Warum wird immer gesagt: Hochbegabte würden so gerne lernen?

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10 Antworten

Ihr beide, der Professor und Du, versteht etwas anderes unter "Lernen" als hier gemeint ist: Wenn man sagt, Hochbegabte würden gerne "lernen", meint man, sie denken gerne nach, beschäftigen sich mit ihrer Umwelt, anfallenden Problemen oder Inhalten und lernen dabei automatisch, wie Kinder (oder interessierte Erwachsene, die etwas über ihre Interessensbereiche erfahren/ wollen).


Damit ist nicht gemeint, dass man sich hinsetzt und stumpf irgendetwas für einen Sinnloses paukt! Das macht keiner gern.


Über Hochbegabte habe ich mal gelesen, dass sie oft automatisch lernen und sich immer eigene Herausforderungen suchen, auch im banalen Alltag. Sie merken sich also mehr, weil sie mehr interessiert, nicht weil sie das beuwsst und stumpf auswendig lernen.

Ich denke mal, dass ist so, als ob jemand sich für etwas bestimmtes interessiert, das fällt ihm dann auf, ihm fällt auch inhaltlich etwas anderes/ mehr auf als anderen und er merkt es sich automatisch. Wenn Du bspw. Autos mit Kennzeichen siehst, die ein Wort ergeben und das Wort für Dich noch eine Bedeutung hat, weil es an Deinen Namen oder ein Hobby oder so erinnert, merkst Du Dir diese Kennzeichen. Du lernst sie nicht mühevoll auswendig und wiederholst sie immer wieder, um sie zu behalten. Wenn jemand etwas sagt, das Dich interessiert und für Dich neu ist, merkst Du Dir das. Wenn Du Dir eine Kamera kaufen willst, fallen Dir entsprechende Angebote auf und Du behältst eher, wo wann für welchen Preis welches Modell angeboten wird. Wenn Du eine Milchallergie hast, fallen Dir eher Angebote von Mandel- oder Kokosmich auf.

Wenn beides nicht zutrifft, müsstest Du die Kameraangebote bewusst auswendig lernen und das wäre schwierig und uninteressant und beides würde dafür sorgen, dass Du sie schnell wieder vergessen würdest. Solltest Du einfach so nach Angeboten und Preisen für Milchalternativen suchen, würdest Du vermutlich die Aufgabe schnell vergessen oder die Preise und Anbieter vergessen, wenn Du etwas Interessanteres siehst. 

Hochbegabte laufen nun vermutlich eher mit solchen Motivationen im Kopf herum, die sie dazu bringen, sich für etwas zu interessieren, etwas Interesantes zu finden und das dann auch automatisch zu behalten. Das ist sicherlich mit "gerne lernen" gemeint. Nicht stumpfes Pauken, am besten noch ohne Grund. Keiner hat Lust auf stumpfes Pauken, es gibt aber einige Gründe, warum bestimmte Paukaufgaben Spaß machen können, entweder, weil man inhaltlich interessiert ist, oder Gedächtnistraining übt oder einen Teil daran faszinierend findet.

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Ich bin zwar nicht hochbegabt, aber bestimmte Sachen machen durchaus Spaß. Ich hab mich die letzten Tage zb mit Veröffentlichungen zu einem Problem in der Informatik befasst und fand es ziemlich spannend, auf was für unterschiedliche Ideen die Leute so kommen, wie sie das dann testen und welche neuen Probleme es dabei gibt (und wie diese wiederum angegangen werden)

Ähnlich gehts mir, wenn ich in irgendeinem neuen Feld rumspielen/rumexperimentieren kann und so langsam nachvollziehen kann, wie das läuft. Oder auch: Eine neue Stadt, und man lernt die Wege und Orte kennen. Auch eine Form von lernen.

Ich lern mittlerweile auch ganz gern Vokabeln, weil es ein Erfolgserlebnis ist, wenn man merkt, dass ein großteil dessen, was gestern noch nicht in den Kopf wollte, heute einfach mal sitzt.

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Hallo! Ich bin gut in der Schule, würde mich selbst aber nie als hochbegabt darstellen, denn das wurde nie festgestellt.
Jedoch kann ich dir mit Sicherheit sagen, dass Menschen, die aufrichtig Spaß am Lernen haben, auch Wissen gerne wiederabrufen und nachschlagen.
Ich persönlich liebe es zu Lernen, auf jeder möglichen Art und Weise. Selbst das lästige Vokabellernen bereitet mir Freude,
nur ab und zu trüben leider die mit der Pubertät einhergehenden Stimmungsschwankungen diese Freude. ;)

LG Birdo

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Kommentar von einfachichseinn
18.05.2016, 12:08

Ich hoffe dass dir bewusst, dass deine guten Noten kein Indiz für Intelligenz oder gar eine Hochbegabung sind.

