Frage von witchfynde, 86

Warum wird Israel von Teilen der hiesigen radikalen Linken bedingungs - und kritiklos solidarisiert?

Warum ist das oben erwähnte heute noch ein "Zeichen" gegen den Nationalsozialismus und warum bleiben die Juden für Teile der Antifa ewige Opfer? Wieso darf man als Linker nicht Israel kritisieren obwohl man nicht den Juden, weil er Jude ist, meint sondern lediglich ungerechte Vorgehensweisen der Israelischen Regierung kritisiert, z.B. Wasserfrage, Siedlungsbau, Gazakrieg an dem Israel genauso beteiligt ist wie die radikal islamische Hamas? Warum sagen plötzlich Leute man seih deswegen Antisemit und seih auf der Seite der Hamas und der plästinensischen Nationalisten obwohl man ja Jahre lang eine Linke Meinung hatte und immer noch hat und eben auch die eben genannten kritisierte.

Antwort
von clemensw, 26

Weil oftmals (auch aus historischen Gründen) jegliche Kritik am israelischen Staat als "antisemitisch" eingestuft wird.

Hier ein Beispiel eines solch gehirntoten Ergusses:

T-34: In Anbetracht der Tatsache, daß für eine Kritik am Nationalstaat auf der Welt knapp 200 zur Auswahl stehen, Deutschland natürlich im besonderen, ist da die Kritik am Staat Israel immer schon antisemitisch?
J.B.: Ob jede Kritik am Staat Israel antisemitisch ist, kann man nur mit einem glasklaren Ja beantworten. Es kann keine Kritik am Staat Israel geben, die nicht antisemitisch ist, da - wie schon hervorgehoben- Israel die organisierte revolutionäre Emanzipationsgewalt der jüdischen Gesellschaft darstellt. Jede Kritik kann nur aus der Perspektive des Abscheus vor dieserEmanzipation geäußert werden.

http://www.ca-ira.net/isf/beitraege/pdf/bruhn-kritik.israel.pdf

Allerdings wird diese Einstellung nicht von allen "Linken" geteilt.

Antwort
von Jonas711, 47

Die quasi bedingungslose Solidarisierung mit Israel ist bei den Antideutschen weit verbreitet. Zu deren Entstehungsgeschichte und deren Motiven findet sich hier ein Text: http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33626/antideutsche-und-an...

Diese Gruppierung repräsentiert aber nicht die Haltung der gesamten Linken. Eine klare Position, die von allen Linken geteilt wird, existiert sowieso nicht. Deutlich wurde dies zum Beispiel beim Toilettengate. 

Antwort
von Saragoza, 59

ich denke mal da täuscht du dich , in der sogn.  "radikalen" Linken  wird Israel sehr wohl extrem  kritisiert,
was Führungsstil, Mitte  Rechts Regierung, MIlitärregierung, Gazakonflikt, Palästinenser Problem etc. angeht.
Es gibt nur  ein paar weichgespülte (pro zionistische Fraktionen) die Israel unter allen Umständen "beschützern" wollen und  "rein waschen" möchten, Dabei gibt/ gab es ebenso überzeugte Juden, die klar festgestellt hatten (auch Überlebende des Holocaust) das gewisse Leute (auch ehemalige KZ Insassen) nicht davor gefeit sind/ waren, oder zurückschreckten, anderen  Menschen Gewalt anzutun,

Also auch den Terror weiter zu geben, dem sie ebenso selber ausgesetzt waren, und darum geht es hier auch, das Israel eine fast Apartheid -ähnliche Politik vertritt (also die Regierung  und nicht das Volk) die es sehr kritikwürdig macht, bzw, es notwendig ist, an  diese Menscherechtsverletzungen und andere Missetaten Kritik zu üben und das machen "aufgeweckte Linke"  doch schon öfter, ..!

Du  darfst jetzt aber nicht die  äusserst "gemässigte "Links" Partei" für eine auch ansatzweise "extreme Linke" Positionnierung  halten/ ansehen,..!


Kommentar von voayager ,

gute Bestandsaufnahme von dir. Der Fragesteller hat ja nicht die geringste Ahnung über das linke Lager und schwadroniert gwerade mal so drauflos. Ich hoffe er ist noch sehr jung, dann kann man mal beide Augen zudrücken, andernfalls wäre es schon unangenehm so was zu lesen, da völlig gedankenbefreit. 

Kommentar von witchfynde ,

Naja. Deswegen habe ich ja die Frage gestellt

Kommentar von Saragoza ,

und daher habe ich  geantwortet, dann ist es ja "gut",.,..!

