Frage von Linda616, 243

Warum wird linke Gewalt vertuscht?

Rechtsextremistische Ausschreitungen werden ja in der Lückenpresse zu genüge angeprieswn und verurteilt. Ist man aber mal mit offenen Augen im Netz und Co. unterwegs, gibt es ja anderer Seits auch viele Berichte über linke Gewalt, von denen aber in den Medien und der Zeitung nie die rede. Mit welchen Recht wird diese verharmlost oder gar vertuscht?

Support

Liebe Linda616,

bitte achte bei den nächsten Fragestellungen auf die Formulierung. Die Fragen dürfen keine Stimmungsmache sein. Aber die Community wird Dir sicher hier weiterhelfen. Die gehören ja nicht zur "Lückenpresse" ;)

Herzliche Grüße

Howard vom gutefrage.net-Support

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 50

Warum wird linke Gewalt vertuscht?

"Vertuschen" ist vielleicht nicht das richtige Wort? Möglicherweise suchst du nach dem Wort "gewichten"?

Laut Verfassungsschutz gab es im Jahr 2015:

  • 21.933 rechtsextremistische Gewalttaten
  • 5.127 linksextremistische Gewalttaten 

Das heißt: Die Medien haben das "richtige Gewichtungs-Verhältnis" gefunden, wenn sie über 4 rechtsextremistische und 1 linksextremistische Gewalttat berichten.

Da allerdings "passive Sitzblockade", also einfaches Sitzenbleiben, wenn die Polizei "Aufstehen! Weitergehen!" anordnet, bereits eine "linksextremistische Gewalttat" ist, dürften die Nachrichten ziemlich langweilig sein: Immerhin sind ca. 1.750 linksextremistische Gewalttaten (also fast jede dritte) dieser Kategorie zuzuordnen.

Mit anderen Worten: Die Schlagzeilen in den Zeitungen würden bei fast jeder dritten linksextremistischen Gewalttat "Demonstrant blieb einfach sitzen, obwohl die Polizei ihn zum Weggehen aufforderte" lauten. ... Ab der wievielten Wiederholung würde dich das langweilen?

Ist man aber mal mit offenen Augen im Netz und Co. unterwegs, gibt es ja anderer Seits auch viele Berichte über linke Gewalt, von denen aber in den Medien und der Zeitung nie die rede.

Ist es möglich, dass du hier einen sogenannten "Echokammer-Effekt" ( http://www.nachdenkseiten.de/?p=28235 ) erlebst?

Kommentar von Linda616 ,

Dankeschön, warum nicht gleich so

Antwort
von Lennister, 76

Darüber wird berichtet. Aber wenn über rechtsextreme Gewalttaten mehr berichtet wird, dann könnte das z.B. daran liegen, dass es einfach deutlich mehr rechtsextreme Straftaten gibt.

Und dass die Medien ausreichend über Rechte Straftaten berichten, stimmt nicht. Geh einfach mal auf irgendeine Internetseite, die Rechte Straftaten- insbesondere gegen Geflüchtete- auflistet und sammelt (z.B. Nett gegen Nazis).

Du wirst feststellen, dass nur die wenigsten dieser Straftaten in großen Medien erwähnt werden. Auch islamfeindliche Übergriffe auf Moscheen- im Schnitt einer pro Woche- werden weitestgehend totgeschwiegen.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Politik, 52

Ich weiß nicht wo du lebst, doch hier in der Bundesrepublik kann es nicht sein, wenn du dir diese Behauptung nicht nur ausgedacht hast.

Fakt ist, dass politisch motivierte Gewalt höchst unterschiedlich gewichtet und gezählt wird und das zulasten der Linken.

So "weiß" die kriminalpolizeiliche Gewaltprävention der Länder und des Bundes (http://goo.gl/K4IOGu):

Insbesondere die Zahl der Gewaltdelikte ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Hierbei handelt es sich überwiegend um Landfriedensbrüche, Körperverletzungs- sowie Widerstandsdelikte. Diese werden zumeist von gewaltbereiten Autonomen bei Demonstrationen begangen.

Das Herunterspielen rechter Gewalt und das Aufbauschen scheinbar linker Gewalt gehört zur ideologischen Aufrüstung gegen Links. So ist es eine ganz spezielle Angelegenheit, wie diese Straftaten gezählt und bewertet werden.