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Also ich hab immer gern gelernt - wollte alles wissen und hab's mir auch meistens beim Zuhören schon gemerkt. Bin zwar jetzt nicht Hochbegabt aber kann mir vorstellen der Unterschied ist vielleicht einfach die Intensität mit dem man sich den Themen widmet die einen interessieren.

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Die Frage ist ja, was unter lernen verstanden wird. In der Psychologie und der Pädagogik gehört weitaus mehr zum lernen dazu, als sich an den Schreibtisch zu setzen und Dinge auswendig zu lernen. Das Konzept der klassischen Konditionierung ist zum Beispiel auch lernen. Ebenso ist Spielen lernen. Schau dir mal das Konzept von Montessori an.

Lernen kann also durchaus Spaß machen.

Zum Thema Hochbegabung meisten wird über hochbegabte Kinder gesprochen oder über Jugendliche, die mit 15 Abitur machen. Diese Menschen wissen meistens gar nicht, wie büffeln (also das was du unter lernen verstehst funktioniert). Sie setzen sich irgendwo hin und lesen etwas und verstehen es sofort.

Deine Frage ist damit immer noch nicht gänzlich beantwortet.

Ich könnte jetzt sagen, dass das ein ziemlich blödes Klischee ist. So wie fast alles, was die uninformierte Masse von sich gibt. Das wäre ziemlich simpel.

Für den restlichen Teil kann ich allerdings nur von mir sprechen und habe keine Ahnung inwieidas wissenschaftlich verifiziert ist.

Vielleicht löst das Aneignen neuer Informationen einfach ein positives Gefühl aus.
So ist es bei mir ganz oft, wenn ich etwas lese und etwas nicht weiß, muss ich es einfach nachlesen. Dank Internet geht das ganz einfach und auch im einen unendlichen Ausmaß. Wenn ich dann nach drei Stunden etwas neues weiß, dann bin ich schon in gewisser Weise befriedigt.
Das ist vermutlich genau das selbe, wie wenn jemand 3 Stunden PlayStation gespielt hat und dort irgendwie weiter gekommen ist.

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Es gibt halt zwei Arten von Lernen: einmal etwas lernen was man für die Schule können muss oder was lernen was einen interessiert und Spaß macht. 

Wenn es dir Spaß macht, dann macht dir auch das ewige Wiederholen Spaß und du empfindest es nicht als Belastung. 

Hochbegabte interessieren sich vielleicht für vieles und lernen daher einfacher/besser/schneller weil das Interesse dahinter den Lernprozess unterstützt und kurzweiliger macht.

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Hochbegabte haben doch meist das Wiederholen nicht nötig, sie lernen also schon direkt beim Hören... Und das kann durchaus Spaß machen

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Kommentar von Sirias
17.05.2016, 08:16

Nur durch Zuhören schafft man kein Studium. Ansonsten geben ich dir Recht: das bessere Arbeitsgedächtnis befähigt sie einfach besser Wissen aufzunehmen und auch wieder abzurufen.

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Ich bin zwar glaube ich nicht hochbegabt, doch ich glaube die hochbegabten lieben diesen vorgang des wissens in sich reinsaugen. Mit jedem wort das sie lesen erweitert sich ihr horizont, das ist so reizvoll denke ich😌

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Du und der Professor, ihr verwechselt lernen mit pauken und das Leben mit der Schule.

Selbstbestimmtes Lernen ist eins der größten Vergnügen, dazu muss man nicht hochbegabt sein, es schadet aber auch nichts.

Erst die Fremdbestimmung, der Zwang etwas zu lernen, was einen nicht interessiert, macht das Lernen zur Qual.    


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Kommentar von Sirias
21.05.2016, 20:24

Kann ich nicht ganz unterschreiben. Mich interessieren Dinge, sobald aber, und da gebe ich dir recht, der Zwang da ist, alles auswendig zu können bis ins kleinste Detail zur Prüfungsabfrage, macht mir das Lernen keinen Spaß mehr, da es nichts anderes als Pauken unter Zeitdruck ist.

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Bin zwar nicht hochbegabt, zumindest nicht in allen Bereichen. ;-)

Lernen ist viel mehr, als nur irgendwas wiederholen. Lernen passiert ständig, oft ohne dass man es merkt. Wer lebendig ist, lernt. Geht garnicht anders.

Ich würde sagen Lernen macht Spaß, wenn man sich mit einer Sache beschäftigt, die einen interessiert. Dann lernt man ja automatisch. Keinen Spaß macht es, Dinge lernen zu müssen, die man nicht lernen will, weil sie einen nicht interessieren.

Anders: man merkt sich Dinge, Zusammenhänge, Infos dann besonders gut, wenn sie für einen selbst von Bedeutung sind. Dann muss man auch nicht ständig wiederholen. Wiederholungen sind vor allem für den "Feinschliff" da...z.B. wenn du ein Instrument spielen lernst und die Spieltechnik übst.

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