Frage von iBorsch, 156

Warum wird Kommunismus immer negativ dargestellt?

Ich kenne die Beispiele aus der DDR und Russland heute aber vom Grundprinzip sind sie ja aus meiner Sicht nicht schlecht. Warum werden sie dann im Allgemeinen eher negativ gesehen?

Antwort
von Libertarian, 89

Die Chance auf persönlichen Reichtum und gesellschaftliche Anerkennung ist die treibende Kraft, die Menschen immer wieder zu Höchstleistungen anspornt. Das Streben nach Erfolg bringt Kämpfernaturen hervor, die sich voll und ganz der Erfüllung ihres Traumziels verschreiben, die Tag und Nacht darüber brüten, wie sie ein Produkt erschaffen, verbessern oder neue Märkte erschließen können. Diesen enormen Kräften der Mobilisierung des menschlichen Geistes hat der Kommunismus wenig entgegenzusetzen. 

Und als ob der Kommunismus nicht bereits durch die ungenügende Motivation der Bevölkerung genug gebeutelt wäre, musste mit dem Instrument der Planwirtschaft noch ein zusätzliches Hindernis geschaffen werden. Denn eine allwissende Instanz, die sämtliche Pläne aller wirtschaftlich Tätigen kennt und ohne Widerspruch aufeinander abstimmen könnte, ist praktisch nicht umsetzbar. Die individuellen Bedürfnisse und Handlungsmotive aller Beteiligten können sich jederzeit in nicht vorausberechenbarer Weise ändern, was erfordern würde, einmal aufgestellte Pläne ständig zu überprüfen und korrekt anzupassen.

Der Kommunismus gehört auf den Scheiterhaufen der Geschichte. Eine Ideologie, die das Individuum nicht anerkennen will und auf wirtschaftlichen Instrumenten aufbaut, die sich in der Vergangenheit als nutzlos erwiesen haben,  kann nicht im Sinne der Menschen sein. 

Der Sozialismus ist die Philosophie des Versagens, das Glaubensbekenntnis der Unwissenheit und die Religion des Neides. (Churchill)

Kommentar von Teodd ,

Kapitalismus hat auch nicht gutes... man muss goldene Schnitt finden

Kommentar von Libertarian ,

Zumindest hat der Kapitalismus weitaus mehr zu bieten, als der Kommunismus. Es ist ganz einfach: Der Mensch ist bereit, viel und hart zu arbeiten, wenn er hierfür eine attraktive Belohung erhält, die seinen Anstrengungen gerecht wird. Doch wenn der Staat diese Belohnung streicht, wird niemand das Opfer bringen, um die Vortrefflichkeit zu erreichen.

Kürzlich habe ich eine sehr schöne Parabel gefunden, die beschreibt, warum der Kommunismus immer scheitert. http://www.theeuropean.de/andreas-kern/10334-warum-der-sozialismus-nicht-funktio...

Antwort
von voayager, 66

Eines vorweg, "die herrschende Meinung ist stets die Meinung der Herrschenden". Es sind also nicht die Beherrschten, die Gedeckelten, die gegen den Sozialismus und Kommunismus hetzen, sondern jene, die hier die Zügel in der Hand halten, Nutznießer des Kapitalismus sind. Natürlich haben die ein Rieseninteresse daran, dass das so bleibnt. sie wollen nicht, dass das sogenannte einfache Volk auf dumme Gedanken kommt, sich gar für den Sozialismus interessiert und stark macht. Würde dies eintreten, dann wäre die Herrschaft des Großbürgertums, also der Bourgeoisie arg gefährdet. Die Folge. die Herrschenden müssen gegen den Sozialismus hetzen, um so das Volk einzuschlummern, ihm das Hirn  verkleistern. Welchen Schaden sollte denn ein Mensch nehmen, der nur ein schmales Portemonnaie hat? Er nimmt keinen ASchaden und genau das weiß die Bourgeoisie und ihre Schleppenträger, beachtliche Teile des Kleinbürgertums, das im Kielwasser der Herrschenden schippert.

