiert werden. Kritik muß sich schon jeder gefallen lassen.


Schuster bleib bei deinem Leisten. Atheisten sollten Gläubigen gegenüber nicht behaupten, dass sie sich besser auskennen.

Atheisten sollten definitiv nicht behaupten, daß sie sich mit der Glaubensvorstellung eines Gläubigen besser auskennen als dieser selbst. 

Allerdings muß es für einen Atheisten legitim sein Bibelstellen zu zitieren. Der Gläubige darf dann auf seine Interprätation der Stellen hinweisen.


Gläubige sollten im Gegenzug Atheistische Weltbilder nicht als Quatsch aburteilen, sondern sie einfach so stehenlassen können.

Ein Weltbild einfach als Quatsch abzuurteilen ist nicht sachlich. Aber ein Gläubiger muß ein Weltbild definitiv nicht einfach so stehenlassen. Er darf es kritisieren.



Selbst mit dem was wir SCHREIBEN, transportieren wir auch immer Informationen auf der Meta-Ebene – auch ganz ohne den Einsatz von Körpersprache. Versuchen wir Fragen ehrlich zu formulieren und uns vorzustellen, wir seien unparteiische Richter.

Ich stimme Dir teilweise zu. Wie unparteiische Richter müssen wir nicht unbedingt sprechen, aber weniger Rhetorik und mehr Sachlichkeit sind hilfreich.



Die Anhänger zweier so diametral gegensätzlicher Weltbilder werden sich in den wenigsten Fällen gegenseitig bekehren können. Vielleicht sollte man das bei Diskussionen immer im Hinterkopf behalten.

Mag schon sein. Aber ich hege die Hoffnung, daß ich bei meinem Gegenüber einen winzigen Zweifel sähen kann. Vielleicht geht die Saat ja eines Tages auf...



Wissenschaft steht JEDEM frei.

Wissenschaft steht jedem frei, aber viele Glaubensvorstellungen sind mit den Prinzipien der Wissenschaft nicht vereinbar. Es muß schon erlaubt sein darauf hinzuweisen.

In Deiner Argumentation klingt es so als gäbe es keine Überlappung/keinen Konflikt zwischen Glaubensvorstellungen und der Wissenschaft. Aber sowohl der Glaube als auch die Wissenschaft bietet ein Weltbild an, das darüber hinaus noch auf bestimmten Prinzipien aufbaut.

Kommentar von DaniGGa3 ,

Harald Lesch bester Mann :D

Antwort
von Andrastor, 82

Aus einem einfachen psychologischen Grund:

Gott ist der Gläubige.

Wie ist das zu verstehen:

Dass es Gott nicht gibt, muss hier ja nicht näher erläutert werden. Dennoch hält das die religiöse Indoktrination nicht davon ab ihren Gläubigen zu vermitteln es gäbe Gott.

Jedoch ist die Beschreibung dieses Gottes so schwammig, das man sich nichts konkretes darunter vorstellen kann (anders als die Beschreibungen der polytheistischen Götter wie zum Beispiel der Griechen oder Normannen). Mit derartigen Informationen kann unser Gehirn jedoch nicht viel anfangen, es braucht einen Fixpunkt um sich ein Bild von Gott zu machen.

Auf der Suche nach einem solchen Fixpunkt greift das Gehirn auf die Beschreibungen Gottes zurück: Er ist allgütig, er ist perfekt, er ist wundervoll, er ist unsichtbar, er redet mit uns, er liebt uns, er lässt uns seine Liebe spüren, er will nur das Beste für uns etc.etc.

Und zufälliger Weise haben wir genau so etwas in uns.

Es ist das sogenannte Über-Ich, eine Idealversion unseres Selbst, eine Mischung aus allem was wir bewundern und sein wollen und dieses Über-Ich spricht tatsächlich mit uns. Es vermittelt uns Selbstliebe (positive) und führt uns auf einen Pfad auf welchem wir uns diesem perfekten Bild annähern können.