Schöne Beispiele sind z. B. Straftaten bei Demonstrationen. Da werden bei rechten Aufmärschen linke Gegendemonstranten systematisch kriminalisiert.
Teilnehmer an antifaschistischen Protesten werden als Gewalttäter verunglimpft, wenn sie bei friedlichen Blockaden gegen Naziaufmärsche von der Polizei gewaltsam von der Straße geräumt wurden

Jede Blockade der Nazidemos ist z. B. Landfriedensbruch. Blockieren beispielsweise 100 Gegendemonstranten, sind das 100 Fälle von Landfriedensbruch. Versuchen sich die Teilnehmer dieser Blockaden aus dem schmerzhaften Polzeigriffen zu befreien oder gar gegen Schläge zu schützen, dann sind das nicht nur zusätzliche Widerstandshandlungen, sondern auch noch Körperverletzungen, wenn ein Polizist infolge der selbst eskalierten Gewalt eine Schramme abbekommt. So ist eine Demonstration gegen rechte Menschenfeinde eine prima Gelegenheit die Gewaltstatistik zulasten Linker zu frisieren, um Links und Rechts gleichsetzen zu können.

Ein weiteres schönes Beispiel sind z. B. brennende Autos. So wurde im Oktober 2011 ein Autobrandstifter in Berlin festgenommen. Das war ein arbeitsloser Mormonenprediger, der aus Frust über seine Arbeitslosigkeit so gehandelt hat. Dessen 106 Brandanschläge tauchten allesamt in der Statistik angeblich linker Gewalttaten auf. Das gilt auch für die Brandanschläge auf Autos durch Chaoten, notorische Randalierer, Pyromanen, andere Trittbrettfahrer und vereinzelt auch Versicherungsbetrüger.

Solche Taten werden dann mit den über 150 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 gegenübergestellt oder man tut so, als ob eine eingeworfene Schaufensterscheibe einer Bank das gleiche wäre wie ein Brandanschlag auf von Menschen bewohnte Heime.

Zielgerichtet zusammengeschlagene, schwer verletzte und gar getötete Ausländer, überfallene Treffpunkte Linker usw. tauchen wiederum gar nicht in der Statistik auf, weil bei Polizei und Staatsanwaltschaft die politische Motivation nicht erkannt werden möchte.

Im Zuge des NSU-Skandals - wir erinnern uns, dass bei diesen Morden jahrelang ein rechtsextremistischer Hintergrund trotz augenfälliger Hinweise und Indizien von den Behörden geleugnet wurde - müssen jetzt 746 Fälle mit insgesamt 849 Opfern neu auf rechtsextremistische Hintergründe geprüft werden. Dabei sind auch Fälle, bei denen private Recherchen von Journalisten mehr als nur einen Anfangsverdacht ergaben. Keiner dieser Fälle tauchte in der rechten Gewaltstatistik auf.

So ist insgesamt zu konstatieren, dass es bei der Zählweise und Bewertung rechts- bzw. linksmotivierter Gewalttaten zweierlei Maß gibt. Deine in der Frage aufgestellte Behauptung ist eine dreiste Umkehrung der Tatsachen.

Kommentar von Linda616 ,

Entschuldigung, aber das war kein "Mutwillen"  eine, wie du sagst "dreiste Umkehrung der Tatsachen" aufzustellen, und ich hoffe es war keine Unterstellung von dir. Ich hatte wie oben bereits erwähnt lediglich einen Beitrag im Zdf gesehen, in denen Erwähnt wurde, und dabei ist mir aufgefallen, dass ich persönlich nich nie so eine Masse an Berichten über Linksextremismus gesehen habe, wie die über rechte und gabe darauf im Internet recherchiert und ähnliche Ansichtsweisen gefunden wie meine.

Dass man aber, wie einige User hier, gleich Persönlich werden muss ist äußerst unpassend. Danke für deine ausführliche antwort, dass ist das, was ich wollte.

Kommentar von PeVau ,

Bitteschön!

Antwort
von StevenArmstrong, 7

Hallo,

meiner Meinung nach liegt es daran, dass es zwar linksxtremistische Straftaäter geben mag, aber weniger, als rechtsextreme.

Der Grund: Die meisten Leute aus dem linksgrünen Spektrum sind Pazifisten, manchmal sogar Ultrapazifisten. Pazifisten wenden Gewalt nur zur Selbstverteidgung an, Ultrapzifisten würden nict einmal sich selbst verteidigen.

Rechtsextreme haben meienr Meinung nach auch ein leicht erregbares Temeprament, wenden dann häufiger Gewalt an.

