Warum wird die Bundeswehr, die Polizei und die Spezialeinheiten in Deutschland so negativ gesehen?

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6 Antworten

Es sind größtenteils Vorurteile, da viele Bürger keine Ahnung haben, was zum Beispiel die Bubndeswehr im ausland macht. Also bilden sie ihre eigene Meinung, welche sie dann eher an die Armeen vor 75 Jahren erinnert-->Soldaten, die einfach aufeinander schießen und früher oder später sterben.

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Wegen der NS- und der "DDR"-Diktatur haben einige Deutsche ein gestörtes Verhältnis zu ihren Sicherheitsbehörden. In beiden Systemen haben die Sicherheitsbehörden nämlich unschuldige Bürger wegen ihrer Meinung schikaniert, gefoltert und getötet.

Wer also als kritisch und intellektuell angesehen werden will, hat zu diesen Institutionen ein distanziertes Verhältnis. Das trifft auf die in Deutschland links-dominierte Medienlandschaft in besonderem Maße zu. Denn die politische Linke hatte schon immer eine ablehnende Haltung zur Autorität.

Das Bild des Normalbürgers ist da deutlich positiver, was Umfragen immer wieder belegen. Was viele Medien von Polizei und Bundeswehr für ein Bild zeichnen, ist insofern nicht unbedingt repräsentativ:

"2.500 zufällig ausgewählte Bundesbürger ab 16 Jahren, die in deutschen Privathaushalten leben, hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Sommer letzten Jahres telefonisch befragt. Nahezu neun von zehn Befragten halten die Bundeswehr für sehr wichtig oder wichtig, lediglich 14 Prozent für unwichtig oder eher unwichtig.

Dabei wird die Truppe von der großen Bevölkerungsmehrheit mit positiven Emotionen wie Vertrauen (79 Prozent), Hochachtung (69 Prozent), Stolz (68 Prozent) und Dankbarkeit (67 Prozent) verbunden. Positiv bewertet werden auch die Leistungen der Bundeswehr im Rahmen von Katastrophenhilfen im Inland (84 Prozent) und das Auftreten der Soldaten in der Öffentlichkeit (79 Prozent)."

Quelle: https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYs9D4JAEET_0S0XTAh2Egq1pBFozAEb3HgfZF28hh_vXeFM8po3AyOkevOl1QgFbyz0MMx0nqKa4oLKvGVHa_GjIpIg41Ne6NDDIx_TYA4eJVPQCyWubCSw2gKLzWZnTkbRAkOh20ZXxT_6qMv-Wt1Pddnemg425y4_WMwF4Q!!/

Die Werte der Polizei sind ähnlich hoch. 81 % der Deutschen vertrauen der Polizei. Polizisten stehen damit auf Platz 10 jener Beruf, denen die Deutschen am meisten trauen.

Quelle: http://www.zeit.de/news/2014-02/21/gesellschaft-deutsche-haben-kein-vertrauen-in-politiker-21153009

Es gibt aber natürlich auch - teilweise lautstarke - Sondergruppen, die naturgemäß wenig von der Polizei halten: Linksextremisten, Rechtsextremisten, islamische Fundamentalisten, Bürgerrechtler, Punker, Rocker, Hooligans, Kriminelle usw.



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Kommentar von DerSchopenhauer
03.09.2016, 00:05

Du zeichnest ein durchaus zutreffend differenziertes Bild - auch wenn man bei den Umfragen immmer vorsichtig sein muß - es kommt auf die Fragestellung an...

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Das sollte man differenzierter sehen - die Bundeswehr hatte in der Bundesrepublik Deutschland von Anfang an keinen besonderen Stellenwert bei den Bürgern - solange es die Wehrpflicht gab, ist es dem Staat (der Politik) nicht gelungen, den "Bürger in Uniform" als eine notwendige Einrichtung zur Sicherung unserer Demokratie zu vermitteln:

Wozu ist die Bundeswehr da?