Antwort
von RheumaBaer, 16

Ich habe auch durch Gespräche mit Bekannten aus dem "linken Spektrum" von Enttäuschungen und radikalen Aussagen gehört,zunehmender Kritiklosigkeit und die Tendenz hin zum Extremen. Auch aus den Kreisen von Veganern,Umweltschützern,überall die Bereitschaft zur Aggression,spiegeln auch hier einige Antworten wider.
Allerdings wurde ja auch eine Weile ordentlich auf Israel eingehauen,die Zeitschrift "Titanic" betont öfter,das im Gegensatz zu den umliegenden Staaten Israel immer noch eine Demokratie ist. Ob nun aus Besorgnis oder um einen Kontrapunkt zu setzen,ist mir nicht bekannt.
Israels Haltung bietet Anlass zur Kritik,Siedlungen,Restriktionen,so traurig es ist,die Tür zu einer Lösung scheint mit dem Tod Rabins für lange,lange Zeit zu zu sein.

Antwort
von PolluxHH, 27

Es gibt einen Grund, warum ich "Linke" ebenso ablehne wie "Rechte", denn sie laufen beide mit sehr ausgeprägten Scheuklappen herum, auch wenn Du hier nur eine kleine Splittergruppe der Linken angesprochen haben dürftest. Wenn Du die Argumentation beider Extrema des politischen Spektrums anschaust, wirst Du sehr schnell feststellen, daß sie nur bedingt rational argumentieren, sondern vornehmlich ethisch-emotional, auch wenn sie sich den Anschein der Rationalität geben. Sachaussagen werden dogmatisiert und damit einer rationalen Argumentation entzogen, als "unzweifelhaft richtig" hingestellt und anerkannt werden nur Tatsachenbehauptungen, welche die eigene Auffassung unterstützen. Es ist wie mit dem geozentrischen gegen das heliozentrische Weltbild. Auch hier wurden einfach die Argumente beiseite geschoben, welche gegen die Auffassung eines geozentrischen Weltbilds sprachen.

In dieses Spektrum gehört auch die Sache mit Israel, der Politik Israels und den Juden. Bezüglich Juden hat es schon etwas von Mutterinstinkt: wehe es greift jemand mein Kind an (egal, ob er Recht hat oder nicht). Frage doch einmal einen Linken, was er unter einem Juden versteht, einen Menschen,

  • der sich den Gesetzen der Tora unterworfen hat,
  • der genetisch israelitische Wurzeln hat,
  • der genetisch israelitische Wurzeln hat und dem Judentum angehört oder
  • der genetisch israelitische Wurzeln hat und/oder dem Judentum angehört.

Auch hier dürftest Du schnell merken, daß die wenigsten wirklich eine Ahnung davon haben, wie offiziell ein Jude bis 1933 in Deutschland definiert war und im Judentum bis heute definiert ist, nämlich rein religiös. Und der größte Witz ist, daß selbst die Antifa mehrheitlich eine Definition bedient, die antisemitischen Ursprungs ist (insbesondere die Wurzelrassenlehre der Theosophie war hier prägend).

Da nun die Trennung Jude und Israeli verschwimmt (auch wenn 75% nicht dem Judentum angehören), wird ein Angriff auf die Politik Israels als ein Angriff auf Juden begriffen, wer etwas gegen Juden sagt (egal wie gut die Argumente sind), der ist Antisemit, ist doch wieder voll logisch (wenn man hier einfach nur das Dogma setzt, daß jede Argumentation gegen Juden oder Israel Ausdruck einer antisemitischen Haltung sei).

Antwort
von Exisaur, 5

Der Sachverhalt ist tendenziell ziemlich einfach:

Es gibt eigentlich keine mir bekannte "Israelkritik" (allein das Wort ist schopn symptomatisch für den Irsinn, dass Israel eine eigene, vom Rest der Welt losgelöste Kritik bräuchte), die nicht antisemitisch ist.

Grundsätzlich geht es darum: Die Jüdinnen und Juden dieser Welt sind, ganz gleich, ob sie sich selbst als Juden im religiösen Sinne verstehen, in ihrem Leben bedroht. Historisch hat das der Nationalsozialismus gezeigt. Aus dieser Erfahrung heraus ist der Staat Israel entstanden, damit Jüdinnen und Juden die Chance haben, sich selbst zu verteidigen - das man als Teil der Linken, die ja tendenziell gegen Nationalstaaten ist, an dieser Stelle mit einem Widerspruch leben muss, bestreitet eigentlich auch niemand.

