RolfHoegemann am 08.06.2009 um 12:52 Uhr
Wird das von der Politik geschürt oder ist das eine ganz "normale" Entwicklung?
Diese Frage stelle ich mir gerade, weil ich mit vielen anderen bei den Antworten zur Hartz4 Frage soviel "soziale Unruhe" ausgelöst habe.
Weil die Bevölkerung hier in Deutschland total materiell erzogen wird: Haste was - biste was!
Statt Solidarität und friedliches Miteinander - machen wir uns das Leben gegenseitig schwer. Wird Zeit, daß das Bürgergeld endlich kommt, damit jeder ohne Existenzangst leben kann!
Wenn die Menschen mit ihrem täglichen Kleinkrieg beschäftigt sind, denken sie eben über die wirklich wichtigen Dinge nicht nach - alles gesteuert!

weil das ARM REICH Gefälle stärker wird.
Somit der Neid auf Besser verdienende usw...
RolfHoegemann am 8. Juni 2009 12:56 Die Spanne zwischen arm und reich wird ja schon so oft angegeben - das ist Fakt. Aber warum schürt das Neid? Solange es mir gutgeht kann doch ein anderer ruhig mehr haben als ich - da habe ich doch keinen Grund neidisch zu werden?
CrazyDaisy am 8. Juni 2009 12:58 Zumal es ja auch viel Neid auf die Schlechtergestellten gibt - nämlich auf die Hartz IV-ler!
Neid sieht immer nur das Blumebeet aber nie den Spaten.
brunhilde45 am 8. Juni 2009 18:52 nö das nicht@RolfHoegemann,aber die Ärmeren beneiden die Reichen um DAS,was sie sich ererbt,erarbeitet oder geschaffen haben.
Was ist schon gerecht :-/....

Ich glaube Deine Antwort ging gegen die weit verbreitete Grundmoral.
Leider ist es heutzutage so, daß Frechheit siegt und die Gutmenschen meistens durch die Finger gucken.
RolfHoegemann am 8. Juni 2009 13:02 Dann aber die Frage: Warum wird das, sagen wir mal "betrügen" bei den "Kleinen Leuten" viel mehr verurteilt und vehementer "bekämpft" als bei den grossen Beträgen der Wirtschaft und der Politik? Wo bleibt da das Prinzip der Geichbehandlung? Ist das nicht eher auch das Prinzip, dass dem Schwächeren der Übeltäter leichter beizukommen ist so nach dem Motto "Am Kleinen das Exempel statuieren damit der "Grosse" in Sicherheit ist?"
Mikrofon am 8. Juni 2009 13:05 Wahrscheinlich eher deswegen, daß hohe Tiere wie Manager, Politiker und Vorstände Rückendeckung von Staranwälten haben und da nur schwer etwas zu ändern sein wird. Max Mustermann hingegen ist ein kleines Würstchen, welches man nur mit dem Schuh platt drücken muß.
Kurz gesagt: es ist die Feigheit der Behörden ein Exempel an hohen Zapfen zu vollstrecken.
CrazyDaisy am 8. Juni 2009 13:06 Das Schimpfen auf "die da oben" ist aber auch sehr wohlfeil. Jeder hält den eigenen Verdienst für vollkommen gerechtfertigt. "Die da oben" eben auch.

"Futterneid" gab es schon immer und wird es sicher noch so lange geben, wie die Menschheit existiert... seufz
Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander.
CrazyDaisy am 8. Juni 2009 13:00 Warum sind denn so viele neidisch auf die Sozialhilfeempfänger?
kann ich mir nicht vorstellen

Eine sehr gute Frage.
Statt Solidarität mit Menschen denen es noch schlechter zu zeigen, entwickeln viele eine Art Beißreflex.
Vielleicht liegt des zum Teil an der allgemeinen Unzufriedenheit: viele die ihren Job (noch) halten können, können dies nur zu verschlechterten Bedingungen.
Ausserdem wird Neid durchaus durch Politik(er) geschürt, vielleicht soll der Neid auf Schwächere auch ablenken von den richtig großen Problemen.
Es ist leichter seine Wut auf einzelne zu entladen, die ohnehin schon weiter unten stehen und getreten werden, als "nach oben" zu treten ...
Traurig, aber wahr ...

