Frage von Philippus1990, 157

Warum wird in Großstädten linker gewählt als in Kleinstädten oder auf dem Land?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von YStoll, 83

In Großstädten ist vermutlich auch der Altersdurchschnitt geringer, da es dort mehr Ausbildungsmöglichkeiten/Hochschulen gibt und sich Familien hingegen eher in Vororten/ ländlichen Regionen wohl fühlen.

Weiterhin denke ich, dass man mit höherem Alter eher konservativer wird.

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 47

Hallo!

Hat m.E. zwei Ursachen -----------> oftmals liegt es schlicht an jungen Studenten, die von sich aus alternativ denken, gegen das Establishment sind & aus Prinzip grün bzw. links wählen. Diese Studenten wohnen eben nicht auf dem Land, sondern in der Stadt.

Außerdem sind die Leute in den Städten oft weniger konservativ als die Leute auf dem Land, bei denen es durchaus vorkommt dass sie ihr Leben lang immer dieselbe Partei wählen.

Antwort
von lesterb42, 21

Eigenheimbesitzer machen keine Revolution. Die Eigentumsquote ist auf dem Land nun einmal wesendlich höher und die Mieter in den Städten wählen auch deshalb eher links.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte & Politik, 39

Der Anteil an Besitzlosen (abhängig Beschäftigten) ist größer und gleichzeitig ist das durchschnittliche Bildungsniveau höher. Außerdem sind die größeren Städte Sammelbecken der Kreativen, denen in der Provinz die Luft zum Atmen fehlt.

Antwort
von frederick, 32

Ich möchte das gern mal wertfrei und etwas übergreifender beleuchten:

Sozialismus (= vereinfacht gesprochen "links") ist ein kollektives Thema. Kollektives Denken aber spricht die Massen an. Die Massen wiederum trifft man insbesondere in Ballungsräumen an, also in Großstädten und Agglomerationen.

Im Widerspruch dazu durchaus, aber scheinbar: Der sog. Nationalsozialismus. Tatsächlich nämlich waren die „sozialistischen“ Ambitionen des NS-Regimes weder von dem Massen, noch von den Industriellen verstanden worden – und waren auch von der Propaganda nicht in den Vordergrund gestellt worden, weil man das Großkapital brauchte, um den Krieg führen zu können. Und der Nationalsozialismus war auch tatsächlich „weniger“ sozialistisch: Es war geplant, nach dem Kriege (man sah das mit 1946 kommen) das Großkapital zu kollektivieren, also zu verstaatlichen. Aber in der Mittelschicht sollte das persönliche Engagement im Vordergrund bleiben. Damit wären Bauerntum und Handwerk selbstständig und einzelinitiativ geblieben, was ja auch ein charakteristisches Wesensbild vom nationalsozialistischen Menschen war. – Dort, wo man für industrielle Prozesse die Konzentration von Geld und Arbeitskraft benötigt, da sollte der Ausweg letztlich auch so eine Art „Volkseigentum“ sein.

Ich möchte an dieser Stelle nicht missverstanden werden: Die Wesensvereinheitlichung solcher politischer Modelle (ob Sozialismus oder Nationalsozialismus) sind verheerend für den Einzelnen; die Geschichte in allen Staaten und Gesellschaften hat das immer wieder gezeigt, einschl. der langfristig nicht tragfähigen Modulation von Individuen und Gesellschaft an sich. Dennoch bleibt verständlich, dass immer wieder Gegenmodelle gesucht werden zur Konzentration von Macht, Geld und von Möglichkeiten – weil die Konzentration von (vereinfacht gessprochen) Geld auch immer zu Ausbeutungen führt. Und wo solche Ausbeutungen zu einem Massenproblem werden, da werden politische Kräfte (Politik selbst ist wiederum und ebenfalls ein Massenproblem, weil politische Kraftentfaltung nur über Masse möglich ist) entfacht.

Hier schließt sich der Kreis: Kollektivistische Gesellschaftsmodelle greifen dort am stärksten, wo die Massen die größte Konzentration erfahren.

Kommentar von PeVau ,

Das ist mit Abstand der krudeste Unsinn, den ich hier seit langem gelesen habe.

Kommentar von frederick ,

Wer de facto die Meinung vertritt, "links" sei gleichsam etwas für die Gebildeteren und für Kreative, der hat die politischen Bewegungen seit dem 19. Jhdt. nicht einmal im Ansatz verstanden.

Antwort
von Interesierter, 91

Menschen, die in Abhängigkeiten leben, wählen üblicherweise eher links. 

Dies trifft auf Arbeitnehmer, Mieter und auch auf Transferleistungsempfänger zu. 

Im Gegensatz dazu ist der Trend zu linken Parteien bei Selbstständigen, Freiberuflern und Eigenheimbesitzern weniger verbreitet. 

Dies liegt einfach daran, dass eigenständige Menschen eher auf Eigenverantwortung und abhängige Menschen eher auf die Verantwortung des Staates setzen. 

Kommentar von Philippus1990 ,

Was jetzt aber nicht das Wahlverhalten in Großstädten und auf dem Land erklärt...

Kommentar von Interesierter ,

Doch! In den Städten ist der Anteil an Mietern, nichtselbstständig Beschäftigten und Transferleistungsempfängern höher als auf dem Land. 

Kommentar von zippo1970 ,

Menschen, die in Abhängigkeiten leben, wählen üblicherweise eher links. 

Dies trifft auf Arbeitnehmer, Mieter und auch auf Transferleistungsempfänger zu. 

Dann müssten wir ja eine Linke Regierung haben, mit  80% der Wählerstimmen. Oder seh ich das falsch?

Antwort
von zippo1970, 88

Auf dem Land ist man oftmals konservativer, und traditionsbewusster. Dafür ist man in Großstädten oft weltoffener und toleranter.

Kommentar von Philippus1990 ,

Und meine Frage war warum. ;)

Antwort
von hydrahydra, 97

Weil in Großstädten schon immer ein weltoffeneres Klima herrschte.

Kommentar von Interesierter ,

Naja, ich würde weltoffen nun nicht mit links gleichsetzen wollen. Das Eine hat mit dem Anderen wenig bis gar nichts zu tun. 

Kommentar von N0Nentity ,

Naja, ich würde weltoffen nun nicht mit links gleichsetzen wollen

Du vielleicht nicht, andere schon.

Antwort
von andre123, 11

Inzest , Überalterung , mangelnde Bildung und politisch predigenden Pfarrer auf dem Land  

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