Jede/r von uns hat es auf die eine oder andere Weise schon einmal erlebt und in Cartoons und ähnlichen Medien wird es als stereotypischer Schulterengel dargestellt. Der Schulterengel ist nicht nur das Gewissen, er ist das Über-Ich, welches uns sagt was wir wann wie wo zu tun haben um perfekter zu werden.

Alle Eigenschaften Gottes treffen auf dieses Über-Ich zu und deshalb verschmelzen die beiden im Laufe der Indoktrination miteinander. Der Schulterengel setzt sich sozusagen die Maske Gottes auf um das Gehirn auf der Suche nach einem Fixpunkt zufriedenzustellen.

Das hat nicht nur zur Folge, das man meint tatsächlich mit Gott in Verbindung zu stehen und seine Liebe und seinen Rat zu erfahren, sondern, was viel schlimmer ist, Gott wird zu einem Teil der Persönlichkeit.

Kritisiert man nun Gott, kritisiert man direkt die Persönlichkeit der entsprechenden Person und schlimmer noch, nicht nur die Persönlichkeit, sondern das perfekte Bild der jeweiligen Person, das was sie un/bewusst zu sein und zu werden versucht.

Klar dass derartige Kritiken persönlich genommen und oft mit Aggression und Hass erwiedert werden.

Kommentar von danhof ,

Manche verstehen es einfach nicht :-)

Kritisiert man nun Gott, kritisiert man direkt die Persönlichkeit der entsprechenden Person

Nein, nicht durch die Kritik an Gott. Der kommt damit schon klar. Sondern durch Einleitungen wie diese:

Dass es Gott nicht gibt, muss hier ja nicht näher erläutert werden.
Dennoch hält das die religiöse Indoktrination nicht davon ab

Das klingt, als wären Gläubige Menschen Patienten und Opfer.

Merkt ihr wirklich nicht, was diese Ausdrucksweise transportiert? Soll ich dir mal den Spiegel vorhalten?

>>Dass es Gott gibt, ist natürlich eine Tatsache, das muss ich hier nicht näher erläutern. Darüber sind sich die gebildeten Menschen einig. Dennoch hält das atheistische Extremisten nicht davon ab, den Geist ihrer Jünger mit gottlosem Gedankengut zu vergiften.<<

Na sowas, jetzt nehmen sie's persönlich? Ooooooooh.

Kommentar von WeicheBirne ,

Na sowas, jetzt nehmen sie's persönlich? Ooooooooh.

Nein, so etwas nehmen wir nicht persönlich. Warum sollten wir auch? Es handelt sich ja nicht um eine direkte, persönliche Beleidigung, sondern um die Darstellung einer Meinung.

Statt uns also gleich beleidigt zu fühlen, können wir einfach auf die Meinung eingehen -wenn wir dies wünschen.

Übrigens: In diesem Land herrscht Meinungsfreiheit. Es ist also völlig ok wenn Du so etwas schreibst :o)



Das klingt, als wären Gläubige Menschen Patienten und Opfer.

Das klingt so als wenn Du Dich ein wenig persönlich getroffen fühlst. Warum? Niemand hat Dich persönlich beleidigt.

Du klingst fast nach einem Fallbeispiel für Andrastors These.

Kommentar von Andrastor ,

Ich kann Weiche Birne hier nur zustimmen und danke danhof für die schöne Demonstration der Richtigkeit meiner Aussagen.

Ein perfektes Beispiel wie Kritik am Gott/ am eigenen Glauben persönlich genommen wird und das sogar an Sätzen die keinerlei Kritik beinhalten.

Da der Fragesteller sich gleich in der Frage als Atheist geoutet hat, ist eine Argumentation warum es Gott nicht gibt, hinfällig, daher auch meine Aussage dass diese Tatsache nicht näher erläutert werden müsse.

Trotzdem fühlt sich ein Gläubiger sofort auf den Schlips getreten weil man seiner Meinung nach sein Über-Ich angegriffen hat.

Kommentar von danhof ,

Nein, ich versuche nur darauf hinzuweisen, warum es oft so eskaliert. Wie gesagt, ich brauche meinen Gott nicht zu verteidigen. Der Schöpfer des ganzen Universums ist nicht auf mich als Verteidiger angewiesen.