Neidverursacher Nr.1 sind Minderwertigkeitskomplexe. Jemand hat mehr Glück gehabt, oder "hat es geschafft", weil er womöglich irgendwo cleverer war.
Das stellt bei vielen Menschen die eigene Identität und das Selbstvertrauen in Frage und schürt den Neid.

Durch die verantwortungslose Sozialpolitik unserer Regierung hat sich die Kluft zwischen den Besitzenden und den "Armen Säcken", die von Stütze leben müssen immer mehr vertieft. Dies schürt Neid und wird in der Folge auch politische Unruhen innerhalb unseres Landes nach sich ziehen; ganz abgesehen davon, dass Armut und Arbeitslosigkeit der beste Nährboden für Rechtsextremisten ist. - Alles schon mal dagewesen! Dieser vorsätzlich geschaffene Wohlstand einiger auf Pump wird sich in absehbarer Zeit als Fiasko herausstellen.
RolfHoegemann am 8. Juni 2009 13:47 Das erste Fiasko wird wohl im nächsten Jahr die Auswirkung der diesjährigen "Abwackprämie" sein :-(
Weil es allen zunehmend gleich schlecht geht, d.h. sie haben immer weniger Geld zur Verfügung und müssen mühsam lernen, mit dem Wenigen auszukommen.
Da spürt man die geringen und kleinsten Unterschiede sehr stark, so dass man nicht nur deutlicher bemerkt, wenn der Nachbar mehr hat als man selbst, sondern auch auf dessen zusätzliches Fahrrad z.B. neidisch ist.

"sozialneid" ist ein interessantes Wort - aber ja, der NEID im allgemeinen wird in dieser gesellschaft immer weiter angeheizt, und das hat mit der politik zu tun - WIRTSCHAFTSPOLITIK - und von wem wird die gemacht??? leider denken die nicht an alle folgen, die daraus resultieren
für sozialgeldempfänger ist diese konsumgesellschaft eine tägliche seelische folter - man kann sich alles ansehen, aber es sich nicht leisten - ist das nicht schon körperverletzung - aber 4 millionen menschen sind noch zu wenig um das fass zum überlaufen zu bringen - es ist nicht mehr 5 vor 12 sondern schon 1 vor

Sozialneid würde ich es nicht nennen, aber ich finde es nicht gerecht, wenn jemand, der den ganzen Tag schwer arbeitet, am Monatsende genausoviel Geld zur Verfügung hat, wie ein ALG-II-Empfänger. Und er sich vielleicht auch noch auslachen lassen muß, weil er so dumm ist und arbeiten geht. Aber das ist Sache der Politiker, die sollten endlich gerechtere Löhne einführen. Wie oft passiert es, dass ein Partner keine Sozialleistungen bekommt weil das Familieneinkommen knapp über den Regelsatz liegt und dann auch eine schlecht bezahlte Tätigkeit aufgenommen wird, nur um einen Zuverdienst zu haben.
CrazyDaisy am 8. Juni 2009 13:04 Nun, es steht jedem frei, zum ALG-II-Empfänger zu werden, wenn das denn so erstrebenswert ist.
RolfHoegemann am 8. Juni 2009 13:09 Das ist verständlich - aber liegt da nicht auch eine Ursache darin, dass unsere Nebenkosten (Strom,Gas, Wasser, Müll,) und die Miete im Vergleich zum Gesamteinkommen (auch für kleine Wohnuungen/Zimmer) viel zu hoch ist? Da ja ein Harz4 Empfaänger nicht einfach ins Obdachlosenasyl gesteckt werden kann, müssen diese Kosten ja als Grundlebenskosten angesehen werden um jemanden "über Wasser zu halten" M.M. ist nicht das Harz4 Geld zu hoch, sondern der Durchschnittslohn des deutschen arbeitenden Menschen zu niedrig...
UND - warum wird immer gleich angenommen, dass ein Harz4 Empfaänger faul ist und nicht arbeiten will???? Der Ausspruch" Wer wirklich arbeiten will, der findet schon was..." ist heutzutage leider nicht mehr so ganz allgemeingültig. Uns werden durch die Medien immer nur die wirklich "faulen" Kunden präsentiert, die bestimmt noch in der Minderheit sind - von allen anden spricht kaum jemand - und damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt meiner Frage: Wird der Sozialneid geschürt? (Ich hätte oben vielleicht noch die Medien dazunennen sollen)
pippi60 am 8. Juni 2009 13:14 Völlig richtig und ganz meine Meinung! Hier ist es kaum möglich überhaupt einen Arbeitsplatz zu finden! Und wenn, dann mit 4 bis 5 € Stundenlohn.
RolfHoegemann am 8. Juni 2009 13:17 Und von diesen 4 Euro muss dann auch noch Steuer und versicherung gezahlt werde...
CrazyDaisy am 8. Juni 2009 13:22 Naja, Moment: Wer unter dem Steuersatz liegt, zahlt auch keine Steuer.
RolfHoegemann am 8. Juni 2009 13:46 Ich glaube bei 5 Euro liegt man ganz knapp drüber... Aber da kann man ja auch oft was im Lohnsteuerjahresausgleich machen....