Aber es ist vollkommen egal woher die Gewalt nun kommt, ob von rechts, links, oben, unten,.... Gewalt sollte nur zur Selbstverteidgung eingesetzt werden.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von Suboptimierer, 86

Mit welchen Recht wird diese verharmlost oder gar vertuscht?

Ich glaube nicht, dass dies eine Frage des Rechts ist. Man kann den Zeitungen nicht vorschreiben, was sie schreiben sollen.

Wenn man ein Recht nennen müsste, vielleicht "Pressefreiheit"?

Antwort
von Nightwing99, 98

Welche Gewalttaten denn? Angaben, Quellen und Beispiele zu deinen genannten Artikeln wären mal ganz praktisch.
Ansonsten wenn am Schanzenfest hier in Hamburg abends die Leute mal wieder doof spielen wird am nächsten Tag sogar in Bayern davon berichtet und das ist nur ein Beispiel. Über linksradikale Bazillen wird genauso erstattet wie über rechtsradikalen Abschaum.

Kommentar von Muhtant ,

true words...

Am 1. Mai ist es wieder soweit...

Antwort
von OhneRelevanz, 58

Schon mal überlegt, dass nicht die anderen, sondern du selbst falsch liegst? Ein bisschen Selbstreflexion würde dir gut tun, du würdest beispielsweise deine Zeit und die anderer Leute nicht mit derart hirnrissigen Fragen verschwenden.

Kommentar von Linda616 ,

rastet doch mal nicht alle gleich aus

Kommentar von Sachsenbruch ,

Du hast aber angefangen, L. :)

Kommentar von OhneRelevanz ,

Wie man in den Wald ruft.

Antwort
von Fielkeinnameein, 74

Du vergleichst rechtsextreme Gewalt mit linker Gewalt. 

Richtig wäre rechtsextreme mit linksextremer Gewalt zu vergleichen. Extremismus ist nie gut, egal in welche Richtung es geht. 

Darüber hinaus ist beides relativ oft in den Medien zu finden wobei der Fokus gefühlt etwas mehr bei rechter Gewalt liegt. Dies hat sicher auch mit der Vergangenheit Deutschlands zu tun.

Antwort
von voayager, 139

Willst du jetzt antikommunistische Hetze betreiben, auf Schleichwegen alles Rechte absegnen, mich deucht so.

Kommentar von Linda616 ,

Nein, das ist mir nur ein schleierhaftes Thema, da ich gerade im Zdf etwas zu diesem Thema gesehen habe.

Kommentar von voayager ,

Man soll sich stets die Frage stellen, Was will ich selbst, wie kommt es bei anderen an, welche Absichten liegen vor.

Kommentar von Linda616 ,

Ich kann nichts dafür, wenn ich eine Frage stelle und einige User gleich persönlich werden, oder falsche Schlüsse gezogen werden 

Kommentar von voayager ,

Ob nun persönlich oder nicht, lasse ich mal dahingestellt, es geht mir um die Wahrnehmung als solche. Gesellschaftliche Fragen "schweben nicht im luftleeren Raum", sind also kein bloßes Abstraktum, das lediglich wie eine Kreuzworträtselfrage daherkommt und dann gelöst wird und gut iss. Meist sind sie in etwas eingebettet, stehen in einem Kontext.

Kommentar von Sachsenbruch ,

Linda, dein Problem haben die Leute ja immer wieder, wenn sie hier ihre Propaganda veranstalten wollen. :)

Antwort
von baindl, 58

Natürlich gibt es auch Gewalt von linken Gruppen und darüber wird auch in seriösen Medien berichtet, aber da die rechte Gewalt exorbitant gestiegen ist wird  dies natürlich nur noch am Rande wahrgenommen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/statistik-zahl-rechtsextremer-straftat...

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/08/bilanz-zur-politisch-motivierte...


Antwort
von Iflar, 3

Von 4 politisch motivierten Gewaltverbrechen sind 3 den Rechtsextremen zuzuschreiben!

Antwort
von archibaldesel, 36

Absoluter Unsinn. Schau mal nach dem 01. Mai in die Presse in Hamburg und Berlin.

Antwort
von Stevie85, 71

Ich glaube Du liest zu wenig Zeitung. Danke Springer lese ich eher über linke Gewalt als über rechte. Es heißt im übrigen laut AfD Lügenpresse und nicht Lückenpresse. Das nehmen AfD-Wähler wohl nicht so genau.

Kommentar von Linda616 ,

Es heißt auch Lückenpresse, ganz sicher ;-)

Kommentar von exxonvaldez ,

Bernd Lücke war doch so ein AFD-Führer?