"Den Feind solange an der Grenze aufzuhalten, bis richtiges Militär kommt"

Man hat das als notwendige Pflicht angesehen und im Grunde war die Bundeswehrzeit, die Zeit, wo man (spätestens) aus Langeweile das Saufen und das Kartenspielen gelernt hat.

Die Polizei hat dagegen ein durchaus überwiegend postives Ansehen in unserem Lande; es ist schon fast Mitleid, was die meisten Menscheen entfinden (schlechte Bezahlung, viele Überstunden etc.).

Durchaus gibt es eine Entwicklung, daß Bürger den Respekt gegenüber Polizeibeamten verlieren - es gab Zeiten, da haben selbst die härtesten Verbrecher sich gescheut einen Polizisten auch nur körperlich anzugreifen (ohne Waffe).

Was Spezialeinheiten anbetriftt, sieht das ganz anders aus; damals (1977) als die GSG 9 unter dem Kommando von Ulrich Wegener die Geiseln aus dem Flugzeug in Mogadischou befreit haben, wurde ein Heldenstatus begründet; dieser hat noch Jahre angedauert (auch noch während der RAF-2-Problematik) - heute hat man etwas den Bezug zu den Spezialeinheiten verloren, weil offensichtliche öffentlichkeitswirksame Erfolge nicht erkennbar sind.

Ich bin durchaus der Meinung, daß Deutschland gute Spezialeinheiten hat - aber im Gegensatz zu den USA, operieren die deutschen Einheiten nicht so in der Öffentlichkeit.

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Kommentar von Apfelkind86
03.09.2016, 00:14

heute hat man etwas den Bezug zu den Spezialeinheiten verloren, weil offensichtliche öffentlichkeitswirksame Erfolge nicht erkennbar sind.

Das widerspricht ja auch ihrem Zweck.

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Ja, ich denke du liegst völlig falsch. Viele Menschen sind froh, wenn die Ordnungshüter auftauchen und fühlen sich beschützt. Leider gibt es zu wenige davon. Oder sie sind nicht präsent genug.

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Weil diese truppen einfach das bild der friedlichen welt trüben und die in die harte realität befördern... Denn ohne diesen einheiten die so oft in verruf sind, würde es uns sehr viel schlechter gehen, aber das sehen sie nicht... Meisst sind die, die das am lautesten schrein, die, die noch nie mit der realen welt, der armut und gewalt in verbindung gekommen sind... Und versuchen meiner meinung nach, sich das bild der welt schönzureden... 

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Die Polizisten werden zum Teil schon wirklich respektlos behandelt.

Mit den Spezialeinheiten wie GSG 9 und KSK hat man ja als Normalbürger praktisch keinen Kontakt. Allerdings kenne ich auch keinen, der sich über die geringschätzig äußert.

Allerdings habe ich über die normalen Bundeswehrsoldaten auch keine sehr gute Meinung.

Die melden sich freiwillig zu einer Truppe von der bekannt ist, dass sie auch im Ausland eingesetzt werden kann und dass sie dort in Kämpfe verwickelt werden können.

Müssen sie dann wirklich los, gibt es einen Bodensatz von 5-10 % an Leuten, die dann anfangen zu jammern.

Ebenso die, die nach der Rückkehr "ein posttraumatisches Belastungssyndrom" haben.

Die Männer die Monate lang in Stalingrad im Häuserkampf schlimmstes mitgemacht haben, danach Jahre unter schlimmen Bedingungen in Gefangenschaft waren, haben nach der Rückkehr auch keine Therapie bekommen, sondern nach kurzer Eingewöhnungsphase bei VW am Band, oder bei Salzgitter Stahl am Hochofen gestanden.

Wem es in der Küche zu heiss ist, sollte kein Koch werden.

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Kommentar von GhostOA
02.09.2016, 22:13

Ja, man weiß das man eventuell ins Ausland muss. Mir ist aber noch nicht aufgefallen, dass sich jemand darüber beschwert hat.