Der arabisch-islamische Vernichtungsantisemitismus der heutigen Zeit (und wenn man sich mal die Aussagen von iranischen Regierungsvertretern anschaut, oder mal den Al-Quds-Tag über sich ergehen lässt, dann sollte einem klar werden, dass das weder ein Hirngespinst, noch ein Problem der Hamas ist), ist das entsprechende Äquivalent. Die Jüdinnen und Juden zu ermorden und ihren Staat auszulöschen ist eine seit 1948 gängie Forderung in der arabischen Welt - und hat historisch zu etlichen Kriegen in der Region geführt.

Fakt ist, dass zu den meisten, an Israel kritisierten Punkten, wenig Alternativen (als das passive sich-ermorden-lassen) gibt. Zumal viele der gegen Israel ins Feld geführten Argumente (z.B. die Wasser-Frage), in der Regel eher auf antisemitischer Propaganda, als auf Fakten basieren.

Ich warte immer noch darauf, dass mit jemand etwas an Israel zeigt, was an diesem Staat allein zu kritisieren ist - und dass er mir Alternativen der israelischen Politik nennt, die zu einem Ende des Konflikts führen würden. Ich bin sehr gespannt.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 31

Benenn doch mal diese "Teile der radikalen Linken". Durch welche Personen werden die denn repräsentiert? Wie "groß" ist eigentlich deren Einfluss und deren politisches Gewicht? Und was GENAU kritisieren die?

Es gibt fraglos auch an der Position der aktuellen israelischen Regierung und ihrer Politik einiges zu kritisieren, aber eben auch extrem viel an der palästinensischen Seite und insbesondere Terrororganisationen wie der Hamas oder der Hisbollah im Südlibanon. Solange diese radikalislamistischen Terrororganisationen sich nicht rückhaltlos zum Existenzrechts Israels bekennen, wird sich nie etwas an der Situation der palästinenser ändern. Die Palästinenser wiederum wären gut beraten, sich der radikal-islamistischen Fuchtel solcher Terrororganisationen zu entledigen.

Antwort
von Herb3472, 70

Diese Fragen wird man hier wohl nicht beantworten können, und die Frage nach dem "warum" ist meines Erachtens ohnehin müßig. Sie tun es halt ganz einfach. Gottes Tiergarten ist groß.

Antwort
von voayager, 28

Das stimmt so garnicht, man sieht du hast keine Ahnung von den Linken. Es gibt keine einzige radikallinke Organisation, die sich bedingungslos mit Israel solidarisiert. Warum also behauptest du so was einfach?

Das ist das Fürchterliche an der bloßen freien Meinung, sie ist oftmals ein Einfallstor für Unsinn, Unwissen und Fehldeutungen.

Kommentar von witchfynde ,

Die freie Meinungsäußerung beding eben aber auch solche Positionen innerhalb der radikalen Linken, welche tatsächlich vorhanden ist. Ein Demonstrationszug wo explizit nur Israelflaggen zu sehen sind ist also nicht bedingungslos solidarisch mit Israel? Das hat nichts mit Fehldeutungen zu tun, das hat was mit den Teil der extremen Linken zu tun, der ja echt so drauf ist. Das wird natürlich dann mit Totschlagargumenten gerechtfertigt. Das sind innerlinke Konflikte und Streitigkeiten, die ich selbst schon live miterlebt habe. Das sind Leute, welche jeden, der nur kleinste Kapitalismuskritik übt, mit Antisemiten gleichsetzen.

Kommentar von voayager ,

So ein Unsinn, seit wann sind Leute, die mit Israelfahnen demonstrieren Linksradikale, solch eine Fehldeutung hab ich ja noch nie erlebt. Was du vorfandest war ein Deomozug der antideutschen, die aber als radikallinks zu deuten, ist schon eine gehörige Fehlleistung.

Kommentar von witchfynde ,

sie bezeichnen sich selbst als Linksradikal. Vielleicht sind sie es nicht aber selbst bezeichnen sie sich so...

Kommentar von witchfynde ,

Also kannst du mir erklären was die Antideutschen eigentlich sind? Ich verstehe die sowieso nicht. Und offenbar kursiert das Gerücht sie wären Linksradikale, man hört es entweder in den Medien oder von Bekannten. Andereseits bist du nicht der erste, der bestreitet die Antideutschen wären Linksradikal. Ich finde, das dass Thema generell der Aufklärung bedarf. Man weiß eigentlich nicht was diese Strömung ist und bei mir persönlich (Ich wähle Die Linke und stehe der Solid nahe) haben sie schon für viel Verwirrung gesorgt. Kannst du es mir bitte erklären?

Kommentar von voayager ,

Es ist einfach zu umfangreich, ich bin im Moment nicht motiviert genug dafür, daher empfehle ich diesen Link:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd...

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