Und der hat jetzt seine eigene Presse?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Nein, der ist jetzt bei der ALFA wortführend. Das ist die 0,2-Prozent-Partei, die sich unter "Sonstige" versammelt. (Abgesehen davon hieß er "Lucke".)

Im Übrigen gilt: Nur weil etwas nicht sein kann/darf, heißt das noch lange nicht, dass es das nicht gibt. Nimm beispielsweise dein Wissen über die politischen Zusammenhänge. Das sollte so auch nicht sein. Trotzdem gibt es das genau so. ;)

Antwort
von Schnoofy, 35

 Lückenpresse

Kenne ich nicht.

Was muss ich mir darunter vorstellen?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Das sind Presse-Erzeugnisse, die beispielsweise "vergessen", darüber zu berichten, wie CETA zustande gekommen ist; oder dass "die Spitzel-Affäre unter Freunden" (gemeint ist die NSA-Schnüffelei) keineswegs beendet ist. 

An CETA kannst du es aktuell wunderbar und sehr plakativ nachvollziehen: Dieses Freihandelsabkommen mit Kanada soll in den nächsten Wochen durch den Bundestag gepeitscht werden. 

Was weißt du aus den deutschen Medien über dieses Abkommen? Wenn die Antwort "Fast nichts" lautet, hast du eine sehr bildhafte Vorstellung von "(Informations-)Lücke" in der Presse...

Ja, man hat dich über TTIP informiert. Ziemlich umfassend, soweit es die Geheimhaltung möglich machte. Immerhin darf bis heute nicht über genaue Inhalte geredet werden.

Doch CETA wurde bereits 2014 fertig verhandelt und steht in den Startlöchern. ... Was also weißt du darüber? Und anders als bei TTIP ist der Vertrag fertig und kann unterschrieben werden. Es wäre also ein Leichtes, hier genauere Informationen zu geben. 

... Und nun: "Auf, mein Freund! Informiere dich über die Lücken in der 'Lückenpresse'!" Und sei nicht allzu erstaunt, wenn du nach einiger Zeit weitgehend vergeblicher Suche ziemlich ernüchtert resümierst. 

Du wirst immerhin etwas über "Lücken in der Presse" gelernt und ein besseres Vorstellungsvermögen davon haben. ;)

Kommentar von Schnoofy ,

Ehrlich gesagt, habe ich noch nie irgendwelche Informationen vorenthalten bekommen.

Voraussetzung ist natürlich, dass ich mich selbst darum bemühe, Fakten und Hintergründe zu erfahren. Informationsquellen gibt es zu massenhaft.

Wenn ich allerdings erwarte, dass alles von selbst an mich herangetragen wird, werde ich natürlich mit dem Gefühl leben müssen von der Welt abgeschnitten ein Schattendasein zu führen.

Antwort
von timo1211, 84

Wieso etwas anderes anprangern, wenn man schon einen Sündenbock hat.

Das ist aber bei allen Dingen so und hat nichts mit Linken und Rechten zu tun.

Antwort
von Muhtant, 90

Es gibt genauso viele rechte Taten die nicht genannt werden.

Das ist einfach ein Trugschluss und schlichtweg falsch.

Letzten Endes sind bei Seiten voll mit Pupsgesichtern!

Antwort
von ThommyGunn, 14

Linke Gewalt wird in meinen Augen von Teilen des System gebilligt und sogar gefördert, weil Linksextreme (Alt-68er) erfolgreich eine Vielzahl von Institutionen unterwandert haben. Im "Kampf gegen Rechts" ist den Altparteien jedes Mittel recht. Siehe dazu auch die Gewaltaufrufe des SPD-Mann Stegners und das Schweigen zu dem Überfall auf AfD-Mann Junge.

Antwort
von Maxfile22, 18

Die Linken machen doch fast nichts... da ist so gut wie keine Gewalt.

Antwort
von exxonvaldez, 35

Wenn ich mir den NSU-Skandal so ansehe, denke ich eher, dass in diesem Land rechte Gewalt systematisch vertuscht wird.

Antwort
von SiViHa72, 49

Lückenpresse. Alles klar.

"angeprieswn".. wie jetzt? "heute 2 Rechtis zum Preis von einem"?

"in den Medien und der Zeitung".. bei Euch gibts nur eine?

Schöne Haare auf dem Bild, aber der Kopf sollte auch noch für was anderes können als Haarefesthalten, hm?

Kommentar von Linda616 ,

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