Kommentar von HanfPflanze ,

Eines vorweg, "die herrschende Meinung ist stets die Meinung der Herrschenden".

Dann müssten die Herrschenden ja Kommunisten sein.

Kommentar von voayager ,

Nein, offensichtlich hast du den Spruch nicht verstanden. Gemeint ist die veröffentlichte Meinung, ausgetragen über die Medien, die den Ton angeben.

Antwort
von Hegemon, 64

Vorab: Auch die Behauptung, in der DDR oder SU hätte es bereits Kommunismus gegeben, gehört in dieses Propagandamuster.

Einerlei, wie man dazu stehen mag: Dreh- und Angelpunkt des Sozialismus/ Kommunismus ist die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln - also die Verstaatlichung/ Vergesellschaftung von Betrieben, Konzernen, Industrien.

Über die Besitzverhältnisse bei den Produktionsmitteln sind die Machtverhältnisse festgelegt. Wer sie besitzt, hat auch die Mittel, nicht nur sein Umfeld sondern auch die Politikdarsteller nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.

Ein Beispiel von vielen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bmw-quandt-familie-spendet-an-cdu-krit...

Auf dem Gebiet der SBZ/DDR wurden diese Macht- und Eigentumsverhältnisse durchbrochen. Es gab Flächendeckende Enteignungen (Bodenreform usw.). Die DDR war der mit Abstand größte materielle Verlust für das deutsche Bürgertum. So etwas vergißt man nicht. Da ist man nachtragend. Und da wird eben alles, was damit zusammenhängt, verteufelt.

Daß auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik z.T. vergleichbare Zustände herrschten (Kommunistenverfolgung, Berufsverbote, flächendeckende Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs), interessiert da nicht.

Antwort
von alashatt, 74

Die Auffassung, dass der Kommunismus aufgrund des Zerfalls des Ostblocks schlecht dasteht, ist ungerechtfertigt. Die Sowjetunion hatte es noch gar nicht dazu gebraucht - über die letzten 150 Jahre hinweg wurde die kommunistische Bewegung ständig denunziert und einer massiven Propaganda ausgesetzt. Letztendlich sammeln sich nur neue Standardphrasen und Stammtischargumente. Das sogenannte Scheitern des sogenannten Kommunismus ist eines davon, nicht der Grund, wieso man den Kommunismus in ein schlechtes Licht rückt.

Der hauptsächliche Grund ist, dass er eine ernsthafte Bedrohung für die Interessen bestimmter Menschen ist (darstellen kann) - das sind namentlich unter anderem die Leute, die man heute als "Unternehmer" bezeichnet. Allgemein wurden (verständlicherweise) revolutionäre Bestrebungen in der Geschichte schlechtgeredet. Warum sollte es mit dem Kommunismus anders sein?

Antwort
von Nunuhueper, 35

Der Kommunismus ist ein uralter Traum von einer Gemeinschaft, in der alle Menschen gleich selig sind. Macht und Reichtum aber entzweit die Menschen.

Es ist leichter, dass ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes käme. Lukas 18:25.

Antwort
von Modem1, 16

Es ist doch Propaganda vom bösen Kommunismus. Die DDR Politiker waren danach alles Kommunisten. Auch wenn sie es wären so kennen wir den Kommunismus in der Praxis nicht weil  es den noch nie gab. Das waren aber Leute die den realexistierenden Sozialismus vertraten und das ist nicht dasselbe. Eine Gesellschaftsordnung wird von Menschen gemacht und die ist nur so gut wie ihre Macher.

Antwort
von igankeno, 33

weil der kommunismus mehr todesopfer gefordert hat als der nationalsozialismus und immernoch fordert! siehe Nordkorea!

Antwort
von gnhtd, 51

"Das Bessere ist der Feind des Guten."

Antwort
von moeiking, 65

Der Grundgedanke vom Kommunismus ist nicht schlecht, jedoch sieht es in der Realität immer ganz anders aus.

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