PTBS gab es schon früher, richtig. Nur heute erkennt man es an und behandelt es. Zur Zeit des 2.WK gab es keine Zeit und kein Bewusstsein für die Belastungsstörungen. Die, die behandelt wurden (auch das gab es) wurden schlecht oder nicht ausreichend behandelt und teile beganngen Suizid.
Zudem ist es schon etwas einfach zu sagen, dass die Männer das damals auch einfach weggesteckt haben. Diese Männer haben das lange mit sich herum getragen und das Thema einfach ignoriert.

"Wem es in der Küche zu heiß ist, sollte kein Koch werden."
Diese Formulierung finde ich recht beleidigend. Man kann nie wissen, wie es in einem Kampf wird. Man weiß nie, ob man das verkraftet oder nicht.

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Kommentar von DerSchopenhauer
02.09.2016, 22:59

"Ebenso die, die nach der Rückkehr "ein posttraumatisches Belastungssyndrom" haben."

Du sprichst ein wahres Wort so eben zwischen zwei zutreffenden Absätzen gelassen aus...(und daß auch noch ohne Kennzeichnung)

Der Grund ist so banal, daß man sich kaum traut ihn zu erwähnen:

Die PTBS ist die einzige "Erkrankung", die eine anschließende dauerhafte Entschädigungszahlung (eine Art Rente) nach sich zieht.

Der Zusammenhang zwischen einer vermeintlichen psychischen Erkrankung und der Anzahl der sog. Erkrankten, die sich dauerhaft eine entsprechende Geldeistung sichern, ist evident.

Abgesehen davon, daß ein PTBS grundsätzlich keine Erkrankung ist, sondern eine Art Schutzvorrichtung des Gehirns, lebensgefährliche Situationen zu vermeiden - das ist also im Grunde keine Erkrankung sondern der Normalfall, daß man sich noch längere Zeit an solche lebensbedrohlichen Situationen erinnert (eben um sie zukünftig zu vermeiden).

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Kommentar von rav3ry
02.09.2016, 23:01

GhostOA hat die Kritik die auch mir durch den Kopf schoss ziemlich gut geäußert. Eine Frage hab ich (ich rede jeden in dem forum mit du an, falls das wichtig ist): Du hast von "normalen" Bundeswehrsoldaten keine gute Meinung. Definiere "normal". Soldaten, die nicht in Spezialeinheiten sind? Soldaten, die in der Mannschafterlaufbahn sind?

Beides würde ohne "normal" nicht funktionieren. Keine Spezialeinheit könnte einfach so reingehen und Ziele ausschalten wenns nicht normale Soldaten gäbe, die deren Männer bekämpfen. Jeder Feldwebel und Offizier könnte nichts mehr tun, wenn es keine Mannschafter gäbe.

Deswegen wird auch die Kameradschaft beim Bund über die Dienstgrade gestellt. Ausbilder reden nicht in der dritten person vom "Jäger soundso" oder "Gefreiter soundso" sondern reden "Kamerad soundso". Als Beispiel jetzt.

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Kommentar von Apfelkind86
03.09.2016, 00:10

Die Männer die Monate lang in Stalingrad im Häuserkampf schlimmstes mitgemacht haben, danach Jahre unter schlimmen Bedingungen in Gefangenschaft waren, haben nach der Rückkehr auch keine Therapie bekommen, sondern nach kurzer Eingewöhnungsphase bei VW am Band, oder bei Salzgitter Stahl am Hochofen gestanden.

Ui, super, und denen ging es spitze, nicht wahr?

Noch ein Tipp: Menschen, die früher schwer krank waren, haben eine tolle Blutegel-Therapie bekommen. Also sollten wir alle unsere Ärzte zum Teufel jagen und das wieder einführen!

Wie kann man nur so dümmlich borniert sein?

Ja, die bloden Soldaten, wagen es doch glatt, Gefühle und eine Seele zu haben....die haben gefälligst dem linken Klischee von ruchlosen Mördern zu entsprechen...

Wem es in der Küche zu heiss ist, sollte kein Koch werden.

Wer wenig im kopf hat, sollte sich nicht zu Themen äußern, die seine geistigen und empathischen Fähigkeiten bei weitem übersteigen!

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