Ich bezog mich nur auf die ursprüngliche Fragestellung.

Kommentar von Andrastor ,

Wie gesagt, ich brauche meinen Gott nicht zu verteidigen

Seltsam dass du das trotzdem immer wieder tust.

Ich bezog mich nur auf die ursprüngliche Fragestellung.

Falsch, du bezogst dich auf einen Teil meiner Antwort durch den du dich persönlich angegriffen gefühlt hast und das war die Aussage das man die Nichtexistenz Gottes nich weiter zu diskutieren habe.

Du hast es als persönlichen Angriff gewertet das jemand deiner Meinung nach behauptet hat, Gottes Nichtexistenz sei selbstverständlich.

Du hast deinen Gott verteidigt und wunderschön bewiesen wie harmlose Aussagen persönlich genommen werden und damit meine Aussage bestätigt.

Kommentar von danhof ,

Harmlose Aussagen... ihr solltet wirklich mal an eurer Empathie arbeiten.

Kommentar von Andrastor ,

ja, absolut harmlose Aussagen.

Emapthie? *lach* wer mit Samthandschuhen angefasst werden muss und einen "Safe Space" braucht, hat im Internet nichts verloren!

Kommentar von danhof ,

Na dann haben wir doch schon die Antwort. ICH verstelle mich im Internet eben nicht. Für mich ist das kein Ventil, um Dampf abzulassen, sondern ein Werkzeug zum Diskutieren und Austauschen. Aber wer's braucht...

Kommentar von Andrastor ,

Und wieder unbegründete ad hominem Angriffe. Mehr hast du nicht zu bieten? Es wird langweilig danhof.

Zuerst sich durch harmlose Aussagen und Formulierungen angegriffen fühlen und anstatt an sich selbst zu arbeiten der ganzen Welt die Schuld daran geben. Großartig.

Kommentar von danhof ,

Jaja, lass gut sein...

Kommentar von Andrastor ,

Wie gesagt, es wird langweilig.

Und jetzt da du nichts mehr zu sagen hast, ziehst du sang und klanglos zurück.

Mach dir mal ernsthafte Gedanken über deinen "neugefundenen" Glauben und frage dich dabei ob du nicht doch wieder dem Aberglauben verfallen bist.

Mit etwas Glück wird dein Verstand stärker sein als dein Gefühl.

Kommentar von danhof ,

Nichts mehr sagen bedeutet nicht zwangsläufig, dass man im Unrecht ist oder einem die Argumente ausgehen. Ich habe nur einfach keine Lust mehr auf diese sinnlose Diskussion. Im übrigen muss ich mich nicht verteidigen. Ich bin mit MEINEM Verstand und Gefühl sehr zufrieden.

Kommentar von Andrastor ,

Ja, du lullst dich ein in Wohlgefallen und einem ungerechtfertigten Gefühl der Richtigkeit. So haben es Gläubige seit Jahrtausenden gemacht.

Schade, ich hatte echt mehr von dir erwartet.

Kommentar von danhof ,

Genau. JETZT hast du mich überzeugt. Gott ist nur Fantasie, weil du das sagst. Man war ich blind. Besser?

Kommentar von Andrastor ,

Nicht weil ich das sage, sondern weil uns das die Geschichte des Glaubens selber, die Widersprüche in der Beschreibung Gottes durch die Glaubensgrundlagen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse welche die Aussagen der Glaubensgrundlagen widerlegen und der gesunde Menschenverstand, sprich logisches Denkvermögen sagen.

Aber Menschen die einem Gefühl eher vertrauen als iherem Verstand werden das wohl nie verstehenen.

Antwort
von Dxmklvw, 44

Bei manchen Themen führen Diskussionen schritweise zum Ursprungsgdanken eine Sache zurück. Wenn sich dabei zunehmend zeigt, daß die angenommene Ursachen aller darauf aufgebauten Schlußfolgerungen einer Überprüfung nicht standhalten kann, es sich gleichzeitig aber um liebgewonnene Dogmen handelt, auf die sich das Weltbild eines Beteiligten stützt, dann setzt  sich der geistige Kampf unter Weglassung aller Anstandsregeln fort.

