Frage von nurEineFrage41, 71

Warum wird heute so leichtfertig mit dem Wort „Nazi" umgegangen?

Heute ist man ja schon ein Nazi, wenn man das Wort „Ausländer" in den Mund nimmt, weil die politisch korrekte Form „Migrant" heißt. Haben diese Menschen in Geschichte nicht aufgepasst und wissen deshalb nicht, was „Nazi" bedeutet, oder wollen sie einfach nur provozieren?

Antwort
von mychrissie, 8

Bei uns in Deutschland wird häufig geradezu hasserfüllt übertrieben. Es gibt keine Abstufungen mehr. Die Digitalisierung ist ein Symbol dafür, nur 1 oder 0, nur schwarz oder weiß, keine analogen Graustufen mehr.

Allerdings weiß ich natürlich und habe es auch persönlich erlebt, was damals unter Hiltler loswar. Die Jüngeren, die ja hier in der Überzahl sind, haben davon keine Verstellung und die Neonazis ahnen gar nicht, dass sie zu den ersten gehört hätten, die erst von Hitler als Prügeltruppe missbraucht worden wären und dann ins KZ abgeschoben.

Deshalb sind wir heute so sensibel gegen alles, was nach rechts riecht. Ab einer gewissen Häufung von Unrecht, ist man einfach nicht mehr bereit, groß zu differenzieren.

Was die Bezeichnungen betrifft, bin ich zuweilen auch ratlos, weil hier die sogenannte political correctnes fast albern übertrieben wird. N.ger komm von lat. niger = schwarz. Das ist möglicherweise entwürdigend, weil es den Menschen auf seine Hautfarbe reduziert. Aber das tut der Begriff "ein Schwarzer" doch auch. Aber das darf man sagen. Früher sagte man sogar "ein Farbiger", was wäre wohl geschehen, wenn man den "einen Bunten" genannt hätte? Hier auf GF wird man ja sogar zensiert, wenn man das absolut nazikritische Buch "N.ger, N.ger, Schornsteinfeger" ausgeschrieben empfiehlt.

Aber vielleicht ist das nur ein Problem von mir als Sprachwissenschaftler.

Antwort
von DrStrosmajer, 18

Die "politisch korrekte Form" ist uns von den Medien oktroyiert worden - wer einen Mitbürger mit ausländischer Herkunft oder einen Besucher als "Ausländer" statt "Migrant" bezeichnet, ist zumindest als rechtslastig verdächtig.

Das ist natürlich alles kompletter Blödsinn und soll eine Lebenswirklichkeit begründen, die gar nicht existiert. Natürlich ist ein Ausländer ein Ausländer, wenn er aus dem Ausland kommt.

Ein Mitbürger mit ausländischen Wurzeln, der hier lebt und vielleicht sogar hier geboren ist, ist ein Inländer, vulgo ein Deutscher.

Ein Besucher -ob er hier nun aufgrund widriger Umstände ist, z.B. als Asylsuchender oder weil er nach Deutschland einwandern möchte - ist ein Ausländer, bis er durch Einbürgerung Mitbürger geworden ist. Und dann ist er deutscher Mitbürger, oder meinetwegen "Inländer".

Am Begriff "Ausländer" ist absolut nichts Verwerfliches. Das wird uns nur immer wieder von Schreibtischtätern -Journalisten und Politiker- um die Ohren gehauen, die sich die Lebenswirklichkeit so hinbiegen, wie sie sie sich die in Wolkenkuckucksheim vorstellen.

Antwort
von ThommyHilfiger, 33

Natürlich gibts überall Dumme. Aber beim Wort Ausländer kommt es doch eher auf den Kontext an. Und danach würde ich (intelligent) dich dann beurteilen...

Antwort
von FooBar1, 31

Da hast du vollkommen recht. Der Terminus ist natürlich neonazi

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 15



Heute ist man ja schon ein Nazi, wenn man das Wort „Ausländer" in den
Mund nimmt, weil die politisch korrekte Form „Migrant" heißt.


Nein.

1. "Nazi" ist man dann, wenn man die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Menschenrechte infrage stellt, wenn man zudem Hitler und/oder das sog. Dritte Reich verherrlicht, die Judenvernichtung leugnet, auch heute noch judenfeindlich und ausländerfeindlich ist.

2. Nicht jeder "Ausländer" in Deutschland ist "Migrant", sodass die Begriffe durchaus sowohl unterschiedliche als auch gleiche Personengruppen meinen können. Es kommt auf den Zusammenhang an.



... oder wollen sie einfach nur provozieren?



Nein, aber der Begriff dient eben heute, auch wenn er nicht präzise zutrifft, sozusagen "im Volksmund" zur Bezeichnung einer Personengruppe, die eine mit den Werten unseres Staates inkompatible Denkhaltung aufweist und insbesondere pauschal und undifferenziert gegen alle Ausländer/Migranten eingestellt ist bzw. sogar hetzt oder gewalttätig in Erscheinung tritt. Der "Volksmund" kann kaum dazu verpflichtet werden noch liegt es in seinem Bestreben, begriffsscharf differenzierend zu argumentieren - das ist etwas für Intellektuelle. Man sollte trotz leicht inflationären Gebrauchs Nachsicht üben. Wesentlich ist, dass das Volk die negative Beurteilung der ausländerfeindlichen Personengruppen in der Mehrheit überhaupt zutreffend fällt!

MfG

Arnold


Antwort
von halloschnuggi, 27

Die Frage ist gut, kommt immer drauf an in welchem Zusammenhang man es benutzt. Für mich ist jemand ein Nazi, der mich in der Straße, im Bus oder auf der Arbeit "anderes behandelt"  weil ich Ausländer bin.

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