Das gucken sich die Leute voneinander ab, bzw. lernen es schon als Kind von den Eltern. Und da ist die Schicht schon völlig egal. Die Unterschicht ist neidisch auf die "Reichen", die Arbeiter sind neidisch auf die Arbeitslosen, die Angestellten sind neidisch auf die Selbständigen, etc, etc.
Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen könnte man vielleicht etwas davon auffangen.

Der Abstand zwischen arm und reich wird immer größer...
firstguardian am 8. Juni 2009 13:27 ... und die Altersarmut zunehmend grausamer! Wer heute von Sozialhilfe lebt, wird im Alter hungern!
weil die spanne zwischen arm und reich immer größer wird und die gute alte mittelschicht so gut wie weg ist
CrazyDaisy am 8. Juni 2009 13:01 Die Mittelschicht war aber auch immer neidisch. Wegen Nachbars neuem Auto, wegen der goldenen Ohrringe von Frau Z., etc.
Weil immer mehr immer weniger besitzen - und immer weniger immer mehr.
>Wird das von der Politik geschürt oder ist das eine ganz "normale" Entwicklung?<
Neid ist zunächst mal etwas menschliches, das sich nie ganz ausrotten läßt.
Und diese menschiche Charaktereigenschaft wird von einigen Parteien - vornehmlich linke und extrem rechte - zum Stimmenfang mißbraucht.
Die Tatsache, daß es immer schon eine Schere zwischen Arm und Reich gab - die früher teilweise noch größer war - wird verschwiegen oder ignoriert.
Dabei stellte schon vor 100 Jahren der italienische Ingenieur, Soziologe und Ökonom, Vilfredo Pareto fest, daß (in Italien ?) ca. 20 % der Familien ca. 80 % des Vermögens besitzen.
Informiere Dich mal über die >Brakteaten-Zeit< - da gehen Kronleuchter auf!
Freigeld ist mir durchaus bekannt, aber IMHO keine Lösung.
Schon die Theorie, Geld würde durch Hortung dem Wirtschaftskreislauf entzogen ist falsch!
Das wäre nur der Fall, wenn es unter dem Kopfkissen (zinnsfrei) gebunkert würde.
Gibt es eigentlich historisch gesicherte Beweise, daß Freigeld jemals erfolgreich praktiziert wurde?
Und damit meine ich nicht Behauptungen von Silvio Gesell Anhängern.