Es geht dann nicht mehr um Wahrheit oder Nachvollziehbarkeit, sondern nur noch um das verzweifelte Verteidigen eines Besitzes, selbst wenn es sich bei diesem Besitz um eine Fiktion handelt.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 22

Ich denke, das Problem ist, dass bei ideologisch besetzten Themen, ganz schnell absolute Aussagen fallen, die den Anderen brüskieren.

Das können religiöse, politische oder andere weltanschauliche Gebiete sein.

  • "ohne Verschleierung ist eine Frau eine Schl...pe"
  • "Gott ist eine Märchenfigur"
  • "Alle Ausländer sind Schmarotzer"

Solche pauschalierenden Aussagen provozieren eine heftige Reaktion geradezu, selbst wenn die Person sie als objektive Tatsache ohne Provokationsabsicht ansieht.

Das Problem ist die mangelnde Sensibilität gegenüber dem Gesprächspartner und seiner persönlichen Überzeugung, die bei Aussagen mit Absolutheitsanspruch auftritt.

Diese fehlende Sensibilität kann verschiedene Ursachen haben

  • Fanatische Überzeugung
  • emotionale Frustration
  • Arroganz/Elitedenken

Oder eben schlichtweg die Freude daran, durch vorsätzlich provokative Formulierung andere Menschen zu verärgern und die heftigen Reaktionen als Selbstbestätigung für die Richtigkeit der eigenen Haltung zu werten.

Kommentar von danhof ,

Genau richtig

Antwort
von Giustolisi, 54

Mir ist auch schon aufgefallen, dass Gläubige oft aggressiv reagieren, wenn man mit ihnen über Glaubensinhalte diskutiert. Ich vermute dass das daran liegt, dass sie sich mit ihrem Gott identifizieren und er für sie eine Projektionsfläche ihrer Wünsche und Emotionen ist.

Gott gibt es nur in ihrem Kopf, doch das wissen sie nicht. Es ist aber die beste Erklärung dafür, dass er immer einer Meinung mit dem jeweiligen Gläubigen zu sein scheint.
Greift man also Gott an, greift man auch den Gläubigen an und er wird aggressiv, weil er ja keine Argumente für seinen Gott hat.

Kommentar von danhof ,

Ich beobachte das Gegenteil. Aggressiv sind häufig Atheisten. Vermutlich aus Neid oder Angst. Man könnte sich ja irren...

Kommentar von Giustolisi ,

Atheisten wissen dass sie sich irren können, sie vertreten ja keinen Absolutheitsanspruch.
Je nach dem wie begriffsstutzig sich Religiöse manchmal anstellen können, kann einen das aber auch ganz schön auf die Palme bringen, wenn sie zum Beispiel einfachste logische Schlüsse nicht nachvollziehen können.

Antwort
von Eselspur, 36

das ist eine Frage, die mich auch beschäftigt.

Wahrscheinlich hängt die Anwort damit zusammen, dass Religion sehr persönlich ist und dass sie denen, die hier antworten, wichtig ist. Auch hat seit 200 Jahren unsere Kultur keinen Wert darauf gelegt, miteinander respektvoll über religilöse Fragen zu sprechen.

Es wird den Anhängrn von Religionen vorgeworfen, "von oben herab ohne Argumente präpotent " auf andere zu schimpfen. Auffällig ist, dass selbst bei der Beantwortung dieser Frage
das hier ausschließlich von Religionsgegnern getan wird.

Antwort
von Geisti21, 54

Glaube ist eben nichts was man Objektiv beurteilen kann da es schlichtweg keine Beweise gibt dafür/dagegen gibt. 

Das Problem ist das deswegen dabei keine sinnvolle Diskussion entstehen kann. Sry, aber es ist schlecht möglich mit jemanden über etwas zu diskutieren wenn dieser immer mit Argumenten ankommt wie "Gott sagt aber..." oder "Man muss an Gott ohne Beweise glauben, das ist seine Prüfung ob man auch wirklich an ihn glaub". 

Meine Mutter ist überzeugte Christin und es ist einfach unmöglich gegen solche total unsinnige Argumente anzukommen. Soetwas regt natürlich dann Atheisten auf da sie obwohl sie 1000 logische Argumente bringen nicht weiter kommen. Wenn es dann die 2 Personen die sich streiten beide die Meinung des anderen nicht stehen lassen können eskaliert es eben ^^

Antwort
von Daniel7979, 54

Viele Menschen brauchen eine Krücke um mit ihren Leben zurecht zukommen, einen Strohhalm an den sie sich festhalten können und für Kritik ist hierbei kein Platz, weil Religion sonst keinen Sinn mehr haben würde!

Antwort
von DUHMHAITTUHTWEE, 77

Weil viele Menschen ihre Religion oder auch ihre "nicht-Religion(Atheismus)" als Teil der eigenen Identität sehen.
Wer freut sich wenn man das Gefühl hat , die eigene Identität sei von wild Fremden in Frage gestellt?

Kommentar von Giustolisi ,

Ich sehe Atheismus nicht als teil meiner Identität so wie ich es auch nicht als Teil meiner Identität ansehe, dass ich nicht an Einhörner glaube.
Ich freue mich immer wenn Leute mit mir über meine Überzeugungen diskutieren, denn dabei kann ich nur gewinnen. 
Habe ich die besseren Argumente, gewinne ich. Bekomme ich aufgezeigt dass ich falsch liege, lerne ich was dazu und gewinne auf diese Weise. 

Bei gottgläubigen menschen mag das anders sein, denn ihnen fehlen ja nicht nur die schlüssigen Argumente für ihre Annahmen, sie klammern sich an ihre Glaubensinhalte und wollen keinesfalls dass man ihnen aufzeigt, dass sie falsch liegen. deswegen ignorieren sie auch meist schlüssige Argumente.

Kommentar von DUHMHAITTUHTWEE ,

Du hast recht.
Aber ich persönlich sehe Atheismus als Teil meiner Identität.

Antwort
von majafu, 81

Die Standpunkte einer Partei sind ja nicht verhandelbar, entweder du glaubst dran oder nicht. Wenn du dann jemanden überzeugen willst, der eh nicht dran glaubt, kannst du ihn ja nur entweder komplett überzeugen oder gar nicht. Manche Leute können sich das eben nicht erklären und werden deshalb auch vielleicht schneller wütend, weil das Gegenüber etwas offensichtliches nicht einsehen will.

Kommentar von Giustolisi ,

Es geht bei einer Diskussion doch nicht um einen Kompromiss oder Verhandlungen. Bei zwei gegensätzlichen Positionen geht es darum, wer schlüssig für seine Position argumentieren kann. 
Es gehört auch die Größe dazu, ein schlüssiges Argument anzuerkennen.
Ich versuchte erst mit einem Gläubigen zu diskutieren, der alle Hinweise auf die Abstammung des menschen von Affen ablehnt. Die Frage, was man denn vorbringen müsse, damit er es akzeptiert, beantwortete er gar nicht und wich aus.

Kommentar von majafu ,

Du hast leider nicht verstanden was ich geschrieben habe. Du schilderst doch exakt das Szenario ,dass ich erklärt habe. Das Problem liegt doch auf der Hand, man kann es weder beweisen noch widerlegen somit ist jedem selbst überlassen an was er glaubt oder nicht. Dieses jämmerliche Bekehren der Atheisten, dass es keinerlei Beweise für die Existenz eines Gottes gibt, nervt auch nur noch.

Antwort
von Lazybear, 47

Ganz einfach, du redest mit menschen die sich für klüger halten und denken, sie hätten die wahrheit erkannt, dabei aber von jeder vernunft und logik abgekommen sind, sie sind in einem stadium, indem du noch so gute beweise oder argumente hervorbringen kannst, sie werden das mit absolut unlogischer verdrehter weltanschauung kontern, dabei ist es nur logisch, dass man wütend wird! Zudem schmeißen sie mit argumenten umsich, die lächerlich sind, man wird dadürch richtig sauer, weil die denken die hätten in der Diskussion damit einen punkt gemacht! Ich kenne das, war selber gläubig und habe andere zum ausrasten gebracht, bin jetzt nicht mehr gläubig und raste selber über andere aus, karma's a bitch... Haha

Kommentar von danhof ,

Danke! GENAU das spricht mir aus der Seele.

Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass Gläubige schon auch manchmal so sein können...

Antwort
von hummel3, 40

Weil es beim Thema Religion und Gott immer ums "Eingemachte", um Grundsätzliches und um Fragen geht, welche jeden Menschen beschäftigen. - Menschen wollen sich das allzu oft nur nicht eingestehen.

Antwort
von CountDracula, 40

Hallo,

das Thema Religion ist nun einmal sehr persönlich. Wenn sich jemand in seiner Religion angegriffen fühlt, fühlt er sich häufig auch persönlich beleidigt.

So ein Verhalten konnte ich bisher aber nicht dabei religiösen Menschen beobachten, sondern auch bei Atheisten. Das wird mit Sicherheit nicht alle, aber ich kenne einige Atheisten, die Gläubige regelrecht hassen. Ich halte das für nicht heilsam.

"Denn Hass wird niemals durch Hass beendet: Hass wird durch Liebe beendet - das ist ein altes Gesetz." - Buddha

Antwort
von JustNature, 35

Alle Religionen sind furchtbar falsch, antikes menschliches Gestümper.

Glaubensverstrickte haben ja oft schon über viele Jahrzehnte Opfer gebracht für ihre Religion (endloses Beten, Beschneidung, Opfern, Fastenzwänge usw.)

Wenn die nun erfahren, daß das alles umsonst, nur Wahn war - das zieht ihnen den Boden unter den Füßen weg. Da stehen sie dann als Idiot da, daher können sie das nicht gelten lassen.

Kommentar von danhof ,

Von wem sollten wir es denn erfahren? Das sind ja nur Behauptungen, dass es nur ein Wahn ist. 

Kommentar von JustNature ,

Wann hört danhof endlich auf, mich und allgemein gutefrage.net mit seinen grottenschlechten Kommentaren zu belasten?

Ich antworte den FRAGESTELLERN und lehne danhofs Zeiträuberei ab, ständig mit ihm 8 Semester Theologie von null an durchzuhecheln.

Antwort
von AaronMose3, 14

Aber warum ist man gerade bei diesem Thema so agressiv?

Sobald du die Religion, deren Führer (Jesus, Mohammed..) oder die Lehre kritisierst, an den Pranger stellst oder in ein schlechtes Licht rückst (was manchmal getan werden muss), nehmen Gläubige dies als Beleidigung ihrer Persönlichkeit auf.

Es wird aus Sicht der Gläubigen immer die Nachricht transportiert, wir würden sagen wollen, das sie Dumm, Infiziert, Brainwashed oder sonst irgendwas sind, während wir Kritiker immer noch über die Lehre der Religion, oder über den Propheten der Religion sprechen und noch überhaupt kein Wort über die Person verloren haben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das Christen etwas toleranter gegenüber Kritik sind, was vermutlich der Reform des Christentums zu verdanken ist.

Moslems jedoch.. Mit denen wird es schon schwieriger. Der Islam hatte noch keine Reform und ist somit weiterhin das Gegenteil von westlichen Grundwerten. 

Bedeutet, kritisiere ich z.B die Aufrufe zur Gewalt im Koran (kann man auch in der Bibel tun) wird mir sofort eine Beleidigung unterstellt und sie fühlen sich in ihrer "Religionsfreiheit" eingeschränkt. 

So lächerlich wie es klingt, ist es auch. 

Ist aber nunmal so, da Moslems beigebracht bekommen nicht zu kritisieren. Sie sollen nicht in Frage stellen, sondern Glauben. Nicht nachdenken, sondern akzeptieren. 

Zumal Gläubige meist sehr oberflächlich diskutieren und als einzige Quelle ihr heiliges Buch verwenden können, da ihr Gehirn bereits seit Jahren ausgeschaltet ist. 