Leider ein zunehmender Trend. Dieser kann nur durch eine Entscheidung bei den Wahlen geändert werden.
Auf welchem Planet lebst Du denn? Seit wann hätten 2 Kreuzchen (wie bei den Analphabeten) alle 4 Jahre auch nur den Muckenfurz geändert? Eine kleine Gruppe von Oligarchen bestimmt die Politik in diesem unserem deutschen Lande! Demokratie? Bestenfalls Demokratur!
killerqueencb am 8. Juni 2009 15:27 DH

Weil Neid schon immer in der Natur des Menschen verankert ist und es auch immer so sein wird, nur sollte es der Nützlichkeit dienen das man sich mehr Mühe gibt, aber das ist wohl auf der strecke geblieben mit der zeit.......
Sehr schöne Antwort! Immer geht es nur ums Haben, nie ums Sein. Vor allem geht es darum, was der andere hat, als ob man selbst davon weniger hätte...
Tauschringe und Regionalgeld sind ja mittlerweile wenigstens ein Anfang. Wird Zeit, daß wir diesem Scheiß-Zinsgeld-System endlich die >Rote Karte< zeigen. Ein Verbrechen an der Menschheit. Das Geld wird immer schneller von arm nach reich, und jetzt von reich nach ganz reich umgeschichtet!
Leider wird auch ein Regionalgeld nichts daran ändern. Geld bleibt Geld...
Kommt darauf an! Geld sollte ein neutrales Tauschmittel sein - nicht mehr und nicht weniger. Mit Geld Geld zu machen, ist das Unatürliche und verursacht die größten Probleme. Schließlich wird über diese Zinsgeldschiene Macht in einer unvorstellbaren Größenordnung ausgeübt und überall setzt sich diese kleine Elite gnadenlos durch.
Ohne Kredit kannst Du wahrscheinlich nie ein Geschäft aufbauen. Und warum sollte man Dir zinslos Geld leihen? Übrigens: Die kleine Elite, das sind Millionen von Sparbuchinhabern.
Und nach Deiner Logik ist auch Viehzucht unnatürlich. Denn aus zwei Schweinen werden viele...
@ CrazyDaisy
1. Geld gehört in die Hand des Staates - nicht in die Hände von privaten Bankiers! (informiere Dich mal über FED und Bundesbank!)
2. Geld muß >umlaufgesichert< sein. Kein Buchgeld, daß sich heimlich still und leise ständig vermehrt! Die Banken dürfen Geld, 10 mal und mehr verleihen. Das funktioniert nur, weil sich alles auf Konten abspielt. Würde jeder das Geld in bar abheben, wäre das System längst kaputt! 3. Die Sparbüchle-Inhaber sparen sich arm! Die Inflationsrate ist höher als die Zinsen, die sie dafür kriegen! Gibt mal ein böses Erwachen - wenn man für sein Geld auf dem Sparbuch nichts mehr kriegt! 4. Die Schweine wären mir allemal lieber als dieses ausgefuchste versklavende Zinsgeldsystem!
Lese mal Silvio Gesell, Gottfried Feder u.a.
Die im dritten Reich damals wollten das Zinsgeldsystem abschaffen, deshalb wurde Deutschland mit Krieg überzogen und platt gemacht!
Geldsystem ohne Zinsen wäre die Erlösung für den gesamten Planeten - kein unendliches Wachstum mehr nötig! Was ja sowieso widernatürlich ist! Informieren - dann reklamieren!
Das Bürgergeld ist eine tolle Sache! Nach welchen Kriterien werden dabei Leisutng und Verantwortung honoriert? Soll jeder gleich viel bekommen, ob er viel leistet oder garnichts? Wie motiviert man die Leistungsfähigen und Leistungsbereiten?
Wieso muß denn alles leistungsbezogen sein? Wie wäre es denn einfach mein SEIN? Endlich wieder Kultur in diesem Land! Weil die Leute Zeit haben sich um die Dinge zu kümmern, die ihnen wirklich wichtig sind. Mütter, die bei ihren Kindern zu Hause bleiben können...
Mir würden da unendliche Möglichkeiten einfallen ...
Selbstverantwortliche braucht man nicht zu motivieren!