Ihre Argumente basieren dann meist auf zitierten Koranstellen. 

Auch meine Kommentare hier bei GF wurden sehr oft gelöscht, vermutlich weil mal wieder ein paar historische Fakten ans Tageslicht gekommen sind, die ein Gläubiger nicht sehen wollte.

Aber um mal auf den Punkt zu kommen.

Warum wird man bei Diskussionen zum Thema Religion immer so schnell ausfallend?

Gläubige tun das (wenn sie es tun), weil sie sich beleidigt fühlen. Sowohl in ihrer eigenen Persönlichkeit, als auch in ihrer allgemeinen Religiosität. 

Atheisten werden ausfallend (wenn sie es werden), weil sie sich nicht erklären können, wie man in einem Zeitalter wie unserem noch 2000 Jahre alten Geschichten hinterherlaufen kann, obwohl wir modernste Mittel zur Aufklärung haben.

Verschiedene Ansichten, alle wollen Recht haben. Der menschliche Egoismus eben.

Antwort
von 65matrix58, 10

Wir kommen durch Gott, und zu ihm werden wir zurückkehren. Egal wie weit wir uns von ihm entfernen, kehren wir irgendwann wieder zz ihm.. sowie nach dem tod

Antwort
von Almalexian, 61

Meinst du hier oder allgemein?

Kommentar von Sicula ,

Naja, hier ebenfalls genauso wie in der Allgemeinheit.

Kommentar von Almalexian ,

Hier: Viele Fragen werden gestellt um zu trollen oder zu provozieren.

Allgemein: Es gibt Leute denen ihr Glauben sehr wichtig ist und die dort nicht tolerant sind. Das gilt in zunehmendem Maße auch für Atheisten.

Kommentar von casala ,


Das gilt in zunehmendem Maße auch für Atheisten.

 das stelle ich in abrede, weil atheisten sich immer mehr der übergriffe erwehren müssen, soll heißen, die "gottesfürchtigen" werden immer agressiver.

Kommentar von Almalexian ,

Das kannst du in Abrede stellen wie du willst, Fakt ist dass hier immer wieder Schlaumeier aufkreuzen die mit der These "Religionen sind dumm/verursachen nur Kriege und Gewalt/wäre besser wenn sie abgeschafft würden" provozieren.

Kommentar von CountDracula ,

Nicht nur das. Manche werden dabei richtig beleidigend. Sie bezeichnen dann nicht (nur) die religiösen Ideologien als dumm und gewaltverherrlichend, sondern auch all ihre Anhänger.

Kommentar von danhof ,

Ich habe auch die gegenteilige Erfahrung gemacht. Natürlich gibt es auch aggressive Christen, aber zumeist waren es radikale Vertreter der Spezies Atheismus vulgaris, denen ich im Netz begegnet bin. Ich persönlich. Man riskiere einen Blick auf die Facebook-Gruppe "Die Atheisten".

Antwort
von NewKemroy, 26

Aber das ist doch logisch. Wer glaubt, der weiß nicht und muss deshalb immer zur Keule greifen, um seinen Glauben zu verteidigen. Jemand der weiß dem geht das am Ar*** vorbei, wenn jemand seine Position angreift.

Antwort
von ratatoesk, 57

Weil man mit einem Gläubigen nicht diskutieren kann.Der glaubt daran,ob es nun stimmt oder nicht.

Antwort
von gromio, 19

Nun, ich vermute, weil Dir irgendwann die guten Argumente ausgehen......

...das verstehe ich eh nicht: Warum beteiligen sich Atheisten ÜBERHAUPT an Diskussionen über Glaubensfragen und religiöse Inhalte?

Versucht einfach mal, Euch bei religiösen Themen und Glaubensfragen zu GOTT und Ähnlichem herauszuhalten. Überlasst dies einfach den Gläubigen.

Oder stellt KLUGE Fragen und wartet auf hilfreiche Antworten: gutefrage.net.

Immer schön respektvoll und sachlich bleiben. Das wäre doch mal was....

cheerio

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